Regis

Pierre Sylvain Régis (1632 – 1707)

Der Cartesianer Pierre Sylvain Régis ist Schüler von Jacques Rohault.

Er ist insbesondere durch sein Werben für die Philosophie von Descartes in Südfrankreich bekannt geworden.

Regius

Henricus Regius (1598 – 1679)

Der holländische Arzt Henricus Regius (Hendrik van Roy) ist Cartesianer. Er versuchte die Seele als besondere Eigenschaft der Materie zu erklären.

Rehmke

Johannes Rehmke (1848 – 1930)

Johannes Rehmke war Professor in in Greifswald.

Er ist ein Vertreter der Immanenzphilosophie und ein Gegner des Phänomenalismus im Sinne einer die Außendinge zu Erscheinungen unbekannter Wesen herabsetzenden Lehre.

Es gibt vielmehr nur eine Welt des Gegebenen. Das Gegebene existiert, unabhängig von jedem Einzelsubjekt, als Inhalt eines allumfassenden, universalen, güttlichen Bewußtseins.

Außen- und Innenwelt gehören untrennbar zusammen. Sie sind Abstraktionen aus einer einzigen Welt und beide mit gleicher Unmittelbarkeit und Gewißheit gegeben.

Die Wahrnehmungsinhalte sind nicht Bilder der Dinge, sondern selbst die Außendinge, das Andere des Ich.

Das Bewußtsein ist weder eine Eigenschaft der Vorstellungen, noch eine Tätigkeit des Geistes, noch das Gemeinsame der psychischen Erlebnisse.

Urteilen heißt, über Gegebenes zu entscheiden. Begriffe gibt es nur im Urteil, als Allgemeines, wodurch ein konkretes Gegebenes bestimmt wird.


Quesnay

François Quesnay (1694 – 1774)

François Quesnay war Professor der Chirurgie. Er ist der Hauptvertreter des Physiokratismus.


Quine

Willard van Orman Quine

Der US-amerikanische Philosoph und Logiker Willard van Orman Quine (* 25. Juni 1908 in Akron, Ohio, †  25. Dezember 2000 in Boston, Massachusetts) beschwäftigte sich als junger Wissenschaftler hauptsächlich mit mathematischer Logik, wandte sich aber seit den späten 1940er Jahren immer mehr Themen der Erkenntnistheorie zu. Seine hervorragenste Leistung auf dem Gebiet der formalen Logik ist die zusammen mit Edward J. McCluskey durchgeführte Entwicklung eines Algorithmus zur Minimierung boolscher Funktionen, der heute unter dem Namen Quine-McCluskey-Verfahren bekannt ist.

1951 griff er in einem Aufsatz Two Dogmas of Empiricism zwei Überzeugungen an, die innerhalb der damaligen Philosophie breite Anerkennung fanden, nämlich den erkenntnistheoretischen Reduktionismus und die Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Sätzen. Der erkenntnistheoretische Reduktionismus besagt, dass eine Theorie in Einzelaussagen zerlegt werden könne, die je für sich empirisch überprüft werden könnten. Die Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Sätzen besagt, dass die Wahrheit mancher Sätze (der analytischen) auf der Synonymie der Ausdrücke beruht, die sie verwenden, wohingegen die Wahrheit der anderen Sätze (der synthetischen) von deren Übereinstimmung mit der Wirklichkeit herrührt.

Quine hält diesen beiden Dogmen entgegen, dass niemals einzelne Sätze, sondern immer nur Theorien als ganze empirisch gerechtfertigt werden können (Duhem-Quine-These, Holismus) und dass zur Identifizierung von Synonymie innerhalb von Sätzen immer auch die empirischen Umstände maßgeblich sind, die die Äußerung solcher Sätze begleiten. Mit seinem Argumentationsgang trug Quine maßgeblich zur so genannten pragmatischen Wende“ in der Philosophie bei.

