Euhemer

Euhemeros aus Messene (ca. 300 v. u. Z.)

Euhemeros lebte am Hofe des makedonischen Königs Kassandros. Von ihm sind nur Fragmente erhalten. Nach Euhemeros sind die mythologischen Gottheiten und Heroen nur vergötterte Menschen, die Großes geleistet haben und dafür verehrt, werden. Euhemeros wird der kyrenaischen Schule zugerechnet.

Eukleid

Eukleides von Megara (ca. 450 – 380 v. u. Z.)

Auf diesen megarischen Philosophen, Schüler des Sokrates, berief sich sowohl die megarische Philosophenschule als auch die dialektische Schule.

Soweit heute bekannt ist, waren Platon und Eukleides von Megara die ersten, die über logische Probleme nachgedacht haben. Eukleides ixt berühmt für seine Rätsel, eines von ihnen ist der das Sorites-Paradox, das Haufen-Argument.

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 2, 423


Euklid

Eukleides von Alexandreia (ca. 365 – 300 v. u. Z.)

Der griechische Mathemaiker Eukleides von Alexandreia (auch Euklid) wirkte am Musaion in Alexandria. In den 13 Büchern seiner Elemente hat Eukleides von Alexandreia das theoretische mathematische Wissen seiner Zeit unter systematischen Gesichtspunkten dargestellt.

Insgesamt hat er in seinen Elementen den mathematischen Lehrstoffen, wie er in der platonischen Schule vorgeschrieben war, zusammengefasst. Die Elemente waren nicht, wie man nach dem Titel vermuten könnte, für Anfänger bestimmt, sondern für Lernende auf fortgeschrittem Niveau.

Eukleides von Alexandreia hinterließ außer den Elementen auch eine Reihe eigener Forschungsergebnisse, die allerdings z. T. nur dem Thema nach oder in arabischer Übersetzung überliefert sind.

Dazu gehören Über die Zerlegung von Figuren, Porismen, Pseudaria (Trugschlüsse), Dedomena, Optika, Katoptrika, Sectio Canonis und Phainomena. Eine Kegelschnittlehre von ihm ist verlorengegangen, da sie durch die ausführlichere Kegelschnittlehre seines Schülers Apollonios von Perge verdrängt wurde.

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 2, 423


Euler

Leonhard Euler (1707 – 1783)

Der schweizerische Mathematiker, Physiker und Astronom Leonhard Euler studierte ab 1720 in Basel Philosophie und Theologie und zugleich bei J. Bernoulli Mathematik und Physik.

Euler ging 1727 nach St. Petersburg, wo er ab 1730 Professor für Physik und ab 1733 als nachfolger von D. Bernoulli Professor für Mathematik war.

1741 wurde Euler an die Berliner Akademie der Wissenschaften berufen und wirkte dort ab 1744 als Direktor der mathematischen Klasse. Wegen unfreundlicher Behandlung durch Friedrich II. ging Euler 1760 wieder nach St. Petersburg.

Bereits in frühen Jahren beschäftige sich Euler mit philosophischen Problemen. In seiner (nicht erhaltenen) Magisterarbeit beschäftigt sich Euler mit Unterschieden zwischen der Philosophie von Descartes und Newton.

Euler versuchte über die von der Akademie gestellten Preisfragen den Einfluss der Philosophie von Leibniz und Wolff zurückzudrängen. So wurde in der Preisfragwe des Jahres 1747 die Monadenlehre zur Diskussion gestellt. Euler sorgte dafür, dass der Preis einem Gegner der Monadenlehre zugesprochen wurde.

In seinen Briefen an eine deutsche Prinzessin über verschiedene Gegenstände aus der Physik und Philosophie gibt Euler eine Gesamtdarstellung seiner philosophischen Ansichten. In den Briefen, die u. a. Goethe und Kant sehr schätzten, findet sich auch die Veranschaulichung logischer Relationen, die heute als Eulersche Kreise bezeichnet wird und auf die bereits Leibniz hingewiesen hatte. Die Eulerschen Kreise wurden im 19. Jahrhundert u. a. von Gergonne und Venn weiterentwickelt.

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Ewald

Oskar Ewald (geb. 1881)

Oskar Ewald bekämpft den Relativismus, Subjektivismus und Psychologismus. Er ist stark von Fries beeinflußt.

