Regius

Henricus Regius (1598 – 1679)

Der holländische Arzt Henricus Regius (Hendrik van Roy) ist Cartesianer. Er versuchte die Seele als besondere Eigenschaft der Materie zu erklären.

Rehmke

Johannes Rehmke (1848 – 1930)

Johannes Rehmke war Professor in in Greifswald.

Er ist ein Vertreter der Immanenzphilosophie und ein Gegner des Phänomenalismus im Sinne einer die Außendinge zu Erscheinungen unbekannter Wesen herabsetzenden Lehre.

Es gibt vielmehr nur eine Welt des Gegebenen. Das Gegebene existiert, unabhängig von jedem Einzelsubjekt, als Inhalt eines allumfassenden, universalen, güttlichen Bewußtseins.

Außen- und Innenwelt gehören untrennbar zusammen. Sie sind Abstraktionen aus einer einzigen Welt und beide mit gleicher Unmittelbarkeit und Gewißheit gegeben.

Die Wahrnehmungsinhalte sind nicht Bilder der Dinge, sondern selbst die Außendinge, das Andere des Ich.

Das Bewußtsein ist weder eine Eigenschaft der Vorstellungen, noch eine Tätigkeit des Geistes, noch das Gemeinsame der psychischen Erlebnisse.

Urteilen heißt, über Gegebenes zu entscheiden. Begriffe gibt es nur im Urteil, als Allgemeines, wodurch ein konkretes Gegebenes bestimmt wird.


Reichenb

Hans Reichenbach (1891 – 1953)

Der deutsche Philosoph und Logiker Hans Reichenbach war von 1926 bis 1933 Professor in Berlin, von 1933 bis 1938 in Istanbul und von 1938 bis 1953 in Los Angeles.

Reichenbach stand in engem Kontakt zum Wiener Kreis dessen Zeitschrift Erkenntnis er mit anderen redigierte. Außerdem war er am Aufbau der Berliner Gruppe beteiligt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste Reichenbach emigrieren.

Reichenbach beschäftigte sich in seiner Philosophie hauptsächlich mit den Grundlagenproblemen der Naturwissenschaften. Nach Reichenbach beruht alle unsere Erkenntnis auf Wahrscheinlichkeitsschlüssen. Man kann nicht durch Beobachtungen feststellen, ob die Behauptung eines Wissenschaftlers wahr ist, sondern nur sagen, dass sie mehr oder weniger wahrscheinlich ist.

Davon ausgehend modifiziert Reichenbach die Sinntheorie des logischen Positivismus, indem er behauptet, dass ein Satz nur dann kognitiven Sinn hat, wenn Beobachtungen ermöglichen, ihm eine Wahrscheinlichkeit zuzusprechen.

Wissenschaftliche Gesetze (immer in einer wenn-dann-Form ausgedrückt) nennt Reichenbach nomologische Implikation.

Ausgehend vom Begriff der elementaren nomologischen Aussage oder Basisaussage definierte er die abgeleitete nomologische Aussage als eine Ausssage, die deduktiv aus einer Menge von Basisaussagen erhalten werden kann.

Eine Basisaussage muss nachweisbar wahr sein. Sie muss universal in dem Sinne sein, dass sie keine wesentlichen Referenzen zu speziellen Raum-Zeit-Regionen enthält. Eine Basisaussage muß eine Allaussage sein. Außerdem muss dass Antezedenz der Wenn-dann-Aussage falsch sein können.

Ein System von Basisaussagen kann nach Reichenbach dazu verwendet werden, die Modaloperatoren notwendig, möglich und unmöglich zu definieren.

P ist notwendig, genau dann, wenn P eine nomologische Aussage ist. P ist unmöglich, genau dann wenn die Negation von P eine nomologische Aussage und P ist möglich, genau dann, wenn weder P noch die Negation von P eine nomologische Aussage ist.

Großen Einfluss hatten seine Arbeiten über die philosophischen Grundlagen der Relativitäts- und Quantentheorie, wobei es ihm vor allem um eine Formulierung der Prinzipien der aus den Ergebnissen der Physik neu entstandenen Sicht von Raum und Zeit ging.

