Bain

Alexander Bain (1818 – 1903)

Alexander Bain gehört zu den bedeutendsten Assoziationpsychologen. In der Logik ist er wesentlich von Mill beeinflußt.

Außen- und Innenwelt, Objekt und Subjekt sind Korrelate. Kein Objekt ohne Subjekt und umgekehrt. Die Dinge sind uns nur in Beziehung zu unserem Bewußtsein gegeben.

Für das Außenweltsbewusstsein ist der Muskelsinn, der zugleich Kraftsinn ist, von Bedeutung.

Psychisches und Physisches sind zwei Aspekte einer und derselben Wirklichkeit.

Das Gefühl der Lust beruht auf der Harmonie, das der Unlust auf einem Konflikt zwischen unseren Empfindungen.

Alles Geistesleben beruht auf Assoziation. Bain unterscheidet zwei Grundformen der Assoziation, die Assoziation durch Kontiguität und die Assoziation durch Similarität. Bain unterscheidet einfache und zusammengesetzte, sowie konstruktive Assoziationen. Das law of contiguity besagt nach Bain: Actions, sensations and states of feeling, occurring together or in close suggestion, tend to grow together, or cohere, in such a way that, when any one of them is afterward presented to the mind, the others are apt to be brought up in idea.

Die Raumvorstellung beruht auf einer Assoziation zwischen Sinnes- und Muskelempfindungen.


Bauer

Bruno Bauer (1809 – 1882)

Bruno Bauer wurde als Sohn eines Porzellanmalers geboren, studierte später in Berlin Theologie und wurde ein Schüler Hegels.

Im Jahre 1842 wurde ihm die Lehrerlaubnis entzogen, er musste seine Tätigkeit an der Universität Bonn aufgeben.

Die gesamte Geschichte ist für ihn eine Schöpfung des freien und unendlichen Selbstbewusstseins, d.h. des menschlichen, subjektiven Geistes, der sich zu immer größerer Vollkommenheit entfaltete.

Bauer bezeichnete die Religion als eine zu überwindende Stufe in der Entwicklung des Selbstbewusstseins.


Bad

Hersch Bad (1869 – 1942)

Hersch Bad ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.


Bauch

Bruno Bauch

Bruno Bauch ist ein Vertreter der Südwestdeutsche Schule des Neukantianismus.

Die Ethik ist die Wissenschaft, vom Wert des menschlichen Handelns. Der Wertmaßstab ist aus der Vernunft, dem Inbegriff des Geltens, zu entnehmen.

Das Sollen hat unmittelbare Gewißheit. Sittlich wertvoll ist allgemeingültiges Wollen, d. h. Handeln aus Pflichtbewusstsein des reinen Willens.


Bacon F

Francis Bacon (1561 – 1626)

Der Philosoph, Naturforscher,Historiker und Staatsmann kritisierte die mittelalterlicheLogik und nannte sie eine leere Beschäftigung.

Da vor der Wissenschaft die Aufgabe steht, Neues zu entdecken und zuerfinden, muss die Logik nach Bacon zu einer Logik der Erfindungen undEntdeckungen werden.

Die aristotelische Logik erfülle dieseAufgabe nicht.

Daher schrieb Bacon ein Novum organum, das 1620 erschien unddas aristotelische Organon ersetzen sollte.

Während Aristotelesgegen die Sophismen kämpfte,führte Franics Bacon den Kampf gegen die Idole (Trugbilder), diedie richtige Erkenntnis der Welt verhindern.

Bacon unterschied vier Idole: die Idole des Stammes, der Höhle,des Marktes und des Theaters.

Die Idole des Stammes (idola tribus) kommennach Bacon allen Menschen zu. Sie entstellen die Widerspiegelung der Dingeim Bewußtsein des Menschen, da der Mensch der Natur der Dinge einTeilchen seiner eigenen Natur hinzufügt.

Die Idole der Höhle (idola specus)bringen nach Bacon in die Widerspiegelung der Dinge individuelle Besonderheitenjedes Menschen hinein.

Die Idole des Marktes (idola fori) sind dasErgebnis der Fehlerhaften Verwendung der Wörter.

Die Idole des Theaters (idola theatri),die Phantasievorstellungen, sind falsche Lehren, die den Menschen vomrichtigen Weg abbringen.

Will man dem verderblichen Einfluss der Idole entgehen, muß mansich nach Francis Bacon der Empirie zuwenden.

