Lichtenb

Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799)

Georg Christoph Lichtenberg ist ein Vertreter der deutschen Aufklärung, der besonders von Kant beeinflußt ist.

Er kritisiert jeglichen Dualismus. Leib und Seele, Gott und Welt sind nur Abstraktionen von der einzigen Wirklichkeit. Von der Materie kennen wir nichts als Kräfte.

Unsere Erkenntnis ist ein Produkt der Reaktion des Subjekts auf die Einwirkungen der Dinge, deren empirische Existenz ebenso gewiß ist wie die unsrige. Ob die Dinge mehr sind als unsere Vorstellungen, können wir nicht wissen. Dass wir Ursachen unserer Empfindungen denken müssen, ist eine rein subjektive Notwendigkeit.

Alles kann uns nur durch unsere Vorstellung gegeben werden. Zu glauben, dass diese Vorstellungen und Empfindungen durch äußere Gegenstände veranlaßt werden, ist wieder eine Vorstellung.


Lichud J

Joanniki Lichud (1663 – 1717)

Der russische Logiker und Rhetoriker griechischer Herkunft las an der slawisch-lateinischen Akademie Physik an die Physik von Aristoteles anknüpfend.

1685 kam Joanniki Lichud nach Moskau. Er wurde Anfang des 18. Jahrhunderts zusammen mit seinem Bruder Sophronius Lichud der Häresie sowie der Verschwörung gegen die Staatsmacht beschuldigt und in ein Kloster verbannt.

Lichud S

Sophronius Lichud (1652 – 1730)

Der russische Logiker griechischer Herkunft, verfasste in lateinischer Sprache das erste Lehrbuch der Logik in Rußland. Dieses Werk hieß Klare Darlegung allen logischen Operierens.

Lichuds Buch steht unter dem Einfluss der aristotelischen Logik, insbesondere der Lehre von den Syllogismen, und unter dem Einfluss von Hobbes.

Lichud unterschied die drei Erkenntnisstufen Wahrnehmung, Urteil und Schluss.

Sophronius Lichud wurde Anfang des 18. Jahrhunderts zusammen mit seinem Bruder Joanniki Lichud der Häresie sowie der Verschwörung gegen die Staatsmacht beschuldigt und in ein Kloster verbannt.


Liebert

Arthur Liebert (1878 – 1946)

Der Philosoph Arthur Liebert ist einer der führenden Vertreter der Marburger Schule.


Lindenb

Adolf Lindenbaum

Der Logiker und Mathematiker Adolf Lindenbaum (* 1904, † 1941) ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.

Weblinks


Lipps Gf

Gottlob Friedrich Lipps (geb. 1865)

Gottlob Friedrich Lipps, geb. in Albersweiler, war Professor in Leipzig. Er ist ein Schüler von Wundt.

G. F. Lipps zeigt das Entstehen der kritischen Weltanschauung infolge des Gewahrwerdens der Widersprüche, die mit der Mythenbildung verknüpft sind.

Lipps T

Theodor Lipps (geb. 1851)

Theodor Lipps ist einer der Hauptvertreter des Psychologismus. Lipps ist u. a. von Kant, Hume, Herbart, Fechner und Wundt beeinflußt.

Die Philosophie ist nach Lipps Geisteswissenschaft oder Wissenschaft der inneren Erfahrung.

Logik, Ethik und Ästhetik basieren auf der Psychologie. Die Logik ist eine psychologische Disziplin. Nicht der unmittelbare Bewußtseinsinhalt ist der Gegenstand, sondern das damit Gemeinte, das, worauf ich in meiner Vorstellung ziele.

Es gibt Stufen der Apriorität. Rein a priori sind die Urteile über die Zeit, aber nicht die über den Raum.

Die Psychologie will Lipps nicht als physiologische, sondern zunächst als reine Psychologie behandeln, als Wissenschaft vom individuellen Bewußtsein, von der Seele und den seelischen Erscheinungen, vom Vorkommen von Bewußtseinserlebnissen in Individuen.

