Kleitom

Kleitomachos

Kleitomachos war Schüler von Karneades und dessen Nachfolger in der Leitung der Akademie. Der Punier kam im Alter von 40 Jahren aus Kathargo zu Karneades nach Athen und wurde von diesem in die griechische Literatur eingeführt. Cicero lobte seinen Scharfsinn, seinen Fleiß und sein Akribie [1].


[1] Luc. 98; DL IV 67


Kleobul

Kleobuline von Rhodos (ca. 570 v. u. Z.)

Kleobuline war die Tochter des Kleobulos, einer der Sieben Weisen der Antike. Sie wurde von ihrem Vater Eumetis genannt, in Zuordnung zu ihrem Vater aber Kleobuline. Sie darf nicht mit der Mutter von Thales verwechselt werden, die denselben Namen trug, aber ca. zwei Generationen früher lebte und einem phönizischen Geschlechte entstammt.

Nach Diogenes Laërtios hatte Kleobulos "eine Tochter Kleobuline, Dichterin von Rätselversen in Hexametern. Ihrer gedenkt auch Kratinos in dem gleichnamigen Drama Die Kleobulinen, wie er es nannte, also im Plural." (Leben und Meinungen berühmter Philosophen I, 89f.).

Plutarchos schreibt, dass Thales ihre Begabung und ihren scharfen Verstand lobt, ihre Seelengröße und ihr politisches Geschick; sie zeichne sich durch humanistisches Denken aus und habe ihren Vater, den Tyrannen von Lindos, zu einem milden Regenten umgestimmt. (Verwechselt Plutarch hier die beiden Kleobuline von Rhodos mit der Mutter von Thales?)

Drei der Kleobuline von Rhodos zugeschriebene Rätsel sind überliefert:

"Einer ist Vater und zwölf sind Kinder ihm; aber ein jedes Kind hat zweimal dreißig verschieden gestaltete Kinder. Die sind weiß an der Farbe zu schau’n, schwarz aber die andern, und unsterblichen Sein’s; doch schwinden hinunter sie alle". (Suidas Lexikon Kleobuline, Kleobulos, Bd. III).

Nicht die relativ einfache Entschlüsselung des Rätsels in Jahr, Monate, Tage und Nächte ist das Besondere, sondern die Agonie des "unsterblichen Seins", das doch entschwindet. Ein unsterbliches Sein kann nicht entschwinden und insofern zu einem Nicht-Sein werden, und doch ist es in diesem Rätsel korrekt gesagt.

Aristoteles überliefert uns an zwei Stellen ein weiteres Rätsel: "Sah einen Mann, der schmiedete Erz einem anderen Mann an, also anschließend, dass so einerlei Blutes sei sind" (Arist.: Rhetorik 1405b, Poetik 1458a).

Gemeint ist das ärztliche Schröpfen. Da das Verb schröpfen wahrscheinlich in der alten griechischen Sprache fehlte, benutzte Kleobuline Metaphern zu Erläterung.

Das dritte Rätsel bezieht sich auf den Mythos von Prometheus. "Sah einen Mann ich, der stahl und übte argen Betrug aus. Und die Missethat war das Gerechteste doch" (Poestion: Griechische Dichterinnen 1882).

Ein Unrecht (der Diebstahl des Feuers) wird zu einer gerechtfertigten Handlung, denn die Menschen erhalten das für sie lebenswichtige Feuer.

Von Clemens Alexandrinus wird erwähnt, dass Kleobuline den Gästen des Vaters die Füße wusch, was im Altertum ein verbreiteter Brauch war.

Weblinks


Knutzen

Martin Knutzen (1713 – 1751)

Martin Knutzen ist ein Vertreter der Wolffschen Schule. Er knüpft außerdem stark an Newton an.

Aus der Einheit des Selbstbewusstseins schloß er auf die Immaterialität und die Unsterblichkeit der Seele.


Jossel

Georgi Nikolajewitsch Josseliani (1847 – 1919)

Der georgische Philosoph und Logiker definierte Logik als Wissenschaft von den Gesetze, Formen und Methoden des Denkens.

Josseliani fasste den Begriff als einen Gedanken, der die wesentlichen Merkmale der Gegenstände umfasst. Der Begriff kann nach Josseliani nicht entstehen, wenn der Gegenstand nicht auf die Sinnesorgane des Menschen einwirkt.

Das Urteil ist nach Josseliani eine Verbindung von Begriffen. Diese Verbindung muß eine Verbindung von Gegenständen der Außenwelt ausdrücken.

Der Schluss wird von Josseliani als Ableitung der Wahrheit oder der Falschheit eines Urteils aus der Wahrheit oder der Falschheit eines anderen Urteils gefasst.

Kelsen

Hans Kelsen (1881 – 1973)

Hans Kelsen ist ein Vertreter des Neukantianismus.

Er postuliert in seiner Reinen Rechtslehre die totale Identität von Staat und Recht. Diese Position wird auch als Normativismus bezeichnet. Recht ist eine Zwangsordnung. Als solche ist Recht eine Sicherheits- und damit eine Friedensordnung. Der auf ein bestimmtes Gebiet begrenzte territoriale Geltungsbereich einer Zwangsordnung muss als Staat bezeichnet werden.

