Vogt K

Carl Vogt

August Gustav Carl Vogt (auch: Karl Vogt * 5. Juli 1817 in Gießen; † 5. Mai 1895 in Genf) studierte ab 1833 in Gießen Medizin. Er arbeitete drei Semester in Liebigs Laboratorium. 1835 ging er nach Bern, um seine Studien fortzusetzen.

Er wurde 1847 Professor in Gießen. Er war 1848 Mitglied des Parlaments und lebte dann in Bern und Nizza. Von 1852 bis 1895 war er Professor in Genf.

Vogt ist ein führender Materialist des 19. Jahrhunderts. Er argumentiert gegen den Dualismus und gegen die Annahme einer immateriellen, unsterblichen Seelensubstanz.

Er identifiziert die Seele mit den psychischen Gehirnfunktionen. Die Seele vergeht nach dem Tod, weil die psychischen Gehirnfunktionen voneinander abhängen.

Wie das Bewusssein aus den Gehirnzellen entsteht, hält Vogt für unerklärbar.

Die Zeitgenossen hat eine Äußerung in Köhlerglauben und Wissenschaft besonders empört. Er schreibt, "das die Gedanken etwa in demselben Verhältnis zum Gehirn stehen, wie die Galle zu der Leber oder der Urin zu den Nieren".

Werke

  • Neuplatonismus und Christentum. Berlin 1836
  • Im Gebirg und auf den Gletschern, 1843
  • Physiologische Briefe. 1845
  • Lehrbuch der Geologie und Petrefactenkunde, 1846
  • Ozean und Mittelmeer. 1848, 2 Bde.
  • Die politischen Aufgaben der Opposition in unserer Zeit. 1849
  • Natürliche Geschichte der Schöpfung des Weltalls, 1849, 21858
  • Untersuchungen über Thierstaaten. 1851
  • Zoologische Briefe. Frankf. 1851, 2 Bde.
  • Bilder aus dem Tierleben. Frankfurt 1852
  • Köhlerglaube und Wissenschaft. Eine Streitschrift gegen den Hofrat Rudolph Wagner in Göttingen. 1854
  • Studien zur gegenwärtigen Lage Europas. 1859
  • Altes und Neues aus Tier- und Menschenleben, 1859, 2 Bände
  • Die künstliche Fischzucht. Leipz. 1859, 21875
  • Grundriß der Geologie. Braunschweig 1860
  • Zoologische Briefe, 2 Bände, 1861
  • Vorlesungen über den Menschen, seine Stellung in der Schöpfung und in der Geschichte der Erde. Gießen 1863, 2 Bde.
  • Nord-Fahrt entlang der Norwegischen Küste, nach dem Nordkap, den Inseln
  • Jan Mayen und Island, 1863
  • Physiologie des Geschmacks, 1865
  • Vorlesungen über nützliche und schädliche, verkannte und verleumdete Tiere. Leipzig 1865
  • Über Mikrokephalen oder Affenmenschen. Braunschweig 1867
  • Politische Briefe, 1870-1871
  • Die Herkunft der Eingeweidewürmer des Menschen. Basel 1877
  • Die Säugetiere in Wort und Bild, 1883
  • Lehrbuch der praktischen vergleichenden Anatomie, 1885 bis 1895. 2 Bände
  • Aus meinem Leben. Erinnerungen und Rückblicke. Stuttgart 1896 (unvollendet)

Literatur

  • Karl Marx: Herr Vogt, London 1860

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Volkelt

Johannes Volkelt

Der deutsche Philosoph Johannes Volkelt (* 21. Juli 1848 in Bielitz-Biala (Galizien), † 1930) studierte in Wien, Jena und Leipzig. Seine Dissertation reichte er 1876 in Jena ein und wurde dort 1879 Professor. Von 1883 bis 1889 war er in Basel und ab 1889 in Würzburg Professor. Von 1894 bis 1921 war er Professor in Leipzig.

Johannes Volkelt ist von Hegel, Schopenhauer, Hartmann, Kant und Hume beeinflusst.

Er will eine kritische Metaphysik aufstellen, d. h. die Metaphysik mit einer skeptisch-kritischen Herangehensweise verbinden. Dabei f&¨hrt er auch zahlreiche psychologische Argumente in seine Theorie ein.

Volkelt definiert die Erkenntnistheorie als die Wissenschaft, "welche sich die Möglichkeit und Berechtigung des Erkennens in seinem vollen Umfange und von Grund aus zum Probleme macht" [Volkert, Johannes: Erfahrung und Denken. 1886, 9].

