Jaspers

Karl Jaspers (1883 – 1969)

Der deutsche Philosoph, Arzt und Psychiater Karl Jaspers studierte ab 1903 in Berlin, Göttingen und Heidelberg Medizin. Er promovierte 1909 mit der Dissertation Heimweh und Verbrechen. Von 1908 bis 1915 arbeitete Jaspers beim Hirnhistologen Nissl an der psychatrischen Klinik in Heidelberg.

Jaspers arbeitete zu theoretischen Fragen der Psychopathologie und habilitierte sich 1913 bei Windelband im Fach Psychologie.

1919 erschien Jaspers Pychologie der Weltanschauungen, die als grüheste Schrift des Existentialismus gilt.

1922 wurde Jaspers trotz des Widerstandes von Rickert Professor der Philosophie in Heidelberg.

1932 erschien Jaspers dreibändiges Hauptwerk, die Philosophie.

Unter der Naziherrschaft war Jaspers starken Repressalien ausgesetzt, so durfte er ab 1937 nicht mehr lehren und ab 1938 auch nicht mehr publizieren.

Nach der Zerschlagung des deutschen Faschismus wirkte Jaspers zunächst wieder in Heidelberg. Ab 1948 arbeitete er als Professor für Philosophie in Basel.

Jaspers bestimmt die Philosophie in Abgrenzung zu Wissenschaft, Kunst und Religion. Die Wissenschaft erhebt etwas zum Gegenstand ihrer Untersuchung, indem sie nach dessen allgemeinen Merkmalen fragt. Die Philosophie interessiert sich dagegen für die Grenzsituationen (wie Kampf, Schuld und Tod), durch die sich der einzelne Mensch als einmaliges, selbständiges Individuum erfährt.

In der Kunst ist dem einzelnen zwar ein unmittelbares Erlebnis von Schönheit möglich, aber ohne jene echte Entscheidung, nach der die Philosophie strebt. Die Religion schließlich erhebt den Anspruch, mittels theologischer Dogmatik und den Formen des Kultus das einzig wirkliche Verhältnis zum Absoluten herzustellen. Die Philosophie hält dagegen viele Zugänge zum Absoluten für möglich.

Eine allgemeine Definition des Worts Existenz gibt es nach Jaspers nicht. Die philosophische Existenzerhellung darf sich nicht wissenschaftlich allgemeingültiger Aussagen bedienen.

Die Philosophie arbeitet mit paradoxen Formulierungen und existentiellen Zeichen (Existenz, Freiheit usw.).

Nach Jaspers soll jeder Mensch seine eigene Existenz in existentieller Kommunikation mit anderen Menschen entwickeln. Diese Entwicklung ist nie abgeschlossen, sondern jeden Augenblick zu wiederholen – sie ist Ausdruck der Geschichtlichkeit der Existenz.

In Die Schuldfrage (1946) kommentierte Jaspers den 2. Weltkrieg.


Jaxa Byk

Ludwuk Jaxa-Bykowski (1881 – 1948)

Ludwuk Jaxa-Bykowski ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.

Jerus Fw

Johann Friedrich Wilhelm Jerusalem (1709 – 1789)

Johann Friedrich Wilhelm Jerusalem ist ein Vertreter der Wolffschen Schule.


Jerusal

Wilhelm Jerusalem (geb. 1854)

Nach Wilhelm Jerusalem soll die Philosophie dem Leben dienen und als kritischer Empirismus und kritischer Realismus der Auffassung des gesunden Menschenverstandes gerecht werden.

Jerusalem ist ein entschiedener Gegner von Brentano, des erkenntnistheoretischen Idealismus und der reinen Logik. Er bekennt sich zum Psychologismus und betont das Genetische.

Die psychischen Vorgänge sind ein reines, substratloses Geschehen (Aktualismus). Psychische und physische Vorgänge stehen in Wechselwirkung.

Aufgabe der Logik ist die Erforschung der allgemeinen Bedingungen objektiver Gewißheit und Wahrscheinlichkeit.

Die Logik soll untersuchen, wieviel allgemeine und bewährte Erfahrung in jeder einzelnen Erfahrung enthalten ist. Die Logik kann keine apriorischen Gesetze aufstellen, da nur das in der Erfahrung Bewährte logische Gültigkeit hat.

Auch die Denkgesetze sind empirischen Ursprungs.

Eine wichtige Rolle in Jerusalems Philosophie spielt das Prinzip der Denkökonomie.

Jerusalem vertritt eine pragmatische Wahrheitstheorie. Absolute Wahrheiten (Wahrheiten an sich) gibt es nicht. Ein Urteil ist wahr, wenn es zweckentsprechende Maßnahmen zur Folge hat. Wahrheit heißt hier also Förderlichkeit der Maßnahmen.

Die Ethik muss die Entwicklung der sittlichen Anschauungen untersuchen, psychologische Analyse treiben und Normen aufstellen. Sie ist Philosophie des Wollens.

