Burali
Cesare Burali-Forti (1861 – 1931)
Der italienische Mathematiker Burali-Forti hat an dem in den Jahren 1895 bis 1908 erschienenen fünfbändigen Werk Formulaire de mathématiques von Peano mitgearbeitet.In seinem Buch Logica mathematica (1894, 21919) legte Burali-Forti die Ideen Peanos zur mathematischen Logik dar.
Nach Burali-Forti ist eine Antinomie der Mengenlehre benannt.
Buridian
Johannes Buridian (1300 – 1358)
Der französische Physiker, Philosoph und Logiker Johannes Buridian war Rektor der Pariser Universität.Buridian analysierte ausführlich die unmittelbaren modalen Schlüsse und konstruierte eine entsprechende mnemotechnische Figur. Weiter entwickelte er eine Theorie zur Beseitigung semantischer Antinomien.
Buridian wird das Gleichnis Buridians Esel zugeschrieben. Ein Esel, der sich zwischen zwei völlig gleichen und gleich weit entfernten Heubündeln befindet, verhungert, da er sich bei gleichen Motiven auf keine Weise entscheiden kann, welches Bündel Heu er zuerst fressen soll.
Das Gleichnis illustriert Buridians Ansicht über die Wechselwirkung von Willen und Verstand. Wenn der Verstand zu dem Schluss kommt, dass er gleichwertige Möglichkeiten vor sich hat, verliert der Wille seine Wirkung.
Es ist umstritten, ob dieses Gleichnis zurecht Buridian zugesprochen wird, da sich ähnliche Situationen bereits bei Aristoteles und Dante finden.
Weblinks
Bradward
Thomas Bradwardine (gest. 1349)
Thomas Bradwardine ist ein Anhänger von Thomas von Aquin.
Burke
Edmund Burke (1729 – 1797)
Der englische Philosoph Edmund Burke hat mit seinen Reflections on the Revolution in France (1790) eine ausführliche Rechtfertigung konservativer politischer Philosophie geliefert.Burke begründete eine psychologische Ästhetik, die zwischen dem Schönen und Erhabenen genauer unterscheidet.
Online-Texte
- A Letter to a Noble Lord (engl.)
- On Taste (engl.)
- The Sublime of Beautiful (engl.)
- Reflections on the Revolution in France (engl.)
Bolingbr
Henry Bolingbroke (1678 – 1751)
Henry Bolingbroke ist als Vertreter des Deismus und insbesondere als Vertreter einer Vernunftreligion bekannt.
Bollnow
Otto Friedrich Bollnow (1903 – 1991)
Otto Friedrich Bollnow ist ein Vertreter des Existentialismus. Er entwickelte die Hermeneutik Diltheys weiter und befasste sich ausführlich mit den philosophischen Grundlagen der Pädagogik.
Boltzm
Ludwig Boltzmann (1844 – 1906)
Ludwig Boltzmann war Professor der Physik in Wien. Atome sind nach Boltzmann als Denkmittel notwendig. Er wendet sich damit gegen die rein phänomenologische Physik. Die Außenwelt existiert unabhängig von uns.
Bolzano
Bernard Bolzano (1781 – 1848)
Der böhmische Philosoph, Logiker, Mathematiker, Religionswissenschaftler und utopische Sozialist studierte katholische Theologie, Philosophie und Mathematik. Danach erhielt er die Priesterweihe und wurde Professor für philosophische Religionslehre in Prag.Wegen seiner Vorlesung Propaganda für das Freidenkertum wurde er 1819 aus der Universität entlassen und zeitweilig unter Polizeiaufsicht gestellt. Er zog sich aus dem politischen Leben zurück und konzentrierte sich auf die wissenschaftliche Arbeit.
Bolzano trennte scharf zwischen den psychologischen Erkenntnisprozessen und deren logischem Inhalt.
Bolzano war stark von Leibniz beeinflußt und ist wie dieser Wegbereiter der modernen Logik.
Bolzano betont die Unabhängigkeit der Logik von der Psychologie. Die Logik – so Bolzano – beschäftigt sich nicht mit psychischen Vorgängen, sondern ausschließlich mit "Vorstellungen und Sätzen an sich". Sie existieren nach Bolzano unabhängig vom tatsächlichen menschlichen Denken und sind in der Sprache nur repräsentiert. Die Logik hat es nicht mit den seelischen Vorgängen des Urteilens und Fürwahrhaltens zu tun, sondern mit den zeit- und raumlosen Wahrheiten, Vorstellungen oder Sätzen an sich, den im logischen Urteil gemeinten ideellen Gegenständen.
Mit dieser Unterscheidung gewann Bolzano Einfluss auf Brentano, Husserl u.a.
In seinem Hauptwerk, der 1837 erschienenen Wissenschaftslehre vertritt der die Auffassung, dass der Satz an sich, die Vorstellung an sich und die Wahrheit an sich unabhängig von unserem Denken existieren.
Bolzanos Wissenschaftslehre nahm wichtige Teile der modernen Logik vorweg, z. B. die Begriffe der logischen Folgerung und der logischen Form. In seiener Logik versuchte er raum- und zeitlose Wahrheiten zu begründen.
Er entwickelte eine Methode der Variation der Vorstelllungen, die die Möglichkeit gibt, die Vereinbarkeit von Sätzen und ihre gegenseitige Ableitbarkeit zu erklären. Diese Methode kann als früher Versuch einer Modelltheorie interpretiert werden.
Bolzano ist einer der Wegbereiter einer axiomatischen Logik. Er benutzt in seinen Arbeiten rechteckige Diagramme für Beziehungen zwischen logischen Klassen. Er wies daraufhin, dass die vier klassischen Urteilsarten keine einheitlichen Gebilde seien, sondern vielmehr die Zusammenfassung mehrerer Möglichkeiten von Umfangsverhältnissen der Begriffe darstellen. Diese veranschaulichte er graphisch durch ein System von parallelen durchgezogenen bzw. punktierten Strecken.
Alle Begriffe versuchte Bolzano durch eine anatomische Analyse auf einfachste, nicht definierbare Grundbegriffe zurückzuführen wie z. B. Existenz, Bewußtsein, Wollen, Dauer, Ausdehnung, Kraft, Beweglichkeit, Einheit und Identität.
In der Mathematik lieferte er wichtige Beiträge zur Grundlegung der Analysis und versuchte eine Theorie der reellen Zahlen zu begründen. Er formulierte Sätze, die K. Weierstraß später zur Theorie der Funktionen ausarbeitete.
Bolzano war ein Wegbereiter der Mengenlehre. In seiner 1851 posthum erschienenen Arbeit Paradoxien des Unendlichen lenkte er die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass eine unendliche Menge zu gewissen ihrer echten Teilmengen gleichmächtig ist.
Weblinks
- Bernard Bolzano’s Theory of Science
- Betti, Arianna: Sempiternal Truth. The Bolzano-Twardowski-Le&;niewski-Axis (PDF, engl.)
- Wolenski, Jan: Theories of Truth in Austria and Polish Philosophy
- Betti, Arianna: De Veritate: another Chapter. The Bolzano-Lesniewski Connection
- Bernard Bolzano Pages (engl.)
Bonald
Louis Vicomte de Bonald (1754 – 1840)
Louis Vicomte de Bonald gehört zu der theologischen Schule der Traditionalisten.Ohne die Sprache – so de Bonald – kann der Mensch nicht denken. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Gesellschaft, Staat und Gesetze sind göttlichen Ursprungs und der Religion sowie der Kirche untergeordnet.