Gleichwohl zeigte Quine aber auch die Grenzen eines empirischen Verifikationismus auf: demnach können Aussagen niemals restlos verifiziert oder falsifiziert werden, selbst jene nicht, die nahe an der empirischen Peripherie einer wissenschaftlichen Theorie liegen: „Jede Aussage kann als wahr gelten, wenn nur im System genügend drastische Anpassungen vorgenommen werden.“

Unbestimmtheit der Übersetzung

Quine vertritt die These der Übersetzungsunbestimmtheit. Die zentrale Stelle dazu in seinem Werk ist das zweite Kapitel von Word and Object.

Quine meint, dass man verschiedene Übersetzungsmanuale zur Übersetzung der Quellsprache in die Zielsprache erstellen kann, die sich untereinander widersprechen, aber dennoch passende Übersetzungen sind. Man kann nicht entscheiden, welche dieser Übersetzungen richtig ist. Als Grund dafür führt er eine prinzipielle empirische Unterbestimmtheit an.

Werke

  • 1940 Mathematical Logic
  • 1960 Word and Object
  • 1961 From a Logical Point of View
  • 1969 Ontological Relativity and Other Essays
  • 1974 The Roots of Reference
  • 1981 Theories and Things
  • 1990 Pursuit of Truth
  • 1995 From Stimulus to Science

Online-Texte

Literatur

  • Keil, Geert: Quine zur Einführung. Hamburg 2002
  • Köhler, Dieter: Sinnesreize, Sprache und Erfahrung. Eine Studie zur Quineschen Erkenntnistheorie. Diss., Heidelberg 1999/2003
  • Runggaldier, E. und C. Kanzian: Grundprobleme der analytischen Ontologie

Weblinks


Radischt

Alexander Nikolajewitsch Radischtschew (1749 – 1802)

Der russische Revolutionär und Philosoph A. N. Radischtschew ist mit Locke einer der ersten, die die Frage nach einer logischen Analyse von Relationen stellten, die sowohl in der aristotelischen Logik als auch in der mittelalterlichen Logik fehlte.

Das Urteil bezeichnete Radischtschew das Erkennen von Zusammenhängen, die zwischen den Dingen existieren.

Zwei Arten des unmittelbaren Schlusses von den drei Arten, die er akzeptierte, basieren auf dem Erkennen des Charakters der Zusammenhänge zwischen den Dingen, die er Ausgleich und Analogie nannte.


Raghunat

Siroman Raghunatha (ca. 1475 – 1550)

Der indische Logiker Siroman Raghunatha wandte in seinen Berechnungen bereits die de Morganschen Gesetze an. Er benutzte in seinen Schriften systematisch symbolische Bezeichnungen für bestimmte Wortkonstruktionen.

Für die Definition des Begriffes der Zahl verwendete er die Anzahlgleichheit.

Rahner

Karl Rahner (geb. 1904)

Karl Rahner ist ein Vertreter des Katholischen Existentialismus.


Protag

Protagoras von Abdera (ca. 485 – 415 v. u. Z.)

Der Sophist Protagoras wirkte 40 Jahre als Lehrer der Rhetorik in ganz Griechenland, insbesondere in Athen, und wurde schließlich dort im Alter von 70 Jahren der Gottlosigkeit angeklagt und trotz seiner Freundschaft mit Perikles und Euripides verurteilt.

Auf der Flucht nach Sizilien ertrank er. Seine Schriften sind nur in kleinen Bruchstücken erhalten geblieben. Protagoras übernahm die Lehre des Heraklit von der Entwicklung und Veränderung der Dinge, gelangte aber in der Konsequenz zu einem Relativismus, der in dem von ihm formulierten Homo-Mensura-Satz "Der Mensch ist das Maß aller Dinge" seinen Ausdruck findet.

