Thagard

Paul Thagard

Paul Thagard ist einer der führenden Kohärenztheoretiker.

Er verknüpfte die Kohärenztheorie u. a. mit der Theorie der Analogie, des Begriffswechsels, des visuellen Denkens und der Entscheidung.


Thales

Thales von Milet

Der griechische Philosoph, Mathematiker und Astronom Thales von Milet (Θαλ&;&;, * ca. 640/39, †  546/45 v. u. Z.) gilt traditionell als Begründer der griechischen Philosophie. Er ist vor allem durch die These Alles ist Wasser bekannt geworden und wird zur ionischen Philosophie gerechnet.

Platon zählte Thales zu den Sieben Weisen des Altertums. Als einem der sieben Weisen werde ihm verschiedene Aussprüche zugeschrieben werden, z. B. Erkenne dich selbst und Unmäßigkeit ist schlecht.

Die wichtigsten Angaben über seine Philosophie sind uns von Aristoteles überliefert.

Der Auffassung von Thales zufolge ist alles aus dem Wasser oder dem Feuchten entstanden. Aristoteles schreibt:

"Von denen ersten Philosophen hielten die meisten nur die stoffartigen für die Prinzipien von allem; denn dasjenige, woraus alles Seiende ist und woraus es als Erstem entsteht und worein es als Letztem untergeht, indem das Wesen bestehen bleibt und nur die Eigenschaften wechseln, dies, sagen sie, ist Element und Prinzip des Seienden … Thales, der Urheber solcher Philosophie, nennt es Wasser (weshalb er auch erklärte, dass die Erde auf dem Wasser sei), wobei er vielleicht zu dieser Annahme kam, weil er sah, dass die Nahrung aller Dinge feucht ist und das Warme selbst aus dem Feuchten entsteht und durch dasselbe lebt (das aber, woraus alles wird, ist das Prinzip von allem); hierdurch also kam er wohl auf diese Annahme und außerdem dadurch, dass die Samen aller Dinge feuchter Natur sind, das Wasser aber für das Feuchte Prinzip seiner Natur ist." [Aristoteles, Metaphysik I 3, 983 b 6ff.]

D. h. Thales leitete alle Dinge aus einem gemeinsamen, natürlichen Urgrund ab und glaubte, dass dem Wechsel der Erscheinungen ein allen Dingen gemeinsames, in seinem Wesen unveränderliches Sein zugrunde liege, das Wasser.

Thales vertritt einen Hylozoismus bzw. Hylopsychismus, d. h. die Anschauung, dass der Stoff durch sich selbst zugleich beseelt ist, indem er behauptet haben soll, dass der Magnet das Eisen anzieht und deshalb beseelt sei (Aristototeles, De anima I, 2) und indem er sagte, dass alles voll von Göttern sei und in allem ist daher Leben und Seele ist (Aristototeles, De anima I, 2).

Nach späteren hellinistischen Überlieferungen unternahm er ausgedehnte Reisen, z. B. nach Ägypten. In Ägypten soll er die Höhe der Pyramiden aus deren Schattenlänge bestimmt haben.

Von dort soll er die Erkenntnis mitgebracht und erstmals streng formuliert haben, dass der Umfallswinkel im Halbkreis ein rechter Winkel ist (Satz des Thales). Danach heißt der Halbkreis über der Hypotenuse eines rechtwinkligen Dreiecks Thaleskreis.

Auch andere mathematische Sätze, die längst im Gebrauch waren, werden nach späteren Überlieferungen dem Thales zugeschrieben, so z. B.

  • Die Kreisfläche wird vom Durchmesser halbiert.
  • Im gleichschenkligen Dreieck sind die Basiswinkel kongruent.
  • zwei Dreiecke sind kongruent, wenn sie in einer Seite und den beiden anliegenden Winkeln übereinstimmen.