Die Erkenntnistheorie ist "Theorie der Gewißheit" [Volkert, Johannes: Erfahrung und Denken. 1886, 15].

Volkelt unterscheidet erkenntnistheoretisches von einem psychologischen a priori. Zum erkenntnistheoretischen a priori schreibt er:

"Unter jenem ist die unbezweifelbare Tatsache zu verstehen, daß die eigentümlichen Functionen des Denkens nicht durch die Erfahrung gegeben sind; also daß das Denken Leistungen vollzieht, zu denen es die Erfahrung als solche nicht berechtigt, deren es unter bloßer Zugrundelegung der Erfahrung niemals fähig wäre." [Volkert, Johannes: Erfahrung und Denken. 1886, 494]

Und zum psychologischen a priori heißt es:

"Dagegen will die psychologische Apriorität mehr besagen: sie hat den Sinn, daß die Functionen des Denkens aus der Erfahrung überhaupt nicht entsprungen sein können, daß es neben der Erfahrung besondere und ursprüngliche Functionen gibt, deren Inbegriff man eben als Denken bezeichnet" [Volkert, Johannes: Erfahrung und Denken. 1886, 494]

Die Logik ist nach Volkelt ein Teil der Erkenntnistheorie.

Volkelt schreibt: "Derjenige Factor, an dessen Vorhandensein unabänderlich das Eintreten oder Bestehen eines andern geknüpft ist, heißt die Ursache" [Volkert, Johannes: Erfahrung und Denken. 1886, 226].

Entscheidend ist, dass die eine "Erscheinung für eine andere bestimmend, maßgebend ist". [Volkert, Johannes: Erfahrung und Denken. 1886, 89] Kausalität ist die "unabänderliche Regelmäßigkeit in der Verbindung zweier Factoren oder Factorencomplexe" [Volkert, Johannes: Erfahrung und Denken. 1886, 226].

Er hat sich in mehreren Werken mit der Ästhetik befasst.

Werke

  • Pantheismus und Individualismus. 1871
  • Das Unbewußte und der Pessimismus. 1872
  • Die Traumphantasie. 1875
  • Der Symbolbegriff in der neuesten Ästhetik. 1876.
  • Immanuel Kants Erkenntnistheorie nach ihren Grundprinzipien analysiert. Leipzig 1879
  • Über d. Möglichkeit einer Metaphysik. 1884
  • Erfahrung und Denken. 1886
  • F. Grillparzer als Dichter des Tragischen. 1888
  • Vorträge nur Einführ. in die Philos. der Gegenwart, 1892
  • Psychologische Streitfragen. 1893.
  • Ästhetische Zeitfragen. 1894
  • Ästhetik des Tragischen. 1897, 21906
  • Zur Psychologie d. ästh. Beseelung, 1899
  • Arthur Schopenhauer. Seine Persönlichkeit, seine Lehre, sein Glaube. 1900
  • Die Kunst des Individualisierens in d. Dichtung Jean Pauls, Haym-Festschrift, 1902
  • Die entwicklungsgeschichtl. Betrachtungsweise in d. Ästhetik, 1902
  • System der Ästhetik, 3 Bde.: I 1905, II 1910, III 1912
  • Die Quellen der menschlichen Gewißheit. 1906
  • Zwischen Dichtung u. Philosophie, gesammelte Aufsätze. 1908
  • Gewißheit und Wahrheit, München 1918
  • Phänomenologie und Metaphysik der Zeit 1928

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Twesten

August Detlev Christian Twesten

August Detlev Christian Twesten (* 11. April 1789 in Glückstadt, † 8. Januar 1876 in Berlin) war Gymnasiallehrer in Berlin. Er wurde 1814 außerordentlicher Professor der Theologie zu Kiel, 1819 Ordinarius in Kiel und 1835 Professor in Berlin.

Er ist Schüler von Schleiermacher.

Die Logik ist nach Twesten die Theorie von der Anwendung der Grundsätze der Identität und des Widerspruchs.

Werke

  • Die Logik, insbesondere die Analytik. Schlesw. 1825
  • Vorlesungen über die Dogmatik d. evangelisch-luther. Kirche. 2 Bde. 1826-37
  • Grundriß d. analytischen Logik. Kiel 1834
  • Matthias Flacius Illyricus. Berlin 1844

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Tyrsenis

Tyrsenis von Sybaris

Iamblichos erwähnt Tyrsenis in seiner Aufzählung der 17 Pythagoreerinnen.

