Woloszyn
Stefan Woloszyn
Stefan Woloszyn (* 1911) ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.
Widemann hatte "unter dem vollen grauen, zuletzt schneeweißen Haar ein paar lebhafte blaue Augen …" [Püschel, E. 1928a], er hatte einen "mittelgroßen, stets beweglichen Körper, der die Rührigkeit seines Geistes beredt verriet." [Püschel, E. 1928a]
Nietzsche schenkte den musikalischen Schöpfungen Widemanns "… freundschaftliche Aufmerksamkeit und kritisierte z. B. seine Liederhefte ‚Aus des Herzens Nacht‘ und ‚In Majas Zauber‘ (später bei Breitkopf und Härtel erschienen) sehr günstig. Ein großes Erlebnis war für Widemann die Teilnahme an den ersten Bayreuther Festspielen 1876; er war und blieb stets ein begeisterter Wagner-Verehrer, und als ein Heiligtum bewahrte er zeitlebens die große Meistersinger-Partitur, die Richard Wagner Nietzsche, und die dieser ihm mit einer herrlichen Widmung geschenkt hatte." [Püschel, E. 1928a]
"Daß auch ein ganz Großer wie Friedrich Nietzsche für ihn die größte Schätzung hegte, das beweisen manche Briefe des großen Philosophen an Widemann, in denen der Erkrankte sehnsüchtig seine Gesellschaft in Italien herbeiwünscht; das beweist eine begeisterte Widmung, in eine Partitur von Richard Wagners Meistersingern eingetragen, ein Weihnachtsgeschenk Wagners an Nietzsche aus den siebziger Jahren. Diese Partitur gibt Nietzsche weiter an den ‚trefflichen Freund‘ mit den ehrendsten Worten als einen Beweis ‚für die Hoffnung‘, die er, Nietzsche, ‚für die deutsche Kunst auf das große und starke Talent‘ Widemanns hegt. Widemann hat übrigens im Jahre 1885 selbst ein kühnes philosophisches Werk herausgebracht, das den Titel trug: ‚Erkennen und Sein, Lösung des Problems des Idealen und Realen, zugleich eine Erörterung des richtigen Ausgangspunktes und der Prinzipien der Philosophie‘." [Mayerhoff, F. 1933a].
"Am 28. Juli erhält Nietzsche – wahrscheinlich angeregt durch Köselitz – das Buch von Heinrich Widemann &;Erkennen und Sein&;. Als Gegengabe lässt ihm Nietzsche – durch Köselitz – seinen Zarathustra IV zukommen." [Janz C. P. 1978a, II, 400].
Am 31.07.1875 schreibt Nietzsche an Widemann:
"Sie haben … mir durch Ihren Brief und die Übersendung Ihres Werkes keine kleine Ehre erwiesen, – gar nicht zu reden von dessen letzter Seite, wo Sie meinem Sohn Zarathustra die erste öffentliche Zensur feierlich und festlich ausstellten: – Das soll Ihnen nie vergessen werden!".
Über Widemanns Buch schreibt Nietzsche an Köselitz am 01.08.1875:
"… persönlich betrachtet ist es vielleicht ein kleines Malheur für mich (von wegen des Dühring und des gepredigten Mengel-Mantsch an Physik und Bewußtseins-Tatsachen), aber es wird noch viele solche Quidproquis geben und bösere!".
"Widemann setzt sich mit Dühring auseinander, was Nietzsche wieder einmal auf Dührings &;Kursus der Philosophie&; bringt. In diesem Zusammenhang interessierte er sich auch für eine Textstelle in August Bebels 1883 erschienenem &;Die Frau in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft&;, die ihm Köselitz herausschreiben muss. Offenbar besitzt Köselitz das Buch, und wir dürfen vermuten, dass es im Mai in Venedig zur gemeinsamen Lektüre diente oder zumindest ausgiebig besprochen wurde, sonst könnte sich Nietzsche nicht so präzise an eine Textstelle erinnern und danach fragen." [Janz C. P. 1978a, II, 400].
