Brunner

August Brunner (geb. 1894)

August Brunner ist ein Vertreter des Neothomismus.


Bruno

Giordano Bruno (1548 – 1600)

Der italienische Denker Giordano Bruno knüpfte an die pantheistischen Gedanken der Antike an, nach denen Gott, das unpersönliche Prinzip, identisch mit der Natur ist. Daher muss – so Bruno – der Mensch nach der Erkenntnis der Natur streben und nicht nach der Erkenntnis irgendeines übernatürlichen Wesens.

Da Bruno die Verfolgungen der Kirchenhierarchie fürchtete, lebte er u. a. in Frankreich, England und Deutschland.

Zu Beginn der 90er Jahre lockte man ihn in provokatorischer Absicht nach Italien, beschuldigte ihn der Häresie und übergab ihn der Inquisition, die ihn nach langjährigem Gefängnisaufenthalt auf dem Scheiterhaufen verbrannte.

Bei Bruno beruht Wissen auf einer Erkenntnishierarchie. Nach der Wahrnehmung übersetzt der diskursive Verstand (ratio) die einzelnen im Gedächtnis gespeicherten Dinge in ein Allgemeines und ordnet sie in einer logischen Aufeinanderfolge durch analytische Beweisführung. Die Vernunft (intellectus) nimmt durch eine Intuition in einer inneren Anschauung die Ergebnisse des Verstandes auf. Schließlich identifiziert der Geist (mens) die vorherigen Ebenen miteinander und erfasst unmittelbar, wie in einem lebendigen Spiegel, alle Formen und Gestalten ohne logisch-diskursives Denken. Wissen findet sich nur auf der höchsten Stufe.

In der Geschichte der Logik spielten seine Ideen von der unendlichen Natur und der Vielzahl von Welten im All, über die Monade als einheitliches Prinzip der Welt, über die Beseeltheit der Materie, in welcher in Einheit das Körperliche und das Geistige, das Objektive und das Subjektive gegeben sind, eine Rolle.

Unter dem Einfluß von Lullus unterzog Bruno die mittelalterliche Logik einer Kritik. Er kommentierte die Arbeiten von Lullus und versuchte, die Regeln der Kombination mit Termini der logischen Technik von Lullus zu verknüpfen.

Giordano Bruno starb als Opfer der Kirche auf dem Scheiterhaufen in Rom.


Buber

Martin Buber (1878 – 1965)

Martin Buber ist ein Vertreter des Existentialismus.

Buckle

Henry Thomas Buckle (1821 – 1862)

Henry Thomas Buckle betont die Abhängigkeit der Geschichte vom Naturmilieu und die besondere Rolle des intellektuellen Faktors, der allein den Fortschritt bedingt.

Bude

Guillaume Budé (1468 – 1540)

Der französische Humanist, Philosoph und Philologe Guillaume Budé entstammte einer Pariser Beamtenbürgerfamilie. Er studierte in Orléans die Rechte. Er war mit Vives befreundet.

Budé entwickelte und verbreiteten die Methode der kritisch-historischen Aneignung von Texten.

Seine Übersetzungen, z. B. von Plutarchos, fanden in den europäischen Ländern rasche Verbreitung.

Buechner

Ludwig Büchner (1824 – 1899)

Ludwig Büchner ist ein Vertreter des mechanischen Materialismus.

Die Naturwissenschaft ist nach Büchner Grundlage aller Philosophie. Metaphysik ist etwas Rückständiges. Es gibt nichts Immaterielles.

Das Wirkliche ist so, wie es die Naturwissenschaften zeigen.

Es gibt nur ein Seiendes, welches zugleich Kraft und Stoff ist. Kraft und Stoff sind nur zwei Seiten oder Erscheinungsweisen eines und desselben Wesens.

Die Kraft ist Bewegung des Stoffes oder Ursache einer solchen. Materie und Bewegung sind ewig.

Stoff, Kraft und Geist sind nur verschiedene Ausdrücke für ein Seiendes. Aller Dualismus von Geist und Materie, Seele und Leib ist zu bekämpfen.

In der Natur gibt es nur strenge Gesetzlichkeit, nur Kausalität, aber keine Zweckursachen. Der Mensch ist ein Naturgebilde, ein Produkt der Entwicklung. Er ist in seinem Wollen und Handeln durch die Natur determiniert.

Wie das Leben so ist auch das Denken nur eine besondere Form der allgemeinen Naturbewegung.

Seele ist ein Kollektivbegriff für die Gehirnfunktionen. Die menschliche Seele ist das Gehirn selbst und daher sterblich.

Gott ist nichts als die Natur selbst.

Bulgakow

Sergej Nikolajewitsch Bulgakow (1871 – 1944)

Sergej Nikolajewitsch Bulgakow ist ein Vertreter des legalen Marxismus. Nach der Revolution von 1905 – 1907 vertrat er einen philosophischen Mystizismus.

Bunizki

Jewgeni Leonidowitsch Bunizki (1874 – 1952)

Der russische Mathematiker und Logiker J. L. Bunizki untersuchte Probleme der Anwendung von Resultaten der Logik in der Arithmetik. Er befasste sich mit der Bestimmung der Anzahl der Glieder eines logischen Polynoms und untersuchte die symmetrischen Funktionen der Algebra der Logik.

Burali

Cesare Burali-Forti (1861 – 1931)

Der italienische Mathematiker Burali-Forti hat an dem in den Jahren 1895 bis 1908 erschienenen fünfbändigen Werk Formulaire de mathématiques von Peano mitgearbeitet.

In seinem Buch Logica mathematica (1894, 21919) legte Burali-Forti die Ideen Peanos zur mathematischen Logik dar.

Nach Burali-Forti ist eine Antinomie der Mengenlehre benannt.


Buridian

Johannes Buridian (1300 – 1358)

Der französische Physiker, Philosoph und Logiker Johannes Buridian war Rektor der Pariser Universität.

Buridian analysierte ausführlich die unmittelbaren modalen Schlüsse und konstruierte eine entsprechende mnemotechnische Figur. Weiter entwickelte er eine Theorie zur Beseitigung semantischer Antinomien.

Buridian wird das Gleichnis Buridians Esel zugeschrieben. Ein Esel, der sich zwischen zwei völlig gleichen und gleich weit entfernten Heubündeln befindet, verhungert, da er sich bei gleichen Motiven auf keine Weise entscheiden kann, welches Bündel Heu er zuerst fressen soll.

Das Gleichnis illustriert Buridians Ansicht über die Wechselwirkung von Willen und Verstand. Wenn der Verstand zu dem Schluss kommt, dass er gleichwertige Möglichkeiten vor sich hat, verliert der Wille seine Wirkung.

Es ist umstritten, ob dieses Gleichnis zurecht Buridian zugesprochen wird, da sich ähnliche Situationen bereits bei Aristoteles und Dante finden.

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