Sakkas

Ammonios Sakkas (um ca. 175 bis ca. 242 u. Z.)

Der alexandrinische Philosoph Ammonios Sakkas war ursprünglich Tagelöhner (daher Sakkas = der Sackträger).

Ammonios Sakkas war Lehrer von Plotin, Simplikios und Origines. Er ist einer der Begründer des Neuplatonismus angesehen und gehört zur alexandrinischen Schule.

Ammonios Sakkas hinterließ keine schriftlichen Zeugnisse.


Salamuch

Jan Salamucha

Pater Jan Salamucha (* 1903, †  1944) studierte in Warschau Theologie und hörte dort auch bei &;ukasiewicz und Le&;niewski Logik. Er arbeitete außerdem mit Drewnowski auf dem Gebiet der Metaphilosophie.

Er beschäftigte sich vor allem mit der Geschichte der Logik und gehörte sowohl zur Lwow-Warschau-Schule als auch zum Krakower Kreis. Er formalisierte den Gottesbeweis "ex motu". Salamucha verglich mittelalterliche mit modernen Mitteln der Logik. Er formalisierte die Deduktionsbegriffe von Aristoteles und Thomas von Aquin. Er analysierte den mittelalterlichen Nominalismus und untersuchte die Logik von Ockham.

Jan Salamucha kam während des Warschauer Aufstandes ums Leben.

Weblinks


Salat

Jacob Salat (1761 – 1851)

Jacob Salat war Professor der Theologie in Landshut und dann in München. Er ist von Kant und Jacobi beeinflußt.

Salat war Gegner Schellings und Hegels sowie des Obskurantismus.


Salisbur

John von Salisbury (um 1120 – 1180)

Der englische Theologe und Philosophie John von Salisbury studierte bei Abaelard in Paris. Er arbeitete als Sekretär für Thomas Becket und wurde 1176 zum Bischof von Chartres ernannt.

John von Salisbury schrieb über Politik und Logik.

Im Universalienstreit näherte er sich den Auffassungen von Aristoteles. Universalien haben keine selbständige Existenz, sondern sind mentale Vorstellungen von wirklichen Gattungen. Seine Position in diesem Streit ist der Konzeptualismus.

John von Salisbury studierte auch die unbestimmten Urteile und die modalen Kategorien gründlich.


Sallust

Sallustius (gest. 370 u. Z.)

Sallustius (auch: Sallust) ist ein Neuplatoniker. Er war wie sein Freund Iulianus Apostata Mitglied der pergamenischen Schule.

In seinem Werk über Götter und Welt bekämpft Sallustius das Christentum und befürwortet statt dessen den Polytheismus.


Sanchez

François Sanchez (vor 1552 – 1632)

Der Mediziner und Philosoph François Sanchez ist von portugiesischer Herkunft, lebte aber von Jugend an in Frankreich.

In seinem 1581 erschienenen Hauptwerk legte er seinen Skeptizismus dar. Dieser wendet sich sowohl gegen den scholastischen Aristotelismus als auch gegen die Naturphilosophie der Renaissance

Wissenschaft habe sich auf die Dinge zu richten, aber weder seien die Dinge noch das Erkenntnisvermögen so beschaffen, dass sie die Erkenntnis der Dinge ermöglichen.

Ein gewisses Wissen ist nach Sanchez jedoch durch Beobachtung, Versuch und Urteil erreichbar.

Royce

Josiah Royce (1855 – 1916)

Der amerikanische Philosoph Josiah Royce studierte an der University of California, in Leipzig und in Göttingen. Er war Professor an der Harvard University, wo zu seiner Zeit auch James wirkte.

Er ist Schüler von George Sylvester Morris und Lotze und gehört zur Schule des absoluten Idealismus. Er entwickelt eine eigene Philosophie, die stark durch Hegel geprägt ist.

Royce arbeitete vor allem zur Metaphysik, zur mathematischen Logik und zur Ethik sowie in späteren Jahren auch zur Religionsphilosophie. Daneben war er auch sehr an der Geschichte der Philosophie interessiert.

In seinem ersten Buch The Religious Aspect of Philosophy (1885) versucht Royce zu zeigen, dass es ein unversales Bewußtsein (universal consciousness) bzw. absoluten Geist (absolute mind) gibt. In diesem, auch als das Absolute bezeichnet, sind alle Gedanken und alle Objekte dieser Gedanken enthalten.

Anders als Bradley identifizierte Royce das Absolute und Gott.

Bei Royce findet sich die Unterscheidung von Selbst (self) und Nicht-Selbst (non-self), die der Unterscheidung von Ich und Unterbewusstsein vorgreift.

