Chateau

François René Chateaubriand (1768 – 1848)

François René Chateaubriand ist ein Philosoph der Romantik. Er ist überzeugter Royalist und Katholik.


Cohn

Jonas Cohn (1869 – 1947)

Jonas Cohn, in Görlitz geboren, ist ein Vertreter der Südwestdeutsche Schule des Neukantianismus. Er arbeitete als Professor in Freiburg in Br.

Die Ästhetik ist nach Cohn eine kritische Wertwissenschaft. Die Psychologie ist nur eine Hilfswissenschaft der Ästhetik.

Der ästhetische Wert hat Forderungscharakter. Er will allgemeingültig sein. Das Schöne tritt da auf, wo der Ausdruck sich gänzlich in der Form offenbart.

Logik und Erkenntnistheorie sind nicht auf Psychologie zu basieren. Die Grundsätze des Erkennens sind von Werten und Zielen abhängig.

Der Satz der Immanenz besagt, dass alles, was erkannt werden soll, unter den Bedingungen der Erkenntnisformen stehen muss.

Es handelt sich hier nicht um das psychologische, individuelle Ich, sondern um das reine Erkenntnissubjekt, um ein ideales Ich, welches Norm und Ziel des Erkennens ist. Es will sich auf den Standpunkt des überindividuellen Ich erheben, welches nie bloßes Objekt sein kann, sondern als Einheit der Formen alles zu Erkennenden vorausgesetzt wird.

Ziel des Erkennens ist stets ein Zusammenhang. Reines Erkenntnisziel ist ein Urteilszusammenhang.

Chatelet

Gabrielle-Emilie du Châtelet-Lomont (1706 – 1749)

Die französische Mathematikerin und Philosophin wurde 1706 in eine aristokratische Familie hineingeboren.

1733 lernte sie ihren späteren Freund Voltaire kennen, mit dem sie von 1734 bis 1748 auf Schloß Virey in der Champagne zusammenlebte.

Zwischen beiden entwickelte sich in der intellektuellen Atmosphäre von Cirey eine enge Zusammenarbeit in vielen Bereichen, die sich in den dieser Zeit verfassten Schriften von beiden widerspiegelt.

Sie war maßgeblich an der Ausarbeitung der Elements de la philosophie de Newton Voltaires beteiligt (1738).

Zur Unterstützung dieser Abhandlung schrieb Châtelet-Lomont eine anonyme Rezension Lettre sur les élements de la philosophie de Newton (1738).

Von 1745-1749 übersetzte sie Newton’s Hauptwerk Philosophiae naturalis principia mathematica aus dem Lateinischen und ergänzte sie durch zwei längere Kommentare.

In ihren Institutions physiques (1740) favorisiert sie den Leibnizschen Kraftbegriff und proklamiert das Prinzip der mechanischen Energieerhaltung. Dadurch und durch ihre Replik auf Mairans Stellungnahme zu ihrer Position beteiligte sie sich an der sog. vis-viva-Kontroverse.

In ihrer der Wissenschaftstheorie bemüht sie sich, dem Zusammenhang von Theorie und Experiment gerecht zu werden, indem sie die Leibnizschen Erkenntnisprinzipien zur Begründung der Newtonschen und der Leibnizschen Physik heranzieht, aber auch die Rolle der Erfahrung betont.

Nachdem Voltaire und Châtelet-Lomont auseinandergelebt hatten, begann sie 1748 eine Liebesbeziehung zu dem Armeeoffizier Saint-Lambert. Als sie 1749 erneut schwanger wurde, befürchtete sie, die Geburt des Kindes nicht zu überleben. Tatsächlich starb sie im gleichen Jahr am Kindbettfieber.

Weblinks


Coleridg

Samuel Tylor Coleridge (1772 – 1834)

Samuel Tylor Coleridge ist ein Philosoph der Romantik. Seine anfängliche Begeisterung für die Französische Revolution weicht seit der Jakobinerdiktatur einer entschiedenen Ablehnung, die sich auch auf alle Folgeerscheinungen der Revolution erstreckt.

Caird J

John Caird (1820 – 1898)

John Caird ist ein Vertreter des absoluten Idealismus.

Wie Wallace und sein Bruder Edward Caird wollte er Hegels Philosophie vor allem nutzen, um das Christentum zu verteidigen.


Calker

Friedrich van Calker (1790 – 1870)

Friedrich van Calker war Professor in Bonn. Er ist Anhänger von Fries.

Die Philosophie ist nach van Calker Selbsterkenntnis des Geistes, in welchem wir die Urgesetze des Wahren, Guten und Schönen finden.