Man muss dem Menschen Werkzeuge zur Unterstützung geben, die zurWahrheit führen.

Ein solche Methode ist die Induktion,die lehrt, wie man allmählich von einzelnen Fakten zu allgemeinenSätzen aufsteigt.

Während Aristoteles als einzige Formder Induktion durch einfacheAufzählung kannte, schlug Bacon eine Induktion durch Ausschließenvor, in deren Verlauf Hinweise auf Eigenschaften beseitigt werden, dienicht die Ursache deruntersuchten Tatsachen sein können, da diese Tatsachen existieren,nicht aber jene Eigenschaften. Um das zu erreichen, schlug Bacon vor,möglichst vollständige Tatsachentabellen zusammenzustellen unddabei insbesondere negative Beispiele auszusondern.

Bacon hat maßgeblich zur Entwicklung der Methodenzur Untersuchung kausaler Zusammenhänge beigetragen.

Da die Induktion durch Ausschließung sehrmühevoll ist, empfahl Bacon prärogative Instanzen zusuchen, d. h. Fakten, in denen die zu untersuchenden Erscheinungen inklarster und reinster Form auftreten.

In der Diskussion um das Verhältnis von Wissenschaft und Religionvertrat Francis Bacon die Lehrevon der doppelten Wahrheit.

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Bardili

Christoph Gottfried Bardili (1761 – 1808)

Christoph Gottfried Bardili vertritt einen rationaler Realismus.

Das Weltprinzip ist das objektive, in uns subjektiv werdende Denken. Bardili fasst das Denken als Rechnen auf.

Die Welt ist eine Manifestation des Denkens, dessen Prinzip die Identität, die unendliche Wiederholung des Einen im Vielen ist. Das Denken bedarf eines Stoffes. Was am Objekt nicht durch das Denken zu zernichten ist, ist dessen Form. Das Denken ist in jedem Gegenstand enthalten.

Arrianos

Flavius Arrianos

Flavius Arrianos stammte aus Nikomedeia in Bithynien und lebte um 95 bis um 175. Er war kaiserlich römischer Offizier, Konsul und Statthalter von Kappadokien.

Arrianos war Schüler von Epiktetos, dessen Vorträge er aufzeichnete.

Arrianos schrieb eine indische Geschichte (Indika) und über den Perserfeldzug Alexander des Großen (Anabasis Alexandru).


Astell

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Mary Astell (1666 – 1731)

Die englische Philosophin und Feministin wuchs in bürgerlichen Verhältnissen in der Provinzstadt Newcastle-upon-Tyne auf.

Nach Abschluß ihrer schulischen Ausbildung 1688 gind sie mit dem Ziel nach London, ihr Leben dem Geist und der Wahrheit zu widmen.

Sie heiratete nie und stand in sehr engem Kontakt mit ihren Freundinnen in Chelsea (Lady Catherine Jones, Lady Ann Coventry, Lady Elisabeth Hastings), die später auch ihre Publikationen förderten.

Neben feministschen Themen interessierten sie seit ihrer Jugend auch philosophische Themen. Ihr Interesse galt vor allem der menschlichen Natur, der Seele und der Körper. Deshalb setzte sie sich mit der damals populären Naturphilosophie, wie sie Descartes und Bacon entwickelt hatten, auseinander.

Außerdem beschäftigte sie sich intensiv mit den Ethiken von Hobbes und Locke und vor allem mit deren Theorien zum Thema Natur.

Eng verbunden mit ihren philosophischen und metaphysischen Betrachtungen war auch die Frage nach der Natur, der Intelligenz und der Seele der Frau und damit setzte sie auch die Diskussion um die Rechtmäßkeit ihrer Unterdrückung in Gang.

Mary Astell führte einen langandauernden Briefwechsel mit dem Philosophen John Norris. Ihr Briefwechsel wurde 1695 unter dem Titel Letters Concerning the Love of God veröffentlicht.

Ähnlich wie Norris kritisierte sie Locke vor allem wegen seines Antichristentums.

Sie publizierte ihre Auseinandersetzung damit in dem 1705 erschienen Buch The Christian Religion, das unter dem Pseudonym Profess’d by a Daughter of the Church erschien.

In den Jahren 1703-1709 beteiligte sich Mary Astell an parteipolitischen und öffentlichen politischen Debatten.