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 1084

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Sulzer

Johann Georg Sulzer

Johann Georg Sulzer (* 16. Oktober 1720 in Winterthur, † 25. Februar 1779 in Berlin) war Professor in Berlin. Er ist ein Anhänger von Wolff.

Empfindungen sind die lust- und unlustbetonten verworrenen Vorstellungen, die sich auf unseren eigenen Zustand beziehen. Sie zeigen die Förderung oder Schwächung unseres Zustandes an.

Sulzer stellt die Gefühle zwischen die eigentlichen, klaren Vorstellungen und die Begehrungen. Der Zweck des Handelns ist Glückseligkeit.

Die Seele des Menschen ist unsterblich.

Werke

  • Unterredungen über die Schönheit der Natur. 1750
  • Gedanken über den Ursprung der Wissenschaften und schönen Künste. 1762
  • Allgemeine Theorie der schönen Künste. 1771-74
  • Vermischte philosophische Schriften. 1773 u. 1781

Online-Texte

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Summenh

Konrad Summenhart

Der deutsche Philosoph und Theologe Konrad Summenhart (auch: Summerhart oder Summerhardt, * ca. 1458 in Calw, † 20. Oktober 1502 in Schuttern) wirkte nach Studien in Heidelberg und Paris ab 1478 in Tübingen.

In Tübingen vertrat er das System von Albertus Magnus, die Sentenzen von Petrus Lombardus und kritische Positionen zum kanonischen Recht.

Online-Texte

  • Oratio funebris et luctuosa (lat.-deutsch)

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 939

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Susman

Margarete Susman

Margarete Susman (verh.: Margarete von Bendemann, * 14. Oktober 1872 in Hamburg, † 16. Januar 1966 in Zürich) wuchs in Zürich auf. Der Vater verbot ihr zu studieren. Nach dem Tod des Vaters 1894 studierte sie in Düsseldorf, Paris und München Kunst. In München besuchte sie zudem Philosophievorlesungen bei Theodor Lipps.

Ab 1900 besuchte sie Vorlesungen bei Georg Simmel.

Sie nahm an den wöchentlichen Privatkolloquien bei Simmel teil und lernte dort Ernst Bloch, Buber und Groethuysen kennen.

Ab 1907 arbeitete sie bei der Frankfurter Zeitung und schrieb u. a. Rezensionen und Essays zu Lukacs, Bloch, Buber, Schopenhauer und Spinoza.

Werke

  • Gediche (1892)
  • Neu Gedichte (1907)
  • Mein Land (1901)
  • Das Wesen der Lyrik (1910)
  • Vom Sinn der Liebe (1912)
  • Die Liebenden (1917)
  • Die Revolution und die Frau (1918)
  • Lieder von Tod und Erlösung (1922)
  • Frauen der Romantik (1929, 21960)
  • Das Buch Hiob und das Schicksal des jüdischen Volkes (1948)
  • Deutung einer grossen Liebe: Goethe und Charlotte von Stein (1951)
  • Aus sich wandelnder Zeit (1953)
  • Gestalten und Kreise (1954)
  • Deutungen biblischer Gestalten (1955)
  • Die deistige Gestalt Georg Simmels (1959)
  • Ich habe viele Leben gelebt (1964)
  • Vom Geheimnis der Freiheit. Aufsätze, 1914 – 1964 (1965)
  • Das Nah- u. Fernsein des Fremden. Essays u. Briefe. Hrsg. von Ingeborg Nordmann. Frankfurt 1992 (Briefe 1911/1912)

Online-Texte

Literatur

  • Thiessen, Susanne: Susman/van Bendemann, Susanne. In: Philosophinnenlexikon. Leipzig 1994, 525 – 528
  • Charlotte Ueckert: Margarete Susman und Else Lasker-Schüler, Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2000
  • Petra Zudrell (Hg.): Der abgerissene Dialog. Die intellektuelle Beziehung Gertrud Kantorowicz – Margarete Susman oder Die Schweizer Grenze bei Hohenems als Endpunkt eines Fluchtversuchs. Innsbruck/Wien 1999
  • Brandstätter, Heike: Margarete Susman. In: Metzler-Autorinnen-Lexikon. Hrsg. v. Renate Hof, Inge Stephan u.a.. Stuttgart 1998, 522 f.

