Philodem

Philodemos von Gadara (ca. 110 – 40/35)

Der epikuräische Philosoph und Dichter Philodemos kam um 80 nach Italien, wo er in Neapel eine epikuräische Schule gründete. Zu den Anhängern dieser Schule zählte auch der junge Vergil. Wahrscheinlich ist er auch Lehrer von Lukrez.

Philosdemos war ein talentierter Dichter, der insbesondere auf dem Gebiet der Epigrammatik wirkte.

Philon L

Philon von Larissa

Philon von Larissa leitete ca. 110/09 – 86 v. u. Z. die Akademie. Unter seiner Leitung kam zum Bruch der neueren Akademie mit dem Skeptizismus. Er ist unter anderem Lehrer des Antiochos von Askalon.


Philon

Philon von Megara (4. Jh. v. u. Z.)

Philon war Lehrer des Demokrit und Vertreter der dialektischen Schule. Er gilt als Schüer von Diodoros Chronos.

Bedeutsam für die Geschichte der Logik ist die faktisch in der Lehre des Philon anzutreffende Interpretation der Implikation als Wahrheitswertfunktion, eine Interpretation, die heute im klassischen Aussagenkalkül üblich ist.

Philtys

Philtys

Philtys war Tochter des Theophris von Kroton und die Schwester des Byndakos. Iamblichos erwähnt Philtys in seiner Aufzählung der 17 Pythagoreerinnen.

Die Textstelle mit der Aufzählung lautet:

" bedeutendsten Pythagoreerinnen: Timycha, die Frau des Myllias von Kroton, Philtys, die Tochter des Theophris von Kroton, Schwester des Byndakos, Okkelo und Ekkelo, die Schwestern der Lukaner Okkelos und Okkilos, Cheilonis, die Tochter des Lakedaimoniers Cheilon, die Lakonerin Kratesikleia, die Frau des Lakedaimoniers Kleanor, Theano, die Frau des Metapontiers Brotinos, Myia, die Frau des Milon von Kroton, Lasthenia aus Arkadien, Habroteleia, die Tochter des Habroteles von Tarent, Echekrateia von Phlius, Tyrsenis aus Sybaris, Peisirrhode aus Tarent, Theadusa aus Lakedaimon, Boio aus Argos, Babelyka aus Argos, Kleaichma, die Schwester des Lakedaimoniers Autocharidas. Insgesamt: 17." (Iamblichos: Pythagoras, 1963, 267)


Phintys

Phintys von Sparta (3. Jh. v. u. Z.)

Die Pythagoräerin Phintys war die Tochter des Kallikrates. Sie verfasste die Schrift Über die weibliche Sophrosyne, von der zwei Fragmente überliefert sind.

Im 1. Fragment werden die Tugenden behandelt, wie Phintys sie den Menschen von Natur aus zuschreibt. Dabei unterscheidet sie zwischen

  1. den besonderen Tugenden des Mannes, die mehr ihm zukommen, nämlich Tapferkeit und Klugheit/Einsicht,
  2. der besondere Tugend der Frau, der Sophrosyne,
  3. den beiden gemeinsamen Tugenden, der Tapferkeit, der Gerechtigkeit und der Klugheit/Einsicht.

Körperliche Beschaffenheit, Aufgabenbereiche im öffentlichen und privaten Leben und Tugenden entsprechen einander. Die Beschreibung der natürlichen Anlagen und Tüchtigkeiten von Mann und Frau werden ohne Wertungen vorgenommen. Weiterhin wird der Begriff der weiblichen Sophrosyne näher bestimmt.

Bereits Aristoteles hat zwischen den Tugenden der Frau und des Mannes unterschieden.

Im 2. Fragment wird auf die bescheidene Lebensweise, wie sie den pythagoreischen Lehren entspricht, eingegangen.

Weblinks


Photios

Photios (gest. 891)

Photios, Patriarch von Konstantinopel, verfasste u. a. ein durch seine Auszüge aus griechischen Schriften wichtiges Werk Myrobiblion sowie ein Lexikon.


