Philosophie

Index F

Index F 
fallacia | fallacia a dicto secundum quid ad dictum simpliciter | fallacia a sensu composito ad sensum divisum | fallacia a sensu diviso ad sensum compositum | fallacia extra dictionem | fallacia plurium interrogationum | fallacia secundum dictionem | Fehlschluß | Fehlschluß infolge des sprachlichen Ausdrucks | Fehlschluß, logischer | Fehlschluß vom bedingt Gesagten zum schlechthin Gesagten | Fehlschluß von der Distributivbedeutung zur Kollektivbedeutung | Fehlschluß von der Kollektivbedeutung zur Distributivbedeutung | Feststellung | figura dictionis | Fiktion, logische | Folgerungsbeziehungen, unscharfe | Folgebeziehung, wahrheitskonservierende | Folk psychology | Form, logische | Formursache | foundherentism | Frankfurter Schule | Freude | Fries‘ Trilemma | Fundamentalismus | Fundamentalismus, epistemischer | Fundamentalismus, formaler | Fundamentalismus, substantieller | fundamentum divisionis | Für-Wahr-Halten

Index G

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G43-Implikation | Gattung | Gattung, nächsthöhere | Gattungsbegriff | Gattungsbegriff, nächsthöherer | Gefangenendilemma | Gegenstand | Gehirn im Tank | Gehirn im Topf | Gehörnter | Geist der Zeit(en) | Gelegenheitsursache | Gelingensbedingungen von Sprechakten | Gemeinsinn | Generalisator | Genethik | Genius malignus | Genius saeculi | genus proximum | Gesellschaft für empirische Philosophie | Gesetz des kleinsten Kraftaufwandes | Gesetz, logisches | Gesinnungsethik | Gestaltpsychologie | Gewissensethik | Gewißheit | Gewißheit, mathematisch-logische | Gewißheit, objektive | Gewißheit, subjektive | Glaube, gerechtfertigter wahrer | Glück | Glückseligkeit | Glücksethik | Glücksfähigkeit | Gödel-Implikation | Gott | Göttinger Schule | Grazer Schule | Grelling’s und Nelson’s Antinomie | Grund | Grundes, Satz des | Grundes, Satz des zureichenden | Grundfrage der Philosophie | Grundsatz | Grundsätze, dynamische | Grundsätze, mathematische | Grundzeichen | Gruppe, Berliner

Index H

Index H 
Halbierungsparadoxie | Halluzination, Argument der | Hamacher-Intersection | Hamacher-Produkt | Hamacher-Sum | Hamacher-Union | Handeln, zweckrationales | Handlung, illokutionäre | Handlung, perlokutionäre | Handlung, zweckrationale | Handlungskonsequentialismus | Handlungsteleologie | Handlungsutilitarismus | Haufen-Argument | Haufen, Paradoxie vom | Hedonismus | Hempel-Oppenheim-Schema | Hempel-Popper-Schema | heterologisch | Histmat | Holismus | Holismus, epistemischer | Holismus, erkenntnistheoretischer | Holismus, ethischer | Holismus, methodischer | Holismus, methodologischer | Holismus, ontischer | Holismus, ontologischer | Holismus, semantischer | Holismus, soziologischer | Holismus, sprachphilosophischer | homologisch | Homonymie | Honig-Beispiel | Humanistenkreis, Erfurter | Hysteresis

Idemidem

Idem per idem

Lateinische Bezeichnung für die Tautologie in der Definition.

Idspr P

Philosophie der idealen Sprache

Die Untersuchungen der Philosophie der idealen Sprache zielen darauf, ein System der Sprache zu erstellen, in dem der semantische Begriff der Wahrheit präzise definiert werden kann.

Ein Satz der natürlichen Sprache gilt als Aussage, wenn er in eine interpretierte künstliche Sprache Sn übersetzbar ist.

Häufig wird daraus geschlossen, dass sich die Philosophie der idealen Sprache auf deskriptive Aussagen beschränkt. Dies ist nicht selbstverständlich, da sich auch für andere Sätze der natürlichen Sprache ideale künstliche Sprachen finden lassen. Beispiele sind die meisten deontischen Logiken. G. Meggle hat dies beispielsweise auch für zahlreiche Begriffe in seiner Kommunikationstheorie vorgeführt.