Zur logischen Beschreibung der Quantenmechanik konstruierte Reichenbach eine dreiwertige Logik mit den Wahrheitswerten wahr, falsch und unbestimmt, die drei Arten der Negation (ausschließende, diametrale und vollständige Negation) und drei Arten der Implikation (Standardimplikation, Alternativimplikation, Quasiimplikation) hat.

Reichenbach kritisierte Kants Theorie eines Raum- und Zeit-Apriori, weil Messungen gezeigt hätten, dass der wirkliche Raum gekrümmt und der euklidische Raum nur als Spezialfall angesehen werden könne.

Online-Texte

Weblinks


Reid

Thomas Reid (1710 – 1796)

Der schottische Philosoph Thomas Reid ist der Begründer der Schottischen Schule.

Reid war Gegner der Lehre von der empirischen Herkunft menschlichen Wissens. Nach seiner Ansicht hat die Seele letzte Urteilsprinzipien, die Axiome, die durch Intuition bewusst gemacht werden können.

Diese Prinzipien, die Prinzipien des gesunden Menschenverstandes [principles of common sense], entsprechen den natürlichen Empfindungen für das Gute und das Schöne und sind wie diese selbstevidente Wahrheiten [self-evident truth]. Reid ist damit Begründer der Common-Sense-Philosophie.

Nach Reid fußt alle Induktion auf dem Satz, dass gleiche Wirkungen gleiche Ursachen haben müssen.

Aus diesen ursprünglichen Urteilen versucht Reid Gott abzuleiten.

Bekannt wurde Reid auch durch seine Kritik am Skeptizismus von Hume.

Online-Texte

Weblinks


Reimarus

Herman Samuel Reimarus (1694 – 1768)

Der Philosoph und Theologe Hermann Samuel Reimarus ist als Vertreter des Deismus und insbesondere als Vertreter einer Vernunftreligion bekannt.


Reinach

Adolf Reinach

Adolf Reinach (* 1883, † 1917) ist ein Schüler von Husserl. Seine 1913 erschienene Arbeit über das Versprechen, nimmt einige Themen der Sprechakttheorie vorweg.

Schlußgesetze sind nach Reinach allgemeine Prinzipien die gesetzmäßige Beziehungen von Sachverhalten zum Ausdruck bringen. Zwei kontradiktorische urteile können nach Reinach nicht wahr sein, weil die Sachverhalte nicht zusammen bestehen können.

Weblinks


Reinh E

Ernst Reinhold (1793 – 1855)

Der Philosoph Ernst Reinhold ist Sohn von K. L. Reinholds.

Er ist vor allem von Kant beeinflußt.

Die Philosophie bestimmt er als "die wissenschaftliche Entwicklung des organisch verbundenen Ganzen der wesentlichen, zufolge des Wesens der Menschheit streng notwendigen und allgemeinen Erkenntnisbegriffe der menschlichen Intelligenz". Diese Begriffe erfassen das objektiv Notwendige sowie die Einheit des Weltganzen und des Weltgrundes. Sie sind Universalbegriffe.

Das Philosophieren ist das Streben nach einer wissenschaftlichen, systematischen Ausbildung der Erkenntnis aller für das menschliche Bewußtsein als solches notwendigen und allgemeingültigen Wahrheiten.

Die formale Logik ist E. Reinhold zufolge die Lehre von den subjektiven Formen unseres Denkens. Sie schöpft ihren Inhalt aus rationaler Betrachtung und empirischer Beobachtung.


Rajgrod

Jakub Rajgrodzki (1900 – 1943)

Jakub Rajgrodzki ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.


Rescher

Nicholas Rescher (geb. 1928)

Nicholas Rescher, der 1938 mit seiner Familie von Deutschland in die USA emigrierte, studierte dort Mathematik und Philosophie.

Rescher geht von der Erkenntnis des Idealismus aus, dass Wahrheit Wahrheit nur als System begriffen werden kann. Er verknüpft eine Korrespondenztheorie der Wahrheit mit einer Kohärenztheorie der Rechtfertigung.

Kohärenz ist nach Rescher das Wahrheitskriterium, aber keinesfalls eine Definition der Wahrheit. Die Kohärenztheorie hat damit zu studieren, wie wir wahre von falschen Aussagen unterscheiden können. Bestandteile der Kohärenz sind nach Rescher Umfassung (comprehensiveness) und Konsistenz.

