Cavend M

Margaret Cavendish (1623 – 1673)

Margaret Lucas wurde 1623 als jüngstes von acht Kindern einer adligen Grundbesitzerfamilie in Essex geboren.

Mit 20 Jahren wurde sie Hofdame bei der englischen Königin Henrietta Maria und floh bei Ausbruch des Bürgerkrieges mit dem Hofstaat ins Exil nach Frankreich.

Dort heiratete sie den 30 Jahre älteren Grafen (später Herzog) von Newcastle, William Cavendish. Durch ihn – Initiator und Förderer des Newcastle-Circle – wurde sie mit den zeitgenössischen Strömungen der englischen und französischen Naturphilosophie vertraut.

In ihrem ersten Büchern Poems and Fancies, Philosophical Fancies und Philosophical and Physical Opinions setzte sich Margaret Cavendish mit der Naturtheorie Epikurs in einer poetisch-phantastischen Weise auseinander, die ihr den Vorwurf des Atheismus einbrachte.

Nach Margaret Cavendish gibt es im Universum nur unvergängliche Materie und leeren Raum. Die Materie besteht aus kleinsten, unteilbaren Einheiten, den Atomen, die sich in diesem Raum bewegen und durch Kontakt zueinander die Gegenstände unserer sinnlich wahrnehmbaren Welt bilden.

Die Entstehung der Welt als einmaliger, endgültiger Schöpfungsvorgang wird aufgelöst in einem ewigen Weltprozeß, einen kosmologischen Tanz, der in seiner Dauer die Ordnung der Welt garantiert: die Bewegung ist die Musik, zu der die Atome tanzen.

Nach der Rückkehr aus dem Exil 1660 lebte Margaret Cavendish mit ihrem Mann auf ihrem Landgut in Welbeck, wo sie ein zurückgezogen wohnte.

Der konsequente Materialismus von Margaret Cavendish wurde nach ihrer Rückkehr aus dem Exil aufgebrochen. In den späteren Werken Philosophical Letters (eine Auseinandersetzung mit Descartes, Hobbes, More und van Helmont) und Ground of Natural Philosophy ist die korpuskulare Materie in einen organischen Bezugsrahmen integriert.

Die Natur wird als geschlossenes System der Zusammenhangslosigkeit einer atomisierten Materie gegenübergestellt und wird so zu einem neuen Ordnungsprinzip, nämlich dem lebendigen Organismus (body of nature).

Aus der hylozoistischen Struktur der Materie leitet sie den Selbstzweckcharakter der Natur ab, der einen normativen Handlungsrahmen begründet.

1673 starb sie nach einem erfolglosen Versuch, sich selbst zu kurieren, in Welbeck.

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Cabanis

Pierre Jean George Cabanis (1757 – 1808)

Der französische Philosoph Pierre Jean George Cabanis formulierte eine unmittelbare Abhänigkeit der Denkfunktion von den physiologischen Funktionen des Organismus. Er setzte die sich im Gehirn vollziehenden Prozesse in Analogie zum Funktionsablauf des Pankreas und der Leber, die Galle ausscheidet.


Champeau

Wilhelm von Champeaux

Der französische Bischof und Philosoph Wilhelm von Champeaux (auch Guillaume de Champeaux, Guglielmus de Campellis, * um 1070 in Champeaux, Frankreich; †  1121 in Châlons-sur-Marne) war Schüler von Manegold von Lautenbach und Roscelin von Compiègne. Er lehrte an der Kathedralschule von Notre Dame in Paris. Wilhelm zog sich im Jahr 1108 in die Abtei von Saint Victor zurück, wo er Rhetorik, Logik und Theologie lehrte.

Wilhelm war aktiv am Universalienstreit der frühen Scholastik beteiligt. Von seinen Werken sind lediglich theologische überliefert. Seinen philosophischen Ansichten kennen wissen wir nur aus den Erwiderungen seiner Gegner, darunter inbesondere von seinem ehemaligen Schüler Abaelard.

Universalien behandelte Wilhelm so, als ob sie reale Substanzen wären. Da man jeder Substanz Akzidenzien zuordnete, musste Individualität aus den verschiedenen Akzidenzien hervorgehen. Das Universale wurde auf eine einzige identische Substanz zurückgeführt. Daraus wiederum ergab sich logisch die Indifferenz des Universalen (Indifferenztheorie).

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Caerell

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Charron

Pierre Charron (1541 – 1603)

Der französische Geistliche und Philosoph Pierre Charron systematisierte in seinem Werk De la sagesse (1601) den von M. de Monatigne begründeten Skeptizismus.

Charron zweifelte an der Möglichkeit sicheren theoretischen Wissens und metaphysischer Erkenntnis, weil die menschliche Intelligenz dafür nicht ausreiche.

Mit Montaigne ging er von der Selbstbeobachtung und Selbsterkenntnis aus, die dem Menschen zwar seine Schäche und Unkenntnis vorführt, aber auch die nötige Demut lehrt, die für das sittliche Leben ausreichend ist.

In der Urteilsenthaltung wurzelt die Freiheit des Geistes.

Trotz seines Skeptizismus verfasste Charron die theologische Streitschrift Trois vérités contre tous les athéesm idolâtres, juifs, Mohamétans, hérétiques et schismatiques (1593), in der er behauptete, dass es Gott, einen wahren Glauben, eine wahre Religion (die christlische) und eine wahre Kirche (die katholische) gäbe.

