Stosch

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Friedrich Wilhelm Stosch

Friedrich Wilhelm Stosch (25. Dezember 1648 in Kleve, † 20. August 1704 in Berlin) ist Anhänger von Spinoza. Er studierte in Frankfurt/Oder Philosophie, Theologie und Jura.

Er identifiziert Gott und Natur, ist also Pantheist.

Werke

  • Concordia rationis et fidei. 1692

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 861 f.

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Straton

Straton von Lampsakos

Der griechische Philosoph Straton von Lampsakos (Στρ&;των, auch Strato, * um 340 v. u. Z., † 270 v. u. Z.) war schloß sich in Athen der peripatetischen Schule an und stand dieser nach dem Tode des Theophrastos im Jahre 288 v. u. Z. 18 Jahre lang vor.

Unter Verwendung von Gedanken der Philosophie Demokrits fasste Straton die Weltentstehung als Produkt der Wirkung physikalischer Naturkräfte. Die letzten Gründe für die Erscheinungen der Welt sind Wärme und Kälte.

Bei ihm die Seele nicht unsterblich.

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 868 f.
  • Gatzmeier, M.: Die Naturphilosophie des Straton von Lampsakos. Zur Geschichte des Problems der Bewegung im Bereich des frühen Peripatos. 1970

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Strawson

Peter Frederick Strawson

Peter Frederick Strawson (* 23. November 1919 in London) ist ein Philosoph, der der Richtung der Philosophie der normalen Sprache. Er war Waynflete Professor of Metaphysical Philosophy an der Universität von Oxford von 1968 bis 1987. Strawson wurde bekannt durch seinen Artikel On Referring (1950), einer Kritik an Bertrand Russells Theory of Descriptions.

Strawsons Philosophie, die er deskriptive Metaphyik nennt, ist durch eine Anwendung Kantianischer Gedankengänge auf die moderne Sprachphilosophie gekennzeichnet. Strawson trug damit nicht nur zu einer Kant-Renaissance in der angelsächsischen Philosophie bei, sondern entfachte zudem eine neue Debatte um die Möglichkeit transzendentaler Argumente. Strawson hat zudem sehr einflussreiche Arbeiten zum Wahrheitsbegriff, zum Skeptizismusproblem und zum Begriff des Analytischen verfasst.

Werke

  • Introduction to Logical Theory. London 1952.
  • Individuals: An Essay in Descriptive Metaphysics. London 1959.
  • The Bounds of Sense: An Essay on Kant’s Critique of Pure Reason. London 1966.
  • Analysis and Metaphysics: An Introduction to Philosophy. Oxford 1992.
  • Entity and Identity. Oxford 1997.
  • Truth. In: Analysis, 1949.
  • On Referring. In: Mind, 1950.
  • In Defense of a Dogma. mit H. P. Grice. In: Philosophical Review, 1956.
  • Logical Subjects and Physical Objects. In: Philosophy and Phenomenological Research, 1957.
  • Singular Terms and Predication. In: Journal of Philosophy, 1961.
  • Universals. In: Midwest Studies in Philosophy, 1979.

Literatur

  • The Philosophy of P. F. Strawson. Louis Hahn, ed. Open Court, 1998.
  • Richard Kirkham, Theories of Truth, 1992. (Kapitel 10 enthält eine detaillierte Diskussion von Strawsons performativer Theorie der Wahrheit.)

Strodus

Radulphus Strodus

Der englische Logiker und Pädagoge Radulphus Strodus (auch: Ralph Strode, ca. 1370) nahm im Nominalismus-Streit eine vermittelnde Position ein.

Interessant sind seine Untersuchungen zur formalen Implikation und zur modalen Logik. Neben den Wahrheitswerten "wahr" und "falsch" verwendete er den Wahrheitswert "zweifelhaft" (dubium).

Werke

  • Logica
  • Consequentiarum formulae
  • Obligationes

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 886

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Skolem

Albert Thoralf Skolem

Der norwegische Mathematiker und Logiker Albert Thoralf Skolem (* 23. Mai 1887 in Sandsvaer, † 23. März 1963 in Oslo) hat zu vielen Gebieten der mathematischen Grundlagen gearbeitet. So z. B. zur Prädikatenlogik, Klassenlogik, Rekursionstheorie, Mengenlehre und zu den Grundlagen der Arithmetik.

