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Normbed

Normalbedingungen der mehrwertigen Wahrheitswertfunktionen

Wir sagen, dass eine mehrwertige Wahrheitswertfunktion die Normalbedingung erfüllt, wenn gilt, dass sie nur die Quasiwahrheitswerte 0 oder 1 annimmt, falls die Argumente aus der Menge {0, 1} sind.

Wir sagen eine einstellige Wahrheitswertfunktion non(x) erfüllt die Normalbedingung der Negation, falls non(0) = 1 und non(1) = 0.

Wir sagen eine zweistellige Wahrheitswertfunktion et(x, y) erfüllt die Normalbedingung der Konjunktion, falls et(1, 1) = 1 und et(1, 0) = et(0, 1) = et(0, 0) = 0.

Wir sagen eine zweistellige Wahrheitswertfunktion vel(x, y) erfüllt die Normalbedingung der Alternative, falls vel(1, 1) = vel(1, 0) = vel(0, 1) = 1 und vel(0, 0) = 0,.

Wir sagen eine zweistellige Wahrheitswertfunktion seq(x, y) erfüllt die Normalbedingung der Implikation, falls seq(1, 1) = seq(0, 1) = seq(0, 0) = 1 und seq(1, 0) = 0.

Die Erfüllung der Normalbedingungen ist unabhängig von der Erfüllung der Standardbedingungen.

Normeth

Normative Ethik

Normative bzw. präskriptive Ethik heißt derjenige Zweig der Ethik, der diskutiert, welche Moral die richtige ist. Sie versucht diese Moral zu begründen und zu systematisieren.

Meist vollzieht sich die Begründung so, dass alle moralischen Urteile auf ein oder mehrere fundamentale Prinzipien zurückgeführt werden. Die Prinzipien selbst werden durch den Hinweis auf ihren evidenten Charakter oder durch Hinweis auf ihre Fähigkeit, alle relevanten Züge der moralischen Urteile zu umfassen, gerechtfertigt.

Viele Moralphilosophen behaupten, dass sie keine neue Moral vorschreiben, sondern die schon geltende Moral begründen und systematisieren (Aristoteles, Kant, Mill). Andere lehnen jedoch die geltende Moral bewusst ab und stellen statt dessen eine neue auf (Platon, Nietzsche).

Normspr

Philosophie der normalen Sprache

Die Philosophie der normalen Sprache (ordinary language philosophy) stellt eine Abkehr von der Philosophie der idealen Sprache und den damit verbundenden Forderungen nach explizierter Definiertheit der Wörter und exakter Festlegungen durch Regeln dar.

Grundlegend für die Entwicklung der Philosophie der natürlichen Sprache ist Wittgensteins Argumentation gegen die Festlegung einer Wortbedeutung durch eine explizite, dem Gebrauch vorangehende Sprachregel. Um nicht in den mit einer solchen Bedeutungsfestlegung verbundenden unendlichen Regreß zu verfallen, wenn wir die Bedeutung durch eine Regel festlegen wollen und für diese Festlegung eine Regel der richtigen Festlegung benötigen, müssen wir von einem Sprachverständnis ohne explizite Regelkenntnis zurückgreifen.

Wittgenstein ersetzt die Regelkenntnis als Quelle des Sprachverständnisses durch die Festlegung der Wortbedeutung durch den geregelten Gebrauch.

Nach Ryle besteht die philosophische Aufgabe der Sprachanalyse darin, die logische Struktur von Sachverhalten über die syntaktische Struktur von Sachverhaltensbeschreibungen aufzudecken.

Mit Hilfe der Alltagssprache erscheint es ihm entscheidbar, ob ein vorliegender Satz sinnvoll oder absurd ist.

Ryle unterscheidet zwischen Wörtern für Ereignisse und Wörtern für Dispositionen. Diese Differenzierung soll verhindern, Dispositionen wie sich beeilen, mit Überlegunghandeln, etwas absichtlich tun nach dem Muster von Vorgägen (singen, laufen) zu behandeln.

Austin sucht nach einer Antwort auf die Frage, was man mit den Wörtern tun kann (how to do things with words). Er beschränkt sich dabei nicht wie Wittgenstein auf die Unterscheidung von Gebrauchsweisen. Er versucht in seiner Sprechakttheorie eine systematische Ordnung der Funktionen der Sprache zu finden.

Notcontd

Notiones contradictoriae

Lateinische Bezeichnung für kontradiktorische Begriffe.

Notcontr

Notiones Contrariae

Lateinische Bezeichnung für konträre Begriffe.

Neukant

Neukantianismus

Der Neukantianismus war eine einflußreiche Richtung der Philosophie im Deutschland des letzten Drittels des 19. Jahrhunderts und der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts, die explizit auf Kant Bezug nahm.

Der Neukantianismus wurde durch das Erscheinen zweier Bücher eingeleitet, die Bücher Kant und die Epigonen (1865) von Liebmann und Lange: Geschichte des Materialismus.

Der Neukantianismus umfaßte mehrere Schulen.

Otto Liebmann, Zeller, Kuno Fischer, und Johannes Volkelt gehören zur metaphysische Strömung des frühen Neukantianismus.

