Philosophie Wörterbuch

N

N

Der Buchstabe N ist der erste Buchstabe des lateinischen Wortes necessarium (= notwendig) und wird in der Logik manchmal als Funktor der Notwendigkeit benutzt. Üblicher ist jedoch das Zeichen

In der polnischen Notation bezeichnet der Buchstabe N die Negationsfunktion.

Natlogik

Natürliche Logik

Pjotr Dmitrijewitsch Lodi unterschied die natürliche Logik, die er auch volkstümliche Logik nennt, von der erworbenen Logik.

Die natürliche Logik ist die natürliche Anlage zum folgerichtigen Denken.

Nebenbeg

Nebenbegriff

Nebenbegriffe nennt man Begriffe, die gleichermaßen ein und demselben Gattungsbegriff untergeordnet sind.

Die Nebenbegriffe gehören zu den vereinbaren Begriffen.

Nebenbegriffe werden auch koordinierte Begriffe genannt.

Negbegr

Negativer Begriff

Begriff, der das Fehlen einer gewissen Eigenschaft im Gegenstand widerspiegelt, z. B. nicht schön, mittellos. Nach Aristoteles darf ein Begriff nicht negativ sein.

Mitl

Mitleidsethik

Als Mitleidsethik bezeichnet man ethische Theorien, die das menschliche Gefühl des Mitleids als zentrales ethisches Kriterium heranziehen. Solche Theorien sind mit einer anthropozentrischen Position verbunden, wenn sie als nur den Mensch als mitleidfähig ansehen.

Wenn das Mitleid nicht nur als Gefühl des Akteurs betrachtet, sondern – wie bei Schopenhauer – mit der Aufnahme des Leidens anderer in Verbindung gebracht wird, sind auch pathozentrische Positionen möglich.

Mitwirk

Mitwirkende Ursache

Mitwirkende Ursachen nennt man eine der vielen Ursachen, die in einen kausalen Zusammenhang eingehen, aber nicht allein die Wirkung hervorbringen kann.

Mill verwirft die Unterscheidung zwischen mitwirkender und vollständiger Ursache. Für ihn ist die Ursache immer mit einer vollständigen Ursache identisch.

Spezielle mitwirkende Ursachen sind die entscheidende Ursachen und wesentlichen Ursachen.

Mod Schl

Modaler Schluss

Als modalen Schluss bezeichnet man einen mittelbarer Schluss, der auf einer Veränderung der Modalität der Urteile basiert.

In derartigen Schlüssen kann man

  • vom Notwendigen auf das Wirkliche,
  • vom Notwendigen und vom Wirklichen auf das Mögliche,
  • vom Unmöglichen und vom Nichtwirklichen auf das Nichtnotwendige

schließen.

Modell

Modell

Als Modell bezeichnet man ein ideell vorgestellt oder materiell realisiertes System, das einen Forschungsgegenstand adäquat widerspiegelt oder spezifische Eigenschaften und Relationen analog reproduziert und ihn so zu vertreten vermag, dass sein Studium es dem Menschen ermöglicht, neue Erkenntnisse über diesen Untersuchungsgegenstand zu erhalten oder zur besseren Beherrschung des Untersuchungsgegenstandes selbst beizutragen.

Bewußt angewandt wurde die Modellierung wohl erst von Galileio Galilei, der den Ausdruck Modell noch nicht verwendet.

Bei Descartes kommt der Begriff Modell vor. Seine theoretischen Vorstellungen werden mitunter als Physik der Modelle bezeichnet.

Im 18. Jahrhundert wurde die Modellierung zu einer vielbenutzten Methode. So benutzte man bei der Entwicklung der Atom- und Molekülvorstellungen in der Chemie Modelle in zunehmendem Maße.

In der Biologie wird die Modellierung bewusst seit O. Bütschli und St. Leduc (Ende des 19. Jh./Anfang des 20. Jh.) angewandt.

Eine wichtige Rolle spielt die Klassifizierung der Modelle nach ihrer Funktion. Folgende Funktionen spielen hierbei eine Rolle:

  1. Erkenntnis: neue Informationen über das Original sind gesucht;
  2. Erklärung und Demonstration: gesucht sind Hilfsinformationen, die das Verständnis für im Prinzip bekannte, nicht absolut neue Erkennntisse über das Original ermöglichen bzw. erleichtern (z. B. Maxwellsches Modell des elektrischen Stromes, Fallbeispiele);
  3. Indikation: am Modell werden Eigenschaften des Originals sichtbar oder meßbar gemacht, die am Original selbst nicht zugänglich sind (z. B. Herzsimulator);
  4. Variation und Optimierung: das Modell soll die Möglichkeit schaffen, durch gezielte Operationen bei gegebener Prinziplösung bzw. Struktur und Funktion von Original und Modell eine quantitative Optimierung des Originals durch schrittweise Annäherung am Modell zu erlauben (z. B. Netzmodell der Energieverteilung);
  5. Verifikation: eine vorhandene Hypothese oder eine technische Konsturktion soll am verkleinerten Modell geprüft werden (z. B. Versuchsmuster);
  6. Projektierung : mittels eines Modells soll eine zweckmäßige Variante eines zu erarbeitenden oder zu produzierendes Objekts ausgearbeitet werden (engverwandt mit dem vorigen Punkt) (z. B. technische Konstruktionszeichnungen, Projektierungsmodell des Städtebaus);
  7. Ersatzfunktion: andere Teilsystems sollen direkt vertreten werden (z. B. künstliche Gliedmaßen).

Wird in einem Modell ein Prozeß modelliert, sprechen wir von Simulationsmodellen.

In der Mathematik und in der Logik gebraucht man den Modellbegriff in anderer Bedeutung. Hier versteht man unter dem Modell eines Axiomensystems eine konkrete Interpretation dieses Systems.


Moderkl

Modellerklärung

Wenn etwas als erklärt betrachtet wird, insofern es in ein vorher angenommenes Modell eines bestimmten Teils der Wirklichkeit eingefügt werden kann, spricht man von Modellerklärung. Das vorausgesetzte Modell ist entscheidend dafür, welche Erklärung als Erklärung akzeptiert werden können.

Moralth

Deskriptive Ethik

Die deskriptive Ethik auch Moralwissenschaft ist derjenige Zweig der Ethik der die psychologischen, biologischen, sozialen und historischen Grundlagen moralischer Phänomene untersucht.