Diogen S

Diogenes von Sinope (ca. 412 – 323 v. u. Z.)

Der kynische Philosoph Diogenes von Sinope lebte in Korinth. Er ist der bekannteste und populärste Schüler des Antisthenes.

Diogenes von Sinope ist in die Geschichte vor allem als Verächter der Kultur eingegangen (Diogenes in der Tonne). Diogenes führte trotz vornehmer Herkunft ein Bettlerdasein (daher erhielt er den verächtlich machenden Beinamen Kyon (griech. "der Hund"). Er wirkte mehr durch seine Lebensweise als durch seine Lehren. Er forderte die Aufhebung der Ehe, befürwortete in Übersteigerung der sokratischen Selbstgenügsamkeit äußerste Bedürfnislosigkeit, verachtete alle Konventionen und bezeichnete sich als Weltbürger. Die Erziehung und Stählung soll diesen Prinzipien entsprechen. Demjenigen, der nichts besitzt und der keine Bedürfnisse hat, kann nichts genommen werden. Daher kann nur ein solcher Mensch glücklich sein.

Es ist die Anekdote überliefert, dass er Alexander den Großen, als dieser ihn besuchte und versprach ihm ein Bitte zu erfüllen, bat, aus der Sonne zu gehen.

Diogenes von Sinope soll auch mittags auf dem Markt von Athen mit der Laterne nach Menschen gesucht haben.

Nietzsches, Satz von der "Umwertung der Werte" geht auf Diogenes von Sinope zurück.

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 2, 135


Edelmann

Johann Christian Edelmann (1698 – 1767)

Johann Christian Edelmann ist als Vertreter des Deismus und insbesondere als Vertreter einer Vernunftreligion bekannt.


Dion

Dion von Prusa (Chrysostomos) (ca. 40 – 120)

Der griechische Stoiker Dion von Prusa (Bithynien) wurde Dion Chrysostomos (Goldmund) genannt. Er stammt aus wohlhabendem Hause. Dion Chrysostomos wurde unter Domitianus (82 – 96) aus Bithynien und Italien verbannt. Er führte ein ärmliches Wanderleben.

Auch nach seiner Restituierung predigte er die Rückkehr zur Natur und zum einfachen Leben. Neben sozialen Fragen widmete er sich ethischen (Ablehnung des Genußlebens, ehrbare Lebensführung), philosophischen und politischen Themen.


Ehrenf

Christian Freiherr von Ehrenfels (1859 – 1932)

Christian von Ehrenfels ist ein Schüler begründete die Gestalpsychologie und wird selbst der Grazer Schule zugerechnet.

Christian von Ehrenfels studierte zunächst in Wien, u. a. bei Brentano und Meinong, wechselte er nach Meinongs Berufung nach Graz im Spätherbst 1882 nach Graz und promovierte 1885 an der Grazer Universität.

Der Begriff der Gestalt bzw. der Gestaltqualität wurde von Ehrenfels (1890) zuerst formuliert und am Beispiel einer Verlaufsgestalt, der Melodie, demonstriert.

Eine solche Gestalt kann nach Ehrenfels nicht als Summe der sie konstituierenden Töne interpretiert werden, da sie transportierbar sei, wobei die Qualität des Ganzen erhalten bleibe.

Diese beiden Merkmale – Übersummativität und Transponierbarkeit – seien konstituierend für alle echten Gestalten (Ehrenfelskriterien).

Weblinks


Diotima

Diotima von Mantinea (ca. 400 v. u. Z.)

Der einzige Bericht über Diotima findet sich in Platons Dialog Symposion. Darin erzählt Sokrates, die Priesterin Diotima sei nach Athen gerufen worden, um durch Opferhandlungen die drohende Pest zu bekämpfen. Es sei ihr auch gelungen die Seuche 10 Jahre lang zu verhindern, bis zum Beginn der Peleponnesischen Kriege.

Ob Diotima tatsächlich gelebt hat, ist umstritten.