Hermann von Helmholtz ist Gründer der physiologischen neukantianischen Schule. Zu dieser Schule gehörte auch Gustav Theodor Fechner, Johannes Müller, Friedrich Albert Lange und Emil Du Bois-Reymond. Diese Schule deutete Kants Philosophie als Vorwegnahme der wissenschaftlichen Physiologie.

Die Marburger Schule versteht Philosophie als Theorie der exakten Wissenschaften und versucht, an Kants transzendentaler Deduktion anknüpfend, die logischen Bedingungen der Naturwissenschaften und der Mathematik aufzuklären.

Die Marburger Schule wurde von Hermann Cohen und Paul Natorp begründet. Zu ihr gehören auch Ernst Cassirer, Karl Vorländer, Arthur Liebert, Eduard Bernstein und der jüngere Nicolai Hartmann.

Die Südwestdeutsche Schule (auch Badische Schule) bestand von 1890 bis 1930 in Freiburg und Heidelberg. Unter Führung von Windelband und Rickert vertritt sie eine Wertphilosophie auf dem Boden der kantischen Philosophie. Sie hebt die Eigenart der Geschichtswissenschaft in ihrer wertbestimmten und individualisierenden Methode gegenüber den – wie sie es nennt – wertfreien und generalisierenden Naturwissenschaften hervor.

Dieser Schule sind u. a. Bruno Bauch, Jonas Cohn, Georg Mehlis, Richard Kroner und Eugen Herriegel, Hans Pichler und Emil Lask zuzurechnen.

E. Troeltsch und Max Weber waren von dieser Schule stark beeinflußt.

Dem Neokritizismus gehören Alois Riehl, Friedrich Paulsen, Oswald Külpe, Heinrich Maier, Ostave Hamelin, François Thomas Pillon und Gaston Milhaud an.

Der Friesschen Schule gehörten Jakob Friedrich Fries und Leonard Nelson an.

Ein weitere Schule des Neukantianismus ist der Empiriokritizismus.

Die wichtigsten Vertreter des russischen Neukantianismus sind Georgij Iwanowitsch Tschelpanow, Alexandr Iwanowitsch Wwedenski und Michael Matwejewitsch Troizki.

Wichtige Vertreter des Neukantianischen Marxismus sind Eduard Bernstein, Rudolf Stammler, Karl Vorländer, Franz Staudinger und Ludwig Woltmann.

Dem Jüngerer Neukantianismus Georg Cohn, Hans Kelsen, Richard Hönigswald, Lion Brunschwigg und Raymond Aron.

Zur Philosophie des Als-Ob Hans Vaihinger und Alf Nyman.

Auch Christoph Sigwart ist Neukantianer.

Neuplato

Neuplatonismus

Neuplatonismus (auch Neoplatonismus) ist eine Bezeichnung für die systematische Philosophie der Spätantike des 3. – 6. Jahrhunderts u. Z., die sich auf Platon beruft. Der Neuplatonismus ist damit dem Platonismus zuzurechnen.

Der Neuplatonismus vereinigt die Lehren Platons mit aristotelischen, stoischen, neupythagoreischen orientalisch-religiösen und mystischen Motiven.

Das Interesse konzentriert sich auf Platons Spätwerk, insbesondere auf den Parmenides und den Timaios.

Ein Prinzip immer ein Prinzip für etwas anderes ist. Daher begrüdet ein höheres Prinzip mit logischer Notwendigkeit und metaphysischer Notwendigkeit die Existenz von etwas Niedrigerem, das sich von dem Prinzip unterscheidet und wofür das Prinzip Prinzip ist.

Auf diese Vorstellung gründet die Lehre von der Welt als einer Emanation des höchsten Prinzips (das Eine oder Gott).

Aus dem Einen strömt die Vernunft aus. Das Eine ist die erste, die Vernunft die zweite und die Weltseele die dritte Grundlage (hypostasis). Man unterscheidet neben einer alexandrinischen Schule (Ammonios Sakkas, Plotin, Gemina I, Gemina II, Porphyrios, Hypatia), eine syrische Schule oder pergamenische Schule (Iamblichos, Dexippos, Sallustius, Iulianus Apostata, Themistios, Sosipatra, Aidesios) und eine athenische Schule (Plutarchos, Syrianos, Aischines, Asklepegenia, Proklos, Simplikios).

Zum Neuplatonismus gehörten auch Arrhia und Makrina die Jüngere.

N

N

Der Buchstabe N ist der erste Buchstabe des lateinischen Wortes necessarium (= notwendig) und wird in der Logik manchmal als Funktor der Notwendigkeit benutzt. Üblicher ist jedoch das Zeichen

In der polnischen Notation bezeichnet der Buchstabe N die Negationsfunktion.

Natlogik

Natürliche Logik

Pjotr Dmitrijewitsch Lodi unterschied die natürliche Logik, die er auch volkstümliche Logik nennt, von der erworbenen Logik.

Die natürliche Logik ist die natürliche Anlage zum folgerichtigen Denken.

Nebenbeg

Nebenbegriff

Nebenbegriffe nennt man Begriffe, die gleichermaßen ein und demselben Gattungsbegriff untergeordnet sind.

Die Nebenbegriffe gehören zu den vereinbaren Begriffen.

Nebenbegriffe werden auch koordinierte Begriffe genannt.