Die Gültigkeit der Kategorien ist von der Erfahrung unabhängig. Nur das Vorhandensein der Kategorien wird durch innere Erfahrung konstatiert.

Die logische, aprioristische Deduktion und die teleologische Methode sind abzulehnen.

Das eigentliche apriori in den Kategorien entspringt aus den Denkgesetzen sowie der Einheit und Identität, die die Denkgesetze beherrscht.

Ewald ist ein Gegner der atomistischen Assoziationspsychologie.


Faber

Jacobus Faber (1455 – 1537)

Der französische Philosoph, Theologe und Mathematiker Jacobus Faber (auch: Faber Stapulensis oder Jacques Lefèvre d’Étaples) besorgte Publikationen von Aristoteles, Platon, Raimundus Lullus und N. Cusanus. Insbesondere von Cusanus war Faber stark beeinflußt.

Bereis 1512 verkündet Faber reformatorische Gedanken (z. B. Priesterehe, Ablehnung guter Werke als Gnadenmittel).

Faber vertrat als Lehrer an der Sorbonne das Prinzip der Bibelinterpretation aus den Quellen der Schrift und unterzog die biblischen Texte einer strengen philologischen Kritik.

Ab 1521 war Faber Generalvikar des Bischofs von Meaux. Er begründete einen Kreis zur Übersetzung der Bibel. Dieser Kreis musste sich auf Druck der Sorbonne und unter Strafandrohung auflösen.

In seiner Schrift Totius philosophiae naturalis paraphrases (1510) tritt er gegen die Entstellung der Ideen von Aristoteles in der Spätscholastik ein.

In seiner Schrift Einführung in die Theorie der Suppositionen und Insolubilien versucht Faber den Inhalt mittelalterlicher Logik-Traktate zu vereinfachen.

Von Faber stammt die Formulierung von fünf Regeln zur Eliminierung von Paradoxien, von zwölf echten Paradoxien und fünf Beispielen für Scheinparadoxien und von dreizehn Regeln des logischen Folgerns.

1525 veröffentlicht Faber eine Schrift zur aristotelischen Logik, die Paraphrasis in libros logicos Aristotelis.

Faber war das Haupt der der Reformation nahestehenden evangelisch-humanistischen Bewegung. Er begab sich 1530 unter den Schutz von Margarete von Nvarra.


Fannia

Fannia (1. Jh. u.Z.)

Fannia war die zweite Frau von Helvidius Priscus und befreundet mit Plinius dem Jüngern der sie in seinen Episteln erwähnt. Ihre Eltern, Arria die Jüngere und Clodius Thrasea, waren Anhänger des kynischen Philosophen Demetrius.

Politisch folgte Fannia der republikanischen Tradition ihrer Eltern und Großeltern, Arria der Ältere und Caecina Paetus, und war gegen Kaiser Claudius eingestellt. Domitian verbannte sie aus Rom wegen ihrer Nähe zu den Republikanern, sie kam jedoch unter der Regierung von Nerva zurück.

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Farabi

Abu Nasr Mohammed ben Mohammed ben Jarkham al-Farabi (ca. 870 – ca. 950 u. Z.)

Der Philosoph, Mathematiker, Astronom, Biologe, Geograph und Arzt al-Farabi (auch: Farabi) lebte in der Stadt Otar (im heutigen Kasachstan), die im Altertum verschiedene Namen hatte, von denen einer Farab lautete.

Er studierte und lehrte in Bagdad, ging dann nach Damaskus und Aleppo, wo er von dem Lehrer der Sûfis beeinflußt wurde.

Al-Farabi kommentierte Schriften von Aristoteles. So hat er wohl als erster unter den arabischen Philosophen die logischen Schriften von Aristoteles kommentiert. Zudem ist er vom Neuplatonismus beeinflußt.

Gott, das Ur-Eine, ist das notwendige Sein, das die Voraussetzung der ganzen Kausalreihe des Universums ist. Gott ist Weisheit, Macht, Wille und das Gute.