An der Harvard University führte Royce die formale Logik in die Lehrpläne ein.

Er wollte eine Logik entwickeln, die die Theorie des Raumes unterstützt. Er war damit der Position von Kant sehr nahe, in dessen transzendentaler Logik Raum und Zeit eine wichtige Rolle spielen.

Bereits im zweiten Band von The World and the Individual finden sich wichtige Gedanken zur Logik des Raumes. 1905 hat er dann sein System Sigma entwickelt. Dieses System ist dem von Kempe ähnlich, korrigiert aber einige Unvollkommenheiten.

Neben der Logik des Raumes studierte Royce die Grundlagen der Mengenlehre und die Boolesche Funktionen. Er diskutiert u. a. auch Russell’s Antinomie und Strukturen, die wir heute Boolesche Ringe nennen. 1905 stellt Royce eine Mengentheorie vor, in der unendliche Folgen von Mengen erlaubt sind, die durch die Teilmengenbeziehung geordnet sind.

In seinem Buch The Philosophy of Loyalty (1908) formuliert er als höchstes ethisches Prinzip die loyality to loyality. Dieses Prinzip fordert, dass man so handeln soll, dass die eigenen Handlungen konsistent mit dem Ideal der allgemeinen Loyalität sind. Seine Ethik ist eine spezielle Pflichtethik, die wie die ethischen Theorien der anderen absoluten Idealisten dem Konsequentialismus und insbesondere dem Utilitarismus deutlich entgegensteht.

Royce unterscheidet drei Stadien der ethischen Reife.

Im ersten Stadium handelt das moralische Subjekt mehr oder weniger naiv und strebt dabei bestimmte Ziele an. Das Subjekt versucht loyal zur Loyalität zu sein. Dadurch erfült er seine Pflicht und lebt ein verantwortungsbewusstes Leben. Das Subjekt ist noch mit keinen Schwierigkeiten (Schmerzen, Frustrationen, Sorgen u. a.) konfrontiert. Wenn Schwierigkeiten eintreten, muss das Subjekt lernen, sich zu behaupten.

Im zweiten Stadium reagiert das ethische Subjekt auf die Schwierigkeiten mit stiller Resignation. Er zieht sich auf sein Inneres zurück (Meditation, Selbstkontrolle, Selbstveränderung). In diesem Stadium hört das Subjekt auf, die Außenwelt ändern zu wollen. Dieses Stadium ist die Haltung der Mystik, des Introvertierten, des Meditierenden.

Im dritten Stadium hat das Subjekt das naive Stadium und das der stillen Resignation überwunden. Das Subjekt versucht nun die Außenwelt und nicht mehr sich selbst zu verändern. Das Subjekt ist sich aber nun im Klaren über die Schwierigkeiten und über den Umstand, dass viele oder sogar alle Schwierigkeiten nur eingebildet sind. Das Subjekt handelt, erwartet aber nicht, dass seine Anstrengungen von Erfolg gekrönt werden.

Sein Werk The Problem of Christianity (1913) schrieb Royce unter deutlichem Einfluss von Peirce. Royce greift dessen Idee des triadischen Charakters des Begriffes der Interpretation auf. Für Royce ist die Gemeinschaft (community) in ihrem Wesen eine Interpretationsgemeinschaft (community of interpretation). Die Interpretationsgemeinschaft ist auf das Erfassen der Wahrheit ausgerichtet. Sie ist ein dynamisches Ganzes, dessen Teile individuelle Personen sind. Es gibt ein Netzwerk aus den Interpretationen jedes einzelnen Individuums. Dieses Netzwerk, die Interpretationsgemeinschaft ersetzt hier das universale Bewußtsein seiner frühren Arbeiten. Damit ist sein Idealismus naturalisiert.


Rudnew

Wladimir Alexandrwitsch Rudnew (1874 – 1939)

Der russische Philosoph und Ökonom Wladimir Alexandrwitsch Rudnew (Pseudonym: W. Bazarow) nahm ab 1896 an der sozialdemokratischen Bewegung teil. In den Jahren 1905 – 1907 arbeitete er an verschiedenen bolschewistischen Publikationen und übersetzte zusammen mit I. I. Skworzow-Stepanow das Kapital von Marx ins Russische.

Rudnew verband den Marxismus mit dem Posititionen von Mach.


Russel

Bertrand Russell

Bertrand Arthur William Russell, 3. Earl Russell (* 18. Mai 1872 bei Ravenscroft (Monmouthshire), Wales, †  2. Februar 1970 in Penrhyndeudraeth, Wales) war Mathematiker, Logiker und Philosoph. Er unterrichtete zeitweise am Trinity College in Cambridge, in Oxford, London, an der Harvard University und in Peking.

