Heidegg

Martin Heidegger (1889 – 1976)

Nach kurzem Studium der Theologie begann Martin Heidegger an der Freiburger Universität (u. a. bei Rickert) Philosophie zu studieren.

Ab 1913/4 widmete sich Heidegger der Philosophie von Husserl. 1914 erschien seine Dissertation über den Psychologismus, 1916 seine Habilitation über Duns Scotus.

Heidegger war 1916 – 1917 Privatdozent an der Freiburger Universität, 1917 – 1923 war Heidegger Husserls Assistent und diente zwischenzeitlich als Soldat. 1923 – 1928 war er Professor für Philosophie in Marburg.

Zu seinen Kollegen aus jener Zeit zählen u.a. Bultmann, Friedländer, Hartmann und Natorp, zu seinen Schülern Gadamer und Löwith.

1928, nach der Herausgabe des Hauptwerks Sein und Zeit (1927) wurde er Professor für Philosophie an der Freiburger Universität. Heidegger war 1933 vorübergehend Rektor der Universität und Mitglied der NSDAP. 1945 – 1951 hatte er gemäß Befehl der alliierten Besatzungsmächte Unterrichtsverbot.

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Hieronym

Hieronymos aus Rhodos (3. Jh. u. Z.)

Der Peripateiker Hieronymos aus Rhodos betrachtete die Schmerzlosigkeit als das höchste Gut und nicht die Lust.


Heinze

Max Heinze (1835 – 1909)

Max Heinze, geboren in Prießnitz, war Professor in. Leipzig.

Er ist Herausgeber und Bearbeiter des wichtigen philosophiehistorischen Werkes

  • Ueberweg-Heinze: Grundriß der Geschichte der Philosophie

Heinze vertritt einen dualistisch-theistischen Standpunkt.


Hilbert

David Hilbert (1862 – 1943)

Der Mathematiker und Logiker David Hilbert wirkte in Königsberg und in Göttingen. Er lieferte grundlegende Resultate auf zahlreichen Gebieten der Mathematik.

Insbesondere gaben die von ihm auf dem internationalen Mathematikerkongreß des Jahres 1900 in Paris formulierten 23 mathematischen Probleme wesentliche Impulse für die Mathematik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Große Bedeutung für die moderne Auffassung von der Axiomatik hatte sein Werk Grundlagen der Geometrie, das den Schlusspunkt unter eine bei Eukleides von Alexandreia beginnende Entwicklung setzte.

In dem an die Entdeckung der mengentheoretischen Antinomien einsetzenden Auseinandersetzungen mit den Grundlagen der Mathematik setzt Hilbert sich für die Cantorschen Ideen ein. Er sieht die Lösung in einer formalistischen Begründung der Mathematik unter Einschluß der Logik.

Die Frage nach einem umfassenden Axiomensystem für die Zahlentheorie, die Analysis und die Cantorsche Mengenlehre führte ihn zu grundlegenden Untersuchungen zur Logik und zu den Grundlagen der Mathematik.

Sein ursprünglisches Programm einer finiten Begründung der klassischen Mathematik musste er nach den Ergebnissen von Gödel aufgeben.

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Heloise

Héloïse (1100/1 – 1164)

Héloïse wuchs bei ihrem Onkel mütterlicherseis, Fulbert, auf und wurde bereits als Kind im Benediktinerkloster in Argenteuil erzogen.

Im Alter von 16 Jahren machte sie Bekanntschaft mit Pierre Abälard. Er wurde ihr Privatlehrer und beide verliebten sich ineinander. Daß die Liebe zwischen dem 22 Jahre älteren Abälard und seiner Schülerin nicht nur geistige Momente hatte, sondern auch die körperliche Seite einschloß, zeigt sich an den Briefen der beiden und daran, dass sie schwanger wurde.

Aus Wut über den Vertrauensbruch ließ Fulbert den verhaßten Abälard kastrieren. Dieser zog sich daraufhin ins Kloster St. Denis zurück. Héloïse ging mit ihrem Kind ins Haus ihres Onkels, wo sie jedoch nicht willkommen war und so folgte sie dem Rat Abälards, nahm den Schleier und ging wieder nach Arenteuil.

