Pichler

Hans Pichler (1882 – 1958)

Hans Pichler, geboren in Leipzig, kommt ursprünglich aus der Schule von W. Windelband. 1913 habilitierte er und nahm in Graz an den gegenstandstheoretischen Bemühungen teil.

Obwohl kein direkter Schüler von Meinong kann er daher der Grazer Schule zugerechnet werden.


Pico

Giovanni Pico della Mirandola (1463 – 1494)

Der italienische Humanist und Philosoph begann bereits mit 14 Jahren in Bologna mit dem Studium des kanonischen Rechtes. Er wandte sich jedoch bald der Philosophie zu und macht sich in Padua insbesondere mit der aristotelischen Philosophie und dem scholastischen Aristotelismus vertraut.

1484 kam Pico della Mirandola nach Florenz und wirkte dort in der Akademie von Florenz mit.

1486 veröffentlichte er 900 Thesen, die sich über viele Gebiete der Logik, Philosophie und Theologie erstreckten und mit denen er beanspruchte, die verschiedensten philosophischen Denkrichtungen und Systeme zu einer Einheit zusammengeführt zu haben. So bezog er die antiken Mysterien, das Alte und das Neue Testament, die Lehren von Pythagoras, Empedokles, Platon, Iamblichos, Zarathustra, die Chaldäischen Orakel, die Lehren von Augustinus, Averroës, Thomas von Aquino, Duns Scotus, Kabbala und Magie ein.

Die einheitlich Grundlage für seine Betrachtungen sieht Pico della Mirandola in der neuplatonischen Philosophie. Seine Überlegungen liegt der neuplatonische Gedanke einer Seinshierarchie zugrunde, die sich vom unbelebten Körper über verschiedene Stufen bis hin zum höchsten Sein (Gott) erstreckt.

Gott habe den Menschen zum Weltmittelpunkt bestimmt. Daher ist der Mensch weder sterblich noch unsterblich, weder himmlisch noch irdisch. Es liegt ganz in seinem Willen, zu welcher der vielfätigen Seinsformen er sich selbst bestimmt.

Der Mensch unterscheidet sich von den übrigen Lebewesen dadurch, dass er nicht an ein vorher bestimmtes Gesetz gebunden ist, sondern die Art und Weise seiner Existenz in freier und bewusster Wahl bestimmen kann. Er kann sich zum Tier erniedrigen, aber auch zum göttlichen Wesen erhöhen.

Für Pico della Mirandola besteht – ganz in neuplatonischer Tradition – das höchste Ziel des Menschen darin, sich dem göttlichen Ursprung zu nähern, was eine Reinigung von sinnlichen Antrieben und philosophischer Erkenntnis voraussetzt.

Die Astrologie lehnt Pico della Mirandolla mit der Begründung ab, dass sie mit ihrem Gedanken der Vorbestimmtheit des menschlichen Lebenslaufs durch die Konstellation der Gestirne jede freie Entscheidung unmöglich mache.

Pico della Mirandola rief die Gelehrten Europas zu einer Disputation über seine Thesen nach Rom. Papst Innozenz VIII. erklärte aber 13 der Thesen als häretisch, worauf Pcio della Mirandola nach Frankreich floh. Trotzdem wurde Pico della Mirandola durch Beauftragte der päpstlichen Kurie unter Arrest gestellt. Durch Fürsprache von Lorenzo de’Medici und von anderen italienischen Herrschern wurde er freigelassen und ging nach Florenz zurück.

Nach seiner Rückkehr nach Florenz lebte Pico della Mirandola sehr zurückgezogen. Thomas Morus hat eine Beschreibung des Lebens von Pico della Mirandola geschrieben.


Pieper

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Joseph Pieper (geb. 1904)

Joseph Pieper ist ein Vertreter des Neothomismus.


Pillon

François Thomas Pillon (geb. 1830)

François Thomas Pillon ist ein Vertreter des Neokritizismus und ein Anhänger von Renouvier.


Plate

Ludwig Plate (1862 – 1937)

Ludwig Plate war Professor in Jena. Er ist Monist und Sozialdarwinist.


Platner

Ernst Platner (1780 – 1818)

Ernst Platner, in Leipzig geboren, wurde Doktor der Philosophie und der Medizin. Er wurde 1770 außerordentlicher und 1780 ordentlicher Professor der Medizin in Leipzig. Später war Platner in Leipzig auch Professor der Philosophie.