Die Assoziationen, d. h. die Beziehungen zwischen Vorstellungen, sind der Ausdruck und die unmittelbare Betätigung der Einheit des Geistes. Die Assoziationsgesetze (der Ähnlichkeit und Gleichzeitigkeit) sind Gesetze der Vervollständigung zur Einheit.

Jedes psychische Geschehen hat den Charakter des Strebens.

Eine besteht ein Perseverationstendenz.

Lipps formuliert das Gesetz der psychischen Stauung.

Das Wollen ist das Streben, dass etwas geschehe durch mich, durch mein Zutun.

Eine fundamentale Rolle spielt bei Lipps die Apperzeption.

Das Webersche Gesetz ist nach Lipps wie bei Wundt ein Apperzeptionsgesetz.

Bezüglich der Raumvorstellung vertritt Lipps eine Verschmelzungstheorie. Der Raum ist psychologisch, die Form, in welcher gleichzeitige Gesichts- und Tastinhalte geordnet erscheinen. Auch die Zeitvorstellung beruht auf einer extensiven Verschmelzung. Es besteht ein Fortgang des psychischen Geschehens und ein Sichverweben der Momentanerlebnisse zu einem einheitlichen Zusammenhang. Die Stadien dieser Assimilation sind Temporalzeichen.

Das Ich ist nicht der bloße aktuelle Bewußtseinszusammenhang, sondern das diesen Erzeugende. Die Gefühle sind Ich-Erlebnisse, Symptome der Weisen, wie sich psychische Vorgänge zum Zusammenhang des seelischen Lebens verhalten oder stellen, wie sie sich in ihn einfügen.

Das Ich ist (psychologisch) der Zusammenhang von Möglichkeiten eines Bewußtseinslebens. Die Momentan-Iche verdichten sich zur einheitlichen Gesamtpersönlichkeit.

Das reale Ich ist die Seele selbst, als An sich des Gehirns.

Die Ethik ist auf einer Werttheorie zu gründen, die als reine Wertlehre auszubauen ist. Das Werten ist das Bewußtsein von der Weise, wie ein Erlebnis zu meiner seelischen Natur der einem Zug innerhalb derselben sich verhält. Bedingung des Wertbewusstseins ist die Wertapperzeption. Ein Ding hat einen Wert, sofern es die Eignung hat, ein Wertgefühl zu erzeugen. Die Wertung ist objektiv, wenn sie durch den Gegenstand selbst gefordert ist und auch das Gesetz des reinen Ich sie fordert.


Lipps

Hans Lipps (1889 – 1941)

Der Philosoph, Anthropologe und Logiker Hans Lipps stellte auf dem Gebiet der Sprachphilosophie eine Konzeption auf, nach der die Grundlage der Rede nicht die Logik der Sprache ist, sondern das, was man hinter den verschiedenen Wörtern vermutet.


Lessewi

Wladimir Wiktorowitsch Lessewitsch (1837 – 1905)

Wladimir Wiktorowitsch Lessewitsch ist ein Vertreter des Positivismus. Lessewitsch hat in vielem ähnliche Positionen wie Carl Göring.

Die Begrenztheit des Positivismus von Comte sah Lessewitsch darin, dass in diesem die Erkenntnistheorie nicht genügend ausgearbeitet war.

Er hielt es für notwendig, den alten Positivismus auf der Grundlage der neukantianischen Erkenntnistheorie, insbesondere der des Empiriokritizismus zu reformieren.

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Theodor Lessing (1872 – 1933)

Theodor Lessing wurde 1933 ermordet.

Er bekennt sich zum Aktivismus. Die Philosophie hat ihr Lebensrecht nur als Philosophie der Tat, als praktische Wissenschaft des Glückes und der Eugenese.