Buechner

Ludwig Büchner (1824 – 1899)

Ludwig Büchner ist ein Vertreter des mechanischen Materialismus.

Die Naturwissenschaft ist nach Büchner Grundlage aller Philosophie. Metaphysik ist etwas Rückständiges. Es gibt nichts Immaterielles.

Das Wirkliche ist so, wie es die Naturwissenschaften zeigen.

Es gibt nur ein Seiendes, welches zugleich Kraft und Stoff ist. Kraft und Stoff sind nur zwei Seiten oder Erscheinungsweisen eines und desselben Wesens.

Die Kraft ist Bewegung des Stoffes oder Ursache einer solchen. Materie und Bewegung sind ewig.

Stoff, Kraft und Geist sind nur verschiedene Ausdrücke für ein Seiendes. Aller Dualismus von Geist und Materie, Seele und Leib ist zu bekämpfen.

In der Natur gibt es nur strenge Gesetzlichkeit, nur Kausalität, aber keine Zweckursachen. Der Mensch ist ein Naturgebilde, ein Produkt der Entwicklung. Er ist in seinem Wollen und Handeln durch die Natur determiniert.

Wie das Leben so ist auch das Denken nur eine besondere Form der allgemeinen Naturbewegung.

Seele ist ein Kollektivbegriff für die Gehirnfunktionen. Die menschliche Seele ist das Gehirn selbst und daher sterblich.

Gott ist nichts als die Natur selbst.

Bulgakow

Sergej Nikolajewitsch Bulgakow (1871 – 1944)

Sergej Nikolajewitsch Bulgakow ist ein Vertreter des legalen Marxismus. Nach der Revolution von 1905 – 1907 vertrat er einen philosophischen Mystizismus.

Bunizki

Jewgeni Leonidowitsch Bunizki (1874 – 1952)

Der russische Mathematiker und Logiker J. L. Bunizki untersuchte Probleme der Anwendung von Resultaten der Logik in der Arithmetik. Er befasste sich mit der Bestimmung der Anzahl der Glieder eines logischen Polynoms und untersuchte die symmetrischen Funktionen der Algebra der Logik.

Burali

Cesare Burali-Forti (1861 – 1931)

Der italienische Mathematiker Burali-Forti hat an dem in den Jahren 1895 bis 1908 erschienenen fünfbändigen Werk Formulaire de mathématiques von Peano mitgearbeitet.

In seinem Buch Logica mathematica (1894, 21919) legte Burali-Forti die Ideen Peanos zur mathematischen Logik dar.

Nach Burali-Forti ist eine Antinomie der Mengenlehre benannt.


Buridian

Johannes Buridian (1300 – 1358)

Der französische Physiker, Philosoph und Logiker Johannes Buridian war Rektor der Pariser Universität.

Buridian analysierte ausführlich die unmittelbaren modalen Schlüsse und konstruierte eine entsprechende mnemotechnische Figur. Weiter entwickelte er eine Theorie zur Beseitigung semantischer Antinomien.

Buridian wird das Gleichnis Buridians Esel zugeschrieben. Ein Esel, der sich zwischen zwei völlig gleichen und gleich weit entfernten Heubündeln befindet, verhungert, da er sich bei gleichen Motiven auf keine Weise entscheiden kann, welches Bündel Heu er zuerst fressen soll.

Das Gleichnis illustriert Buridians Ansicht über die Wechselwirkung von Willen und Verstand. Wenn der Verstand zu dem Schluss kommt, dass er gleichwertige Möglichkeiten vor sich hat, verliert der Wille seine Wirkung.

Es ist umstritten, ob dieses Gleichnis zurecht Buridian zugesprochen wird, da sich ähnliche Situationen bereits bei Aristoteles und Dante finden.

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Boissel

Boissel (18. Jh.)

Boissel vertritt utopisch-kommunistische Anschauungen.

In seinem Catéchisme du genre humain (1789) fordert Boissel nicht nur eine kommunistische Ordnung, sondern erörtert auch eingehend das Problem des Übergangs von der bestehenden zur kommunistischen Ordnung. Er macht praktische Vorschläge, wie nach und nach die bestehende soziale und politische Ungleichheit beseitigt und ein kommunistischer Staat errichtet werden kann.


Bolingbr

Henry Bolingbroke (1678 – 1751)

Henry Bolingbroke ist als Vertreter des Deismus und insbesondere als Vertreter einer Vernunftreligion bekannt.


