Siger B

Siger von Brabant

Siger von Brabant (* um 1235/1240 in Brabant, † ca. 1282 in Orvieto) lehrte in Paris. Er vertritt die Grundsätze des Averroismus, weswegen er 1277 angeklagt wurde.

Siger von Brabant vertritt die Theorie der doppelten Wahrheit. Nach Siger von Brabant sind die bewegte Materie und die Intelligenzen ewig.

Der Wille ist determiniert. Er vertritt außerdem die These von der Identität der vernünftigen Seele in allen Menschen (Monopsychismus).

Siger von Brabant darf nicht mit Siger von Courtrai verwechselt werden.

Werke

  • De anima intellectiva. 1270
  • Quaestionnes in Physicam. 1270
  • Tractatus de aeternitare mundi. 1272
  • Quaestionnes in tertium de anima. 1273
  • Quaestiones super Metaphysicam. 1273
  • Quaestiones logicales
  • Quaestiones naturales
  • De aeternitate mundi
  • Quaestio utrum haec sit vera
  • Homo est animal nullo homine existente
  • Impossibilia
  • Quaestiones super librum de causis

Online-Texte

  • De aeternitate mundi (lat.)

Weblinks


Schlick

Moritz Schlick

Der Physiker und Philosoph Friedrich Albert Moritz Schlick (* 14. April 1882 in Berlin, † 22. Juni 1936 in Wien) ist der Begründer und einer der führenden Köpfe des Wiener Kreises. Seine Beiträge im Rahmen einer wissenschaftlichen Philosophie reichen von der Naturphilosophie und Erkenntnislehre bis hin zur Ethik und Ästhetik.

Leben

Schlick studierte nach seinem Abitur am Luisenstädtischen Realgymnasium in Berlin Naturwissenschaften und Mathematik an den Universitäten Heidelberg, Lausanne und Berlin. 1904 wurde er bei Max Planck mit einer physikalischen Arbeit Über die Reflexion des Lichts in einer inhomogenen Schicht promoviert. Er studierte ab dem Wintersemester 1907/08 in Zürich Psychologie.

1911 habilitierte sich Schlick mit der Schrift Das Wesen der Wahrheit nach der modernen Logik an der Universität Rostock, wo er bis 1921 forschte und lehrte. Aus dieser Zeit stammt auch seine freundschaftliche Beziehung zu Albert Einstein, mit dessen Relativitätstheorie er sich als einer der ersten auf ihre philosophischen Konsequenzen hin auseinandersetzte. 1918 erscheint Schlicks Hauptwerk, die Allgemeine Erkenntnislehre, in der Schlick gegen positivistische und neukantische Positionen einen erkenntnistheoretischen Realismus verteidigt.

1921 folgte Schlick einem Ruf auf eine ordentliche Professur an der Universität Kiel und 1922 übernahm er den Lehrstuhl für Naturphilosophie an der Universität Wien. Der dort 1924 von ihm gegründete interdisziplinäre Diskussionszirkel ist als der Wiener Kreis in die Philosophiegeschichte eingegangen. Von 1929 bis 1932 diskutierte Schlick regelmäßig mit Ludwig Wittgenstein.

1936 wurde Schlick im Gebäude der Wiener Universität von einem ehemaligen Studenten, Hans Nelböck, erschossen.

Werke

  • Lebensweisheit. Versuch einer Glückseligkeitslehre, München 1908
  • Das Wesen der Wahrheit nach der modernen Logik, in: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie und Soziologie, 34 (1910), 386 – 477
  • Raum und Zeit in der gegenwärtigen Physik, Berlin 1917
  • Allgemeine Erkenntnislehre. Berlin 1918
  • Vom Sinn des Lebens, in: Symposion. Philosophische Zeitschrift für Forschung und Aussprache, 1(1927), 331 – 354
  • Fragen der Ethik. Wien 1930
  • Gesammelte Aufsätze 1926-1936, Wien 1938

Weblinks


Schmier

Zygmunt Schmierer (gest. 1943)

Zygmunt Schmierer ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.