Dafür sind folgende Argumente vorgetragen worden:

  1. Diotimas Konzept der Liebe unterscheidet sich grundlegend von den Konzepten Platons und des Sokrates.
  2. Die historiche Existenz ist jahrhundertelang nicht bezweifelt worden.
  3. Es ist plausibel, dass eine Priesterin augesucht hat, da er auch das delphische Orakel befragt hat.
  4. Es gibt eine Bronzeauflage aus dem 4. Jahrhundert, die Sokrates und Diotima darstellt und sich auf einer Kassette befand, die das Symposion enthielt.

Im Symposion berichtet Sokrates von einem Gespräch mit Diotima, das die Liebe zum Gegenstand hat. Diotimas Umgang mit Sokrates ist von ihrer Überlegenheit geprägt, sie erklärt ihm seine Fehler und rügt ihn, wenn er etwas nicht versteht.

Diotima leitet Sokrates zur Erkenntis des wahren Eros an; sie macht ihm deutlich, dass Eros kein Gott sei, sondern ein Dämon, eion Wesen, das zwischen den Göttern und den Sterblichen steht. Durch ihn können die Götter mit Sterblichen Umgang haben. Diotima erklärt die Herkunft des Eros mit der Sage wie Penia, seine Mutter, ihn empfangen habe. Zum Begleiter der Aphrodite wurde Eros, da die Empfängnis bei einem Fest stattfand, das ihr zu Ehren veranstaltet wurde.

Eros ist in Diotimas Konzept der Liebe ein Symbol für das menschliche Streben nach dem Vollkommenen. Nicht nur dem Schönen zugewandt, steht er für das Verlangen nach der Entstehung des Schönen.

Ausgehend vom Wesen des Eros, den Diotima als Liebenden beschreibt, erklärt sie den Begriff der Liebe. Sie wird bestimmt als eine Geburt des Schönen, in geistiger und körperlicher Hinsicht. Es sei das Ziel des Menschen, ihre Natur zu reproduzieren, was nur im Schönen möglich ist. Die Geburt des Schönen ist dann eine göttliche Sache, die dem sterblichen Leben etwas Unsterbliches verleiht. Auch die Liebenden streben nach Unsterblichkeit, die sie durch die Schaffung des Schönen erreichen. Das geschieht auf der geistigen Ebene durch die Reproduktion der einen Seele in der anderen.

Unsterblichkeit wird erreicht durch die Ideen, Tugenden und die Weisheit der Partner. Damit geht es den Liebenden nicht mehr um Vereinigung mit dem Schönen, sondern um dessen Reproduktion. Das Ziel der Liebe ist die Wiedergeburt der eigenen Seele in dem Anderen durch die Idee des Schönen.

Damit vertritt Diotima nicht wie Platon die Meinung, dass die Seele wiedergeboren wird, sondern sie wird unsterblich durch Qualitäten, die die Liebe der Partner hinterlässt.

Sie kann also nicht übergehen in ein aderes Wesen, sondern sie hinterlässt durch die Vereinigung in der Liebe eine Spur, die sie unsterblich macht.

Der Weg zur Erkenntnis des Schönen führt die Liebenden über mehrere Stufen "Von den schönen Gestalten zu den schönen Sitten und Handlungsweisen, und von den schönen Sitten zu den schönen Kenntnissen, bis man von den Kenntnissen endlich zu jener Kenntnis gelangt, welche von nichts anderem als eben von jenem Schönen selbst die Kenntnis ist." (Platon, Symposion).

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Einstein

Albert Einstein (1879 – 1955)

Der deutsche Physiker Albert Einstein, der mit Gedankenexperimenten und mathematischen Formeln die Betrachtung von Raum und Zeit revolutioniert hat. Seine spezielle (1905) und allgemeine (1915) Relativitätstheorie berücksichtigten die Rolle des Beobachters bei der Betrachtung der Physik.

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Dobrolj

Nikolaj Alexandrowitsch Dobroljubow (1836 – 1861)

Nikolaj Alexandrowitsch Dobroljubow ist ein Vertreter der revolutionären russischen Demokraten. Seine Position, von Feuerbach beeinflußt, trägt radikal atheistischen Charakter.


Ekkelo

Ekkelo von Lukanien

Iamblichos erwähnt Ekkelo in seiner Aufzählung der 17 Pythagoreerinnen. Bei Iamblichos ist sie die Schwester der Okkelo und der Lukaner Brüder Okkelos und Okkilos.

