Mod Schl

Modaler Schluss

Als modalen Schluss bezeichnet man einen mittelbarer Schluss, der auf einer Veränderung der Modalität der Urteile basiert.

In derartigen Schlüssen kann man

  • vom Notwendigen auf das Wirkliche,
  • vom Notwendigen und vom Wirklichen auf das Mögliche,
  • vom Unmöglichen und vom Nichtwirklichen auf das Nichtnotwendige

schließen.

Modell

Modell

Als Modell bezeichnet man ein ideell vorgestellt oder materiell realisiertes System, das einen Forschungsgegenstand adäquat widerspiegelt oder spezifische Eigenschaften und Relationen analog reproduziert und ihn so zu vertreten vermag, dass sein Studium es dem Menschen ermöglicht, neue Erkenntnisse über diesen Untersuchungsgegenstand zu erhalten oder zur besseren Beherrschung des Untersuchungsgegenstandes selbst beizutragen.

Bewußt angewandt wurde die Modellierung wohl erst von Galileio Galilei, der den Ausdruck Modell noch nicht verwendet.

Bei Descartes kommt der Begriff Modell vor. Seine theoretischen Vorstellungen werden mitunter als Physik der Modelle bezeichnet.

Im 18. Jahrhundert wurde die Modellierung zu einer vielbenutzten Methode. So benutzte man bei der Entwicklung der Atom- und Molekülvorstellungen in der Chemie Modelle in zunehmendem Maße.

In der Biologie wird die Modellierung bewusst seit O. Bütschli und St. Leduc (Ende des 19. Jh./Anfang des 20. Jh.) angewandt.

Eine wichtige Rolle spielt die Klassifizierung der Modelle nach ihrer Funktion. Folgende Funktionen spielen hierbei eine Rolle:

  1. Erkenntnis: neue Informationen über das Original sind gesucht;
  2. Erklärung und Demonstration: gesucht sind Hilfsinformationen, die das Verständnis für im Prinzip bekannte, nicht absolut neue Erkennntisse über das Original ermöglichen bzw. erleichtern (z. B. Maxwellsches Modell des elektrischen Stromes, Fallbeispiele);
  3. Indikation: am Modell werden Eigenschaften des Originals sichtbar oder meßbar gemacht, die am Original selbst nicht zugänglich sind (z. B. Herzsimulator);
  4. Variation und Optimierung: das Modell soll die Möglichkeit schaffen, durch gezielte Operationen bei gegebener Prinziplösung bzw. Struktur und Funktion von Original und Modell eine quantitative Optimierung des Originals durch schrittweise Annäherung am Modell zu erlauben (z. B. Netzmodell der Energieverteilung);
  5. Verifikation: eine vorhandene Hypothese oder eine technische Konsturktion soll am verkleinerten Modell geprüft werden (z. B. Versuchsmuster);
  6. Projektierung : mittels eines Modells soll eine zweckmäßige Variante eines zu erarbeitenden oder zu produzierendes Objekts ausgearbeitet werden (engverwandt mit dem vorigen Punkt) (z. B. technische Konstruktionszeichnungen, Projektierungsmodell des Städtebaus);
  7. Ersatzfunktion: andere Teilsystems sollen direkt vertreten werden (z. B. künstliche Gliedmaßen).

Wird in einem Modell ein Prozeß modelliert, sprechen wir von Simulationsmodellen.

In der Mathematik und in der Logik gebraucht man den Modellbegriff in anderer Bedeutung. Hier versteht man unter dem Modell eines Axiomensystems eine konkrete Interpretation dieses Systems.


Moderkl

Modellerklärung

Wenn etwas als erklärt betrachtet wird, insofern es in ein vorher angenommenes Modell eines bestimmten Teils der Wirklichkeit eingefügt werden kann, spricht man von Modellerklärung. Das vorausgesetzte Modell ist entscheidend dafür, welche Erklärung als Erklärung akzeptiert werden können.

Maeeutik

Mäeutik, Sokratische Methode

Mäeutik (griech. Hebammenkunst) oder Sokratische Methode nennt man die Methode der Wahrheitsfindung von Sokrates.

Sokrates, Sohn der Hebamme Phainarete, bringt seine Gesprächspartner mit dieser Kunst, die Platon ihn im Theaitetos beschreiben lässt, zum Zweifel.

Seine Kunst unterscheidet sich von der Hebamme darin, dass sie den Männern Hilfe leistet und nicht den Frauen, den Seelen und nicht den K

Majmin

A majore ad minus, a maximis ad minima

Als a majore ad minus bzw. a maximis ad minima bezeichnet man einen Schluss vom inhaltlich Größeren auf das inhaltlich weniger umfassende.