Platner ist von Leibniz beeinflußt. Wie Leibniz hält er das Körperliche für die Erscheinung immaterieller Kräfte (Monaden).

Die Substanz bestimmt Platner als beharrliches, selbstständiges Ding, welches stets dasselbige bleibt. Die Substanz ist eine Kraft, ein System unzertrennlich verbundener, einer Grundkraft untergeordneter Kräfte.

Als Vorstellungskraft ist auch die Seele eine Substanz. An Stelle der Leibnizschen prästabilierten Harmonie nimmt Platner eine Wechselwirkung zwischen Seele und Leib an. Die Seele ist stets mit einem feinen Organismus (einem Ätherleib) verbunden, der auch den Tod überdauert.

Platner nimmt Ähnlichkeit, Gleichzeitigkeit und Ordnung als Assoziationsprinzipien an.

Der Wille ist ein Teil der Vorstellungskraft und determiniert.

Die Logik ist "eine pragmatische, mit Bemerkungen, Grundsätzen und Regeln von Wahrheit und Irrtum begleitete Geschichte des menschlichen Erkenntnisvermögens". Sie "ist eine Untersuchung des menschlichen Erkenntnisvermögens, angestellt in der Absicht, genauer zu bestimmen, ob der Mensch fähig sei, die Wahrheit zu erkennen und zu beweisen, d. i. ob das menschliche Erkenntnisvermögen gelten könne als Maßstab der Wahrheit".

Die reine Logik lässt sich mit der psychologischen verbinden.


Phemonoe

Phemonoe

Nach Plinius wurde Phemonoe ihrer Weisheit wegen Tochter des Apollon oder Delphos genannt.

Sie verfasste Orakelsprüche in Hexametern und gilt als Erfinderin dieser Versform.

Clemens Alexandrius überliefert, "dass siebenundzwanzig Jahre nach Phemonoe die Genossen des Orpheus, des Musaios und des Linos, des Lehrers des Herakles lebten".

Die Spruchweisheit Erkenne dich selbst aus dem Orakelheiligtum von Delphi wird nicht nur Thales oder Chilon, sondern auch Phemonoe zugeschrieben.

Diogenes Laërtios schreibt dazu: Von Thales "stammt das ‚Erkenne dich selbst‘ her, das Antisthenes in seinen Philosophenfolgen (Diadochae) der Phemonoe zuschreibt; von ihr habe es Chilon sich zu eigen gemacht." (Diog. Laert., Leben und Meinungen berühmter Philosophen I 40).

Nach Plinius verfasste Phemonoe eine Schrift über die Vogelkunde, speziell über Adler und Falken und über die Deutung von Vogelflügen, die noch um 40 u. Z. vorgelegen haben soll.

Weblinks


Phillaos

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Philolaos

Der griechische Philosophe Philolaos stammt aus Kroton oder Tarent. Er ist ein Zeitgenosse des Sokrates.

Er legte der Welterklärung den Gegensatz des Bestimmten (die Zahl als das formende Prinzip) und des Unbestimmten (gestaltlose Masse) zugrunde.

Im Weltsystem des Pythagoreers Philolaos umkreisen Erde und Gegenerde gemeinsam mit der Sonne, den übrigen Planeten und den Fixsternen das Zentralfeuer. Die Erfindung der Gegenerde erhöht die Anzahl der Planetenspären auf die heilige Zahl 10. Das System hat, da auch die Erde als Planet erscheint, als fruchtbare Denkmöglichkeit auf die Nachwelt gewirkt.

Die Musikfragmente des Philolaos sind in ihrer Echtheit umstritten. Die feinen Unterteilungen des Ganztones stellen ene Mischung von Proportionsrechnung und Zahlensymbolik dar.


Philodem

Philodemos von Gadara (ca. 110 – 40/35)

Der epikuräische Philosoph und Dichter Philodemos kam um 80 nach Italien, wo er in Neapel eine epikuräische Schule gründete. Zu den Anhängern dieser Schule zählte auch der junge Vergil. Wahrscheinlich ist er auch Lehrer von Lukrez.

Philosdemos war ein talentierter Dichter, der insbesondere auf dem Gebiet der Epigrammatik wirkte.

Philon L

Philon von Larissa

Philon von Larissa leitete ca. 110/09 – 86 v. u. Z. die Akademie. Unter seiner Leitung kam zum Bruch der neueren Akademie mit dem Skeptizismus. Er ist unter anderem Lehrer des Antiochos von Askalon.