Nach der Interpretation des Sextus Empiricus erklärt Protagoras die Relativität der Sinneswahrnehmungen dadurch, dass der Zustand des wahrnehmenden Menschen sich ständig ändert. Was wir wahrnehmen, hängt ab von unserem Alter, davon ob wir wachen oder schlafen und von den sonstigen Zuständen unseres Körpers. Die Veränderung der Körperzustände wird wiederum durch die allgemeine ontologische These erklärt, die Materie befinde sich in einem beständigen Fluss.

Probleme der Logik untersuchte Protagoras in seiner Schrift Die Kunst zu streiten. Eventuell war Protagoras einer der ersten, der den Dialog als Methode zur Wahrheitssuche verwendete, in dem zwei Diskussionspartner im Disput zwei entgegengesetzte Ansichten verteidigen.

Als erster begann Protagoras Verfahren zur Widerlegung inkorrekter Schlüsse zu erforschen.

Die Logik des Protagoras fand in der Mathematik des Theodoros von Kyrene und des Theaitetos ihren Niederschlag.

Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen den logischen und ontologischen Lehrmeinungen des Protagoras und seiner Rhetorik.

Dem logischen Sachverhalt, dass entgegengesetzte Gedanken über eine Sache wahr sein können, entspricht die rhetorische Fähigkeit, über eine Sache entgegengesetzte Reden halten zu können. Dabei ist die Rede nicht bloßes subjektives Erzeugnis des Redners, bloßer Ausdruck seines inneren Zustandes, sondern etwas seinem sachlichen Gehalte nach in den Dingen Vorhandenes, das der Redner aufspürt.

Die Rhetorik des Protagoras geht von der Beziehung jedes subjektiven Aktes auf ein adäquates Objekt aus und versteht die Relativierung des Seins nicht als eine Destruktion, sondern als eine Objektivierung des menschlichen Erkennens.

Protagoras hat auch als erster die vier Modi des Verbums Optativ, Konjunktiv, Indikativ und Imperativ unterschieden und diesen sprachlichen Kategorien funktional pragmatische Kategorien der Sprache, nämlich Wunsch, Frage, Antwort und Befehl zugeordnet.


Psellos

Michael Psellos (ca. 1018 – ca. 1096)

Der byzantinische Mönch und Logiker Michael Psellos (der Stotterer) war Anhänger von Platon.

In seinem Werk Abriß der Aristotelischen Logik (auch als Synopsis bekannt) kommentiert Michael Psellos die Einführung in die Kategorien des Aristoteles von Porphyros und die Topik, Kategorien, Hermeneutik sowie die Erste Analytik von Aristoteles.

Michael Psellos untersuchte die Modi der Syllogismen. Er führte wahrscheinlich als erster den Gebrauch von Buchstaben- bwz. Symbolbezeichnungen für Quantität und Qualität der Urteile ein. Auch spezielle Wörter zur Bezeichnung der Modi der Syllogismen finden sich bei Michael Psellos. Das allgemein bejahende Urteil erhielt den griechischen Buchstaben Alpha, das partikulär bejahende Urteil Jota, das allgemein verneinende Urteil Epsilon und das partikulär verneinende Urteil Omikron. Diese Vokale fanden Eingang in die Bezeichnung der Modi des Syllogismus. Den ersten Modus der ersten Figur des einfachen kategorischen Syllogismus, der aus drei bejahenden Prämissen besteht und später unter dem Namen Barbara bekannt wurde, nennt Michael Psellos grammata. Um das Einprägen der Modusbezeichnungen zu erleichtern, wählte er für ihre Benennung Wörter, die zusammen einen ausgedachten, aber doch sinnvollen Satz ergaben: grammata egrapse graphidi technikos (Buchstaben zeichnete (mit einer) Schneide (der) Künstler).

Michael Psellos befasste sich mit Problemen der Gleichheit von Sätzen und mit der Anwendung von mathematischen Methoden im Beweisprozeß. Eventuell schuf er das logische Quadrat.

Zu seinen Schülern zählen Johannes Italus, Michael von Ephesus und Joanä Petrizi.