Schopenh

Arthur Schopenhauer

Leben

Der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer (* 22. Februar 1788 in Stutthof bei Danzig, †  21. September 1860 in Frankfurt am Main) wurde in Stutthof bei Danzig geboren. Seine Eltern, beide aus Danzig stammend, waren Heinrich Floris Schopenhauer und Johanna Schopenhauer. Heinrich war Kaufmann, seine Frau Johanna Schriftstellerin. Die Familie Schopenhauer verließ Danzig 1793, nachdem es von Preußen annektiert worden war, und siedelte sich in Hamburg an. 1805 starb Schopenhauers Vater, vermutlich durch Selbsttötung. Johanna zog mit ihrem Sohn Arthur und ihrer Tochter Adele nach Weimar.

Arthur kam nie mit seiner Mutter zurecht: Als Johann Wolfgang von Goethe – der ein Freund Johannas war – ihr prophezeite, dass ihr Sohn für große Dinge bestimmt sei, antwortete sie ablehnend und in völliger Ahnungslosigkeit: Sie habe niemals von zwei Genies innerhalb einer Familie gehört. Arthur Schopenhauer studierte an der Universität von Göttingen und erhielt den Doktortitel der Philosophie an der Universität von Jena. Im Jahr 1820 begann Schopenhauer, an der Universität von Berlin zu lehren. Dort sollte er auch seinen berühmten Streit mit Hegel austragen. Er setzte seine Vorlesungen zur selben Zeit wie Hegel an, sah sich aber damit konfrontiert, dass ihm so die Zuhörer ausblieben. Bald kehrte er daher der Universität den Rücken und begann die Universitätsphilosophie zu verachten. Seinen Lebensunterhalt konnte er durch ein ansehnliches Erbe bestreiten.

Philosophie

Schopenhauer war ein Bewunderer Kants und sah sich in dessen Nachfolge. Er verachtete seinen Zeitgenossen Hegel. Auch gegen Schelling und Fichte polemisiert er in seinen Schriften, obwohl er bei beiden studiert hatte und durch sie beeinflusst wurde.

Kants Ding an sich war für ihn zwar auch unerkennbar (es entzieht sich der Vernunfterkenntnis), jedoch nicht unerfahrbar. Durch Introspektion können wir uns dessen gewiss werden, was auch wir letzten Endes sind: Wir erfahren in uns den Willen, er ist das Ding an sich. Dieser ist die Triebfeder nicht nur allen Handelns von Mensch und Tier, sondern auch die selbst grundlose Ursache hinter den Naturgesetzen. Die Welt ist letztlich blinder, vernunftloser Wille. Schopenhauer vertritt damit einen metaphysischen Voluntarismus.

Doch die Welt ist nicht nur Wille, sondern erscheint auch als Vorstellung. Sie ist die durch Raum und Zeit sowie Kausalität (die den a priori gegebenen Erkenntnismodus von uns Verstandeswesen bilden) individuierte und verknüpfte Erscheinung des einen Willens. Die Welt ist meine Vorstellung ist der erste Hauptsatz seiner Philosophie. Was uns als Welt erscheint ist nur für uns, nicht an sich. Es gibt für ihn nichts Beobachtetes ohne Beobachter, kein Objekt ohne ein Subjekt (eine Erkenntnis, deren Entdeckung er Berkeley zuschreibt). Die Welt, als Vorstellung betrachtet, zerfällt in Subjekte und Objekte, die sowohl untrennbar voneinander als auch radikal voneinander verschieden, jedoch letzten Endes beide nur Erscheinungen des Willens sind, der das Wesen der Welt ist, das sich, in Subjekt und Objekt erscheinend, gleichsam selbst anschaut.