Die Beziehung zwischen Héloïse und Abälard und beschränkte sich von nun an auf einen regen Briefwechsel, vor allem von Seiten Héloïses.

Héloïse lebte bis zu ihrem Tode über 30 Jahren im Kloster Argenuil, wo sie auch Äbtissin wurde.

Héloïses philosophisches Werk besteht in erster Linie in ihren Briefen an Abälard. Neben diesen Epistolae ist auch noch ein Fragenkatalog unter dem Titel Problemata erhalten geblieben.

Héloïses philosophische Themen der beiden ersten Briefe sind in erste Linie die Liebe, moralische Handlungstheorie und die Ehe.

Ihr Begriff der Liebe basiert auf Ciceros Definition der wahren Liebe, nach der das einzige Interesse der Liebenden darin besteht, Liebe zu geben.

In ihren Briefen erkennt Héloïse, dass Abälard zwar theoretisch auch diese Ansicht vertritt, aber nicht danach lebt und handelt, vielmehr war die Beziehung zu Héloïse für ihn keine wahre Liebe.

Die Ehe setzt Héloïse gleich mit der Freundschaft in allen Lebensbereichen, nur so könne die Ehe mehr sein als reine Prostitution. Die Partner müssen sich gegenseitig respektieren und den anderen behandeln, als sei er das Beste auf Erden. Eine Ehe, die diesen Forderungen nicht entspricht, sieht sie als Grab der Liebe; woraus auch ihre Weigerung entspringt Abälard zu heiraten.

Sie geht davon aus, dass der moralische Wert einer Handlung auf deren Intention basiert. Ein Mensch kann moralisch falsch handeln, ohne das zu beabsichtigen. Auf ihre eigenen Erfahrungen angewandt sah sich Héloïse zwar als Ursache für den Schaden, den Abälard erlitten hatte, aber sie war nicht dafür verantwortlich.

Abälard allerdings war durchaus moralisch für die Entwicklung ihres Dilemmans verantwortlich, spätestens nachdem er Héloïs Angebot, mit ihm ein neues Leben anzufangen, abgelehnt hatte und seine Karriere als kirchlicher Gelehrter einem Leben ohne Mitgift und finanzielle Absicherung vorzog. Sie entschuldigt Abälards Verhalten mit dem Argument, dass er als Philosoph nicht für häsliches Leben geschaffen sei.

Im dritten Brief diskutiert sie Ordensfragen. Auch die Problemata behandeln keine philosophischen, sondern theologische Fragen.

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Hildebr

Dietrich von Hildebrand (1889 – 1977)

Dietrich von Hildebrand ist ein Vertreter der realistischen Phänomenologie.

Er ist Schüler von Husserl.


Helvet

Claude-Adrien Helvétius (1715 – 1771)

Der französische Philosoph Claude-Adrien Helvétius ist vor allem durch seinen Hedonismus bekannt geworden.

Er vertritt in seinem Hauptwerk De l’esprit (1758) eine materialistische Menschenauffassung, die den Zeitgenossen skandalös erschien.

Von Lockes Sensualismus ausgehend, bestreitet Helvétius jede Form angeborener Fähigkeit oder Anlage. Allen Menschen ist die Empfänglichkeit für Milieueinwirkung und ein natürlicher Drang, sich Lust zu verschaffen und Schmerz und Unlust zu meiden (Selbstliebe), gemeinsam. Das Individuum ist am Beginn seines Lebens eine tabula rasa.

Der Mensch ist das, wozu er gemacht wird. Alle Unterschiede zwischen den Individuen lassen sich ausschließlich durch Erziehung, Milieueinwirkung usw. erklären.

Die ethischen und sozialen Konsequenzen dieser Theorie untersucht Helvétius u. a. in De l’homme, de ses facultés intellectuelles et de son éducation (1772).