Das soziale Gewissen geht auf die Menschenpflicht, das indivduelle Gewissen auf die Menschenwürde zurück.

Gegenstand der Soziologie ist die zur Einheit zusammengeschlossene Menschengruppe.


Index I

Index I 
Iamblichos von Chalkis| Ibn Badsha| Ibn Jachja, Abu Bekr Muhammed| Ibn Rushd, Abù al-Walìd Muhammad b. Ahmad| Ibn Sina, Abù’Alì al-Husayn| Igel, Salomon | Inghen, Johannes Marsilius von| Iulianus Apostata| Iulianus, Flavius Claudius

Index Z

Index Z 
Zadeh, Lofti Asker| Zajkowski, Józef | Zawirski, Zygmunt| Zenon aus Sidon| Zenon von Elea| Zenon von Kition| Zindler, Konrad| Zoilos

Index J

Index J 
Jacoby, Günther| Jahn, Max| Jakobson, Roman| James, William| Janet, Paul| Janich, Peter| Janovskaja, Sof’ja Alexandrovna| Jars de Gournay, Marie le| Ja&;kowski, Stanis&;aw| Jaspers, Karl| Jaxa-Bykowski, Ludwuk | Jerusalem, Johann Friedrich Wilhelm| Jerusalem, Wilhelm| Jevons, William Stanley | Jørgensen, Jørgen| Joachim, Harold H.| Jöcher, Christian Gottlieb| Johannes Damascenus| Johannes Italus| Johannes Philoponos| Johannes Scotus Eriugena| John von Salisbury| John von Fidanza| Jordan, Zbigniew | Josseliani, Georgi Nikolajewitsch | Julia Domna| Jünger, Ernst| Jung, Carl Gustav| Jungius, Joachim| Juschkewitsch, Pawel Salomonowitsch

Inghen

Johannes Marsilius von Inghen (1330 – 1396)

Der deutsche Philosoph und Logiker Johannes Marsilius von Inghen ist als Kommentator der Kategorien von Aristoteles und der Isagoge von Porphyrios bekannt.

Er schrieb ein Werk über das logische Schließen und beschreibt dort die Beseitigungsregel für die Konjunktion.

Inghen hielt es auch für möglich, aus jedem Glied einer Alternative auf die ganze Alternative zu schließen. Damit nahm er die Einführungsregel der Alternative vorweg.

Index K

Index K 
Kaila, Eino| Kalicki, Jan | Kambartel, Friedrich| Kamlah, Wilhelm| Kammermeister, Joachim | Kanizsa, Gactano| Kant, Immanuel| Karamsin, Nikolaj Michajlowitsch| Karneades von Kyrene| Karpow, Wassili Nikolajewitsch| Kaufmann, Felix| Kelsen, Hans| Kempe, Alfred Bray| Kepler, Johannes| Keyserling, Hermann| Kierkegaard, S&;ren| Kiesewetter, Joh. Gottfried Karl Christian| al-Kindi, Abu Jussuf Jakub ben Isaak| Klages, Ludwig| Kleaichma| Kleanthes aus Assos| Kleene, Stephen Cole| Kleiner, Juliusz | Kleinpeter, Hans| Kleitomachos| Kleobuline von Rhodos| Knutzen, Martin| Köhler, Wolfgang| Koffka, Kurt| Kojenikov, Alexandr| Kojève, Alexandre | Kokoszy&;ska-Lutmanowa, Maria | Kopernikus, Nikolaus| Korcik, Antoni| Kotarbinska, Janina| Kotarbi&;ski, Tadeusz| Köselitz, Heinrich| Kozelskij, Jakow Pawlowitsch| Kozlow, Alexej Alexandrowitsch| Kraft, Victor| Krates von Mallos| Krates von Theben| Kratesikleia| Kratylos| Kraus, Christian Jakob| Krause, Carl Christian Friedrich| Kreczmar, Jerzy | Kreutz, Mieczys&;aw | Kridl, Manfred | Krings, Hermann| Kritias| Kritolaos| Kronecker, Leopold| Kroner, Richard| Krueger, Felix| Krug, Wilhelm Traugott| Kuhn, Thomas Samuel| Külpe, Oswald| Kurylowicz, Jerzy

Iulianus

Flavius Claudius Iulianus (Iulianus Apostata) (332 – 363)

Der römische Kaiser Julianus Apostata (der Abtrünnige), eigentlich Flavius Claudius Iulianus war, obwohl er zusammen mit seinem älteren Halbbruder Gallus auf einem kaiserlichen Gut in Kappadokien streng christlich erzogen worden war, ein Gegner des Christentums und glühender Verehrer des Heidentums. Er wollte das Heidentum wiederherstellen.

Iulianus Apostata war ein Vertreter der pergamenischen Schule. Er war mit den bedeutendsten Vertretern des neuplatonischen Heidentums befreundet, so mit dem Philosophen Maximus, der sein Lehrer war, und dem Antiochener Rhetore Libianos. Befreundet war er auch mit Sallust.