Fischer

Kuno Fischer (1824 – 1907)

Kuno Fischer gehört zu den Neukantianern, ist aber auch von Hegel beeinflußt.

Fischer ist vor allem als Philosophiehistoriker bekannt geworden.

Die Logik ist nach Fischer zugleich Erkenntnislehre und Metaphysik. Die dialektische Entwicklung geht vom Sein durch das Wesen zum Zweck.

Es gibt zwei Willensarten: die Willkür, die durch Erkenntnis geleitet ist, und das allem Erkennen und bewussten Handeln vorausgehende, unbewusste Wollen. Diese Affekte sind Willenszustände. Im Gehirn manifestiert sich das Erkennenwollen. Der Wille ist die Quelle der Lebenstätigkeiten. Er ist das Wesen des Menschen, der Geist ist seine Begabung.

Was in uns Wille ist, ist in der Natur Kraft.

Im Ästhetischen liegt ein spielendes Verhalten vor, eine Sammlung und Einheit aller unserer Fähigkeiten.


Forge

Louis de la Forge

Der Cartesianer Louis de la Forge arbeitete als Arzt in Saumur. Er vertritt einen Okkasionalismus, wonach die Bewegungen des Leibes nur Veranlassungen zur Hervorbringung der entsprechenden psychischen Vorgänge sind, die letzten Endes von Gott verursacht sind.


Fracast

Girolamo Fracastoro

Der italienische Arzt, Philosoph, Astronom und Dichter Girolamo Fracastoro arbeitete als Arzt zu Infektionskrankheiten und prägte die Krankheitsbezeichnung Syphilis.

In seiner Philosophie gint Fracastaro von der empedokleisch beeinflußten Anschauung aus, dass die gesamte Natur von Sympathie und Antipathie durchdrungen sei.

Fracastaro war kein Atomist. Er knüpfte aber an Demokrits gnoseologischer Eidola-Theorie an, um die Fernwirkung zwischen Körpern zu erklären. Von einem Körper lösen sich Sympathie- oder Antipathie-Partikelchen, die in Öffnungen des anderen Körpers eindringen und so eine Verbindung herstellen.

Bei Fracastoro findet sich die Theorie des subnotio.


Francke

August Hermann Francke (1663 – 1727)

August Hermann Francke ist ein Vertreter des Pietismus. Der Hallesche Pietismus um Francke ist durch Konventikelwesen, Betonung der Innerlichkeit der Religion und Ablehnung der äußeren Kirche gekennzeichnet.


Frank

Philipp Frank

Philipp Frank (* 20. März 1884 in Wien, † 21. Juli 1966 in Cambridge, Massachusetts, USA) war ein Philosoph, Physiker und Mathematiker.

Philipp Frank studierte Physik bei Ludwig Boltzmann an der Universität Wien und promovierte dort in theoretischer Physik im Jahre 1907. Schon seit der Studienzeit interessierte ihn philosophischen Fragen and kam er in Kontakt mit dem Wiener Kreis. Er war befreundet mit Ludwig von Mises. Aus der Zusammenarbeit ging unter anderem das Buch Differentiagleichungen und Integralgleichungen der Mechanik und Physik (1925) hervor.

Frank schrieb eine Arbeit über Kausalität. Albert Einstein war beeindruckt von Franks Ideen und es gab einen regen Austausch zwischen beiden. Frank habilitierte sich und wurde Dozent an der Universität Wien im Jahre 1910. Auf Einsteins Empfehlung wurde Frank in 1912 sein Nachfolger an der Deutschen Universität in Prag, wo er bis 1938 blieb. Aufgrund des Einmarsches der Wehrmacht und der Zerschlagung des Wiener Kreises wanderte Frank in die USA aus. Dort war er zunächst Gastdozent und danach Dozent in Physik und Mathematik an der Harvard-Universität.

Frank arbeitete auf mehreren Gebieten der Mathematik: Variationsrechnung, Fourierreihen, Funktionenraum, Geometrische Optik, Schrödingersche Wellenmechanik und Relativitätstheorie. Seine Publikationen decken einen weiten Bereich ab.

