Queccius

Georg Queccius

Georg Queccius (* 1561 in Nürnberg, † 1628) war Professor der Sittenlehre und der griechischen Sprache.

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 3, 1828


Quesnay

François Quesnay (1694 – 1774)

François Quesnay war Professor der Chirurgie. Er ist der Hauptvertreter des Physiokratismus.


Quine

Willard van Orman Quine

Der US-amerikanische Philosoph und Logiker Willard van Orman Quine (* 25. Juni 1908 in Akron, Ohio, †  25. Dezember 2000 in Boston, Massachusetts) beschwäftigte sich als junger Wissenschaftler hauptsächlich mit mathematischer Logik, wandte sich aber seit den späten 1940er Jahren immer mehr Themen der Erkenntnistheorie zu. Seine hervorragenste Leistung auf dem Gebiet der formalen Logik ist die zusammen mit Edward J. McCluskey durchgeführte Entwicklung eines Algorithmus zur Minimierung boolscher Funktionen, der heute unter dem Namen Quine-McCluskey-Verfahren bekannt ist.

1951 griff er in einem Aufsatz Two Dogmas of Empiricism zwei Überzeugungen an, die innerhalb der damaligen Philosophie breite Anerkennung fanden, nämlich den erkenntnistheoretischen Reduktionismus und die Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Sätzen. Der erkenntnistheoretische Reduktionismus besagt, dass eine Theorie in Einzelaussagen zerlegt werden könne, die je für sich empirisch überprüft werden könnten. Die Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Sätzen besagt, dass die Wahrheit mancher Sätze (der analytischen) auf der Synonymie der Ausdrücke beruht, die sie verwenden, wohingegen die Wahrheit der anderen Sätze (der synthetischen) von deren Übereinstimmung mit der Wirklichkeit herrührt.

Quine hält diesen beiden Dogmen entgegen, dass niemals einzelne Sätze, sondern immer nur Theorien als ganze empirisch gerechtfertigt werden können (Duhem-Quine-These, Holismus) und dass zur Identifizierung von Synonymie innerhalb von Sätzen immer auch die empirischen Umstände maßgeblich sind, die die Äußerung solcher Sätze begleiten. Mit seinem Argumentationsgang trug Quine maßgeblich zur so genannten pragmatischen Wende“ in der Philosophie bei.

Gleichwohl zeigte Quine aber auch die Grenzen eines empirischen Verifikationismus auf: demnach können Aussagen niemals restlos verifiziert oder falsifiziert werden, selbst jene nicht, die nahe an der empirischen Peripherie einer wissenschaftlichen Theorie liegen: „Jede Aussage kann als wahr gelten, wenn nur im System genügend drastische Anpassungen vorgenommen werden.“

Unbestimmtheit der Übersetzung

Quine vertritt die These der Übersetzungsunbestimmtheit. Die zentrale Stelle dazu in seinem Werk ist das zweite Kapitel von Word and Object.

Quine meint, dass man verschiedene Übersetzungsmanuale zur Übersetzung der Quellsprache in die Zielsprache erstellen kann, die sich untereinander widersprechen, aber dennoch passende Übersetzungen sind. Man kann nicht entscheiden, welche dieser Übersetzungen richtig ist. Als Grund dafür führt er eine prinzipielle empirische Unterbestimmtheit an.

Werke

  • 1940 Mathematical Logic
  • 1960 Word and Object
  • 1961 From a Logical Point of View
  • 1969 Ontological Relativity and Other Essays
  • 1974 The Roots of Reference
  • 1981 Theories and Things
  • 1990 Pursuit of Truth
  • 1995 From Stimulus to Science

Online-Texte

Literatur

  • Keil, Geert: Quine zur Einführung. Hamburg 2002
  • Köhler, Dieter: Sinnesreize, Sprache und Erfahrung. Eine Studie zur Quineschen Erkenntnistheorie. Diss., Heidelberg 1999/2003
  • Runggaldier, E. und C. Kanzian: Grundprobleme der analytischen Ontologie

Weblinks


Radischt

Alexander Nikolajewitsch Radischtschew (1749 – 1802)

Der russische Revolutionär und Philosoph A. N. Radischtschew ist mit Locke einer der ersten, die die Frage nach einer logischen Analyse von Relationen stellten, die sowohl in der aristotelischen Logik als auch in der mittelalterlichen Logik fehlte.

