Metaeth
Metaethik
Derjenige Zweig der Ethik, der die Abgrenzung der moralischen von den nicht-moralischen Phänomenen und die erkenntnistheoretischen, sprachphilosophischen und ontologischen Grundlage moralischer Urteile untersucht.Die fundamentalste Frage der Metaethik lautet, ob ein moralisches Urteil überhaupt objektive Gültigkeit besitzen kann. Dass dies der Fall ist, behaupten die Kognitivisten, das Gegenteil die Nonkognitivisten.
Metarech
Metarechtfertigung
Als Metarechtfertigung bezeichnet man in der Erkenntnistheorie Rechtfertigungen für die Standards auf denen epistemische Rechtfertigungen beruhen.Metarechtfertigungen müssen zeigen, dass die epistemischen Rechtfertigungen zu Wahrheit führen.
Es ist schwierig Metarechtfertigungen zu finden, da sie sich nur auf sehr schwache Voraussetzungen stützen können. Empirisches Voraussetzungen sind ungeeignet. Scheinbar müssen Metarechtfertigungen ihrem Charakter nach a priori gelten. Wie sollen aber geeignete a priori Argumente gefunden werden?
Die Lösung des Problems der Metarechtfertigung ist stark abhängig von der unterstellten Wahrheitstheorie.
Methoden
Methoden zur Untersuchung kausaler Zusammenhänge
Methoden zur Untersuchung kausaler Zusammenhänge (auch: Kausalmethoden) nennt man Verfahren, die dazu dienen kausale Zusammenhänge aufzufinden.Diese Methoden wurden von F. Bacon erarbeitet und von Mill weiterentwickelt.
Zu den Methoden der Untersuchung kausaler Zusammenhänge gehören:
- Methode der Analogie
- Methode der Ähnlichkeit
- Methode des Unterschiedes
- Vereinigte Methode von Ähnlichkeit und Unterschied
- Methode der begleitenden Veränderungen
- Methode der Reste
Luegner
Lügner-Antinomie
Die Lügner-Antinomie, eine semantische Antinomie wird seit der Antike diskutiert.Eine Variante lässt den Kreter Epimenides behaupten, dass alle Leute von Kreta lügen, wobei hinzuzufügen ist, dass die Kreter in der Antike als notorische Lügner galten. Wenn die Behauptung wahr ist, lügt er, die Behauptung muss also falsch sein. Dagegen folgt die Wahrheit der Behauptung nicht aus der Annahme ihrer Falschheit, weshalb es sich in dieser Formulierung nicht um eine eigentliche Antinomie handelt.
Wie A. N. Prior gezeigt hat, ist die Behauptung jedoch falsch, ungeachtet dessen, ob man sie für wahr oder falsch hält, was ein Paradoxon ist.
In anderen Versionen handelt es sich um eine echte Antinomie, z. B. in der Version, die Eubulides von Megara zugeschrieben wird. Die Paradoxie vom Lügner hat er wie folgt formuliert:
- "Wenn ein Lügner sagt, dass er lügt, dann bedeutet das, dass er sowohl lügt als auch die Wahrheit spricht, denn wenn er die Wahrheit sagt, so lügt er, und wenn er lügt, so lügt er nicht, sondern sagt die Wahrheit."
Noch eine Variante ist Anlaß für zwei echte Antinomien, nämlich wenn Platon sagt, Sokrates habe recht, und Sokrates sagt, Platon lüge.
Eine neuere Form derselben Antinomie ist von W. V. O. Quine formuliert worden. Hier wird definiert: "S = S ist falsch". Wenn S wahr ist, ist es wahr, dass S falsch ist, S ist also falsch. Aber wenn S falsch ist, dann ist S wahr.
In der Formulierung Tarskis können wir S wie oben definieren. Eine Behauptung ist nun im allgemeinen wahr, wenn es sich so verhält, wie sie sagt, also: S ist wahr, dann und nur dann, wenn S. Wir benutzen nun die Definition von S und setzen "S ist falsch" für das letzte S ein. Wir erhalten nun: S ist wahr, dann und nur dann, wenn S falsch ist.