Püschel schreibt über Widemanns Buch:
"Es würde hier zu weit führen, auf das, was Peter Gast sagt, ‚mit einer ganz abnormen Energie des Denkens geschriebene Buch‘ einzugehen, das die schwierigsten Probleme der Erkenntnistheorie behandelt. Der an Kant und Schopenhauer geschulte Denker und Wahrheitssucher kehrte nach allen Abstechern – die vielleicht sonderbarste war ein langjähriger Aufenthalt in Quinto bei Genua, wo er als Blumenzüchter lebte – zu seiner großen Liebe, der Philosophie, zurück." [Püschel, E. 1928a]
"Durch Widemann kam ich nun mit seinem besten Freund, Peter Gast, auch in anregende Beziehung, die mir manche Zeile Gasts eingetragen hat, unter anderem auch eine sehr freundliche Beglückwünschung zur Übernahme des Leipziger Riedelvereins, mit der Mitteilung, dass Nietzsche diesem Verein auch kurze Zeit angehört habe …" [Mayerhoff, F. 1933a].
Während der Amtszeit von M. Pohle wurde Widemann ab und an in Konzerten aufgeführt. Danach nicht mehr [vgl. Püschel, E. 1924a].
Er ist Gegner der Scholastik. In seinem Corpus pansophicum unterscheidet er die Erkenntnistheorie (Pantognosia) und die Logik (Pantologia). Weigel versucht die Matheamtik zum Paradigma der Philosophie zu machen.
Im Wollen unterscheidet Weigel Denk- und Werkwillen. Nur Gott ist ein wahres Wesen. Die endlichen Dinge sind an sich nichts.
Das Nichts, als Fähigkeit, etwas in sich haben zu können, ist der Raum. Die Zeit ist die Zahl der Änderungen.
Leibniz und Pufendorf sind Schüler von Weigel.
Weikard besuchte 1753 bis 1758 das Frobenius-Gymnasium in Hammelburg. Er wurde 1764 zum Physikus des Amtes Brückenau berufen. Weikard war von 1771 bis 1789 fürstlichlicher Leibarzt und Professor der Mdizin an der Universität Fulda. 1784 – 1789 war er Hofarzt der russischen Zarin Katharina II. am Zarenhof in St. Petersburg. 1803 wurde er an das Meizinalkollegium Fulda berufen.
Über Fulda hinausreichende Ausstrahlung besaß Melchior Adam Weikard (1742 – 1803), von 1771 bis 1777 fürstlicher Leibarzt und Professor der Medizin an der Universität. Von 1784 bis 1789 war er Hofarzt in St. Petersburg. Im Jahre 1803 wurde Weikard zum Direktor des Medizinalkollegiums in Fulda.
Er knüpft dabei an Hartley und Priestley an.
Seinem Werk anonym erschienenen Werk Der philosophische Arzt verdanken wir einige interessante Einsichten über den Philosophen.
"So wie man aus den bisher erzählten Ursachen einen gewissen Kaltsinn und eine unerschrockene Gleichgültigkeit von einem Philosophen fordert: so wird auch eben Unpartheilichkeit eine seiner ersten Tugenden seyn. Verdienst und Wahrheit überwiegt bey ihm weit die Wirkungen der Feindschaft, Verwandtschaft, des Hasses, der unbescheidenen Eigenliebe." [1]
"Nichts verleitet uns eher zu Irrthümern, als die Leichtgäubigkeit: und nichts ist mehr des Philosophen Eigenthum, als eine phlegmatische Hartgläubigkeit." [2]
[1] Weikard, Melchior Adam: Der philosophische Arzt. 1776, 54
[2] Weikard, Melchior Adam: Der philosophische Arzt. 1776, 55
Simone Weil wuchs in einer großbürgerlichen jüdischen Familie in Paris auf, Sie studierte an der École Normale Supérieure Philosophie und wurde 1931 Mittelschullehrerin in der französischen Provinz, arbeitete eine Zeit lang als Fabrikarbeiterin bei Renault und kämpfte auf der Seite der Anarcho-Syndikalisten im spanischen Bürgerkrieg.