Wie Kant bezeichnet er die Vorstellungs- oder Erscheinungswelt als empirisch real, jedoch transzendental ideal. Insofern ist Schopenhauer zwar Idealist, er darf aber in keiner Weise mit den deutschen Idealisten gleichgesetzt werden, da er deren Primat der Vernunft diametral entgegensteht; Schopenhauer glaubt an die Vernunft ebensowenig wie an den Menschen – er ist Pessimist. Leben ist für ihn gleichbedeutend mit Leiden. Er selbst litt vor allem an der jahrzehntelangen Nichtbeachtung seiner Philosophie. Erst nach dem Fehlschlagen der deutschen und österreichischen Revolutionen von 1848, konnte man sich mit dem Schopenhauerschen pessimistischen Blick identifizieren und seine Philosophie fand zunehmend Beachtung und Einfluss.

Nicht nur seine Auffassung des Lebens als Leiden, sondern auch ein weiterer Aspekt seiner Philosophie rückt ihn in die Nähe des indischen Denkens, das er in Form der Upanischaden auch intensiv studierte: Seine Ästhetik kulminiert in Weltverneinung. Dem Menschen, als höchster Form des sich in der Erscheinungswelt objektivierenden Willens, ist die Möglichkeit gegeben, den Willen und das Leiden aufzuheben und so in einen Zustand des Nichtseins (eine Art Nirvana) zu gelangen. Im Genuss von Kunst und insbesondere Musik „will“ der Mensch nicht, sondern ist in einem Zustand der reinen Anschauung.

In der Ethik vertritt Schopenhauer im radikalen Unterschied zu Kant eine Mitleidsethik. Der einzige Grund uneigennützig zu handeln ist die Erkenntnis des Eigenen im Anderen – das ist Mitleid. So bemerkt der vom blinden Willen umgetriebene Mensch, dass in allen anderen Lebewesen derselbe blinde Wille haust und sie ebenso leiden lässt wie ihn – daher leidet er mit ihnen. Es folgt hieraus ein im Vergleich zu Kant radikal anderer „Imperativ“. Bei Schopenhauer lautet das Prinzip aller Moral: „Neminem laede, immo omnes, quantum potes, iuva (Verletze niemanden, vielmehr hilf allen, soweit du kannst)“. Schopenhauer schließt in seine Ethik eindeutig auch den Schutz der Tiere mit ein, so meint er :“Mitleid mit den Tieren hängt mit der Güte des Charakters so genau zusammen, daß man zuversichtlich behaupten darf, wer gegen Tiere grausam ist, könne kein guter Mensch sein.“ (Grundlage der Moral, § 19)

Ferner ist Schopenhauer Determinist, er leugnet die Willensfreiheit. Dies kommt in einem seiner berühmtesten Aussprüche zum Ausdruck: „Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“ In der der streng kausal geordneten empirischen Welt, der Welt der Vorstellung ist kein Platz für einen frei, also ohne jede empirische Ursache, handelnden Menschen. Und auch aus der nicht-empirischen Welt, der Welt des Willens, kann keine Freiheit herrühren, da ebenjener Wille blind, sinn- und ziellos ist. Außerdem glaubt Schopenhauer jeder Mensch habe einen vorgezeichneten Charakter, der sich nicht ändern lasse. Man kann ihm nur gemäß handeln („tun, was man will“). Dasjenige, was man will (was der jeweilige Charakter vorgibt), kann man aber nicht wollen (den Charakter nicht ändern).

Umfassend gebildet und interessiert, beschäftigte er sich auch intensiv mit der Naturforschung seiner Zeit. In seiner Schrift „Der Wille in der Natur“ zeigt er wissenschaftliche-empirisch Hinweise für die Richtigkeit seiner philosophisch-metaphysischen Theorie auf. Newtons Theorie des Lichts, die heute freilich als richtig gilt, lehnte er aber zugunsten der Goethe’schen Farbenlehre ab.

