Cohn G

Georg Cohn (1887 – 1956)

Der Däne Georg Cohn ist ein Vertreter des Neukantianismus.

Seine neue Denkweise besteht darin, dass er Begriffe, Regeln und Gesetze als Untersuchungsgegenstand der Rechtsphilosophie ablehnt und dafür das an den Augenblick gebundene Recht aus einer Beurteilung der konkreten Gesamtlage allein rechtsdogmatisch begründet.


Chateau

François René Chateaubriand (1768 – 1848)

François René Chateaubriand ist ein Philosoph der Romantik. Er ist überzeugter Royalist und Katholik.


Cohn

Jonas Cohn (1869 – 1947)

Jonas Cohn, in Görlitz geboren, ist ein Vertreter der Südwestdeutsche Schule des Neukantianismus. Er arbeitete als Professor in Freiburg in Br.

Die Ästhetik ist nach Cohn eine kritische Wertwissenschaft. Die Psychologie ist nur eine Hilfswissenschaft der Ästhetik.

Der ästhetische Wert hat Forderungscharakter. Er will allgemeingültig sein. Das Schöne tritt da auf, wo der Ausdruck sich gänzlich in der Form offenbart.

Logik und Erkenntnistheorie sind nicht auf Psychologie zu basieren. Die Grundsätze des Erkennens sind von Werten und Zielen abhängig.

Der Satz der Immanenz besagt, dass alles, was erkannt werden soll, unter den Bedingungen der Erkenntnisformen stehen muss.

Es handelt sich hier nicht um das psychologische, individuelle Ich, sondern um das reine Erkenntnissubjekt, um ein ideales Ich, welches Norm und Ziel des Erkennens ist. Es will sich auf den Standpunkt des überindividuellen Ich erheben, welches nie bloßes Objekt sein kann, sondern als Einheit der Formen alles zu Erkennenden vorausgesetzt wird.

Ziel des Erkennens ist stets ein Zusammenhang. Reines Erkenntnisziel ist ein Urteilszusammenhang.

Chatelet

Gabrielle-Emilie du Châtelet-Lomont (1706 – 1749)

Die französische Mathematikerin und Philosophin wurde 1706 in eine aristokratische Familie hineingeboren.

1733 lernte sie ihren späteren Freund Voltaire kennen, mit dem sie von 1734 bis 1748 auf Schloß Virey in der Champagne zusammenlebte.

Zwischen beiden entwickelte sich in der intellektuellen Atmosphäre von Cirey eine enge Zusammenarbeit in vielen Bereichen, die sich in den dieser Zeit verfassten Schriften von beiden widerspiegelt.

Sie war maßgeblich an der Ausarbeitung der Elements de la philosophie de Newton Voltaires beteiligt (1738).

Zur Unterstützung dieser Abhandlung schrieb Châtelet-Lomont eine anonyme Rezension Lettre sur les élements de la philosophie de Newton (1738).

Von 1745-1749 übersetzte sie Newton’s Hauptwerk Philosophiae naturalis principia mathematica aus dem Lateinischen und ergänzte sie durch zwei längere Kommentare.

In ihren Institutions physiques (1740) favorisiert sie den Leibnizschen Kraftbegriff und proklamiert das Prinzip der mechanischen Energieerhaltung. Dadurch und durch ihre Replik auf Mairans Stellungnahme zu ihrer Position beteiligte sie sich an der sog. vis-viva-Kontroverse.

In ihrer der Wissenschaftstheorie bemüht sie sich, dem Zusammenhang von Theorie und Experiment gerecht zu werden, indem sie die Leibnizschen Erkenntnisprinzipien zur Begründung der Newtonschen und der Leibnizschen Physik heranzieht, aber auch die Rolle der Erfahrung betont.

Nachdem Voltaire und Châtelet-Lomont auseinandergelebt hatten, begann sie 1748 eine Liebesbeziehung zu dem Armeeoffizier Saint-Lambert. Als sie 1749 erneut schwanger wurde, befürchtete sie, die Geburt des Kindes nicht zu überleben. Tatsächlich starb sie im gleichen Jahr am Kindbettfieber.