Bekannt ist die Methode Tarskis zur Umgehung der Lügner-Antinomie. Keine Sprache mit einer gewissen Ausdruckskraft, sagt Tarski, kann semantisch geschlossen sein, d. h. sie kann nicht Ausdrucksmittel besitzen, die eigene Semantik der Sprache zu formulieren. Ihre Bedeutung kann nur in einer Metasprache formuliert werden, die die betreffende Sprache, in diesem Zusammenhang Objektsprache genannt, beschreibt. Die Definition des Satzes S, die in der Formulierung der Lügner-Antinomie enthalten ist, bedeutet eine Verwechslung der Sprachniveaus. Wenn diese Verwechslung entfällt, löst sich die Antinomie auf.
Luknotat
&;ukasiewicz-Notation, Polnische Notation, Klammerfreie Schreibweise
Als &;ukasiewicz-Notation, polnische Notation oder klammerfreie Schreibweise bezeichnet man eine Notation des Aussagenkalküls, bei der als Aussagenvariablen kleine Buchstaben, evtl. mit Indizes und als Junktoren große Buchstaben, evtl. ebenfalls mit Indizes verwendet werden und die keine Klammern benötigt.Im Fall der zweiwertigen Logik wird die Konjunktion p &; q durch Kpq, die Alternative p &; q durch Apq, die Implikation p &; q durch Cpq, die Äquivalenz p &; q durch Epq und die Negation &;p durch Np wiedergegeben.
Der Ausdruck (p &; (q &; r)) &; (p &; q &; r) wird z. B. zu der Formel CCpCqrCKpqr, (p &; q) &; r zu CCpqr und der Ausdruck p &; (q &; r) zu CpCqr.
Die klammerfreie Schreibweise ist eindeutig. Sie wurde von &;ukasiewicz eingeführt und wird vor allem von polnischen Logikern verwendet.
Lust
Lust
Lust wird die angenehme Empfindung (im Gegensatz zum Schmerz) oder das Gefühl der Befriedigung genannt.Die Lust entsteht dadurch, dass ein Streben seinem naturgemäßen Gegenstand in der Wirklichkeit oder in der Vorstellung findet.
Die geistige Befriedigung heißt Freude.
Die Lust, die uns die sinnliche Empfindung schafft, heißt sinnliche Lust.
Die Lust die frei von sinnlichem Reiz und deren Gegenstand ohne Interesse gefällt heißt ästhetische Lust.
Die teleologische Bedeutung der Lust liegt nach Aristoteles darin, dass sie das sachgemäße Handeln unter Kontrolle der Verrnunft hervorrufen soll.
Der Hedonismus lehrt, dass die Lust das höchste Gut und Ziel sittlichen Handelns sei. Der Hedonismus ist eng mit dem Eudämonismus verbunden. Der Grad der Erfüllung des Luststrebens ist das Maß für die ethische Bewertung alles Tuns.
Anhänger des Hedonismus waren die Kyrenaiker, Epikur, Helvétius und La Mettrie.
Eine Variante des Hedonismus ist der hedonistische Utilitarismus (u. a. Bentham).
Nach A. Bain beruht das Gefühl der Lust auf der Harmonie, das der Unlust auf einem Konflikt zwischen unseren Empfindungen.
M Praed
Modales epistemisches Prädikat
Als modales epistemisches Prädikat bezeichnet Wuttich ein epistemisches Prädikat, in dem kein epistemisches Subjekt als Parameter vorkommt. Beispiele für solche Prädikate sind beweisbar, widerlegbar, falsifizierbar, entscheidbar, unentscheidbar. Modale epistemische Prädikate werden von nichtmodalen epistemischen Prädikaten unterschieden.
M Schl
Mittelbarer Schluss
Als mittelbaren Schluss bezeichnet man einen Schluss in dessen Ergebnis aus einem oder mehreren bekannten Urteilen ein neues Urteil erhalten wird, das neues Wissen enthält.Beispiele für mittelbare Schlüsse sind:
- der einfache kategorische Syllogismus
- der progressive Syllogismus
- der regressive Syllogismus
- der Syllogismus nach Analogie
- der eduktive Schluss
- der Wahrscheinlichkeitsschluß