Taine

Hippolyte Taine

Der französische Philosoph, Logiker, Literatur- und Kunstwissenschaftler Hippolyte Taine (* 21. April 1828 in Vouziers, Ardennen, † 5. März 1893 in Paris) ist einer der bedeutendsten französischen Positivisten des 19. Jahrhunderts.

Nach Taine sind alle physischen und psychischen Vorgänge determiniert. Der Wille ist sowohl von außen und innen determinierte Tendenz. Zur Erklärung menschlichen Handelns, muss man das (soziale) Millieu berücksichtigen.

Alle Erkenntnis (auch die Axiome) stammen aus der Erfahrung.

Werke

  • De personis Platonicis. 1853
  • Les philosophes français du XIXe siècle. 1856
  • Essais de critique et d’histoire. 1857
  • Histoire de la littérature anglaise. 1864
  • Le positivisme anglais. Paris 1864
  • Philosophie de l’art. 1865
  • De l’idéal dans l’art. 1867
  • De l’intelligence. 1870
  • Les origines de la France contemporaine, 1876-93

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Stilpon

Stilpon von Megara

Stilpon (auch: Stilpo, * ca. 370 v. u. Z. in Megara, † 290 v. u. Z.) war Leiter der Philosophenschule von Megara und lehrte um 330 in Athen. Er ist Schüler von Eukleides von Megara und Diogenes von Sinope.

Wie Diogenes Laërtios berichtet (Leben und Meinungen berühmter Philosophen, II 113-120), war Stilpon ein außerordentlich erfolgreicher Philosoph, der seinen Kollegen die Studenten abspenstig machte. Diese Anziehungskraft verdankte er seiner sophistischen Argumentationstechnik.

Ethisch auf der Linie der Kyniker ist für ihn die Apathie das höchste Ziel des Weisen. Die platonische Ideenlehre lehnte er ab.

Zenon von Kition, Menedemus, Nikarete and Asclepiades waren Schüler des Stilpon.

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 844 f.

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Stoehr

Adolf Stöhr

Adolf Stöhr (* 1855 in St. Polten (Österreich), † 1921) war Professor in Wien. Er gründet die Logik auf die Psychologie.

Stöhr unterschied verschiedene Formen des Urteilens, z. B. Erwartung, mathematische Konstruction, Existentialurteil, Definition, Begriffsanalyse, Benennung, Subsumtion, Ausdruck über Substitutionsmöglichkeit, Synthese, Bejahung und Verneinung, Billigung und Mißbilligung.

Nach Stöhr ist die Hypothese ist Vorstellung, verbunden die mit einem Glauben, dass das Vorgestellte auch wirklich sei. Sie ist mit einem Wahrheitsgrad verbunden.

Er unterscheidet induzierte und konstruierte Hypothesen.

Seine Atomtheorie klingt unter Berücksichtigung der heutigen Quantenphysik sehr modern. Die Uratome sind nicht elastisch, nicht hart, nicht plastisch, nicht schwer und auch nicht undurchdringlich. Zur gegenseitigen Druchdringung kommt es durch die Lage ihrer Bahnen. Der Tausch zwischen den Bewegungsgrößen und Bewegungsrichtungen findet nach dem Urstoßgesetz statt.

Werke

  • Umriß einer Theorie der Namen. 1889
  • Zur natürlichen Behandlung des Tiefensehens. 1892
  • Gedanken über Weltdauer und Unsterblichkeit. 1894
  • Die Vieldeutigkeit der Urteile. 1895
  • Kampf und Bündnis der Ethiken. 1895
  • Letzte Lebenseinheiten. 1897
  • Algebra der Grammatik. 1898
  • Sehstoffe u. Grundfarben. 1898
  • Binokulare Figurenmischung. 1900
  • Zur Philosophie des Uratomes u. des energetischen Weltbildes. 1904
  • Grundfragen der psychophysiol. Optik. 1904
  • Leitfaden der Logik in psychologisierender Darstellung. 1905
  • Philosophie der unbelebten Materie. 1907
  • Der Begriff des Lebens. 1909
  • Lehrbuch der Logik in psychologisierender Darstellung. 1910.
  • Psychologie. 1917
  • Wege des Glaubens. 1921

Literatur

  • Eisler, R.: Philosophen-Lexikon, 1833 f.

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Stosch

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Friedrich Wilhelm Stosch

Friedrich Wilhelm Stosch (25. Dezember 1648 in Kleve, † 20. August 1704 in Berlin) ist Anhänger von Spinoza. Er studierte in Frankfurt/Oder Philosophie, Theologie und Jura.

Er identifiziert Gott und Natur, ist also Pantheist.

Werke

  • Concordia rationis et fidei. 1692

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 861 f.

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Spann

Othmar Spann

Der Philosoph und Soziologe Othmar Spann (* 1. Oktober 1878 in Wien, † 8. Juli 1950 in Neustift (Burgenland)) ist ein Vertreter des Neuhegelianismus. Er wirkte an der Technischen Hochschule in Brünn (heute: Brno) und an der Universität in Wien.

