Logquad

Logisches Quadrat

Im logischen Quadrat werden die Urteilsarten: universal bejahend (Abk. SaP), partikular bejahend (SiP), universal verneinend (SeP) und partikular verneinend (SoP) veranschaulicht.

Die allgemein bejahenden und die partikulär verneinenden Urteile sowie die allgemein verneinenden und die partikular bejahenden Urteile bilden jeweils ein Paar kontradiktorischer Urteile. Die allgemein bejahenden Urteile und die allgemein verneinenden Urteile sind ein Paar konträrer Urteile. Die partikular bejahenden Urteile und die partikular verneinenden Urteile bilden ein Paar subkonträrer Urteile. Die allgemeinen bejahenden Urteile und die partikular bejahenden Urteile bzw. die allgemein verneinenden Urteile und die partikular verneinenden Urteile sind subaltern.

Das logische Quadrat wurde eventuell von Michael Psellos geschaffen.

Lotterie

Lotterie-Paradoxon

Ein Paradoxon, das den Begriff der rationalen Überzeugung betrifft, ist das Lotterie-Paradoxon.

Da die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine bestimmte Anzahl Augen durch das Werfen eines Würfels nach oben kommt, 1:6 ist, ist es scheinbar rational zu glauben, dass diese Anzahl Augen nicht nach oben kommen wird. Dies gilt für sämtliche möglichen Fälle, und es ist rational zu glauben, dass eine von ihnen nach oben kommen wird.

Luegner

Lügner-Antinomie

Die Lügner-Antinomie, eine semantische Antinomie wird seit der Antike diskutiert.

Eine Variante lässt den Kreter Epimenides behaupten, dass alle Leute von Kreta lügen, wobei hinzuzufügen ist, dass die Kreter in der Antike als notorische Lügner galten. Wenn die Behauptung wahr ist, lügt er, die Behauptung muss also falsch sein. Dagegen folgt die Wahrheit der Behauptung nicht aus der Annahme ihrer Falschheit, weshalb es sich in dieser Formulierung nicht um eine eigentliche Antinomie handelt.

Wie A. N. Prior gezeigt hat, ist die Behauptung jedoch falsch, ungeachtet dessen, ob man sie für wahr oder falsch hält, was ein Paradoxon ist.

In anderen Versionen handelt es sich um eine echte Antinomie, z. B. in der Version, die Eubulides von Megara zugeschrieben wird. Die Paradoxie vom Lügner hat er wie folgt formuliert:

"Wenn ein Lügner sagt, dass er lügt, dann bedeutet das, dass er sowohl lügt als auch die Wahrheit spricht, denn wenn er die Wahrheit sagt, so lügt er, und wenn er lügt, so lügt er nicht, sondern sagt die Wahrheit."

Noch eine Variante ist Anlaß für zwei echte Antinomien, nämlich wenn Platon sagt, Sokrates habe recht, und Sokrates sagt, Platon lüge.

Eine neuere Form derselben Antinomie ist von W. V. O. Quine formuliert worden. Hier wird definiert: "S = S ist falsch". Wenn S wahr ist, ist es wahr, dass S falsch ist, S ist also falsch. Aber wenn S falsch ist, dann ist S wahr.

In der Formulierung Tarskis können wir S wie oben definieren. Eine Behauptung ist nun im allgemeinen wahr, wenn es sich so verhält, wie sie sagt, also: S ist wahr, dann und nur dann, wenn S. Wir benutzen nun die Definition von S und setzen "S ist falsch" für das letzte S ein. Wir erhalten nun: S ist wahr, dann und nur dann, wenn S falsch ist.

Bekannt ist die Methode Tarskis zur Umgehung der Lügner-Antinomie. Keine Sprache mit einer gewissen Ausdruckskraft, sagt Tarski, kann semantisch geschlossen sein, d. h. sie kann nicht Ausdrucksmittel besitzen, die eigene Semantik der Sprache zu formulieren. Ihre Bedeutung kann nur in einer Metasprache formuliert werden, die die betreffende Sprache, in diesem Zusammenhang Objektsprache genannt, beschreibt. Die Definition des Satzes S, die in der Formulierung der Lügner-Antinomie enthalten ist, bedeutet eine Verwechslung der Sprachniveaus. Wenn diese Verwechslung entfällt, löst sich die Antinomie auf.