Bollnow

Otto Friedrich Bollnow (1903 – 1991)

Otto Friedrich Bollnow ist ein Vertreter des Existentialismus. Er entwickelte die Hermeneutik Diltheys weiter und befasste sich ausführlich mit den philosophischen Grundlagen der Pädagogik.


Boltzm

Ludwig Boltzmann (1844 – 1906)

Ludwig Boltzmann war Professor der Physik in Wien.

Atome sind nach Boltzmann als Denkmittel notwendig. Er wendet sich damit gegen die rein phänomenologische Physik. Die Außenwelt existiert unabhängig von uns.

Bolzano

Bernard Bolzano (1781 – 1848)

Der böhmische Philosoph, Logiker, Mathematiker, Religionswissenschaftler und utopische Sozialist studierte katholische Theologie, Philosophie und Mathematik. Danach erhielt er die Priesterweihe und wurde Professor für philosophische Religionslehre in Prag.

Wegen seiner Vorlesung Propaganda für das Freidenkertum wurde er 1819 aus der Universität entlassen und zeitweilig unter Polizeiaufsicht gestellt. Er zog sich aus dem politischen Leben zurück und konzentrierte sich auf die wissenschaftliche Arbeit.

Bolzano trennte scharf zwischen den psychologischen Erkenntnisprozessen und deren logischem Inhalt.

Bolzano war stark von Leibniz beeinflußt und ist wie dieser Wegbereiter der modernen Logik.

Bolzano betont die Unabhängigkeit der Logik von der Psychologie. Die Logik – so Bolzano – beschäftigt sich nicht mit psychischen Vorgängen, sondern ausschließlich mit "Vorstellungen und Sätzen an sich". Sie existieren nach Bolzano unabhängig vom tatsächlichen menschlichen Denken und sind in der Sprache nur repräsentiert. Die Logik hat es nicht mit den seelischen Vorgängen des Urteilens und Fürwahrhaltens zu tun, sondern mit den zeit- und raumlosen Wahrheiten, Vorstellungen oder Sätzen an sich, den im logischen Urteil gemeinten ideellen Gegenständen.

Mit dieser Unterscheidung gewann Bolzano Einfluss auf Brentano, Husserl u.a.

In seinem Hauptwerk, der 1837 erschienenen Wissenschaftslehre vertritt der die Auffassung, dass der Satz an sich, die Vorstellung an sich und die Wahrheit an sich unabhängig von unserem Denken existieren.

Bolzanos Wissenschaftslehre nahm wichtige Teile der modernen Logik vorweg, z. B. die Begriffe der logischen Folgerung und der logischen Form. In seiener Logik versuchte er raum- und zeitlose Wahrheiten zu begründen.

Er entwickelte eine Methode der Variation der Vorstelllungen, die die Möglichkeit gibt, die Vereinbarkeit von Sätzen und ihre gegenseitige Ableitbarkeit zu erklären. Diese Methode kann als früher Versuch einer Modelltheorie interpretiert werden.

Bolzano ist einer der Wegbereiter einer axiomatischen Logik. Er benutzt in seinen Arbeiten rechteckige Diagramme für Beziehungen zwischen logischen Klassen. Er wies daraufhin, dass die vier klassischen Urteilsarten keine einheitlichen Gebilde seien, sondern vielmehr die Zusammenfassung mehrerer Möglichkeiten von Umfangsverhältnissen der Begriffe darstellen. Diese veranschaulichte er graphisch durch ein System von parallelen durchgezogenen bzw. punktierten Strecken.

Alle Begriffe versuchte Bolzano durch eine anatomische Analyse auf einfachste, nicht definierbare Grundbegriffe zurückzuführen wie z. B. Existenz, Bewußtsein, Wollen, Dauer, Ausdehnung, Kraft, Beweglichkeit, Einheit und Identität.

In der Mathematik lieferte er wichtige Beiträge zur Grundlegung der Analysis und versuchte eine Theorie der reellen Zahlen zu begründen. Er formulierte Sätze, die K. Weierstraß später zur Theorie der Funktionen ausarbeitete.

Bolzano war ein Wegbereiter der Mengenlehre. In seiner 1851 posthum erschienenen Arbeit Paradoxien des Unendlichen lenkte er die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass eine unendliche Menge zu gewissen ihrer echten Teilmengen gleichmächtig ist.

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