Werke

  • The Law of Causality and Its Limits (Vienna Circle Collection) Philipp Frank et al (1997)
  • Foundations of Physics (Foundations of the Unity of Science Vol. 1 No. 7)
  • The validation of scientific theories
  • Relativity and its astronomical implications: The significance of general relativity presented in the language of the layman
  • Thermodynamics
  • Between physics and philosophy
  • Interpretations and misinterpretations of modern physics
  • Relativity,: A richer truth (Seeds-of-thought series)
  • Einstein: Sein Leben und seine Zeit
  • Die Differential- und Integralgleichungen der Mechanik und Physik, 1930
  • Das Kausalgesetz und seine Grenzen, 1988
  • Modern science and its philosophy, 1955
  • Philosophy of science
  • Wahrheit – relativ oder absolut. 1952
  • The validation of scientific theories, 1961


Franklin

Christina L. Franklin (1847 – 1930)

Die amerikanische Logikerin Christina L. Franklin ist die Schöpferin der Lehre vom Antilogismus.


Frauenst

Julius Frauenstädt (1813 – 1879)

Julius Frauenstädt lebte in Berlin. In den ersten Schriften knüpft er an Hegel an. Später vertrat er einen Voluntarismus, der von dem von Schopenhauer abweicht.

Die eigentliche Ursache alles Geschehens ist der Wille.

Die Vielheit der Individuen ist mehr als bloßer Schein (Objektiv-phänomenaler Individualismus). Die Einheit des Weltwillens umschließt eine Vielheit relativ selbständiger Wesen. Wie der Wille ist auch das Vorstellen ein allgemeines Attribut des Seienden. Der Intellekt ist ein ebenso ewiges Prinzip wie der Wille.

Wie die Anschauungsformen (Raum und Zeit) ist auch die Denkform der Kausalität objektiv bedingt.

Frauenstädt ist nicht pessimistisch.


Epiktet

Epiktetos (ca. 50 – 130)

Der griechische Philosoph Epiktetos (auch Epiktet) lebte zuerst als Sklave, spät als Freigelassener in Rom. Er wurde 89 von Domitianus mit allen Philosophen aus Rom ausgewiesen.

Epiktetos war einer der bedeutendsten Vertreter der späten stoischen Philosophie. Er reduzierte Philosophie fast ausschließlich auf Ethik. Er hielt den bloßen Glauben an eine von der göttlichen Vernunft zweckmäßig eingerichtete Welt zur Begründung sittlichen Handelns für ausreichend.

Aufgabe des Menschen sei es, seinen Willen so zu gebrauchen, dass eine völlige Einordnung in den Weltlauf erreicht wird.

Glückseligkeit ist die Freiheit von allen Begierden. Epiktetos lehnte den Staat und die Ehe ab und propagierte die absolute Gleichheit aller Menschen.

Epiktetos‘ Schüler Arrianos überlieferte die Lehre des Epiktetos in den Unterredungen. Ein Auszug daraus, das sog. Handbüchlein der Moral (Entcheiridion), erlangte als Trostbuch in der Spätantike große Verbreitung.

Online-Texte


Fechner

Gustav Theodor Fechner (1801 – 1887)

Fechner war in Leipzig Professor. Von Schellings und Okens Naturphilosophie beeinflußt, begründete er die Psychophysik.

Fechner ist ein Vertreter des Physiologischen Neukantianismus.

Nach Fechner ist die Philosophie die Wissenschaft der Wissenschaften.

Weblinks


Epikur

Epikuros von Samos (341 – 270 v. u. Z.)

Der griechische Philosoph Epikuros (auch Epikur) ist Schüler des Demokritanhängers Nausiphanes. Er gilt als Fortsetzer der leukippischen-demokritischen Atomistik. 310 begründete in Mytilene auf Lesbos eine Philosophenschule, die er 306 nach Athen verlegte, wo sie der Garten (griech. Kepos) genannt wurde, und der er bis zu seinem Tode vorstand.

Von Epikur sind drei Lehrbriefe und die Kyriai doxai (Hauptlehrsätze) im 10. Buch des Diogenes Laërtios sowie Reste des Hauptwerkes Über die Natur (auf Papyrus), daneben zahlreiche Fragmente aus anderen Werken erhalten.

Epikur’s Lehre gliedert sich in Kanonik, Physik und Ethik.

Die Kanonik (Logik) trägt diesen Namen, weil sie den Maßstab dafür gibt, was wahr und falsch, zu erstreben und zu vermeiden ist. Die Sinneswahrnehmungen sind ihm sämtlich wahr. Es gibt keine angeborenen Ideen. Quelle des Wissens sind die Empfindungen, die unter der Einwirkung des pausenlosen Stromes feiner Atomschichten entstehen, kleinster Teilchen, der Idole, die von den Dingen der realen Welt ausgehen. Empfindungen können nicht trügen. Ein Fehler ist nur in mittelbaren Schlüssen möglich, die auf der Grundlage der in der Empfindung gewonnenen Angaben entstehen.