Luknotat

&;ukasiewicz-Notation, Polnische Notation, Klammerfreie Schreibweise

Als &;ukasiewicz-Notation, polnische Notation oder klammerfreie Schreibweise bezeichnet man eine Notation des Aussagenkalküls, bei der als Aussagenvariablen kleine Buchstaben, evtl. mit Indizes und als Junktoren große Buchstaben, evtl. ebenfalls mit Indizes verwendet werden und die keine Klammern benötigt.

Im Fall der zweiwertigen Logik wird die Konjunktion p &; q durch Kpq, die Alternative p &; q durch Apq, die Implikation p &; q durch Cpq, die Äquivalenz p &; q durch Epq und die Negation &;p durch Np wiedergegeben.

Der Ausdruck (p &; (q &; r)) &; (p &; q &; r) wird z. B. zu der Formel CCpCqrCKpqr, (p &; q) &; r zu CCpqr und der Ausdruck p &; (q &; r) zu CpCqr.

Die klammerfreie Schreibweise ist eindeutig. Sie wurde von &;ukasiewicz eingeführt und wird vor allem von polnischen Logikern verwendet.

Lust

Lust

Lust wird die angenehme Empfindung (im Gegensatz zum Schmerz) oder das Gefühl der Befriedigung genannt.

Die Lust entsteht dadurch, dass ein Streben seinem naturgemäßen Gegenstand in der Wirklichkeit oder in der Vorstellung findet.

Die geistige Befriedigung heißt Freude.

Die Lust, die uns die sinnliche Empfindung schafft, heißt sinnliche Lust.

Die Lust die frei von sinnlichem Reiz und deren Gegenstand ohne Interesse gefällt heißt ästhetische Lust.

Die teleologische Bedeutung der Lust liegt nach Aristoteles darin, dass sie das sachgemäße Handeln unter Kontrolle der Verrnunft hervorrufen soll.

Der Hedonismus lehrt, dass die Lust das höchste Gut und Ziel sittlichen Handelns sei. Der Hedonismus ist eng mit dem Eudämonismus verbunden. Der Grad der Erfüllung des Luststrebens ist das Maß für die ethische Bewertung alles Tuns.

Anhänger des Hedonismus waren die Kyrenaiker, Epikur, Helvétius und La Mettrie.

Eine Variante des Hedonismus ist der hedonistische Utilitarismus (u. a. Bentham).

Nach A. Bain beruht das Gefühl der Lust auf der Harmonie, das der Unlust auf einem Konflikt zwischen unseren Empfindungen.

M Praed

Modales epistemisches Prädikat

Als modales epistemisches Prädikat bezeichnet Wuttich ein epistemisches Prädikat, in dem kein epistemisches Subjekt als Parameter vorkommt.

Beispiele für solche Prädikate sind beweisbar, widerlegbar, falsifizierbar, entscheidbar, unentscheidbar. Modale epistemische Prädikate werden von nichtmodalen epistemischen Prädikaten unterschieden.

Logik A2

Allgemeine Logik

Die allgemeine Logik (auch: gewöhnliche Logik) – als Teil der Logik – betrachtet nach Kant "nur die logische Form im Verhältnisse der Erkenntnisse aufeinander".

Kant stellt sie der transzendentalen Logik gegenüber.

Nach Kant untersucht die allgemeine Logik die Formen des Denkens, Begriffe, Urteile und Schlüsse. Sie abstrahiert dabei völlig von einer Analyse der gegenständlichen Inhaltes des Denkbaren in diesen Formen.

Die allgemeine Logik hat es sowohl mit empirischen Kenntnissen als auch mit reinen Kenntnissen der Vernunft zu tun.

Wenn als Gegenstand des logischen Denkens Erscheingungen der Erfahrung auftreten, kann nach Kant das Wissen allumfassend und notwendig sein.

In der transzendentalen Logik wird nach Kant das Wissen in Form eines Urteils ausgedrückt.

Logik A3

Anthroposophische Logik

Als anthroposophische Logik bezeichnet Baader die Lehre vom endlichen Denken. Er stellt ihr die theosophische Logik gegenüber.

Logik A4

Anthropologische Logik

Als anthropologische Logik bezeichnet Fries die "die Wissenschaft von der Natur und dem Wesen unseres Verstandes".

Er stellt ihr die demonstrative Logik gegenüber.

Logik D

Demonstrative Logik

Als demonstrative Logik bezeichnet Fries die "Wissenschaft der analytischen Erkenntnis oder von den Gesetzen der Denkbarkeit eines Dinges".

Er stellt ihr die anthropologische Logik gegenüber.