Weblinks


Coleridg

Samuel Tylor Coleridge (1772 – 1834)

Samuel Tylor Coleridge ist ein Philosoph der Romantik. Seine anfängliche Begeisterung für die Französische Revolution weicht seit der Jakobinerdiktatur einer entschiedenen Ablehnung, die sich auch auf alle Folgeerscheinungen der Revolution erstreckt.

Cheiloni

Cheilonis

Cheilonis ist die Tochter des Lakedaimoniers Cheilon. Iamblichos erwähnt Cheilonis in seiner Aufzählung der 17 Pythagoreerinnen. Die Textstelle mit der Aufzählung lautet: " bedeutendsten Pythagoreerinnen: Timycha, die Frau des Myllias von Kroton, Philtys, die Tochter des Theophris von Kroton, Schwester des Byndakos, Okkelo und Ekkelo, die Schwestern der Lukaner Okkelos und Okkilos, Cheilonis, die Tochter des Lakedaimoniers Cheilon, die Lakonerin Kratesikleia, die Frau des Lakedaimoniers Kleanor, Theano, die Frau des Metapontiers Brotinos, Myia, die Frau des Milon von Kroton, Lasthenia aus Arkadien, Habroteleia, die Tochter des Habroteles von Tarent, Echekrateia von Phlius, Tyrsenis aus Sybaris, Peisirrhode aus Tarent, Theadusa aus Lakedaimon, Boio aus Argos, Babelyka aus Argos, Kleaichma, die Schwester des Lakedaimoniers Autocharidas. Insgesamt: 17." (Iamblichos: Pythagoras, 1963, 267)

Collins

John Anthony Collins (1676 – 1729)

Der Engländer John Anthony Collins ist als Vertreter des Deismus bekannt.

Cherbury

Herbert von Cherbury (1581 – 1648)

Herbert von Cherbury ist als Vertreter des Deismus und insbesondere als Vertreter einer Vernunftreligion bekannt.


Comnena

Anna Comnena (1083 – 1148)

Die byzantinische Gelehrte Anna Comnena wurde am 1. Dezember 1083 geboren und war die Lieblingstochter des Kaisers Alexius I.

Bereits mit jungen Jahren wurde sie mit Constantine Doukas verlobt, der jedoch vor der Heirat starb. Sie heiratete dann den Adligen Nicephorus Bryennius.

Einige Zeit nahm sie intensiv an den Intrigen des byzantinischen Hofes teil, den sie aber später verließ, um sich der Literatur und der Philosophie zu widmen.

Nach dem Tod ihres Mannes 1137 zog sie sich in ein Kloster zurück. Anna Comnena’s Hauptwerk ist die in griechischer Sprache geschriebene Alexiade, eine aus 15 Büchern bestehende Geschichte der Regierung ihres Vaters mit dem Titel Annae Comnenae Alexiadis Libri.

Die Alexiade enthält neben historischen Darstellungen auch Informationen zu zeitgenössischen Philosophen.

So beschreibt sie im 5. Buch Johannes Italos, Schüler von Michael Psellos, der über Platon, Porphyrios, Iamblichos und Psellos schrieb, und Kommentare zu den Topics und De Interpretione von Aristoteles verfasste.

Ein Mitglied des Kreises um Anna Comnena war der neuplatonische Kommentator der Nikomachischen Ethik, Euratius aus Nicea, den sie in der Alexiade erwähnt, weil er Alexis mit seinen Argumenten gegen die Manchiäer aus Philoppopolis unterstützt haben soll.

Andere Mitglieder des Kreises waren Michael aus Italien, George und Demetrio Tornikes, Johannes von Venedig, und Irene und ihr Mann Bryennius. Eines der wichtigsten Mitglieder war Michael von Ephesus, ein Schüer des Psellos. Durch ihn wurden zwei aristotelische Werke, Bewegung und Progression der Tiere, im Abendland bekannt.

Anna Comnena hatte auch religiöse Interessen und unterstützte den christlichen Aristotelismus, der auch neuplatonische Züge hatte.

Sie forschte außerdem im Bereich der Medizin, leitete ein Krankenhaus in Konstantinople und schrieb ein Traktat über die Gicht.

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Chisholm

Roderick M. Chisholm (geb. 1916)

Chisholm studierte u. a. bei Arthur E. Murphey, Charles A. Baylis, C. J. Ducasse, R. M. Blake, C. I. Lewis, Donald C. Williams und Quine.

