Motiverk

Motiverklärung

Als Motiverklärung bezeichnet man eine Erklärung der Handlung einer Person (evtl. eines Tiers) aus ihren Zwecken oder Absichten.

Es ist eine strittige Frage, ob Motiverklärungen als Ursachenerklärung oder Dispositionserklärungen aufgefaßt werden können. Gegen diese Interpretation wird u. a. geltend gemacht, dass es wegen des freien Willens des Menschen unmöglich sei, eine Ursachen- oder Dispositionserklärung seiner Handlungen anzugeben.

Nach von Wright können Motiverklärungen keine kausalen Erklärungen sein, da sich Motiv und Handlung nicht wie Ursache und Wirkung voneinander trennen lassen, weil die Identität des Motivs nicht unabhängig von der Identität der Handlung festgelegt werden kann und umgekehrt.

N Praed

Nichtmodales epistemisches Prädikat

Als nichtmodales epistemisches Prädikat bezeichnet Wuttich ein epistemisches Prädikat, in dem mindestens ein epistemisches Subjekt als Parameter vorkommt.

Beispiele für solche Prädikate sind weiß, glaubt, akzeptiert und behauptet.

Nichtmodale epistemische Prädikate werden von modalen epistemischen Prädikaten unterschieden.

N Zeich

Natürliches Zeichen

Ein natürliches Zeichen ist ein Zeichen, das einen Gegenstand bezeichnet.

Bereits Ockham unterscheidet natürlicher Zeichen und konventionelle Zeichen, wobei Begriffe natürliche Zeichen und Worte konventionelle Zeichen sind.

Wolff definiert: "Wenn alle zwei Dinge beständig miteinander zugleich sind, oder eines beständig auf das andere erfolget, so ist allezeit eines ein Zeichen des andern. Und dergleichen Zeichen werden natürliche Zeichen genennet" (Vernünftige Gedanken I, § 293).


Metaeth

Metaethik

Derjenige Zweig der Ethik, der die Abgrenzung der moralischen von den nicht-moralischen Phänomenen und die erkenntnistheoretischen, sprachphilosophischen und ontologischen Grundlage moralischer Urteile untersucht.

Die fundamentalste Frage der Metaethik lautet, ob ein moralisches Urteil überhaupt objektive Gültigkeit besitzen kann. Dass dies der Fall ist, behaupten die Kognitivisten, das Gegenteil die Nonkognitivisten.


Metarech

Metarechtfertigung

Als Metarechtfertigung bezeichnet man in der Erkenntnistheorie Rechtfertigungen für die Standards auf denen epistemische Rechtfertigungen beruhen.

Metarechtfertigungen müssen zeigen, dass die epistemischen Rechtfertigungen zu Wahrheit führen.

Es ist schwierig Metarechtfertigungen zu finden, da sie sich nur auf sehr schwache Voraussetzungen stützen können. Empirisches Voraussetzungen sind ungeeignet. Scheinbar müssen Metarechtfertigungen ihrem Charakter nach a priori gelten. Wie sollen aber geeignete a priori Argumente gefunden werden?

Die Lösung des Problems der Metarechtfertigung ist stark abhängig von der unterstellten Wahrheitstheorie.

Methoden

Methoden zur Untersuchung kausaler Zusammenhänge

Methoden zur Untersuchung kausaler Zusammenhänge (auch: Kausalmethoden) nennt man Verfahren, die dazu dienen kausale Zusammenhänge aufzufinden.

Diese Methoden wurden von F. Bacon erarbeitet und von Mill weiterentwickelt.

Zu den Methoden der Untersuchung kausaler Zusammenhänge gehören:

  1. Methode der Analogie
  2. Methode der Ähnlichkeit
  3. Methode des Unterschiedes
  4. Vereinigte Methode von Ähnlichkeit und Unterschied
  5. Methode der begleitenden Veränderungen
  6. Methode der Reste


Miscschl

Vermischter Schluss

Als vermischten Schluss (lat.: ratiocinium hybridum) bezeichnet Kant einen Schluss, der nur durch die Vereinigung von mehr als drei Urteilen möglich ist.

Der vermischte Schluss wird dem reinen Schluss gegenübergestellt.

Maeeutik

Mäeutik, Sokratische Methode

Mäeutik (griech. Hebammenkunst) oder Sokratische Methode nennt man die Methode der Wahrheitsfindung von Sokrates.

Sokrates, Sohn der Hebamme Phainarete, bringt seine Gesprächspartner mit dieser Kunst, die Platon ihn im Theaitetos beschreiben lässt, zum Zweifel.

Seine Kunst unterscheidet sich von der Hebamme darin, dass sie den Männern Hilfe leistet und nicht den Frauen, den Seelen und nicht den K

Majmin

A majore ad minus, a maximis ad minima

Als a majore ad minus bzw. a maximis ad minima bezeichnet man einen Schluss vom inhaltlich Größeren auf das inhaltlich weniger umfassende.

Material

Causa materialis

Causa materialis (auch: materiale Ursache, Stoffursache) gehört zu den inneren Ursachen. Sie liegt – so Aristoteles – im Stoff (griech. hyle), "woraus etwas entsteht, und was in diesem Etwas ist, z. B. ist die Bronze die Ursache der Statue".

Die Unterscheidung zwischen causa materialis und causa formalis ist eine relative. So ist z. B. die Bronze selbst aus einem Stoff und einer besonderen Bronzeform zusammengesetzt, ebenso wie die Bronzestatue als Materie dienen kann, z. B. bei der Herstellung von Schmuck.