Mit den nach ihn benannten prädikatenlogischen Normalformen (Skolemform) hat er einen Beweis für den Satz von Löwenheim gegeben, demzufolge jeder erfüllbare Ausdruck des Prädikatenkalküls schon in einem höchstens abzählbaren Bereich erfüllbar ist. Daher heißt der Satz heute auch Satz von Löwenheim und Skolem.

Werke

  • Untersuchungen über die Axiome des Klassenkalküls und über die Produktations- und Summationsprobleme, welche gewissen Klassen von Aussagen betreffen. 1919
  • Logisch-kombinatorische Untersuchungen über die Erfüllbarkeit und Beweisbarkeit mathematischer Sätze nebst einem Theorem über dichte Mengen. 1920
  • Einige Bemerkungen zur axiomatischen Begründung der Mengenlehre. 1922 – 1923
  • Begründung der elementaren Aritmetik durch die rekurrierende Denkweise ohne Anwendung scheinbarer Veränderlicher mit unendlichem Ausdehnungsbereich. 1923
  • Einige Sätze über ganzzahlige Lösungen gewisser Gleichungen und Ungleichungen. Oslo 1926
  • Über einige Grundlagenfragen der Mathematik. 1929
  • Über die Grundlagendiskussion in der Mathematik. 1929 – 1930
  • Über einige Satzfunktionen in der Arithmetik. 1930 – 1931
  • Über die Unmöglichkeit einer vollständigen Charakterisierung der Zahlenreihe mittels eines endlichen Axiomensystems. 1933
  • Über die Nicht-Charakterisierbarkeit der Zahlenreihe mittels eines endlich oder abzählbar unendlich vieler Aussagen mit ausschließlich Zahlenvariablen. 1934
  • Über die Erfüllbarkeit gewisser Zählausdrücke. 1935
  • Über die Zurückführbarkeit einiger durch Rekursionen definierten Relationen auf ‚arithmetische‘. 1936 – 1937
  • Sur la porteé de Löwenheim-Skolem, 1938
  • Einige Bemerkungen über die Induktionsschemata in der rekursiven Zahlentheorie. 1939
  • Some remarks on recursive arithmetic. 1944
  • Bemerkungen zum Komprehensionsaxiom. 1957

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Spinoza

Baruch Spinoza

Baruch de Spinoza (latinisiert Benedictus de Spinoza, * 24. November 1632 in Amsterdam, †  21. Februar 1677 in Den Haag) war ein berühmter niederländischer Philosoph. Er war ein Rationalist. Außerdem war er einer der ersten neuzeitlichen Vertreter des Pantheismus und des nicht-normativen Denkens. Im Gegensatz zu Descartes vertrat er keine dualistische, sondern eine monistische Weltanschauung, indem er in allem ein einziges Ganzes sieht, das er Substanz nennt.

Leben

Spinoza hatte nach einer Schulausbildung als Kaufmann in der Firma seines Vaters gearbeitet. Er wurde im Alter von 24 Jahren unter anderem wegen seiner als häretisch aufgefassten, von den Gedanken Uriel Acostas inspirierten Anschauungen aus der jüdischen Gemeinde ausgestoßen. Er vertrat die Ansicht, dass Christentum und Judentum vorübergehende Phänomene seien. Er verließ seine Vaterstadt Amsterdam und ließ sich nach wechselnden Aufenthalten in Den Haag nieder. Seinen Lebensunterhalt bewältigte er u. a. durch das Schleifen optischer Gläser, Unterstützung von Freunden und vermutlich auch durch Unterricht. Nachdem seine Schriften bekannt wurden bot man ihm eine Professur an der Universität in Heidelberg an, die er aber aufgrund der Forderung, die etablierte Religion nicht in Frage zu stellen, ablehnte. Das Glasschleifen schadete seiner Gesundheit (Einatmen des feinen Glasstaubes) und trug sicher zu seinem frühen Tod bei. Eine ihm 1673 vom Kurfürsten Karl I. Ludwig von der Pfalz angebotene Professur in Heidelberg schlug er erneut aus. Er starb unverheiratet am 21. Februar 1677 in Scheveningen an der Lungenschwindsucht.

