Erasmus

Desiderius Erasmus von Rotterdam (1466 – 1536)

Der holländische Philologe und Philosoph Desiderius Erasmus (eigentlich Gerhard Gerhards) ist die führende Gestalten des europäischen Humanismus.

Erasmus von Rotterdm hat unter Anwendung philologisch-kritischer Methoden u. a. Das Neue Testament und klassische Texte herausgegeben.

Er wollte Humanismus und Christentum verbinden, indem er das Christentum als ethisch-religiöses Ideal auffasst.

Erasmus von Rotterdsam war Freund von Thomas Morus und stand mit der platonischen Akademie in Florenz in Verbindung.

Er verfocht die religiöse Toleranz.


Feigl

Herbert Feigl (geb. 1902)

Herbert Feigl war Mitglied im Wiener Kreis.

Online-Texte


Eratosth

Eratosthenes von Kyrene (ca. 282 – 202 v. u. Z.)

Der griechische Gelehrte war Schüler des Kallimachos und leitete ab 246 die Bibliothek von Alexandreia. Er arbeitete zur Philologie, Grammatik, Literaturgeschichte, Mathematik, Chronologie, Astronomie und Geographie.

Eratosthenes vermaß die Erdkugel und bestimmte den Erdumfang mit 252.000 Stadien. Er begründete theoretisch die Möglichkeit der Weltumseglung und teilte die Erdoberfläche für seine Erdkarte in Vierecke ein. Damit begründete Eratosthenes die mathematische Geographie.

Er vertrat wie Pytheas und Poseidonios die These, dass der Okeanos ein die Kontinente umgebendes Weltmeer ist.

Eratosthenes sprach (anders als Krates von Mallos) Homer die Kompetenz in geographischen Fragen ab und stützte seine Theorie auf Anaximandros, Hekataios und die Begleiter des Zuges von Alexander dem Großen.

Als Mathematiker soll Eratosthenes die Gleichung a : x = x : y = y : b durch Einschiebung gelöst haben. Nach ihm ist auch das Sieb des Eratosthenes benannt, eine Methode, um Primzahlen zu finden.


Erdmn B

Benno Erdmann (1851 – 1921)

Benno Erdmann arbeitete als Professor in Berlin.

Erkenntnistheorie ist die Wissenschaft, deren Aufgabe es ist, die allen Einzelwissenschaften gemeinsamen Voraussetzungen über die materialen Grundlagen unseres Erkennens zu untersuchen.

Die Logik ist die allgemeine Wissenschaft von den Arten und der Geltung der Urteilsoperationen, d. i. den formalen Voraussetzungen, die allem wissenschaftlichen Denken zugrunde liegen. Die Logik abstrahiert nicht von allem Denkinhalt. Sie ist nicht Psychologie, keine Tatsachenwissenschaft, sondern die allgemeine formale und normative Wissenschaft von den methodischen Voraussetzungen des wissenschaftlichen Denkens. Die Psychologie setzt die Gültigkeit des logischen Verfahrens voraus. Ihr Maßstab ist das Ideal durchgängiger Allgemeingültigkeit oder Wahrheit.

Auf Erdmann geht die Einordnungstheorie zurück.

Die Axiome der Geometrie sind empirischen Ursprungs. Nur sofern die Raumvorstellung durch psychische Vorgänge erzeugt wird, ist sie a priorisch.

Nach Erdmann setzt die Induktion voraus, dass gleiche Ursachen gleiche Wirkungen hervorbringen, und dass gleiche Ursachen gegeben sind. Der Grundsatz der Induktion ist ein Postulat des Vorherwissens, das sich in der Erfahrung bewährt hat.

Unsere Urteile beziehen sich auf ein Transzendentes. Diese wird nur symbolisch, vermittelst der Phänomene erkannt.

Die Außenwelt als Phänomen ist ein besonderer Ausschnitt aus unserem vorstellenden Bewußtsein.

Es besteht zwischen Psychischem und Physischem keine Wechselwirkung, sondern ein Parallelismus. Psychisches und Physisches sind koordinierte Erscheinungsreihen des Seienden.


Ernesti

Johann August Ernesti (1707 – 1781)

Johann August Ernesti ist ein Vertreter der Wolffschen Schule.


Eubulid

Eubulides aus Milet (4. Jh. v. u. Z.)