Material

Causa materialis

Causa materialis (auch: materiale Ursache, Stoffursache) gehört zu den inneren Ursachen. Sie liegt – so Aristoteles – im Stoff (griech. hyle), "woraus etwas entsteht, und was in diesem Etwas ist, z. B. ist die Bronze die Ursache der Statue".

Die Unterscheidung zwischen causa materialis und causa formalis ist eine relative. So ist z. B. die Bronze selbst aus einem Stoff und einer besonderen Bronzeform zusammengesetzt, ebenso wie die Bronzestatue als Materie dienen kann, z. B. bei der Herstellung von Schmuck.

Materie

Materie

Für die griechischen Philosophen des 6. Jahrhunderts v. u. Z. ist das Bestreben charakteristisch, die Mannigfaltigkeit der Welt auf ein einziges materielles Grundelement zurückzuführen. Bei Thales ist es das Wasser, bei Anaximenes die Luft und bei Heraklit das Feuer.

In der von Leukipp und Demokrit begründeten und von Epikur und Lukrez weiterentwickelten atomistischen Lehre werden als Grundelemente kleinste unteilbare Teilchen angenommen – die Atome -, die sich nach Form, Anordnung und Lage voneinander unterscheiden, in unendlicher Zahl gedacht werden und durch die verschiedene Kombination eine unendliche Vielfalt von Dingen und Welten bilden.

Anaximandros geht von einem nach Quantität und Qualität unbestimmten und unbegrenztem materiellen Element, dem Apeiron, aus.

Das Wort Materie (griech. hyle, engl. matter, franz. matière, lat. materia) verwendet Platon nicht in philosophischer Bedeutung.

Nach Aristoteles ist Materie das Substrat aus dem alle Dinge entstehen und bestehen. Die Materie besitzt keine Eigenschaften. Sie wird als potentielle Möglichkeit gedacht. Sie wird erst durch ihre Verbindung mit der Form zur Wirklichkeit.

Die Trennung zwischen Form und Materie ist nicht absolut, weil jeder Stoff seinerseits eine Form besitzt.

Materie bildet eine der vier aristotelischen Ursachen, die causa materialis. Die Materie ist ihrem Wesen nach träge und passiv. Sie erhält ihre konkreten Bestimmungen erst durch die Form, das tätige Prinzip, den ersten Beweger.

Straton ebenete die Unterscheidung des Aristoteles von Stoff und Form weitgehend ein und versucht die wirkende Kraft der Form in die Materie zu legen.

Dieser Gedanke hatte auf die Entwicklung der arabischen Philosophie (einschließlich auf Ibn Sina) einen großen Einfluß.

Bei Epikur findet sich die Idee der Selbstbewegung der Materie.

Für die Stoiker bilden die Einzeldinge nur Teile (Momente) des Kosmos. Der Kosmos allein existiert selbständig. Materie wird so zu einem kosmologischen Prinzip, das für die Welt als Ganzheit gilt.

Ebenfalls eine kosmologische Bedeutung erhält die Materie bei Plotin. Materie gilt hier als die letzte und schwächste Emanation (Ausströmung) aus dem Einen. Materie ist nach Plotin unkörperlich, weil sie nicht einmal die Struktur der wahrnehmbaren körperlichen Dinge besitzt. Da sie ohne Bestimmung ist, ist sie die Abwesenheit des Guten, das reine Böse und Häßliche.

Neben dieser Materie, die unterhalb der wahrnehmbaren Dinge steht, kennt Plotin auch eine intelligible Materie. Sie befindet sich oberhalb der wahrnehmbaren Dinge.

Die Welt ist nach Ibn Rushd ewig und unerschaffen, da Gott mit ihr gleichaltrig ist und ihr nicht vorausgeht. Auch die Bewegung, deren Substrat die Materie ist, existiert von Ewigkeit her. Die Materie ist die allgemeine Möglichkeit des Seins.

Nach Duns Scotus existieren nur einzelne Dinge. Sie bestehen aus Form und Materie. Materiell sind sogar die Seele und die Engel, nur Gott ist als absolute Freiheit reine Form.

Nach Margaret Cavendish gibt es im Universum nur unvergängliche Materie und leeren Raum. Die Materie besteht aus kleinsten, unteilbaren Einheiten, den Atomen, die sich in diesem Raum bewegen und durch Kontakt zueinander die Gegenstände unserer sinnlich wahrnehmbaren Welt bilden.

Bruno sieht in der Materie die einheitliche Substanz der Wirklichkeit. Er betont, dass sie von ihren konkreten Arten, mit denen etwa der Mechaniker oder Arzt zu tun hat (z. B. Quecksilber, Salz und Schwefel) zu unterscheiden ist.