Die Textstelle mit der Aufzählung lautet: " bedeutendsten Pythagoreerinnen: Timycha, die Frau des Myllias von Kroton, Philtys, die Tochter des Theophris von Kroton, Schwester des Byndakos, Okkelo und Ekkelo, die Schwestern der Lukaner Okkelos und Okkilos, Cheilonis, die Tochter des Lakedaimoniers Cheilon, die Lakonerin Kratesikleia, die Frau des Lakedaimoniers Kleanor, Theano, die Frau des Metapontiers Brotinos, Myia, die Frau des Milon von Kroton, Lasthenia aus Arkadien, Habroteleia, die Tochter des Habroteles von Tarent, Echekrateia von Phlius, Tyrsenis aus Sybaris, Peisirrhode aus Tarent, Theadusa aus Lakedaimon, Boio aus Argos, Babelyka aus Argos, Kleaichma, die Schwester des Lakedaimoniers Autocharidas. Insgesamt: 17." (Iamblichos: Pythagoras, 1963, 267)


Uphues

Goswin Karl Uphues

Goswin Karl Uphues (* 13. März 1841 in Brochterbeck (Westfalen), † 10. September 1916 in Halle/Saale) promovierte 1875 in Münster mit der Dissertation Die philosophischen Untersuchungen der Platonischen Dialoge Sophistes und Parmenides.

1876 siedelte er in die Schweiz über. Dort war er zunächst Schulinspektor und lehrte ab 1877 als Professor am Gymnasium Aarau.

1882 trat er eine Stelle an einer Privatschule in Halle an und habilitierte sich 1884 für das Fach Philosophie. 1890 wurde er in Halle zum außerordentlichen Professor ernannt, ab 1895 war er ordentlicher Professor. 1914 wurde er emeritiert.

Gegenstand der Logik ist das Denken. Das Denken hat seinen Zweck im Erkennen. Die Logik ist damit in erster Linie Erkenntnislehre. Die Logik ist "die Wissenschaft von der Art und Weise, wie wir zu richtigen Urteilen gelangen. Sie ist die Wissenschaft von der Methode des Erkennens. Sie darf weder sensualistisch-psychologistisch, noch formalistisch sein, sondern muß metaphysisch begründet werden.

Uphues vertritt eine Bildertheorie. Die Vorstellung stellt den Gegenstand dar. Sie bildet ihn ab. Die Objekte sind von den Vorstellungen verschieden. Die Vorstellungen sind die Repräsentanten der Gegenstände. Die Erkenntnistheorie erklärt nach Uphues die Entstehung unseres Weltbildes.

Alle unsere Erkenntnisse, alle Wahrheiten bestehen in Beziehungen, und diese bilden "ein großes, aus ineinander greifenden Gliedern bestehendes Ganzes".

Uphues unterscheidet bewußt werden und als bewußt aufgefaßt werden Sinneseindrücke bzw. Sinnesqualitäten können bewußt werden, Gefühle als bewußt aufgefasst werden.

Daraus leitet sich die Unterscheidung von Bewußtseinsinhalten und Bewußtseinszuständen ab. Bewußtseinsinhalte sind das was bewußt wird, gehören also zu den Sinneseindrücken. Bewußtseinszustände sind Gegenstand der inneren Wahrnehmung.

Die Philosophie ist die Wissenschaft vom Wesen der Dinge und vom System der Wahrheit. Das Wesen der Dinge ist Ziel des Erkennens. Gegenstand der Erkenntnis ist die Wahrheit.

Wahrheit ist ein metaphysischer Begriff. Die Wahrheit ist ewig, allgemeingültig und unabhängig vom Erkennenden. Die Wahrheit gilt auch, wenn wir sie nicht erkennen. Die Wahrheit ist ein Ganzes, ein System. Man kann eigentlich nicht von einer einzelnen Wahrheit sprechen.

Ethik ist "die Wissenschaft von der Güte oder Schlechtigkeit des Wollens oder von dem Grunde der Wertunterschiede zwischen unseren Handlungen oder Gesinnungen".