Der griechische Philosoph und Logiker ist ein Vertreter der megarischen Schule.

Eubulides aus Milet formulierte eine ganzen Reihe von Paradoxien wie das Paradoxon vom Haufen, das Sophismus vom Verhüllten und der Sophismus vom Gehörnten, mit deren Hilfe er zu beweisen versuchte, dass Erkenntnis unmöglich ist, weil sie widersprüchlich ist.

Im Sophismus vom Gehörnten und vom Verhüllten unterstellte er einen Fehler, der in der Folgezeit von der Logik analysiert und quaternio terminorum genannt wurde.

Die Paradoxie vom Lügner hat er wie folgt formuliert:

"Wenn ein Lügner sagt, dass er lügt, dann bedeutet das, dass er sowohl lügt als auch die Wahrheit spricht, denn wenn er die Wahrheit sagt, so lügt er, und wenn er lügt, so lügt er nicht, sondern sagt die Wahrheit."


Diogen S

Diogenes von Sinope (ca. 412 – 323 v. u. Z.)

Der kynische Philosoph Diogenes von Sinope lebte in Korinth. Er ist der bekannteste und populärste Schüler des Antisthenes.

Diogenes von Sinope ist in die Geschichte vor allem als Verächter der Kultur eingegangen (Diogenes in der Tonne). Diogenes führte trotz vornehmer Herkunft ein Bettlerdasein (daher erhielt er den verächtlich machenden Beinamen Kyon (griech. "der Hund"). Er wirkte mehr durch seine Lebensweise als durch seine Lehren. Er forderte die Aufhebung der Ehe, befürwortete in Übersteigerung der sokratischen Selbstgenügsamkeit äußerste Bedürfnislosigkeit, verachtete alle Konventionen und bezeichnete sich als Weltbürger. Die Erziehung und Stählung soll diesen Prinzipien entsprechen. Demjenigen, der nichts besitzt und der keine Bedürfnisse hat, kann nichts genommen werden. Daher kann nur ein solcher Mensch glücklich sein.

Es ist die Anekdote überliefert, dass er Alexander den Großen, als dieser ihn besuchte und versprach ihm ein Bitte zu erfüllen, bat, aus der Sonne zu gehen.

Diogenes von Sinope soll auch mittags auf dem Markt von Athen mit der Laterne nach Menschen gesucht haben.

Nietzsches, Satz von der "Umwertung der Werte" geht auf Diogenes von Sinope zurück.

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 2, 135


Edelmann

Johann Christian Edelmann (1698 – 1767)

Johann Christian Edelmann ist als Vertreter des Deismus und insbesondere als Vertreter einer Vernunftreligion bekannt.


Dion

Dion von Prusa (Chrysostomos) (ca. 40 – 120)

Der griechische Stoiker Dion von Prusa (Bithynien) wurde Dion Chrysostomos (Goldmund) genannt. Er stammt aus wohlhabendem Hause. Dion Chrysostomos wurde unter Domitianus (82 – 96) aus Bithynien und Italien verbannt. Er führte ein ärmliches Wanderleben.

Auch nach seiner Restituierung predigte er die Rückkehr zur Natur und zum einfachen Leben. Neben sozialen Fragen widmete er sich ethischen (Ablehnung des Genußlebens, ehrbare Lebensführung), philosophischen und politischen Themen.


Ehrenf

Christian Freiherr von Ehrenfels (1859 – 1932)

Christian von Ehrenfels ist ein Schüler begründete die Gestalpsychologie und wird selbst der Grazer Schule zugerechnet.

Christian von Ehrenfels studierte zunächst in Wien, u. a. bei Brentano und Meinong, wechselte er nach Meinongs Berufung nach Graz im Spätherbst 1882 nach Graz und promovierte 1885 an der Grazer Universität.

Der Begriff der Gestalt bzw. der Gestaltqualität wurde von Ehrenfels (1890) zuerst formuliert und am Beispiel einer Verlaufsgestalt, der Melodie, demonstriert.

Eine solche Gestalt kann nach Ehrenfels nicht als Summe der sie konstituierenden Töne interpretiert werden, da sie transportierbar sei, wobei die Qualität des Ganzen erhalten bleibe.

Diese beiden Merkmale – Übersummativität und Transponierbarkeit – seien konstituierend für alle echten Gestalten (Ehrenfelskriterien).

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