Ab 1936 wurden spirituelle Fragen für sie existentiell relevant. Sie bemühte sich, theologische Themen mit Überlegungen von Platon und anderen griechischen Philosophen weiterzuentwickeln.
Sie näherte sich dem Katholizismus an und ließ sich kurz vor ihrem Tod taufen.
Bei der Besetzung Frankreichs floh sie nach Marseille und 1942 zunächst in die USA, danach nach England, wo sie Mitglied des Befreiungskomitees Charles de Gaulles war. Sie starb an Herzversagen und Tuberkulose, nachdem sie sich selbst praktisch zu Tode gehungert hatte.
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Weinhandl entwickelte die gestaltanalytischen Methode als Mittel der philosophischen Wirklichkeitsbetrachtung. Auf dieser Methode aufbauend und an gestalttheoretischen überlegungen von Christian von Ehrenfels anküpfend gelangte er zur Entwicklung des Gestaltlegetests (GLT). Auf diese Weise wurde die Gestaltanalyse Bestandteil der psychologischen Diagnose.
Am Anfang der Beschäftigung Weismanns mit der Evolutionstheorie steht die Auseinandersetzung mit Alternativen, die für ihn nur im Schöpfungsglauben bestehen kann. In seiner Arbeit Über die Berechtigung der Theorie Darwins (1868) stellt er Schöpfungsglauben und Evolutionstheorie einander mit folgendem Ergebnis gegenüber: Zahlreiche biologische Tatsachen lassen sich zwanglos in im Sinne der Evolutionstheorie deuten, bleiben aber, wenn man sie als Resultate von Schöpfungsakten deutet, unverständlich.
Weismann veränderte seine Haltung zur Rolle und zum Funktionsmechanismus der Vererbung für die Evolution im Laufe seines Lebens. Dabei lassen sich drei Phasen ausmachen.
Zu Beginn führt er die beobachtbare Variabilität der Individuen einer Art wie Darwin auf die Vererbung von Merkmalen zurück. Er glaubte dabei, wie er 1876 schrieb, an die "Entstehung der Transmutationen (= Veränderung der Arten) auf dem Weg des direkten Einflusses äußerer Lebensbedingungen".
In einem Vortrag, den er 1883 über die Vererbung hielt, wies er erstmalig die Vererbung erworbener Eigenschaften zurück. Ganz in der Art wie er dieses bei der Untersuchung von Schöpfungslehre gegen Evolution tat, stellt er zahlreiche Einzelbeispiele zusammen, die er mit beiden Thesen zu erklären versucht. Beispielsweise: Wie können die Spezialanpassungen der einzelnen Arbeiter- und Soldatenkasten der Ameisen erklärt werden, wenn diese sich doch niemals fortpflanzen? Mit der Keimplasmatheorie ist eine Erklärung problemlos möglich, Gebrauch und Nichtgebrauch jedoch können hier nicht die gewünschte Wirkung entfalten.
Die Keimplasmatheorie besagt, dass multizellulare Organismen aus Keimzellen, die die Erbinformationen enthalten, sowie aus somatischen Zellen bestehen, die die Körperfunktionen ausführen. Die Keimzellen werden weder beeinflusst durch das, was der Körper lernt, noch durch irgendwelche Fähigkeiten, die dieser während seines Lebens erwirbt, und können somit diese Informationen auch nicht an die nächste Generation weiterreichen. Dies führte schließlich zur Wiederentdeckung des Werkes Gregor Mendels.
Auch Beispiele, die Darwin selbst mit dem Gebrauch und Nichtgebrauch erklärte, wie die Tendenz zur Degeneration der Flügel und einem kräftiger werden der Füßen von domestizierten Wassergeflügel, erklärte er nun mit der Keimplasmatheorie.
Weismann arbeitete später über die Keimesentwicklung an Seeigeleiern, an deren Beispiel er unterschiedliche Zellteilungsformen, die Äquatorialteilung und die Reduktionsteilung, beobachten konnte und damit diese Begriffe in die Entwicklungsbiologie einführte.