Werke

  • Die Reform des menschlichen Erkennens. 1874
  • Die philosophischen Untersuchungen der Platonischen Dialoge Sophistes und Parmenides (1875, Diss.)
  • Kritik des Erkennens. 1876
  • Die Definition des Satzes nach den Platonischen Dialogen Kratylus, Theaetet, Sophistes. 1880
  • Das Wesen des Denkens nach Platon. 1880
  • Grundlehren der Logik nach K. Shutes Discourse of Truth. 1883
  • Wahrnehmung und Empfindung. 1888
  • Über die Erinnerung. 1899.
  • Psychologie des Erkennens aus empirischem Standpunkte. 1893
  • Über die Existenz der Außenwelt. Neue Pädagog. Zeitung. 1894.
  • Sokrates und Pestalozzi. 1896
  • Pädagogik als Bildungswissenschaft. 1899
  • Einführung in die moderne Logik I.: Grundzüge der Erkenntnistheorie. 1901
  • Über die Idee einer Philosophie des Christentums. 1901
  • Reform des Erkennens. 1903
  • Religiöse Vorträge. 1903
  • Zur Krisis in der Logik. 1903.
  • Vom Lernen. 1903
  • Vom Bewusstsein. 1904
  • Sokrates und Platon. 1904
  • Kant und seine Vorgänger. 1906
  • Der geschichtl. Sokrates. 1908
  • Erkenntniskrit. Logik. 1909
  • Geschichte der Philosophie als Erkenntniskritik. 1909
  • Das Bewußtsein der Transcendenz, Vierteljahreschr. f. wissensch. Philos. 21. Bd.

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Valla

Lorenzo Valla

Der italienische Humanist, Philosoph, Logiker und Philologe Lorenzo Valla (auch: Laurentius Valla, Lorenzo della Valle, * 1405 oder 1407 in Rom, † 1. August 1457 in Rom) war, ein Schüler von Giovanni Aurispa, Rinuccio da Castiglione und Leonardo Bruni war ein Kenner der Schriften von Aristoteles, Cicero, Quintilian, Boëthius, Lullus und Thomas von Aquin.

Er wurde 1431 Professor für Rhetorik in Pavia. Von 1435 – 1448 war er Sekretär des Königs Alfons V. in Neapel. 1444 fand gegen ihn ein Verfahren vor der Inquisition statt. Nach 1448 war er Sekretär am päpstlichen Hof und ab 1450 auch Professor für Rhetorik in Rom.

Er kritisierte die rationalistisch-deduktive Philosophie und wollte diese durch ein Textkritik ersetzen.

Valla übersetzte zahlreiche griechische Autoren ins Lateinische (Homer, Herodot, Thukydides, Xenophon, Demosthenes, Aisopos), kommentierte Quintalianus und Sallustius.

Valla definierte die Logik sowohl als scientia rationalis (Wissenschaft von den Gedanken) als auch als scientia sermonicalis (Wissenschaft von den Reden).

Valla gilt als Vorläufer der Relationslogik. Zudem betont er die nichtsyllogistischen Schlüsse.

Werke

  • Opera, Basel 1540
  • Opera omnia, I-II, ed. E. Garin, Turin 1962
  • Elegantiarum Latinae linguae libri VI, Rom, Venedig 1471
  • De Donantione Constantini, Lyon 1520, unter dem Titel: De falso credita et ementita Constantini donatione, ed. W. Setz 1976, Nachdruck 1986
  • De libero arbitrio [lat./dt.], ed. E. Keßler, München 1987 (Humanistische Bibliothek, R. 2: Texte 16);
  • Vom wahren und falschen Guten. Textgestaltung, deutsche Übersetzung und Anmerkungen von Otto und Eva Schönberger, Einleitung von Michael Erler, Würzburg 2004;
  • Über die Lust oder über das wahre und falsche Gute, München 2004;
  • Collatio Novi Testamenti. Redazione inedita a cura di Alessandro Perosa, Florenz 1970

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 1423 – 1425

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Vanini

Lucilio Vanini

Lucilio Vanini (* 1585 Taurisano bei Lecce, † 9. oder 19. Februar 1619 Toulouse) war ein italienischer Philosoph und Theologe. Er wurde von der Inquisition als Ketzer verurteilt und bei lebendigem Leibe verbrannt.

Vanini wurde 1585 in Taurisano bei Neapel als Sohn eines Beamten geboren. Er studierte in Rom und Padua unter Theologie, Philosophie und Jurisprudenz. Vanini wurde von den Pietro Pomponazzi, Bernadino Telesio, Geronimo Cardano und Andrea Cesalpino beeinflusst.

In Lyon veröffentlichte er 1615 sein Werk Amphitheatrum aeternae providentiae…, in der er einen Pantheismus vertritt.

1617 zog Vanini nach Paris, wo er als Erzieher tätig war. 1618 wurde er wegen seiner öffentlichen atheistischen Vorträge verhaftet. Es folgte ein sechsmonatiger Prozeß wegen Ketzerei und Gotteslästerung.

Berühmt geworden ist die Verteidigung Vaninis auf die Anklage des Atheismus hin durch die Szene vom Strohhalm. Diesen nahm er vom Boden auf, zeigte ihn dem Ankläger und sagte, daß ihm schon dieser Halm vom Dasein Gottes überzeuge. Das wurde nicht akzeptiert. Vanini wurde 1619 zum Feuertod verurteilt. Ihm wurde die Zunge mit einer Zange herausgerissen. Danach wurde er auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Er wurde 33 Jahre alt.