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Stammler

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Rudolf Stammler

Der Neukantianer Rudolf Stammler (* 19. Februar 1856 in Alsfeld, † 25. April 1938 in Wernigerode) studierte in Gießen und Leipzig. Er war Professor der Rechtswissenschaft in Marburg (1882 – 1884), Gießen (1884), Halle/Saale (1885 – 1916) und Berlin (1916 – 1923).

Er wendet die Kantsche Methodik vor allem auf rechtsphilosophische und sozialphilosophische Fragen an. Das soziale Leben ist durch äußerlich verbindende Normen geregeltes Zusammenleben von Menschen. Neben der kausalen Erklärung sozialer Phänomene, die nach Ursache und Wirkung forscht, existiert gleichberechtigt die teleologische Herangehensweise. Diese fragt nach Mittel und Zweck, nach Wünschen und Zielen.

Werke

  • Die Theorie des Anarchismus. 1894
  • Wirtschaft und Recht nach der materialistischen Geschichtsauffassung. 1896
  • Das Recht der Schuldverhältnisse in seinen allgemeinen Lehren: Studien zum Bürgerlichen Gesetzbuche für das Deutsche Reich. 1897
  • Lehre von dem richtigen Rechte. 1902
  • Theorie der Rechtswissenschaft. 1911

Online-Texte

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Suszko

Roman Suszko

Der polnische Logiker Roman Suszko (* 1919, †  1979) ist mit seinen Arbeiten zur Nicht-Fregischen Logik bekannt geworden.

Online-Texte

Literatur

  • M. Omyla: Roman Suszko – From Diachronic Logic to Non-Fregean Logic. In: Polish Philosophers of Science and Nature in the 20th Century. (Ed. by Wladyslaw Krajewski) Amsterdam-Atlanta 2000
  • Omyla Mieczyslaw/Zygmunt Jan: Roman Suszko (1919 – 1979): a bibliography of the published work with an outline of his logical investigations, Studia Logica 43 (1984), 421 – 441

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Stauding

Franz Staudinger

Der Neukantianer Franz Staudinger (* 1849 in Wallerstätten, † 1921) war Gymnasialprofessor in Darmstadt.

Er verbindet Kant’s Kritizismus mit dem Marxismus. Der höchste Wert ist ein vollkommenes Gemeinschaftsleben. Was dorthin führt, ist sittlich.

Werke

  • Noumena. Darmstadt 1884
  • Das Sittengesetz. 1887
  • Ethik und Politik. 1899
  • Sprüche der Freiheit wider Nietzsche und die Herrenmoral. 1904
  • Wirtschaftliche Grundlagen der Moral. 1907
  • Kulturgrundlagen der Politik. 2 Bde., 1914
  • Religion in Vernunft und Leben. 1916


Swiezaw

Stefan &;wie&;awski (geb. 1907)

Stefan &;wie&;awski ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.

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Stebbing

Lizzie Susan Stebbing

Die englische Philosophin und Logikerin Lizzie Susan Stebbing (* 2. Dezember 1885, † 1943) studierte am Girton College und an der University of London.

Von 1913-1915 arbeitete sie am Kings College, ab 1920 am Bedford College und bis 1924 an der University of London. Von 1933-1943 war sie dort Professorin für Philosophie.

Stebbing gehört zur Cambridge Analytical School und war mit Wittgenstein befreundet.

Werke

  • Pragmatism and French Voluntarism. 1912 (Diss.)
  • A Modern Introduction to Logic. 1930
  • Ideals and Illusions
  • Logical Positivsm and Analysis
  • Philosophy and the Physicists

Online-Texte

  • On Constructions (engl.)
  • Postulational Systems and Principia Mathematica (engl.)

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