Petrizi

Joanä Petrizi (ca. 1055 – ca. 1130)

Der georgische Philosoph und Logiker Joanä Petrizi studiert bei Michael Psellos in Byzanz.

Petrizi kommentierte die Werke von Aristoteles.

Die Logik definierte er als einen Teil der Philosophie und setzte sie der Dialektik gleich.

Nach Petrizi ist das Hauptziel der Logik, Verfahren des Beweisens und Widerlegens zu lehren.

Das Urteil betrachtete Petrizi als Ausgangsform des Denkens. Der Begriff ist nach Petrizi ein abgekürztes Urteil.

Joanä Petrizi hat vor allem den kategorischen Syllogismus untersucht, den er für denjenigen hielt, der am sichersten zur Wahrheit führt.


Petrowit

Makarij Petrowitsch (1734 – 1766)

Der serbische Logiker Makarij Petrowitsch war Präfekt der Moskauer slawisch-griechisch-lateinischen Akademie. Er schrieb das erste Logiklehrbuch in russischer Sprache, die Theoretische Logik, zusammengestellt nach verschiedenen Autoren und auf entsprechende Weise geordnet. In diesem Buch verknüpft er die aristotelische Logik mit der Logik von Wolff.


Paracels

Paracelsus

Der Arzt, Pharmazeut, Alchimist, Mystiker und Philosoph Philosoph und Theologe Paracelsus (eigentlich Theophrastus Bombastus Philippus von Hohenheim, * Ende 1493 in Einsiedel (heute Schweiz), † 24. September 1541 in Salzburg) war als Arzt sehr erfolgreich. Paracelsus hinterließ zahlreiche deutschsprachige Aufzeichnungen und Bücher medizinischen, philosophischen und theologischen Inhalts, die größtenteils erst nach seinem Tode erschienen.

Leben

Geboren wurde Paracelsus als Sohn des Arztes, Naturforschers und Alchemisten Wilhelm Bombast von Hohenheim. Im Alter von 16 Jahren nahm er das Studium der Medizin an der Universität zu Basel auf. Es schlossen sich etwa zwölf Jahre währende Wanderjahre des jungen Theophrastus an. Nach einem kurzzeitigen Aufenthalt in Ferrara zur Erlangung der Doktorwürde im Jahr 1516 führte ihn die anschließende Arbeit als Wundarzt durch große Teile Europas. In diese Zeit fiel die Namensänderung des Theophrastus zu Paracelsus.

Paracelsus ließ sich 1524/25 in Salzburg nieder, machte sich durch seine soziale Ader die ihn die Aufständischen im Bauernkrieg unterstützen ließ beim Erzbischof unbeliebt und verließ Salzburg bald wieder.

Die ersten größeren streitbaren Auftritte im akademischen Umfeld sind um 1525 an den Universitäten zu Freiburg im Breisgau und Straßburg nachgewiesen. Die in diese Zeit fallende nachfolgende Berufung zum Consiliarius von Basel ermöglichte den regelmäßigen Umgang und Gedankenaustausch mit Humanisten wie Erasmus von Rotterdam, Wolfgang Lachner oder auch Johannes Oekolampadius.

In den Jahren 1527-1528 hielt Paracelsus im Rahmen des Amtes als Baseler Stadtarztes und somit Professors der medizinischen Fakultät erstmals Vorlesungen – entgegen damaliger Gepflogenheiten ausschließlich in deutscher Sprache.

1541 zog Paracelsus nach Salzburg, vermutlich durch Berufung von Fürst Ernst, Pfalzgraf zu Rhein und Herzog in Bayern.

Philosophie

Die Medizin nach Paracelsus hat auf Natur- und Gotterkenntnis zu fußen. Zum Verständnis der Dinge und damit auch der Krankheiten und ihrer richtigen Behandlung seien einerseits empirische Befunde, andererseits – und weitaus wichtiger – die Betrachtung des Großen und Ganzen notwendig: "Denn der Mensch kann nur vom Makrokosmos aus [ universalistisch ] erfaßt werden, nicht aus sich selbst heraus. Erst das Wissen um diese Übereinstimmung vollendet den Arzt" [Opus Paramirum]).