Der Zweck der Philosophie der idealen Sprache (in ihrer Beschrünkung auf deskriptive Aussagen) besteht darin, die Aussagen in eine Sprache zu transformieren, deren Aussagen und Aussageformen die Eigenschaft logisch wahr oder logisch falsch zugeschrieben werden kann.

Die wichtigsten Vertreter der Philosophie der idealen Sprache sind Russell, Wittgenstein, Frege, Schlick Carnap und Goodman.

Ignotum

Ignotum per ignotum

Lateinische Bezeichnung für die Definition des Unbekannten durch Unbekanntes.

Illkraft

Illokutionäre Kraft

Illokutionäre Kräfte bilden den Hauptgegenstand der Illokutionslogik. Bereits Austin bezeichnet die Lehre von den verschiedenen Funktionstypen der Sprache "as the doctrine of ‚illocutionary forces’".[1]

Von Kraft ist in ähnlichen Zusammenhängen bei Frege die Rede, den Austin ins Englische übersetzt hat. Frege spricht wiederholt von der behauptenden Kraft.

Äußerungen können unter dem Aspekt beabsichtigter bzw. mit ihnen erzielter Wirkungen betrachtet werden. Diese Art der Betrachtung ist eine Gemeinsamkeit der Sprechakttheorie mit der Kommunikationstheorie, die an die Griceschen Analysen anschließt, aber auch meiner Kommunikationstheorie.

Daß ihnen eine Kraft innewohnt oder innewohnen kann, ist die Erklärung der Sprechakttheorie, dass ihnen eine Absicht zugrunde liegt, die Antwort von Grice.

Die Sprechakttheorie hat nun solche illokutionären Kräfte vor allem anhand von Beispielen diskutiert, in denen der Sprecher den Zweck, den Sinn seiner kommunikativen Handlung auf den Begriff bringt, indem er performative Verben verwendet.

Eine der entscheidenden Annahmen der Illokutionslogik ist es, dass jede illokutionäre Kraft in Komponenten zerlegt werden kann. Die Komponenten, in die die illokutionären Kräfte zerlegt werden, dienen dazu, die Gelingensbedingungen und Erfüungsbedingungen der Sprechakte zu bestimmen.

Searle/Vanderveken unterschieden folgende Komponenten: [2]

  1. illokutionärer Zweck (point),
  2. Stärkegrad des illokutionären Zweckes,
  3. Durchsetzungsmodus (mode of achievement)
  4. Bedingung des propositionalen Gehaltes
  5. vorbereitende Bedingungen
  6. Aufrichtigkeitsbedingung und
  7. Stärkegrad der Aufrichtigkeitsbedingung.

In einer späteren Arbeit von Vanderveken fehlt die zweite Komponente. [3]

Der illokutionäre Zweck gilt als die wichtigste Komponente, wodurch die Absicht implizit eine zentrale Rolle bekommt. Hier ist denn auch der Anknüpfungspunkt an Analysen im Griceschen Stile.

Über eine Klassifizierung der illokutionären Zwecke wollen die Illokutionslogiker die illokutionären Kräfte klassifizieren.


[1] Austin, J. L.: How to do things with words. Oxford 1962, 100
[2] Searle, J. R./Vanderveken, D.: Foundations of Illocutionary Logic. Cambridge 1985, 13 ff.
[3] Vanderveken, D.: Meaning and Speech Acts. Vol. I: Principles of Language Use. Cambridge 1990, 104 ff.

Illokakt

Illokutionärer Akt

Illokutionäre Akte sind der Hauptgegenstand der Sprechakttheorie.

Beim illokutionären Akt (engl: illocutionary act; dt. auch: illokutionäre Handlung) wird das Gesagte in einer bestimmten Weise verwendet, z. B. als Warnung, Versprechen, Frage, Behauptung, Rat, Befehl, Empfehlung, Wette oder Taufe.

So führe ich etwa mit jeder Äußerung einer Proposition p den illokutionären Akt einer Behauptung, Feststellung oder Bestätigung aus. Der illokutionäre Akt kennzeichnet den eigentlichen Handlungscharakter der Äußerung.