Jueng E

Ernst Jünger (1895 – 1998)

Der philosophierende Schriftsteller Ernst Jünger bemühte sich um die Deutung des Kriegserlebnisses.

Sein Buch Der Arbeiter. Herrschaft und Gestalt (1932) ist wichtig für die Existenzphilosophie. Er stellt in diesem Buch den Arbeiter als Exponenten der Technik und als Prototyp des kommenden, der Technik verfallenen Menschen dar.

In Sprache und Körperbau (1947) untersucht er den Zusammenhang von Wertbegriffen mit der Rechts- und Linksseitigkeit des Körpers, mit der Senkrechten Kopf-Fuß und mit der Natur der Sinnesorgane.


Kempe

Alfred Bray Kempe (1849 – 1922)

Der Rechtsanwalt, Kirchenrechtler und Mathematiker Alfred Bray Kempe ist ein Schüler von de Morgan. Peirce hielt ihn für den bedeutendsten Logiker,

Kempe publizierte einige Arbeiten, in denen er versucht alle mathematischen Formen auf bestimmte Spezialformen zu reduzieren. In diesen Arbeiten verwies er auf Ähnlichkeit zwischen den grundlegenden Strukturen der Logik und den fundamentalen geometrischen Strukturen.

1879 publizierte Kempe einen fehlerhaften Beweis des Vier-Farben-Theorems, dessen Fehler Heawood erst 11 Jahre später fand, der aber die Grundlage für den computergestützten Beweis ca. 100 Jahre später bildete.


Julia

Julia Domna (170 – 217)

Julia wurde in Emesa am Orontes in Syrien geboren. Ihr Vater war Hohepriester im Tempel des Elagabal in Emesa, einem religiösen Zentrum der damaligen Zeit.

Während er in Syrien als Kommandeur der römischen Legionen stationiert war, lernte Julia Septimus Severus kennen. Einige Jahre soäter, nach dem Tod seiner Frau im Jahre 185 oder 187 heirateten beide. Julia war 15 oder 17 und Septimus Anfang 40.

Grund der Eheschließung war wahrscheinlich Julias Geburtshoroskop, das ihr die Verbindung mit einem Herrscher prophezeite.

186 oder 188 wurde Julias erster Sohn Caracalla geboren, 189 gebar sie ihren zweiten Sohn Geta.

Julia begleitete Septimus auf seinen Feldzügen und unterstützte seine politische Arbeit. Sie war als Kaiserin sehr beliebt.

Nach dem Tod des Septimus im Jahre 211 wurde das römische Reich zwischen seinen Söhnen Geta und Caracalla aufgeteilt: Geta sollte Asien und Caracalla Europa regieren. Da Caracalla diese Lösung nicht akzeptieren wollte, ließ er seinen Bruder ermorden und regierte alleine.

Julia begleitete ihren Sohn auf seinen Reisen, lebte einige Zeit in Nikomedia und in Antiochia.

Während ihres Aufenthaltes in Antiochia erkrankte Julia an Brustkrebs und nahm sich, nachdem ihr Sohn Caracalla ermordet worden war, 217 das Leben.

Julia hat keine eigenen philosophischen Schriften verfasst, war aber bekannt für ihren Salon, an dem Philosophen und Mathematiker teilnahmen, u. a. Cassius Dio, Philostratus und Diogenes Laërtios.

Auch sie selbst studierte philosophische Schriften und nahm an den Diskussionen rege Anteil. Julia befasste sich vor allem mit den Sophisten, deren rhetorische Fähigkeiten sie beeindruckten.

Ihrem Sekretär gab sie den Auftrag eine Biographie des Apollonius von Tyana zu verfassen. Es wird vermutet, dass insbesondere die Ethik des Apollonius für Julia interessant war, da dieses Thema ihre Aufgaben als Kaiserin im speziellen betraf.

Die Biographie wurde nicht mehr zu ihren Lebzeiten vollendet.

Weblinks


Kepler

Johannes Kepler (1571 – 1630)

Der deutsche Astronom modifizierte das heliozentrisches Weltbild von Kopernikus, indem er zeigte, dass sich die Planeten auf elliptischen (nicht auf kreisförmigen) Bahnen um die Sonne bewegt.

Kepler’s Erkenntnisse, die in Astronomia Nova (1609) und Harmonices Mundi (1619) erschienen, waren ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Newton’s Theorie.

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Jung

Carl Gustav Jung (1875 – 1961)

Der schweizerische Psychiater Carl Gustav Jung war neben Sigmund Freud und Alfred Adler einer der Begründer der Tiefenpsychologie.

Er wendete sich gegen Freuds Auffassung, dass die kindliche Sexualität die Quelle des Libido ist und stellte den generellen Willen zur Liebe heraus.

Der entwickelte ein Modell des Unterbewusstseins, das von Archetypen im kollektiven Unterbewusstsein ausgeht.