Später zog sie sich aus dem öffentlichen Leben zurück und übernahm die Leitung der Charity School in Chelsea.

1731 erkrankte sie an Brustkrebs. Sie starb mit 65 Jahren an den Folgen einer Brustoperation.

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Arria2

Arria die Jüngere (ca. 30 – 96 u. Z.)

Arria d. J. war die Tochter von Arria der Älteren. Sie war verheiratet mit P. Clodius Thrasea Paetus und ist die Mutter von Fannia.

Ähnlich wie ihre Mutter wurde auch Arria d. J. durch ihren Heroismus bekannt. Als ihr Mann im Jahre 66 aus politischen Gründen zum Tode verurteilt wurde, wollte sie dem Beispiel der Mutter folgen, wurde aber durch ihren Mann vom Suizid abgehalten. Auch der kynische Philosoph Demetrius sagte zu Arria d. J., sie sollte weiterleben und auf ihre Tochter Fannia aufpassen.

Domitian verbannte sie mit ihrer Tochter Fannia und erst nach dessen Tod kehrte sie nach Rom zurück.

Arria d. J. war mit dem Dichter Persius Flaccus verwandt und mit Plinius d. J. befreundet.

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Aspasia

Aspasia von Milet (ca. 470 – 410 v. u. Z.)

Aspasia wurde in Milet als Tochter des Axiochos geboren, kam nach Athen und lernte dort Perikles kennen. Sie wurde die zweite Frau von Perikles. Da sie aber keine athenische Staatsbürgerin war, wurde die Ehe nicht voll anerkannt und ihr gemeinsamer Sohn galt nicht als Vollbürger Athens. Perikles hatte einige Jahre zuvor selbst die Regelung verfügt, dass nur Kinder aus der Ehe Athener Bürger die volle Anerkennung der Bürgerrechte erlangen konnten.

Aspasia nahm politischen Einfluss auf ihren Mann. Ihr wurde vorgeworfen, den samischen und peloponnesischen Krieg mit veranlaßt zu haben.

Im Haus des Perikles versammelten sich häufiger Philosophen zu sophistisch-philosophischen und politischen Gesprächen.

Plutarchos schreibt:

"Die einen behaupten, Perikles habe Aspasia nur wegen ihrer Weisheit und politischen Einsicht umworben. Denn auch Sokrates besuchte sie zuweilen mit seinen Schülern, und ihre Freunde brachten oft die eigenen Gattinnen zu ihr, damit sie ihr zuhören könnten .. dass diese Frau den Ruhm besaß, wegen ihrer Beredsamkeit von vielen Athenern aufgesucht zu werden." (Plutarchos: Perikles. In: Von großen Griechen und Römern. übers. v. K. Ziegler, 1991).

Über die Anklage von Aspasia berichtet Plutarchos:

"… sie nehme freigeborene Frauen, welche mit Perikles verbotenen Umgang hätten, bei sich auf. Des weiteren brachte Diopeithes den Antrag vor das Volk, es sei unter Anklage zu stellen, wer nicht an die Götter glaube und sich in wissenschaftlichen Vorträgen mit den Dingen über der Erde befasse." (ebenda)

Perikles, der sie nach Athener Recht als Vormund vor Gericht vertrat konnte sie nur mit Mühe retten.

Nach dem Tode des Perikles heiratete sie den Schafzüchter Lysikles, der aber schon bald starb.

Von der zeitgenössischen Komödiendichtung wird Aspasia als Hetäre bezeichnet. Dies vermutlich weil sie keine Athener Bürgerin war und sich für ihre Zeit in ihrem freien Umgang mit Männern recht ungewöhnlich verhielt.

Neben dem Bericht des Plutarchos gibt es eine weitere wichtige Quelle über Aspasia: Platons Dialog Menexenos. In diesem Dialog stellt Sokrates Aspasia als seine Rhetoriklehrerin vor und betont, dass sie auch andere zu vortrefflichen Rednern ausgebildet habe. Im Menxenos geht es um den kunstvollen Aufbau einer Beerdigungsrede, die von den Vorfahren ausgehend, Leben und Taten des Toten würdigen, Ermahnungen zu tugendhaftem Leben an die Angehörigen richten und die Hinterbliebenen trösten soll.

Ob die Rede der Aspasia, die in diesem Dialog von Sokrates vorgetragen wird, authentisch ist, wissen wir nicht.

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