Die Textstelle mit der Aufzählung lautet: " bedeutendsten Pythagoreerinnen: Timycha, die Frau des Myllias von Kroton, Philtys, die Tochter des Theophris von Kroton, Schwester des Byndakos, Okkelo und Ekkelo, die Schwestern der Lukaner Okkelos und Okkilos, Cheilonis, die Tochter des Lakedaimoniers Cheilon, die Lakonerin Kratesikleia, die Frau des Lakedaimoniers Kleanor, Theano, die Frau des Metapontiers Brotinos, Myia, die Frau des Milon von Kroton, Lasthenia aus Arkadien, Habroteleia, die Tochter des Habroteles von Tarent, Echekrateia von Phlius, Tyrsenis aus Sybaris, Peisirrhode aus Tarent, Theadusa aus Lakedaimon, Boio aus Argos, Babelyka aus Argos, Kleaichma, die Schwester des Lakedaimoniers Autocharidas. Insgesamt: 17." (Iamblichos: Pythagoras, 1963, 267)

Oft wird angenommen, dass es sich bei Ekkelo um den Namen eines Mannes handelt oder bei den vier Namen um nur eine historische Person geht.

Bei anderer Lesart des griechischen Textes wären Okkelos und Ekkelos die Brüder der Byndakis. Dann würde der Katalog allerdings nicht wie angegeben 17 Frauen aufzählen.

Stobaios überliefert ein Fragment aus der Schrift Über Gerechtigkeit, die vom Pythagoreer Ekkelos verfasst worden sein soll, und nach der pythagoreischen Lehrart von der Harmonie der Seele und der Tugend der Gerechtigkeit handelt. Dieses Fragment stammt vermutlich nicht von einer Frau.


Drewnow

Jan F. Drewnowski (1896 – 1978)

Jan F. Drewnowski studierte Physik, Mathematik und Technikwissenschaften und dann auch Philosophie und Logik unter Führung von Le&;niewski, &;ukasiewicz und Kotarbi&;ski.

Er arbeitete mit Salamucha auf dem Gebiet der Metaphilosophie. Gemeinsam mit Bochenski bemühte er sich um die Modernisierung der traditionellen Logik.

Er arbeitete ein eigenes logisch-symbolisches System aus, das jedoch während des 2. Weltkrieges verloren ging.

Jan Drewnowski gehörte sowohl zur Lwow-Warschau-Schule als auch zum Krakower Kreis.

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Elisab

Elisabeth von Böhmen, Elisabeth von der Pfalz (1618 – 1680)

Elisabeth von Böhmen wurde am 27. November 1618 geboren. Ihr Vater, der Kurfürst von der Pfalz, Friedrich V., wurde einige Monate nach ihrer Geburt 1618 in Heidelberg zum König von Böhmen gekrönt.

Schon im Winter 1620 verlor er seine Krone und musste mit seiner Familie in die Niederlande fliehen.

1643 lernte Elisabeth von der Pfalz René Descartes kennen, dessen Werke sie bereits früher mit großem Eifer studierte. Von diesem Zeitpunkt an begann ein intensiver Briefwechsel zwischen den beiden, so dass die Prinzessin nicht nur zu einer der treuesten Schülerinnen von Descartes, sondern auch seine vertrauteste Freundin wurde.

Sie wird daher wie auch Marie Dupré, Anne de Lavigne und Louise-Anastasia Serment zu den Cartesienne gerechnet.

Ihre Zweifel und Fragen zur cartesianischen Philosophie motivierten Descartes, einige Aspekte seines Systems zu ergänzen und zu erklären. Dies führte dazu, dass er die Abhandlung über die Leidenschaften der Seele (1649) schrieb, in denen er dei Leib-Seele-Problematik präziser diskutiert.

Von großem Interesse ist auch ihre Diskussion über die Grundlagen der Moral und die darauf folgenden Folgen, die ab 1645 in ihren Briefen stattfand.

1646 musste sie die Niederlande verlassen und gind nach Deutschland, zu ihrer Tante der Kurfürstin von Brandenburg. Später zog sie nach Herford in Westfalen in ein lutherisches Kloster, in dem sie 1667 Äbtissin wurde und bis 1680 blieb.

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