Täuschungen sind auch dann möglich, wenn Atome, die sich von den Dingen getrennt haben, auf ihrem Wege zu den Sinnesorganen unter irgendeiner Einwirkung ihren ursprünglichen Bau verändern, sich gleichsam untereinander verirren.

Wenn man sich aber erneut den Hinweisen der Empfindung zuwendet, kann man sich von der Wahrheit oder Falschheit des mittelbaren Schlusses überzeugen. Die Annahme über die Festigkeit eines Dinges kann man z. B. durch eine zweite Prüfung auf Biegen, Brechen und Pressen bestätigen.

Wenn auch das nicht genügt, muss man den Schlusssatz eines mittelbaren Schlusses den natürlichen Gattungsbegriffen gegenüberstellen (Proplepsis), die sich auf natürlichem Wege bei allen Menschen aufgrund der Verallgemeinerung ähnlicher Einzelwahrnehmungen von äßeren Gegenständen bilden.

Diese Begriffe sind immer und bei allen Menschen wahr und können daher als Wahrheitskriterium für einen mittelbaren Schluss dienen.

Der Satz vom Widerspruch wurde von ihm als Gesetz verstanden, das verbietet, einem Faktor der Sinneserfahrung zu widersprechen.

Als Nominalist akzeptierte Epikur nur die Existenz von Einzeldingen und negierte die Existenz des Allgemeinen in den Dingen. Daher richtet er in seiner Lehre von den mittelbaren Schlüssen seine Hauptaufmerksamkeit nicht auf den kategorischen Syllogismus, wie dies bei Aristoteles der Fall ist, sondern auf Induktion und Analogie.

Ob die aus Sinneswahrnehmungen abgeleiteten Meinungen wahr sind, entscheidet auf theoretischem Gebiet die Wahrnehmung, auf praktischen das Gefühl der Lust bzw. Unlust. Seine Ethik ist damit eine Variante des Hedonismus.

Auf Epikur’s Naturlehre (Physik), die sich an die Demokrits anlehnt, ist auf die Gestaltung des praktischen Lebens gerichtet. Sie soll den Menschen von Aberglauben, Religion und Todesfurcht befreien. Daraus erklärt sich auch die Veränderung seiner Atomtheorie gegenüber der seiner Vorgänger durch die Lehre von der Deklination der Atome (d. h. ihrer willkürlicher Abweichung vom senkrechten Fall).

Diese Annahme ist bei Epikur nicht nur erforderlich, um das zur Weiterbildung notwendige Aufeinanderprallen der Atome während ihres Falles im leeren Raum zu erklären, sondern auch um der dem menschlichen Individuum eigenen Willensfreiheit eine naturphilosophische Begründung zu geben (Ethik).

Auch die Seelenatome besitzen diese indeterministische Freiheit, und von ihnen hängt unser Handeln ab, das keinem Zwang unterworfen ist.

Das Ziel des menschlichen Lebens ist die Lust, gemeint ist jedoch nicht so sehr sinnliche Lust als vielmehr die Beseitigung swa körperlichen Schmerzes, der Ruhelosigkeit der Seele, der Todesangst und der Fesseln des Zwangs.

Erstrebt werden Ruhe, Ausgeglichenheit, Seelenfrieden, die Meeresstille des Gemüts, also viel höher zu bewertende geistige Lust.

Epikurs Ethik wird dem Eudämonismus zugerechnet.

Das Leben im Verborgenen (Epikur hatte den Leitspruch: Lathe biosas = Lebe verborgen), im engen Freundeskreis, die Nichtbeteiligung am staatlichen Leben sind Konsequenzen dieser Lehre und zugleich Widerspiegelungen der Zeit, deren politische Unsicherheit Staaten und Individuen gefährdete.

Epikur’s Ethik ist daher individualistisch und kontemplativ. Um der geistig-seelischen Lust willen soll man auch tugendhaft sein; um tugendhaft zu sein, muß man wiederum weise sein.

Den üblichen Glauben an Gott lehnte Epikur ab. Die Götter sind glückliche Wesen, die in den Intermundien (Zwischenwelten) leben und sich nicht um den Weltenlauf kümmern.

Von seinen zahlreichen Freunden und Schülern, mit denen er ohne äßeren Reichtum zusammenlebte, und von späteren Verehrern wurde er hoch geachtet.

In seiner Schule nahmen auch Frauen und Sklaven am Unterricht teil.