Nach Bacon bilden Materie, Form und Bewegung eine Einheit. Die Materie ist tätig. Ihre wichtigste Eigenschaft ist die Bewegung. Die Materie besitzt nach ihm eine Vielzahl konkreter Eigenschaften, die er als quantitativ und qualitativ unveränderlich auffaßt.

Descartes entwickelt innerhalb seiner Philosophie ein dualistisches Prinzip, dem zufolge der Welt sowohl eine materielle als auch eine geistige Substanz zugrunde liegen. Als Attribut der Materie sieht er die Ausdehnung an. Die ausgedehnte Materie sei unendlich teilbar. Die Bewegung ist eine mechanische Ortsveränderung, die durch Druck und Stoß zustande kommt. Der unendlichen Ausdehnung der Materie steht bei Descartes ihre zeitliche Endlichkeit gegenüber. Die Materie existiert nicht ewig. Sie ist von Gott geschaffen.

Hobbes kennt nur eine einheitliche materielle Substanz, die die Quelle aller unserer Gedanken und Vorstellungen ist und unabhängig von ihr existiert. Hobbes identifiziert die Materie mit dem Körper, zu dessen Attributen die Ausdehnung, aber nicht die Bewegung gehört.

Gassendi vertritt wie Hobbes das Prinzip der Unerschaffbarkeit und Unzerstörbarkeit der Materie. Er leitet aus diesem Prinzip die Unmöglichkeit einer ins Unendliiche gehenden Teilung der Materie ab. So kommt Gassendi zur Verteidigung des Atomismus. Gassendi verwirft die Trennung von Materie und Bewegung. Die Atome haben ein inneres Streben nach Bewegung.

Spinoza geht von einer einheitlichen materiellen Substanz aus. Diese ist Ursache ihrer selbst, unerschaffbar und unzerstörbar. Das Denken ist keine selbständige Substanz, sondern neben der Ausdehnung ein Attribut der Natur. Die Bewegung gehört nicht zu den Attributen der Materie. Sie kommt unter dem Einfluß äußerer Ursachen zustande.

Von Diderot stammt die Idee, dass die Empfindung möglicherweise eine allgemeine Eigenschaft der Materie ist. Die Atome sind Träger von Empfindungen, aus denen das Denken entsteht. Aus der Berührung der Atome entsteht das für die Menschen und das All einheitliche Bewußtsein.

Auch d‘ Alembert spricht der Materie ursprüngliche Empfindungsfähigkeit zu.

Boscovich, Schelling und de Broglie haben den Gedanken einer dynamischen Materie vorgetragen. Hierbei genügen Kraftzentren und deren physikalische Beschaffenheit, um all die Eigenschaften zu erklären, die der Materie gewöhnlich zugeschrieben werden.

Bei Hegel ist die Materie die ursprünglich undifferenzierte Einheit.

Den absoluten Idealisten und Ferrier zufolge gibt es keine vom Erkennenden unabhängige Materie.

Mechmat

Mechanischer Materialismus

Im 19. Jahrhundert entwickelte eine Gruppe deutscher Physiologen (Vogt, Büchner, Moleschott) eine eigene Variante des Materialismus, den sog. mechanischen bzw. vulgären Materialismus. Diese Variante hat im 20. Jahrhundert den Behaviorismus und die Identitätstheorie von Bewußtsein und Leib stark beeinflußt.

Die mechanischen Materialisten meinten, dass die Wirklichkeit nur aus physischen Körpern in Bewegung und deren Bewegungsgesetzen bestehe.

Die Bezeichnungen mechanischer Materialismus und vulgärer Materialismus gehen wohl auf Engels zurück.

Medethik

Medizinische Ethik

Die medizinische Ethik ist Teil der praktischen Ethik, der die begründete moralische Stellungnahme zu Eingriffen des Menschen in menschliches Leben untersucht. Sie gehört damit zu Bioethik.

Als ihr Grundsatz gilt zumeist das Prinzip der informierten Zustimmung bzw. der Entscheidung des betreffenden Patienten. Er ist jedoch nicht überall anwendbar (Notfallmedizin, Psychatrie, Pränatale Diagnostik).

Ein zentraler Diskussionspunkt der gegenwärtigen medizinischen Ethik ist die Euthanasie, ein anderer nach wie vor die Abtreibung. Zum Gegenstand der medizinischen Ethik gehören auch Entscheidungen, die mit der In-Vitro-Fertilisation zusammenhängen.

Mereolog

Mereologie

Als Mereologie bezeichnet man die Theorie der Teile (mere) und des Ganzen. Um die Entwicklung der Mereologie hat sich insbesondere Le&;niewski verdient gemacht.