Zusammen mit Alfred North Whitehead schrieb er die Principia Mathematica eines der wichtigsten Werke mathematischer Grundlagenforschung.

In seiner Arbeit stützte er sich unter anderem auf Leibniz, Peano und Frege. Wittgenstein war teils sein Schüler, teils sein Gesprächspartner. Er wurde von ihm angeregt, seine Arbeit weiter zu treiben. Russell wird zusammen mit Moore als Begründer der sprachanalytischen Philosophie.

Sein erstes Buch schrieb Bertrand Russell über die deutsche Sozialdemokratie (1896). Neben seinen mathematischen Schriften veröffentlichte er noch viele weitere gesellschaftskritische und philosophische Studien. Im Jahr 1950 erhielt Russell den Nobelpreis für Literatur.

In der Mengenlehre wurde Russell durch das nach ihm benannte Paradoxon (russellsche Antinomie) berühmt. Es tritt auf, wenn man die Menge aller Mengen betrachtet, die nicht Element ihrer selbst sind. Solch eine Menge scheint nur dann ein Element ihrer selbst zu sein, wenn sie nicht Element ihrer selbst ist.

Russell war als ausgesprochener Pazifist und Friedensaktivist bekannt. 1918 verbüßte er aufgrund seines öffentlichen Eintretens für den Pazifismus eine sechsmonatige Haftstrafte, wegen der er schließlich seine Anstellung am Trinity College verlor.

Am 12. September 1945 gehörte er unter anderem mit dem Verleger britisch-jüdischen Victor Gollancz und dem Lordbischof von Chichester, George Bell, zu den Unterzeichneren eines Aufrufs gegen die Vertreibung von rund 14 Millionen Deutschen aus Ostmitteleuropa. Dieser Appell erschien in mehreren Londoner Tageszeitungen.

1955 verfasste er zusammen mit Albert Einstein (und anderen) ein Russell-Einstein-Manifest, in dem zur Verantwortung in Wissenschaft und Forschung aufgerufen wurde. 1963 rief er gemeinsam mit Sartre das Vietnam-Tribunal gegen die USA ins Leben. Es folgten drei weitere Russell-Tribunale.

Werke

  • Alfred North Whitehead, Bertrand Russell: Principia Mathematica.
  • Bertrand Russell: Denker des Abendlandes. Eine Geschichte der Philosophie.
  • Bertrand Russell: Macht.
  • Bertrand Russell: Lob des Müßiggangs.
  • Bertrand Russell: Die Analyse des Geistes.
  • Bertrand Russell: Eroberung des Glücks. Neue Wege zu einer besseren Lebensgestaltung.
  • New Hopes for a changing World und The Conquest of Happiness
  • Bertrand Russell: Probleme der Philosophie.
  • Bertrand Russell: Wege zur Freiheit. Sozialismus, Anarchismus, Syndikalismus. (1918)
  • Bertrand Russell: Unpopuläre Betrachtungen.
  • Bertrand Russell: Die Praxis und Theorie des Bolschewismus.
  • Bertrand Russell: On Education especially in early childhood bei George Allen & Unwin in London

Online-Texte

  • The Problems of Philosophy
  • A Critical Exposition if the Philosophy of Leibniz
  • A Free Man’s Worship
  • Am I An Atheist Or An Agnostic? A Plea For Tolerance In The Face Of New Dogmas (1947)
  • Has Religion Made Useful Contributions to Civilization?
  • Is There a God?
  • On the Value of Scepticism
  • The Theologian’s Nightmare (1961)
  • What is the Soul?
  • Why I Am A Rationalist
  • Why I Am Not A Christian

Literatur

  • Sandvoss, R. Ernst: Bertrand Russell

Weblinks


Rutkowsk

Leonid Wassiljewitsch Rutkowski (1859 – 1920)

Der russische Logiker und Logikhistoriker L. W. Rutkowski, Nachfolger von Karinski, untersuchte vor allem mittelbare Schlüsse.

Alles Wissen teilte er in empirisches, durch unmittelbare Beobachtung zu erwerbendes, und abgeleitetes, mit Hilfe des Schließens zu erwerbendes, Wissen.

Schließen nannte er den Denkakt, in dem neue Kenntnisse unabhängig von der unmittelbaren Wahrnehmung, aufgrund bereits vorhandener Kenntnisse erhalten werden.

Rutkowski versuchte die Klassifikation der mittelbaren Schlüsse zu verbessern und fand folgende Grundtypen:

Wahrscheinlichkeitsschlüsse zählte Rutkowski zu den eduktiven Schlüssen.

Rutkowski kritisierte die Überbewertung der Induktion bei Mill.