Der Skeptizismus von Charron stützt sich auch auf die Stoiker, Epikureer und die römische Popularphilosophie.


Caesalp

Andrea Cesalpino (1519 – 1603)

Der italienische Mediziner, Botaniker und Philosoph Andrea Cesalpino (auch: Andreas Caesalpinus) studierte an der Universität Pisa Philosophie und Medizin. Er wurde 1555 in Pisa Professor der Medizin und Direktor des botanischen Gartens.

1592 gibg er als Arzt des Papstes Clemens VIII. und wurde gleichzeitig Professor an der Sapienza in Rom.

Als Philosoph versuchte er, obwohl Anhänger des Aristoteles, einen Ausgleich verschiedener Richtungen seiner Zeit vor allem mit dem platonischen Pantheismus.

Die Philosophie war Grundlage für seine naturwissenschaftlichen Untersuchungen.

Ausgangspunkt der Erkenntnis sind nach Cesalpino allgemeine Verstandessätze oder induktiv gewonnene Vorstellungen. Die Erkenntnis muss die Angabe der allgemeinen Gattung und des besonderen Unterschiedes enthalten.

Dies erfolgt durch Bestimmung der Materie und der besonderen Formen. Beide besitzen im Begriff der Substanz ihre Einheit.

Die Hierarchie der Substanzen endet mit einer obersten Zweckursache als Prinzip des Lebens.

Der Kosmos ist allbelebt und ein Zwecke realisierender Organismus. Die finalistische Erklärung wird durch die Betrachtung von Mitursachen ergänzt.

Caird E

Edward Caird (1835 – 1908)

Edward Caird arbeitete als Professor in Oxford. Er ist ein Vertreter des absoluten Idealismus.

Bekannt geworden ist Edward Caird durch seine Studien zu Kant und Hegel. In seinen philosophiehistorischen Arbeiten versucht er die Autoren immer aus sich selbst zu verstehen. Daher diskutiert er eher am Rande die Schwierigkeiten der einzelnen Positionen.

Wie Wallace und sein Bruder John Caird wollte er Hegels Philosophie vor allem nutzen, um das Christentum zu verteidigen. Er entwickelt einen Ansatz der Religionsphilosophie, der die Entwicklung in der Religion berücksichtigt.

Als Bewußtsein einer den Gegensatz von Subjekt und Objekt überwindenden Einheit ist das Religiöse ein Faktor alles Bewußtseins.

Das Unendliche offenbart sich in den Dingen und ist zugleich der alles Endliche überragende göttliche Geist.


Bruno

Giordano Bruno (1548 – 1600)

Der italienische Denker Giordano Bruno knüpfte an die pantheistischen Gedanken der Antike an, nach denen Gott, das unpersönliche Prinzip, identisch mit der Natur ist. Daher muss – so Bruno – der Mensch nach der Erkenntnis der Natur streben und nicht nach der Erkenntnis irgendeines übernatürlichen Wesens.

Da Bruno die Verfolgungen der Kirchenhierarchie fürchtete, lebte er u. a. in Frankreich, England und Deutschland.

Zu Beginn der 90er Jahre lockte man ihn in provokatorischer Absicht nach Italien, beschuldigte ihn der Häresie und übergab ihn der Inquisition, die ihn nach langjährigem Gefängnisaufenthalt auf dem Scheiterhaufen verbrannte.

Bei Bruno beruht Wissen auf einer Erkenntnishierarchie. Nach der Wahrnehmung übersetzt der diskursive Verstand (ratio) die einzelnen im Gedächtnis gespeicherten Dinge in ein Allgemeines und ordnet sie in einer logischen Aufeinanderfolge durch analytische Beweisführung. Die Vernunft (intellectus) nimmt durch eine Intuition in einer inneren Anschauung die Ergebnisse des Verstandes auf. Schließlich identifiziert der Geist (mens) die vorherigen Ebenen miteinander und erfasst unmittelbar, wie in einem lebendigen Spiegel, alle Formen und Gestalten ohne logisch-diskursives Denken. Wissen findet sich nur auf der höchsten Stufe.

In der Geschichte der Logik spielten seine Ideen von der unendlichen Natur und der Vielzahl von Welten im All, über die Monade als einheitliches Prinzip der Welt, über die Beseeltheit der Materie, in welcher in Einheit das Körperliche und das Geistige, das Objektive und das Subjektive gegeben sind, eine Rolle.

Unter dem Einfluß von Lullus unterzog Bruno die mittelalterliche Logik einer Kritik. Er kommentierte die Arbeiten von Lullus und versuchte, die Regeln der Kombination mit Termini der logischen Technik von Lullus zu verknüpfen.

Giordano Bruno starb als Opfer der Kirche auf dem Scheiterhaufen in Rom.


Buber

Martin Buber (1878 – 1965)

Martin Buber ist ein Vertreter des Existentialismus.

Buckle

Henry Thomas Buckle (1821 – 1862)

Henry Thomas Buckle betont die Abhängigkeit der Geschichte vom Naturmilieu und die besondere Rolle des intellektuellen Faktors, der allein den Fortschritt bedingt.