Für Paracelsus ist der materielle Körper lediglich ein Teil des für den gewöhnlichen Betrachter zu großen Teilen nicht-sichtbaren vollständigen Körpers. Wer jedoch durch stetige Arbeit an sich selbst (innere Umwandlung) der göttlichen Erleuchtung, des göttlichen Feuers teilhaftig würde, der könne die Welt mit anderen Augen, d. h. "im Lichte der Natur" [Opus Paramirum] sehen und nur der würde auch zum Arzt taugen.

Zur erfolgreichen Ausübung der ärztlichen Kunst bedarf es nach Paracelsus neben der Gnade Gottes der Kenntnis und Beherrschung vierer Teildisziplinen, nämlich die Philosophie, die Astronomie, die Alchemie und die Redlichkeit (Proprietas).

Er schreibt: "Einer der ein Philosoph sein und sich vor Falschem bewahren will, der muß seiner Philosophie eine solche Grundlage geben, daß er Himmel und Erde in einem Mikrokosmos zusammenfaßt".

Werke

  • Die große Wundarzney. Ulm 1536.
  • Opus Chirurgicum. Bodenstein, Basel 1581.
  • Husersche Quartausgabe (medizinische und philosophische. Basel 1589
  • Chirurgische Bücher und Schriften. Basel 1591 und 1605
  • Straßburger Ausgabe. 1603 (medizinische und philosophische Schriften)
  • Opera omnia medico-chemico-chirurgica, Genevae, Vol3, 1658.
  • Philosophia magna, tractus aliquot, Cöln 1567.
  • Philosophiae et Medicinae utriusque compendium, Basel 1568.
  • Astronomia Magna (auch bekannt als Philosophia Sagax) 1537
  • Opus puramirum
  • De natura rerum

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 3, 1245 – 1247

Weblinks


Parmenid

Parmenides von Elea (ca. um 540 bis 480 v. u. Z.)

Parmenides wird den Eleaten zugerechnet. Er ist Schüler des Xenophanes.

Uns sind Fragmente seines Lehrgedichtes Über die Natur überkommen, das aus zwei Teilen bestanden haben muss. Der erste Teil enthielt seine Seinslehre, der zweite Meinungen über die Welt der Erscheinungen.

Parmenides hat – wohl als erster – die Frage nach dem Verhältnis von Denken und Sein gestellt: "Dasselbe aber ist Denken und des Gedankens Gegenstand." [8 fr. 8]

"Denn (nur) ein und dasselbe kann gedacht werden und sein." [5 fr. 5]

Parmenides scheint die Identität von Denken und Sein so gefasst zu haben, dass das Seiende sowohl das Objekt wie Subjekt des Denkens ist:

"Denn du kannst das Denken nicht ohne das Seiende antreffen, in dem es (ja) ausgesprochen ist. Denn es gibt nichts außer dem Seienden und wird nichts außer ihm geben …" [8 fr. 8].

Parmenides sagt, dass das Sein ist: "Wohlan, ich will es dir sagen, welche Wege der Forschung allein denkbar sind. Du aber höre mein Wort und bewahr‘ es wohl! Der eine (zeigt), dass (das Seiende) ist und dass es unmöglich ist, dass es nicht ist. Das ist der Pfad der Überzeugung; folgt er doch der Wahrheit." [4 fr. 4].

Das Sein ist unvergänglich und mithin ungeworden, d. h. zeitlos: "so muss es denn notwendig schlechthin vorhanden sein und überhaupt nicht!".

Es ist nicht teilbar, "denn alles ist voll vom Seienden".

Es ist vollendet: "Aber da das Seiende eine letzte Grenze hat, so ist es nach allen Seiten hin vollendet, gleich der Masse einer wohlgerundeten Kugel, von der Mitte nach allen Seiten hin gleich." [8 fr. 8].

Das wahre Sein, die Substanz, das Es ist nach Parmenides einheitlich, ewig, unvergänglich, unteilbar, unbeweglich. Die Veränderungen der Dinge sind subjektiv.

Von Parmenides wurde zum ersten Male die logische Unverträglichkeit von Wahrheit und Falschheit betont und das logische Gesetz der Identität bewusst angewendet.