Als übergeordnetes ethisches Prinzip gilt das Streben nach gesellschaftlichem Nutzen. Die Erziehungsprogramme im Dienst der Gesellschaftsreform sollen die menschliche Selbstliebe so kanalisieren, dass die Individuen bei der Verfolgung ihrer eigennützigen Interessen zum Gemeinwohl beitragen.

Empfindungem sind nach Helvétius die einzige Quelle des menschlichen Wissens.


Hilleb F

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Franz Hillebrand (geb. 1863)

Franz Hillebrand ist ein Anhänger von Brentano.

Nach Hillebrand ist die Logik Theorie der Wissenschaft.

Der Schluss ist ein durch ein oder mehrere Urteile motiviertes Urteil. Es gibt Syllogismen mit vier Termini (S, M, P, p), von denen zwei einander kontradiktorisch entgegengesetzt sind, d. h. die Quaternio terminorum besteht zu Recht.

Die Hypothese ist ein Urteil, das wir für wahr halten, weil wir erkennen, dass ein anderes Urteil, welches uns als sicher gilt, aus ihm mit Notwendigkeit oder mit Wahrscheinlichkeit folgt.


Hempel

Carl Gustav Hempel (1905 – 1997)

Der deutsche Philosoph Carl Gustav Hempel emigrierte 1937 in die USA. Er war Professor an der Yale University und Princeton University.

Nach naturwissenschaftlicher Ausbildung wurde Hempel Mitglied der Berliner Gruppe. Er stand unter starkem Einfluss von Reichenbach und Carnap, erkannte aber frühzeitig die Unhaltbarkeit der ursprünglichen Version des logischen Positivismus.

Hempel kritisierte vor allem das Verifikationsprinzip und die These, dass theoretische Ausdrücke für unbeobachtbare Größen restlos in Beobachtungsausdrücke für beobachtbare Größen übersetzt werden können.

Zusammen mit P. Oppenheim entwickelte Hempel das Subsumtionsmodell für wissenschaftliche Erklärungen. Seine Anwendung dieses Modells auf geschichtliche Erklärungen hat eine heftige Diskussion ausgelöst.

Hempel hat ferner zur Bestätigungstheorie gearbeitet, in der dem Hempel-Paradox für die Frage, wie empirische Zeugnisse generelle Hypothesen bestätigen bzw. widerlegen, eine zentrale Stellung zukommt.

Auf Hempel geht die topologische Logik zurück.

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Hipparch

Hipparchia von Maroneia (ca. 300 v. u. Z.)

Die griechische Kynikerin lebte zur Zeit der 111. Olympiade, war die Schwester des Metrokles und die Frau des Krates von Theben, der auch der kynischen Schule angehörte.

Nach Diogenes Laërtios war sie Schülerin des Krates und zog trotz der wohlhabenden Herkunft es vor ein bescheidenes Leben mit dem Kyniker zu verbringen. Unter Suizidandrohung setzte sie gegen den Willen der Eltern die Ehe mit Krates durch.

Der Überlieferung zufolge disputierte Hipparchia mit Theodoros, dem Atheisten, und überführte ihn durch ein Sophismus:

"Was Theodoros tut, ohne dafür eines Unrechtes geziehen zu werden, das kann auch Hipparchia tun, ohne dabei eines Unrechtes geziehen zu werden; Theodoros aber tut nicht unrecht, wenn er sich selbst schlägt, also tut auch Hipparchia nicht unrecht, wenn sie den Theodoros schlägt." (Diogenes Laërtios, Leben und Meinungen berühmter Philosophen, VI 96-98).

Hipparchia betonte, dass sie durch ihre Wahl, nicht am Webstuhl zu sitzen, sondern sich der Bildung und Weisheit zuzuwenden, die beste Entscheidung für sich getroffen habe.

Clemens Alexandrinus hält es für erwähnenswert, dass Hipparchia mit Krates die sogenannte ‚Hundehochzeit‘ (öffentliche Vermählung) vollzog.

Auch Sextus Empiricus berichtet, dass "… Krates dagegen der Hipparchia öffentlich beischlief." (Sextus Empiricus: Grundriß der pyrrhonischen Skepsis I 153).

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