Werke

  • Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde, 1813
  • Über das Sehn und die Farben, 1816
  • Die Welt als Wille und Vorstellung, 1818/1819, vol 2 1844
  • Die Kunst, Recht zu behalten (1830)
  • Über den Willen in der Natur, 1836
  • Über die Freiheit des menschlichen Willens, 1839
  • Über die Grundlage der Moral, 1840
  • Die beiden Grundprobleme der Ethik, 1841
  • Parerga und Paralipomena, 1851
  • Baltasar Graci´ns Handorakel und Kunst der Weltklugheit (Übersetzer), 1862
  • Nachlassband von Julius Frauenstedt, 1864

Online-Texte

Literatur

  • Margot Fleischer: Schopenhauer. Freiburg 2001.
  • Klaus-Jürgen Grün: Arthur Schopenhauer. München 2000.
  • Arthur Hübscher: Arthur Schopenhauer, ein Lebensbild.
  • Volker Spierling: Arthur Schopenhauer zur Einführung,
  • Bryan Magee: The Philosophy of Schopenhauer, Oxford 1997

Weblinks


Sakkas

Ammonios Sakkas (um ca. 175 bis ca. 242 u. Z.)

Der alexandrinische Philosoph Ammonios Sakkas war ursprünglich Tagelöhner (daher Sakkas = der Sackträger).

Ammonios Sakkas war Lehrer von Plotin, Simplikios und Origines. Er ist einer der Begründer des Neuplatonismus angesehen und gehört zur alexandrinischen Schule.

Ammonios Sakkas hinterließ keine schriftlichen Zeugnisse.


Salamuch

Jan Salamucha

Pater Jan Salamucha (* 1903, †  1944) studierte in Warschau Theologie und hörte dort auch bei &;ukasiewicz und Le&;niewski Logik. Er arbeitete außerdem mit Drewnowski auf dem Gebiet der Metaphilosophie.

Er beschäftigte sich vor allem mit der Geschichte der Logik und gehörte sowohl zur Lwow-Warschau-Schule als auch zum Krakower Kreis. Er formalisierte den Gottesbeweis "ex motu". Salamucha verglich mittelalterliche mit modernen Mitteln der Logik. Er formalisierte die Deduktionsbegriffe von Aristoteles und Thomas von Aquin. Er analysierte den mittelalterlichen Nominalismus und untersuchte die Logik von Ockham.

Jan Salamucha kam während des Warschauer Aufstandes ums Leben.

Weblinks


Salat

Jacob Salat (1761 – 1851)

Jacob Salat war Professor der Theologie in Landshut und dann in München. Er ist von Kant und Jacobi beeinflußt.

Salat war Gegner Schellings und Hegels sowie des Obskurantismus.


Salisbur

John von Salisbury (um 1120 – 1180)

Der englische Theologe und Philosophie John von Salisbury studierte bei Abaelard in Paris. Er arbeitete als Sekretär für Thomas Becket und wurde 1176 zum Bischof von Chartres ernannt.

John von Salisbury schrieb über Politik und Logik.

Im Universalienstreit näherte er sich den Auffassungen von Aristoteles. Universalien haben keine selbständige Existenz, sondern sind mentale Vorstellungen von wirklichen Gattungen. Seine Position in diesem Streit ist der Konzeptualismus.

John von Salisbury studierte auch die unbestimmten Urteile und die modalen Kategorien gründlich.


Sallust

Sallustius (gest. 370 u. Z.)

Sallustius (auch: Sallust) ist ein Neuplatoniker. Er war wie sein Freund Iulianus Apostata Mitglied der pergamenischen Schule.

In seinem Werk über Götter und Welt bekämpft Sallustius das Christentum und befürwortet statt dessen den Polytheismus.


Sanchez

François Sanchez (vor 1552 – 1632)

Der Mediziner und Philosoph François Sanchez ist von portugiesischer Herkunft, lebte aber von Jugend an in Frankreich.

In seinem 1581 erschienenen Hauptwerk legte er seinen Skeptizismus dar. Dieser wendet sich sowohl gegen den scholastischen Aristotelismus als auch gegen die Naturphilosophie der Renaissance

Wissenschaft habe sich auf die Dinge zu richten, aber weder seien die Dinge noch das Erkenntnisvermögen so beschaffen, dass sie die Erkenntnis der Dinge ermöglichen.

Ein gewisses Wissen ist nach Sanchez jedoch durch Beobachtung, Versuch und Urteil erreichbar.