Spann forderte den Ständestaat.

Werke

  • Zur Logik der sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung. 1905
  • Zur Kritik des Gesellschaftsbegriffes der modernen Soziologie. 1905
  • Wirtschaft und Gesellschaft. 1907
  • Der logische Aufbau der Nationalökonomie. Tübinger Zeitschr. für die ges. Staatswissensch. 1908
  • Die Haupttheorien in der Volkswirtschaftslehre. 1910
  • System der Gesellschaftslehre. 1914
  • Vom Geist der Volkswirtschaftslehre. 1919
  • Der wahre Staat. 1921
  • Kategorienlehre. 1924
  • Gesellschaftsphilosophie. 1928
  • Irrungen des Marxismus. 1929
  • Hauptpunkte der universalistischen Staatsauffassung. 1929
  • Geschichtsphilosophie. 1932
  • Ganzheitliche Logik, 1932
  • Naturphilosophie. 1937
  • Religionsphilosophie. 1947

Literatur

  • Eisler, R.: Philosophen-Lexikon, 688 f.

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Speroni

Sperone Speroni

Der italienische Gelehrte und Jurist Sperone Speroni (* 12. April 1500 in Padua, † 3. Juni 1588 in Padua) wurde 1520 Professor für Logik und 1528 für Philosophie. Unter mehreren Dialogen gilt der Dialogo delle lingue als sein wichtigstes Werk.

Nicht alle Sprache eignen sich gleichermaßen für Poesie und Rhetorik. Für die Philosophie und die Wissenschaft ist die Sprache am geeignetsten, die den Gedanken klar auszudrücken vermag.

Werke

  • Dialogo della retorica. 1542
  • Dialogo delle dignità delle donne. 1542
  • Dialogo d’amore. 1542
  • Dialogo delle lingue. ca. 1530
  • Canace. 1546
  • Discorso su Dante
  • Discorso su l’Eneide
  • Discorso sul Orlando Furioso
  • Dialogo della istoria

Online-Texte

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 734

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Speusipp

Speusippos

Der griechische Philosoph Speusippos (auch: Speusipp, lat.: Speusippus, * ca. 408 v. u. Z., † 339 v. u. Z.), Neffe und Schüler Platons, leitete nach Platons Tod von 347 bis 339 v.u.Z. die von Platon gegründete Akademie.

Speusippos versuchte Platons Philosophie mit Elementen der pythagoreischen Philosophie zu verbinden.

Vorländer schreibt:

"Die höchste Realität schreibt er nicht den Ideen, sondern den Zahlen zu. Das Gute erscheint ihm nicht als Urgrund und Anfang, sondern als Endzweck und dereinstiger Entwicklungsabschluß des Sinnlichen und Unvollkommenen. Im übrigen scheint er eifrig biologische Studien getrieben zu haben, deren Ergebnisse er in einem größeren Werke über die Ähnlichkeiten (Homoia) zusammenfaßte." [Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie 1902, § 26]

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 735

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Skolem

Albert Thoralf Skolem

Der norwegische Mathematiker und Logiker Albert Thoralf Skolem (* 23. Mai 1887 in Sandsvaer, † 23. März 1963 in Oslo) hat zu vielen Gebieten der mathematischen Grundlagen gearbeitet. So z. B. zur Prädikatenlogik, Klassenlogik, Rekursionstheorie, Mengenlehre und zu den Grundlagen der Arithmetik.

Mit den nach ihn benannten prädikatenlogischen Normalformen (Skolemform) hat er einen Beweis für den Satz von Löwenheim gegeben, demzufolge jeder erfüllbare Ausdruck des Prädikatenkalküls schon in einem höchstens abzählbaren Bereich erfüllbar ist. Daher heißt der Satz heute auch Satz von Löwenheim und Skolem.

Werke

  • Untersuchungen über die Axiome des Klassenkalküls und über die Produktations- und Summationsprobleme, welche gewissen Klassen von Aussagen betreffen. 1919
  • Logisch-kombinatorische Untersuchungen über die Erfüllbarkeit und Beweisbarkeit mathematischer Sätze nebst einem Theorem über dichte Mengen. 1920
  • Einige Bemerkungen zur axiomatischen Begründung der Mengenlehre. 1922 – 1923
  • Begründung der elementaren Aritmetik durch die rekurrierende Denkweise ohne Anwendung scheinbarer Veränderlicher mit unendlichem Ausdehnungsbereich. 1923
  • Einige Sätze über ganzzahlige Lösungen gewisser Gleichungen und Ungleichungen. Oslo 1926
  • Über einige Grundlagenfragen der Mathematik. 1929
  • Über die Grundlagendiskussion in der Mathematik. 1929 – 1930
  • Über einige Satzfunktionen in der Arithmetik. 1930 – 1931
  • Über die Unmöglichkeit einer vollständigen Charakterisierung der Zahlenreihe mittels eines endlichen Axiomensystems. 1933
  • Über die Nicht-Charakterisierbarkeit der Zahlenreihe mittels eines endlich oder abzählbar unendlich vieler Aussagen mit ausschließlich Zahlenvariablen. 1934
  • Über die Erfüllbarkeit gewisser Zählausdrücke. 1935
  • Über die Zurückführbarkeit einiger durch Rekursionen definierten Relationen auf ‚arithmetische‘. 1936 – 1937
  • Sur la porteé de Löwenheim-Skolem, 1938
  • Einige Bemerkungen über die Induktionsschemata in der rekursiven Zahlentheorie. 1939
  • Some remarks on recursive arithmetic. 1944
  • Bemerkungen zum Komprehensionsaxiom. 1957