Camerar

Joachim Camerarius (1500 – 1574)

Der deutsche Universalgelehrte und Dichter Joachim Camerarius (eigentlich Joachim Kammermeister) studierte ab 1513 in Leipzig.

Er erlangte 1514 das Baacalauret und widmete sich in den folgenden Jahren besonders der griechischen Sprache. 1518 setzte er sein Studium in Erfurt fort und gesellte sich dort zum Erfurter Humanistenkreis um C. Mutianus Rufus.

1521 wurde Camerarius Magister und begann, Griechisch zu unterrichten.

Noch 1521 ging er nach Wittenberg und war dort mit Melanchthon befreundet. 1526 übernahm er die Leitung des Gymnasiums in Nürnberg. 1535 folgte er einem Ruf als Gräzist an die Tübinger Universität. Von 1541 bis zu seinem Tode wirkte er als Professor der lateinischen Sprachein Leipzig.

Camerarius editierte Werke von antiken Autoren, wie z. B. Äsop, Herodot, Homer, Quintilian, Sophokles, Theokrit, Theophrast und Thukydides. Zu zahlreichen Schriften, u. a. von Cäsar und Cicero, verfasste er Kommentare.

Seine Übersetzungen von Demosthenes, Euklid, Herodot, Homer, Xenophon u. a. sind für ihre Originaltreue und sprachliche Gewandtheit bekannt.

Neben Lehrbüchern der antiken Sprache schrieb er historische, theologische, pädagogische, mathematische und astronomische Abhandlungen.


Campanel

Tommaso Campanella (1568 – 1639)

Der italienische Philosoph und Sozialutopist Tommaso Campanella (auch: Thomas Campanella) wurde von der spanischen Herrschaft in großen Teilen Süditaliens beeinflußt. Mit 15 Jahren trat er dem Dominikanerordern bei und studierte Theologie sowie Philosophie.

Den Ausschlag für seine Verurteilung zu lebenslänglischer Haft gab wohl die Anklage wegen seiner führenden Rolle bei der Verschwörung gegen die spanische Fremdherrschaft während des Kalabresischen Aufstandes 1598/1599. Ab 1603 verbrachte Campanella viele Jahre im Kerker. Erst 1634 konnte der inzwischen 60jährige auf Verwendung von dem mit Frankreich gegen Spanien paktierenden Papst Urban VIII. die Freiheit erlangen und ging nach Paris ins Asyl.

Schon in seiner Jugend entstanden Texte, in denen Campanella an die senualistische Erkenntnistheorie von Telesio anknüpfte.

Alles Denken, logische Schließen, Vorstellen und Erinnern ist lediglich variiertes Empfinden. Nur aus der unmittelbaren Erfahrung, aus der Befindlichkeit des Subjektes, bestimmt sich die fundamentale Wahrheit, die Selbstgewißheit.

Camapanella unterscheidet drei Wesenskräfte (Primalitäten) bzw. Verhaltensstrukturen: Können, Wissen und Wollen. Diesen entsprechen Macht, Weisheit und Liebe.

Solange die Primalitäten im Endlichen befangen sind, wird ihr jeweiliges Gegenteil (Ohnmacht, Torheit, Haß) ebenfalls wirksam.

In der gewöhnlich und begrenzt erfahrenen Wirklichkeit wohnt demnach dem Seienden das Nichtseiende bei. Erst bei ihrem Vordringen ins Unendliche schwinden die negativen Seiten von Können, Wissen und Liebe. Der elementare Dualismus wird aufgehoben.

Auf höherer Bestimmungsebene entsprechen den drei Primalitäten die drei Kategorien Kausalität (necessitas), die den Vorgängen in der Welt notwendig zugrunde liegt, das gute Geschick (fatum), das zur Liebe führt, und die gefügte Ordnung (harmonia), die aus der Liebe entsteht.

Den Kausalitäten wird der Zufall (contingentia) gegenübergestellt, dem Geschick der Einzelfall (casus) und der Ordnung der unverdiente Glücksfall (fortuna). All dies sind Einwirkungen des Nichts.

Die unbedingt auf Empfindung gründende Erkenntnis steigt in fünf Stufen auf. Zuerst erfährt der Mensch den mundus situalis, d. h. die Welt in ihren unmittelbaren Situationsbedingungen. Dann erfährt er den mundus temporalis et corporalis, d. h. die Welt in den Koordinaten von Raum und Zeit.

Es folgt der mundus sempiternus, die ewiggütige Welt der Mathematik und Geometrie. Dann folgt der mundus mentalis, die Welt der Kategorien. Und schließlich kommt der mundus archetypus, die Welt der Urbilder, die zugleich die Späre der unendlichen Vielfalt möglicher Welten und der Ursprung der Offenbarung ist.