Der Unterschied des illokutionären Aktes zum perlokutionären besteht in erster Linie darin, dass er durch eine Sprachkonvention nach Regeln vollzogen wird.

Illusion

Illusion

Eine Illusion findet statt, wenn etwas anderes erscheint, als es ist. Die Illusion unterscheidet sich von der Halluzination, die überhaupt keinen Bezugsgegenstand hat.

Findet die Illusion in der Wahrnehmung statt, so spricht man von einer Sinnestäuschung.

Kennzeichnend für eine Illusion ist es, dass man sie durch die Tatsache, dass man sie als solche erkennt, nicht beheben kann.

Die Möglichkeit der Illusion wird in der Erkenntnistheorie benutzt, um die Unterscheidung zwischen Erscheinung und Realität zu begründen. Darauf stützt sich das Argument, wonach uns nicht die Sachen selbst, sondern nur Erscheinungen gegeben sind.

Das Argument der Illusion spielt bei der Begründung des Skeptizismus eine große Rolle.

Implmehr

Wahrheitswertfunktionen für Implikationen

Für den dreitwertigen Fall von&;ukasiewicz [1]und für den mehrwertigen Fall von
&;ukasiewicz/Tarski [2] wurde die&;ukasiewicz-Tarski-Implikation zur Beschreibung einer mehrwertigenImplikation benutzt. Sie ist wie folgt definiert:

seq1 (x, y) =df min(1, 1 – x + y)

Zu jeder T-Norm tlässt sich eine Wahrheitswertfunktion der Implikationbestimmen, die wie folgt definiert ist:

seqt (x, y) =df sup {x: t(x, z) &; y}.

Die &;ukasiewicz-Tarksi-Implikation ist nach diesem Schema an die Bounded Difference gebunden.

Eine andere mehrwertige Implikation hat Gödel[3] entwickelt. Diese Implikation wird daher auch als Gödel-Implikation bezeichnet. Sie ist wie folgt definiert.

seq2 (x, y) =df 1 falls x &; y, sonst y.

Der gleiche Zusammenhang wie zwischen &;ukasiewicz-Tarksi-Implikation und Bounded Difference besteht zwischen Gödel-Implikationund &;ukasiewicz-Tarksi-Konjunktion.

Die G43-Implikation wird wie folgt berechnet:

seq3 (x, y) =df 1, falls x &; y, sonst y/x.

Die Zadeh-1-Implikation ist wie folgt definiert:

seq4 (x, y) =df 1 – x, fallsx < y, 1 falls x = y, sonst y.

Die Zadeh-2-Implikation wird wie folgt bestimmt:

seq5 (x, y) =df 1 fallsx &; y, sonst min(1 – x, y).

Die Zadeh-3-Implikation wird bestimmt als:

seq6 (x, y) =df 1 fallsx &; y, sonst y/(x+(1-y)).

Die nächste Implikation findet sich bereitsbei Post und wird daher von mirPost-Implikation genannt.

seq7 (x, y) =df seq2 (x, y), falls x ausgezeichneter Wahrheitswert ist, seq1 (x, y) sonst.

Diese Implikation muss nicht die Standardbedingung der Implikationerfüllen.

Die Implikation seq8 ist eine Verallgemeinerung der dreiwertigen Implikation vonKleene und wie folgt definiert:

seq8 (x, y) =df max(1 – x, y)

Diese Implikation erfüllt die Normalbedingung der Implikation.

[1] &;ukasiewicz, J.: O logice trójwarto&;ciowej, Ruch Filozoficzny 5 1920, 170f.;
engl. in: &;ukasiewicz, J.: Selected Works (ed. L. Borkowski)Amsterdam/London/Warschau 1970
[2] &;ukasiewicz, J./Tarski, A.: Untersuchungenüber den Aussagenkalkül,Comptes Rendus Séances Société des Sciences et Lettres Varsovie, Cl. III, 23 (1930), 30 – 50
[3] Gödel, K.: Zum intuitionistischen Aussagenkalkül. In:Anzeiger Akademie der Wissenschaften Wien. Math.-naturwissensch. Klasse 69(1932), 65 – 66