Typisch für seine philsophische Arbeit ist es, zentrale Begriffe der Theorie mit möglichst wenigen Grundbegriffen explizit zu definieren. Die Adäquatheit der Definitionen wird durch Widerlegungsversuche anhand intuitiver Gegenbeispiele überprüft.

Chisholm ist Herausgeber von Werken Meinong’s und Brentano’s.

Alles was existiert, ist nach Chisholm ein Individuum, ein Attribut oder ein Zustand. Mengen, Klassen, Propositionen, mögliche Welten und Sachverhalte definiert Chisholm mit diesen Grundkategorien. Attribute sind notwendige Entitäten.

Chisholm’s Begriff der de-re-Notwendigkeit beruht auf dem Gedanken, dass einige Eigenschaften einer Entität x wesentliche Eigenschaften von x sind, d. h. x hat diese Eigenschaften notwendigerweise. So ist es eine wesentliche Eigenschaft einer Person, ein individuelles Ding zu sein.

Nach Chisholm ist es unmöglich, eine überzeugende Ontologie ohne intentionale Grundbegriffe zu entwickeln.

Ein Urteil zu fällen, eine bestimmte Empfindung zu haben und etwas zu beabsichtigen sind nach Chisholm Beispiele für intentionale Eigenschaften. Die Struktur intentionaler Eigenschaften kann nach Chisholm durch Reflexion auf eigene psychische Zustände und auf mentale Akte (d. h. eigene intentionale Eigenschaften) erfasst werden.

Chisholm vertritt eine personalistische Handlungstheorie. Nur Personen – oder allgemeiner denkende Subjekte können intentionale Eigenschaften haben, nicht aber Strukturen, abstrakte Systeme oder Prozesse. Funktionalistische Theorien des Mentalen lehnt er ab.

Die Vorstellung menschlicher Verantwortung ist weder mit einer deterministischen noch mit einer indeterministischen Grundauffassung des Handelns vereinbar. Eine Handlung muß als durch die handelnde Person und nicht als durch Ereignisse oder Dispositionen verursacht angesehen werden. Chisholm führt daher eine Personenkausalität (person causality) ein, die nicht auf Kausalbeziehungen zwischen Ereignissen (transeunte Verursachung) zurückführbar ist. Der Handelnde verursache – so diese Theorie – immanent bestimmte Ereignisse im Gehirn, die dann Körperbewegungen verursachen. Eine Person ist schon dann frei, den Versuch zu unternehmen, eine Handlung auszuführen oder zu unterlassen, wenn es für beides keine hinreichende Kausalbedingung gibt.

Auf Chisholm geht die Formulierung des Problems des Kriteriums zurück. Chisholm will das Problem lösen, indem er ähnlich wie Moore als ein fundamentales Prinzip annimmt, dass wir zumindest das wissen, von dem wir im common sense denken, dass wir es wissen.

Chisholm wendet sich gegen den epistemischen Holismus und betrachtet apriorisches Wissen als eine Quelle von Gewißheit. A-priori-Wissen beruht auf dem geistigen Erfassen von Eigenschaften. Es gibt Beziehungen zwischen Eigenschaften, die jeder einsieht, der versteht, was es heißt, die betreffende Eigenschaft zu haben. Alles was sich aus solchen Einsichten in notwendige Wahrheiten deduktiv ergibt, ist apriorisches Wissen. Die zweite Quelle von Gewißheit ist die Selbstzuschreibung selbstpräsentierender Eigenschaften.

Ein zentraler Begriff der Erkenntistheorie von Chisholm ist der des epistemisch Besseren. Das epistemische Bessere führt Chisholm auf das intrinsische Bessere zurück.

Nach Chisholm ist die Paradoxie von Chisholm, eine zentrale Paradoxie der deontischen Logik benannt.

Das Problem der objektiven Bezugnahme beantwortet Chisholm seit First Person (1981) unter Verwendung des Begriffes direkte Zuschreibung. Nach Chisholm ist die direkte Zuschreibung die primäre Form des Urteilens, auf die alle anderen Arten von Urteilen zurückzuführen.

Chisholm vertrat die These des Primats des Intentionalen.