Symbol für das Ein-und-Alles, für Gott-und-Welt ist die Sonne.

In seinem Werk Civitas solis entwirft Campanella ein Gesellschaftssystem, das Abglanz einer solargöttlichen Ordnung sein soll und Züge einer aktuellen Vorstellung von einer Universalmonarchie nach spanischem Herkunftsmuster trägt.

Campanelas Sonnenstaat ist ein Gemeinwesen ohne Privateigentum. Es gilt die Arbeitspflicht für alle.Das Gemeinwesen soll der vollen Entfaltung menschlicher Fähigkeiten insbesondere zum Zwecke neuer Erfindungen und Anwendungen auf technischem Gebiet dienen. Er will mit der aus Platons Staat entlehnten Weibergemeinschaft ernst machen, die sich gegen die Besitzideologie richtet, Geschlechtsbeziehungen und den Zeitpunkt von Zeugung und Geburt nach astronomischen Berechnungen regelt.

Das Prinzip für alle Vorgänge ist die Ordnung (harmonia). Das Leben wird nach Maßgabe der drei Primalitäten geregelt. Es gibt zahlreiche Einrichtungen zur Vermeidung von Zufall, Ausnahmefall und Glücksfall, um die Anmaßund und die Privilegien abzuwehren.

Die störenden Einflüsse des Nichts sollen im Sonnenstaat keinen Platz mehr haben.

Cantor

Georg Cantor (1845 – 1918)

Der deutsche Mathematiker Georg Cantor gilt als Begründer der Mengenlehre. Er war von 1879 bis 1913 Professor in Halle.

Cantor formulierte wichtige Begriffe der Mengenlehre (Äquivalenz, Mächtigkeit von Mengen), auf die sich die von ihm geschaffene Theorie der Kardinalzahlen stützt.

Cantor bewies, dass die Menge der algebraischen Zahlen abzählbar ist, dagegen die Menge der reellen Zahlen nicht.

Zum Beweis, dass diese Menge überabzählbar ist, verwendete er das heute nach ihm benannte Diagonalverfahren, das inzwischen zu einem wichtigen Beweisprinzip in vielen Gebieten der Mathematik geworden ist.

Eine 1895 von Cantor entdeckte und 1897 von Burali-Forti, veröffentlichte Antinomie, heute Burali-Forti’s Antinomie genannt, führte zur axiomatischen Begründung der Mengenlehre.

Seine Theorie bezeichnete Cantor selbst als philosophische, d. h. als eine metaphysische Theorie über aktual unendliche Größen.


Cardano

Geronimo Cardano (1434 – 1517)

Der italienische Mathematikerr, Arzt und Philosoph Geronimo Cardano (lat.: Hieronymus Cardanus) studierte in Pavia und Padua.

Er wirkte zuerst als Arzt, zudem ab 1524 als Mathematiklehrer, von 1543 bis 1560 als Universitätsprofessor für Medizin in Pavia und von 1562 bis 1570 in Bologna.

Berühmt geworden ist er vor allem durch seine Arbeiten zur Algebra.

In der Philosophie vertrat Cardano eine hylozoistische, empedokleische, pythagoreische und pantheistische Position.

Als Determinist wollte er alles kausal begründen.

Die Dinge entstehen aus der passiven und qualitativ unbestimmten Urmaterie (Hyle) durch Hinzutreten der aktiven Weltseele. Die Weltseele ist Prinzip der Bewegtheit und Veränderung.

Durch die Weltseele ist alles belebt und von Sympathie sowie Antipathie durchzogen. Wärme und Licht sind die Erscheinungsformen der Weltseele. Gott hat sein Werk dem Gesetz der Zahlen unterworfen.

Im irdischen Bereicht existieren die Elemente Erde, Wasser und Luft. Das Feuer ist nicht voraussetzungslos, da es nicht ohne Nahrung auskommt.

Die Weltseele lässt die Metalle, Pflanzen und Tiere entstehen. Der Mensch unterscheidet sich von ihnen durch eine unsterbliche Seele, die ihm ermöglicht Gott zu erkennen.

Der Mensch ist zur Gemeinschaft geboren. Alle größeren Gemeinschaft bedürfen des Staates und strenger Gesetze. Staat und Gesetze sind von der Religion zu untermauern.

Da die Staatslehre und die Politik sich aus der Natur des Menschen ableiten lassen, lehnt Cardano Utopien ab.

Dem Volk muss die Wissenschaft vorenthalten werden. Die Wissenschaftler müssen frei forschen und denken dürfen.