Er habilitierte sich 1946 mit Der philosophische Glaube bei Karl Jaspers und die Möglichkeit seiner Deutung durch die thomistische Philosophie. Ab 1952 war er Professor für Grenzfragen. 1954 wurde seine Professur umgewandelt in den Lehrstuhl für Christliche Religionsphilosophie, den er bis zu seiner Emeritierung 1973 innehatte.
Welte verbindet das philosophische Denken Martin Heideggers und Karl Jaspers‘ mit der klassischen Metaphysik (Thomas von Aquin). Er versucht, die Möglichkeit und Notwendigkeit erneuerter religiöser Erfahrung phänomenologisch abzuleiten.
Das menschliche Dasein entwirft sich – phänomenologisch betrachtet – als endliches Dasein auf unendlichen Sinn hin. Dieses Phänomen gilt Welte als ursprüngliches Vorverständnis des christlichen Heils. Von da aus soll die Lebenswirklichkeit mit dem christlichen Glauben vermittelt werden, indem sich die Theologie der modernen Philosophie öffnet und auf die Geschichtlichkeit des menschlichen Daseins und die Wandelbarkeit von Denken und Sprache nicht nur Bezug nimmt, sondern sich ganz auf sie einlässt.
Epochal geprägte Theologie und Glaubensverkündigung soll bewahrt werden in der Freilegung der Phänomene, deren Sprache sie sind. Dabei wird Überlieferung als Gespräch verschiedener Epochen im Sinne und mit der Methode der geschichtlichen Hermeneutik als kennzeichnend und notwendig für die Theologie herausgestellt.
Wertheimer wurde 1905 bei Oswald Külpe über Tatbestandsdiagnostik promoviert. 1905 – 1912 betrieb er private Universitätsstudien in Berlin, Würzburg, Frankfurt am Main, Prag und Wien. 1910 – 1914 erarbeitete Wertheimer die Grundlagen der Gestalttheorie und führte die entscheidenden Experimente zu den Gestaltgesetzen mit Wolfgang Köhler und Kurt Koffka in Frankfurt am Main durch. Er habilitierte sich 1912 mit seinen Experimentellen Studien über das Sehen von Bewegung.
Nach einer Privatdozentur (1912 – 1926) an der Universität Frankfurt am Main war Wertheimer von 1916 bis 1922 Privatdozent, 1922 – 1929 a.o. Professor für Psychologie an der Universität Berlin.
1921 gründete Wertheimer zusammen mit Köhler, Koffka, Kurt Goldstein und dem Psychiater Hans Walter Gruhle die Zeitschrift Psychologische Forschung, die zum zentralen Publikationsorgan der Gestalttheorie werden sollte. 1929 – 1933 war Wertheimer ordentlicher Professor für Psychologie an der Universität Frankfurt am Main.
1933 wanderte Max Wertheimer angesichts des aufstrebenden Nationalsozialismus über die Tschechoslowakei in die USA aus, wo er von 1933 bis 1943 an der New School for Social Research in New York lehrte.
Weyl besuchte das Gymnasium in Altona. Auf Empfehlung des Direktors begann Weyl 1903 in Göttingen ein Studium der Mathematik. Er studierte ein Jahr in München, dann wieder in Göttingen, wo er auch als Privatdozent lehrte.
1913 erhielt er eine Professur an der Technischen Hochschule Zürich, wo er Albert Einstein kennenlernte, der zu jener Zeit gerade seine Allgemeine Relativitätstheorie entwickelte, was Weyl zur intensiven Beschäftigung mit der Differentialgeometrie anregte.
Einen Ruf nach Göttingen, die Nachfolge von Felix Klein anzutreten, schlug er zunächst aus. Erst 1930, nachdem Hilberts Lehrstuhl verwaist war, nahm er an. Doch bereits 1933 sah er sich außerstande, im von den Nazis beherrschten Deutschland zu lehren. Er nahm eine Stellung am Institute for Advanced Study in Princeton an, wo er bis 1951 wirkte. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er vorwiegend in Zürich.
Hermann Weyl gehört mit Brouwer zu den Begründern der intuitionistischen Logik.