Das Urteil bezeichnete Radischtschew das Erkennen von Zusammenhängen, die zwischen den Dingen existieren.

Zwei Arten des unmittelbaren Schlusses von den drei Arten, die er akzeptierte, basieren auf dem Erkennen des Charakters der Zusammenhänge zwischen den Dingen, die er Ausgleich und Analogie nannte.


Raghunat

Siroman Raghunatha (ca. 1475 – 1550)

Der indische Logiker Siroman Raghunatha wandte in seinen Berechnungen bereits die de Morganschen Gesetze an. Er benutzte in seinen Schriften systematisch symbolische Bezeichnungen für bestimmte Wortkonstruktionen.

Für die Definition des Begriffes der Zahl verwendete er die Anzahlgleichheit.

Rahner

Karl Rahner (geb. 1904)

Karl Rahner ist ein Vertreter des Katholischen Existentialismus.


Prior

Arthur N. Prior


Prodikos

Prodikos von Keos (2. Hälfte des 5. Jh. v. u. Z.)

Der griechische Philosoph und Sophist Prodikos aus Keos lebte in Athen. Er war ein junger Zeitgenosse des Protagoras.

Prodikos wurde besonders durch die religionsgeschichtliche Erkenntnis berühmt, dass alles, was für den Menschen nützlich sei – Sonne, Flüsse, Quellen usw. – von ihnen zu den Göttern gerechnet worden wäre. Prodikos erzählt im Rahmen seines Die Horen betitelten Werkes u. a. die durch Xenophon überlieferte berühmte mythische Erzählung Herakles am Scheidewege, in der er Herakles den steilen und beschwerlichen Weg der Tugend anstelle der bequemen Straße der Lust und des Lasters wählen lässt.

Prodikos wurde auch durch seine Untersuchungen auf dem Gebiet der Synonymik (Auffinden von Ähnlichkeiten von Wörtern nach ihrer Bedeutung bei unterschiedlicher Lauftung) und Homonymik (Auffinden von Wörtern mit gleicher Lautung aber unterschiedlicher Bedeutung) bekannt.

Großes Interesse zeigte Prodikos auch für die Erforschung des Streitgespräches.


Polystra

Polystratos

Polystratos ist ein Vertreter des Epikureismus.


Pomponat

Pietro Pomponazzi (1462 – 1524)

Der italienische Philosoph Pietro Pomponazzi (auch: Petrus Pomponatius) lehrte als Professor für Philosophie in Padua, Ferrara und Bologna.

Er knüpfte bei Alexandros von Aphrodisias an und gilt als der bedeutendste Alexandriner im Aristotelismus der Renaissance.

Seine Schrift Tractatus de immortalitate animae (1516) wurde öfentlich verbrannt und von Papst Leo X. verurteilt.

Entgegen der averroistischen Aristoteles-Interpreation der Philosophen in Padua beschäftige sich Pomponazzi mit dem Problem einer natürlichen Individualität. Diese soll nicht gegen die Natur, sondern aus ihr gefolgert werden.

Der Versuch einer immanenten Natur- und Seelenerklärung führt ihn in der Ethik zu einer diesseitsorientierten Lehre. Der Lohn tugendhaften Handelns ist die Tugend selbst.

In der Psychologie führt in der Naturalismus zu einer Überwindung des Gegensatzes von Seele und Körper.

Er reaktiviert die Bestimmung der Seele als Entelechie des Leiben durch Aristoteles. Die Seele ist materiell und sterblich, auch wenn mit Blick auf die Erkenntnis zeitloser, notwendiger und allgemeiner Begriffe in gewisser Weise auch unsterblich genannt werden kann.

Der Mensch erlangt Glückseligkeit in der sittlich-praktischen Tätigkeit. Das Sein des einzelnen Menschen ist durch das Teilhaben an allem Sein bestimmt. Die menschliche Gattung ist ein Mikrokosmos.

Pomoazzi entwickelte eine Physik, die auf einer Veränderung des aristotelischen Modells von Gott als letzter Ursache, höchstem Zweck und Denken des Denkens, in seinem Verhältnis zur Welt beruht. Im Mittelpunkt der Überlegungen steht nicht die causa finalis, sondern die wirkende Ursache.