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Spinoza

Baruch Spinoza

Baruch de Spinoza (latinisiert Benedictus de Spinoza, * 24. November 1632 in Amsterdam, †  21. Februar 1677 in Den Haag) war ein berühmter niederländischer Philosoph. Er war ein Rationalist. Außerdem war er einer der ersten neuzeitlichen Vertreter des Pantheismus und des nicht-normativen Denkens. Im Gegensatz zu Descartes vertrat er keine dualistische, sondern eine monistische Weltanschauung, indem er in allem ein einziges Ganzes sieht, das er Substanz nennt.

Leben

Spinoza hatte nach einer Schulausbildung als Kaufmann in der Firma seines Vaters gearbeitet. Er wurde im Alter von 24 Jahren unter anderem wegen seiner als häretisch aufgefassten, von den Gedanken Uriel Acostas inspirierten Anschauungen aus der jüdischen Gemeinde ausgestoßen. Er vertrat die Ansicht, dass Christentum und Judentum vorübergehende Phänomene seien. Er verließ seine Vaterstadt Amsterdam und ließ sich nach wechselnden Aufenthalten in Den Haag nieder. Seinen Lebensunterhalt bewältigte er u. a. durch das Schleifen optischer Gläser, Unterstützung von Freunden und vermutlich auch durch Unterricht. Nachdem seine Schriften bekannt wurden bot man ihm eine Professur an der Universität in Heidelberg an, die er aber aufgrund der Forderung, die etablierte Religion nicht in Frage zu stellen, ablehnte. Das Glasschleifen schadete seiner Gesundheit (Einatmen des feinen Glasstaubes) und trug sicher zu seinem frühen Tod bei. Eine ihm 1673 vom Kurfürsten Karl I. Ludwig von der Pfalz angebotene Professur in Heidelberg schlug er erneut aus. Er starb unverheiratet am 21. Februar 1677 in Scheveningen an der Lungenschwindsucht.

Philosophie

Prägnant ist die Einschätzung von Slavoj &;i&;ek (Die politische Suspension des Ethischen, Suhrkamp 2005:38): Für Spinoza gibt es kein Hobbessches „Selbst“, das der Wirklichkeit entzogen wäre und ihr gegenüberstünde. Spinozas Ontologie ist die Ontologie vollkommener Immanenz in der Welt – d. h. ich „bin“ nichts als das Netzwerk meiner Beziehungen zur Welt und in ihm vollkommen entäußert. Mein conatus, mein Streben, mich selbst zu behaupten, ist somit keine Selbstbehauptung auf Kosten der Welt, sondern mein uneingeschränktes Akzeptieren der Tatsache, daß ich Teil der Welt bin, mein Zur-Geltung-Bringen der umfassenderen Wirklichkeit, in der allein ich gedeihen kann. Der Gegensatz von Egoismus und Altruismus ist damit überwunden: Ganz bin ich nicht als isoliertes Selbst, sondern in der gedeihlichen Wirklichkeit, deren Teil ich bin.

Ein signifikantes Beispiel für Spinozas Argumentationsstruktur bildet sein Ausspruch Ignorantia non est argumentum.

Werk

  • Tractatus de intellectus emendatione (Abhandlung über die Verbesserung des Verstandes, 1661 entstanden, unvollendet, postum erschienen
  • Renati Descartes principiorum philosophiae mori geometrico domonstrata Descartes‘ (Prinzipien der Philosophie auf geometrische Weise begründet), 1663
  • Tractatus theologico-politicus (Theologisch-politischer Traktat), gedruckt 1670
  • Ethica, ordine geometrico demonstrata (Ethik, nach geometrischer Methode dargestellt), 1677
  • Tractatus politicus (Abhandlung vom Staate, 1675 begonnen, 1677 postum erschienen)

Online-Texte

Literatur

  • Theun de Vries: Baruch de Spinoza. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. 10. Aufl. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004
  • Wolfgang Röd: Benedictus de Spinoza. Eine Einführung. Stuttgart 2002
  • Helmut Seidel: Spinoza zur Einführung. Hamburg 1994
  • Steven Nadler: Spinoza. A life.
  • Yirmiyahu Yovel: Spinoza. Das Abenteuer der Immanenz. Göttingen 1994
  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 746 f.

Weblinks


Sloniews

Halina Sloniewska

Halina Sloniewska (* 1904, † 1982) ist Schülerin von Twardowski und eine Vertreterin der Lwow-Warschau-Schule.