Philosophie

Prägnant ist die Einschätzung von Slavoj &;i&;ek (Die politische Suspension des Ethischen, Suhrkamp 2005:38): Für Spinoza gibt es kein Hobbessches „Selbst“, das der Wirklichkeit entzogen wäre und ihr gegenüberstünde. Spinozas Ontologie ist die Ontologie vollkommener Immanenz in der Welt – d. h. ich „bin“ nichts als das Netzwerk meiner Beziehungen zur Welt und in ihm vollkommen entäußert. Mein conatus, mein Streben, mich selbst zu behaupten, ist somit keine Selbstbehauptung auf Kosten der Welt, sondern mein uneingeschränktes Akzeptieren der Tatsache, daß ich Teil der Welt bin, mein Zur-Geltung-Bringen der umfassenderen Wirklichkeit, in der allein ich gedeihen kann. Der Gegensatz von Egoismus und Altruismus ist damit überwunden: Ganz bin ich nicht als isoliertes Selbst, sondern in der gedeihlichen Wirklichkeit, deren Teil ich bin.

Ein signifikantes Beispiel für Spinozas Argumentationsstruktur bildet sein Ausspruch Ignorantia non est argumentum.

Werk

  • Tractatus de intellectus emendatione (Abhandlung über die Verbesserung des Verstandes, 1661 entstanden, unvollendet, postum erschienen
  • Renati Descartes principiorum philosophiae mori geometrico domonstrata Descartes‘ (Prinzipien der Philosophie auf geometrische Weise begründet), 1663
  • Tractatus theologico-politicus (Theologisch-politischer Traktat), gedruckt 1670
  • Ethica, ordine geometrico demonstrata (Ethik, nach geometrischer Methode dargestellt), 1677
  • Tractatus politicus (Abhandlung vom Staate, 1675 begonnen, 1677 postum erschienen)

Online-Texte

Literatur

  • Theun de Vries: Baruch de Spinoza. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. 10. Aufl. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004
  • Wolfgang Röd: Benedictus de Spinoza. Eine Einführung. Stuttgart 2002
  • Helmut Seidel: Spinoza zur Einführung. Hamburg 1994
  • Steven Nadler: Spinoza. A life.
  • Yirmiyahu Yovel: Spinoza. Das Abenteuer der Immanenz. Göttingen 1994
  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 746 f.

Weblinks


Sloniews

Halina Sloniewska

Halina Sloniewska (* 1904, † 1982) ist Schülerin von Twardowski und eine Vertreterin der Lwow-Warschau-Schule.


Sponde

Jean de Sponde

Der französische Humanist und Dichter Jean de Sponde (lat.: Johannes Spondanus, * 1557 in Mauléon (heute: Basses-Pyrénées), † 1595 in Bordeaux) gab Homer, Hesiod und die aristotelischen Logik heraus.

Online-Texte

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 754 f.

Weblinks


Slupecki

Jerzy S&;upecki

Jerzy S&;upecki (*1904, †  1987) ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.

Von ihm stammt u. a. die Ergänzung des dreiwertigen &;ukasiewiczschen Systems &;3 zu einem funktional vollständigen System &;3S sowie dessen Axiomatisierung [1]. Dieses Ergebnis ist eine der zentralen Resultate der mehrwertigen Logik.

Weblinks


[1] S&;upecki, J.: Der volle dreiwertige Aussagenkalkül, Comptes Rendus Séances Société des Sciences et Lettrres Varsovie, cl. III, 29 (1936), 9 – 11


Spranger

Eduard Spranger

Der Pädagoge, Psychologe und Philosoph Eduard Spranger (* 27. Juni 1882 in Groß-Lichterfelde bei Berlin, † 17. September 1963 in Tübingen) war ab 1911 Professor in Leipzig. 1920 ging er nach Berlin und ab 1946 wirkte er in Tübingen. Er war 1936 – 1937 auch Gastprofessor in Japan.

Spranger knüpft an Dilthey und ist der Lebensphilosophie zuzurechnen. Spranger unterschied verschiedene Lebensformen, insbesondere den theoretischen, ästhetischen, sozialen, ökonomischen und religiösen Menschen sowie den Machtmenschen.

Er hat u. a. viel zu W. von Humboldt gearbeitet und gehört in der Pädagogik zur geisteswissenschaftlichen Schule, d. h. zu derjenigen Schule, die die Pädagogik als eine Geisteswissenschaft auffasst und eher mit hermeneutischen als mit naturwissenschaftlichen Methoden an die pädagogische Analyse geht.

Werke

  • Die Grundlagen der Geschichtswissenschaft, 1905
  • W. von Humboldt und die Humanitätsidee, 1909
  • W. von Humboldt und die Neubegründung des humanist. Bildungswesens. 1910
  • Lebensformen. Halle 1921
  • Psychologie des Jugendalters. Leipzig 1924.

Weblinks