Kohärenz ist eine Relation zwischen einer wahrheitsfähigen empirischen Aussage A und einer nichtleeren Aussagenmenge M, die bereits als kohärent erwiesen ist. Die Relation besteht genau dann, wenn

  1. die um die Aussage A erweiterte Menge M logisch wiserspruchsfrei ist,
  2. es eine Teilmenge M gibt, die alle (und nur die) Aussagen enthält, aus denen sich die Aussage A ableiten lässt.
  3. Jede Teilmenge von M erweitert um die Aussage A aus kontextual zusammengehörigen Aussagen besteht.

Rescher verweist darauf, dass dieses Kriterium nicht kohärenztheoretisch belegt werden kann, sondern durch den praktischen Erfolg gerechtfertigt wird (methodischer Pragmatismus).

In der Ethik interessiert Rescher vor allem die Frage, wie die kulturelle Vielfalt von Werten und Normen ohne ethischen Relativismus erklärt werden kann. Rescher zufolge gibt es eine absolute Moral, die absolute Gültigkeit besitzt, aber unter Bedingungen bestimmter sozialer und kultureller Kontexte zu einer Vielfalt von moralischen Regeln wird. Moral kann sich nach Rescher nicht nur an den Interessen des einzelnen orientieren, sondern muss die Interessen von anderen berücksichtigen.


Ramsey

Frank Plumpton Ramsey

Der britische Mathematiker und Logiker Frank Plumpton Ramsey (* 22. Februar 1903 in Cambridge, † 19. Januar 1930) wurde in Cambridge geboren, wo sein Vater Präsident des Magdalene College war. Er besuchte das College in Winchester, bevor er nach Cambridge zurückkehrte, um Mathematik am Trinity College zu studieren. Er erhielt den Grad Senior Wrangler, den höchsten Abschluss, der im Fach Mathematik zu erreichen war.

Er war auf verschiedenen Gebieten belesen und interessierte sich für fast alles. Politisch war er linksorientiert und wie seine Ehefrau ein militanter Atheist. In einem Gespräch mit Charles Kay Ogden äußerte er seinen Wunsch Deutsch zu lernen. Ogden gab ihm ein Wörterbuch, dazu eine deutsche Grammatik und eine schwer verständliche philosophische Abhandlung und sagte zu ihm: Benutze die Grammatik und das Wörterbuch; komm wieder und sag uns, was du darüber denkst. Ungefähr eine Woche später hatte er nicht nur Deutsch gelernt, sondern hatte Einwendungen gegen die Theorien der Abhandlung vorzubringen. Er benutzte seine neuerworbene Fähigkeit, um Ludwig Wittgensteins Tractatus Logico-Philosophicus zu lesen, welches jener 1918 fertigstellte.

Die Lektüre beeindruckte ihn tief. Er übersetzte daraufhin einen großen Teil davon ins Englische und veröffentlichte eine erste Rezension in der philosophischen Zeitschrift Mind. 1923 reiste er für kurze Zeit nach Österreich und diskutierte in dieser Zeit mit Wittgenstein, der in Puchberg zu der Zeit als Lehrer tätig war.

1924 schloss sich ein weiterer Besuch in Österreich an für eine Psychoanalyse bei Theodor Reik in Wien und weiteren Besuchen bei Wittgenstein. Er war ein scharfer Kritiker Wittgensteins und beeinflusste, neben Piero Sraffa dessen Spätphilosophie.

Zurück in England wird er im jugendlichen Alter von 21 Jahren als Fellow ans King’s College berufen und war Colleg’s Director of Studies in Mathematics.

Die beiden Existenzsätze, die von Ramsey in seiner Arbeit On a problem of formal logic aufgestellt wurden, wirkten als Initialzündung für weitere Arbeiten auf dem Gebiet der Graphentheorie und der Kombinatorik und sind als Ramsey-Theorem bekannt. Den in der Kombinatorik daraus entstandener Korpus nennt man Ramsey-Theorie.

Werke

  • Universals (1925)
  • Facts and propositions (1927)
  • On a problem of formal logic (1928)
  • Knowledge (1929)
  • Theories (1929)
  • General propositions and causality (1929)

Weblinks