Aus der göttlichen Einheit emaniert der Erste Intellekt. In ihme erkennt sich das Eine selbst. Außerdem tritt in ihm die Welt der Ideen hervor, welche die Formen der Dinge in der Welt im Zusammenspiel mit der Materie bestimmen. Der Erste Intellekt geht mit Notwendigkeit aus Gott hervor und erkennt nicht nur seinen Ursprung, sondern auch sich selbst.

Erkenntnis und Erkennbarkeit wurzeln im Ersten Intellekt. Aus der Erkenntnis des Einen emaniert der zweite Intellekt. Ihm folgen weitere Intelligenzen. Diese sind jeweils einer Himmelsspäre zugeordnet.

Dem untersten Intellekt, dem zehnten, untersteht die Ordnung unterhalb des Mondes, also auch Erde und Mensch. Dieser Intellekt, wird an Aristoteles anknüpfend, als tätiger Intellekt vorgestellt.

Wie vorher schon al-Kindi nimmt al-Farabi auch einen erworbenen Intellekt (intellectus adeptus) an. Der erworbene Intellekt umfaß das Wissen, das sich der Mensch erworben hat.

Alles geistige Licht geht vom Ersten Intellekt aus. Das geistige Licht erreicht den Menschen in der tätigen Vernunft. Jeder Vollzug von Erkenntnis folgt daher einer Erleuchtung aus dem Ersten Licht.

Erkenntnis beginnt nach al-Farabi mit der Wahrnehmung. Auf der Grundlage der Wahrnehmungen entstehen Ideen von einzelnen Gegenständen.

Die tätige Vernunft ermöglicht uns die Bildung von Universalien. Al-Farabi definiert die Universalien als das Einheitliche von Vielem und in Vielem. Universalien sind mit Individualbegriffen verbunden. Das Allgemeine ist nicht selbständig, sondern in den Dingen. Mit den Universalien vollziehen die Menschen den Wesengehalt der Dinge nach.

Die Vereinigung von Vorstellungen ergibt ein Urteil. Urteilen kommt die Eigenschaft zu, wahr oder falsch zu sein.

Um die Wahrheit oder Falschheit zu klären, muss man einen mittelbaren Schluss aufstellen und mit dessen Hilfe das Urteil auf Axiome zurückführen.

Als Logik bezeichnet al-Farabi die Wissenschaft zum Unterscheiden von wahr und falsch. Aufgabe der Logik ist es, den Menschen zu lehren, ihre Gedanken in der Sprache korrekt auszudrücken.

Al-Farabi unterschied zwei Teile der Logik:

  1. die Lehre von Ideen und Definitionen und
  2. die Lehre von Urteil, Schluss und Beweis.

Er unterscheidet logica docens und logica utens.

Höchstes Prinzip der Logik ist der Satz vom Widerspruch.


Epiktet

Epiktetos (ca. 50 – 130)

Der griechische Philosoph Epiktetos (auch Epiktet) lebte zuerst als Sklave, spät als Freigelassener in Rom. Er wurde 89 von Domitianus mit allen Philosophen aus Rom ausgewiesen.

Epiktetos war einer der bedeutendsten Vertreter der späten stoischen Philosophie. Er reduzierte Philosophie fast ausschließlich auf Ethik. Er hielt den bloßen Glauben an eine von der göttlichen Vernunft zweckmäßig eingerichtete Welt zur Begründung sittlichen Handelns für ausreichend.

Aufgabe des Menschen sei es, seinen Willen so zu gebrauchen, dass eine völlige Einordnung in den Weltlauf erreicht wird.

Glückseligkeit ist die Freiheit von allen Begierden. Epiktetos lehnte den Staat und die Ehe ab und propagierte die absolute Gleichheit aller Menschen.

Epiktetos‘ Schüler Arrianos überlieferte die Lehre des Epiktetos in den Unterredungen. Ein Auszug daraus, das sog. Handbüchlein der Moral (Entcheiridion), erlangte als Trostbuch in der Spätantike große Verbreitung.

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Fechner

Gustav Theodor Fechner (1801 – 1887)

Fechner war in Leipzig Professor. Von Schellings und Okens Naturphilosophie beeinflußt, begründete er die Psychophysik.

Fechner ist ein Vertreter des Physiologischen Neukantianismus.

Nach Fechner ist die Philosophie die Wissenschaft der Wissenschaften.

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