Vanini vollzog den Übergang vom averroistischen Aristotelismus der Renaissance zu der von Geronimo Cardano und Bernadino Telesio bestimmten pantheistischen Naturphilosophie. Gott ist für ihn unendliches, ewiges, überzeitliches Sein, das aus sich heraus die Welt geschaffen hat und in ihr tätig ist, indem er in ihr alles in allem ist. In der Natur äußert sich die Kraft Gottes, ja Gott selbst. Die Welt ist ewig, die einheitliche Materie ist mengenmäßig konstant, da nur ihre Formen wechseln.

Werke

  • Amphitheatrum aeternae providentiae divino-magicum, christiano-physicum, nec con astrologo-catholicum, adversus veteres philosophos, Atheos, Epicureos, Peripateticos et Stoicos, 1615
  • De admirandis naturae, reginae deaeque mortalium arcanis, libr. IV, 1616 (franz. Übersetzung durch X. Rousselet, 1842; italienische Übersetzung: Guido Porcio, Le opere di Giulio Cesa re Vanini tradotte per la prima volta in italiano con prefacione del traduttore, I-II (Lecce, o. Dat./, 1913; Luigi Corvaglia, ed., Le opere di Giulio Cesare Vaninie e le loro fonti, I-II (Milano), 1933-1934)

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 1440 f.
  • W. D. Fuhrmann: Leben und Schicksale, Charakter und Meinungen des L. V., eines Atheisten im siebzehnten Jahrhundert. 1800.

Weblinks

Dieser Artikel basiert auf verschiedenen Informationsquellen, unter anderem auch auf dem Artikel Vanini (Stand: 15. Januar 2006 ) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist hier verfügbar.


Venn

John Venn

Der englische Logiker John Venn (* 4. August 1834 in Drypool, Hull, † 4. April 1923 in Cambridge) war Professor in Cambridge. Er benutzte erstmalig den Terminus symbolische Logik.

Venn ist ein Wegbereiter der Wahrscheinlichkeitstheorie. In seinem Werk The Logic of Chance (1866) führte er die Häufigkeitsinterpretation der Wahrscheinlichkeit als erster systematisch aus. Er stellte sich damit der Interpretation der Wahrscheinlichkeit als Grad des Gllaubens entgegen. An seine Überlegungen hat Reichenbach bei der Entwicklung seiner Wahrscheinlichkeitslogik angeknüpft.

Venn untersuchte auch Modalurteile.

Venn ist als Schöpfer der Venn-Diagramme bekannt, die eine Weiterentwicklung der Eulerschen Kreise sind und von ihm 1881 in seinem Werk Symbolic Logic eingeführt wurden.

Mit Hilfe eines Systems zweier sich überschneidender Ellipsen brachte er die Beziehungen zwischen Klassen bzw. Umfängen von Begriffen zum Ausdruck.

In The Principles of Empirical or Inductive Logic (1889) knüpft Venn bei Mill an. Er kritisiert aber Mills induktive Methoden, weil sie vom Wissenschaftler Kenntnisse voraussetzen, über die er in der Praxis nicht verfügt.

Werke

  • Symbolic logic. 1881
  • The Logic of Chance. 1866
  • The foundations of chance. 1872
  • On the Diagrammatic and Mechanical Representation of Prepositions and Reasonings, in: Philosophical Magazine and Journal of Science, July 1880
  • The Principles of Empirical or Inductive Logic. 1889
  • The Biographical History of Gonville and Caius College, 1349-1897

Literatur

  • Merrill, Daniel D.: Venn, John. In: Routledge Encyclopedia of Philosophy, London

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Vernia

Nicoletto Vernia

Nicoletto Vernia (* 1442 in Chieti, † 1499) ist Lehrer von Augustinus Niphus und Giovanni Pico della Mirandola. Er studierte in Padua.

Er ist als Aristoteliker bekannt geworden. Dabei hat er zunächst Averroës in dessen Aristoteles-Interpretation zugestimmt, ist aber später auf Distanz gegangen, nachdem er sich mit den Auffassungen von Alexander von Aphrodisias, Simplicius und Themistios befasst hatte.

Vernia befasste sich vor allem mit Naturphilosophie, Psychologie und Logik.

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 1541 f.
  • Edward P. Mahoney: Vernia, Nicoletto. In: Routledge Encyclopedia of Philosophy. London.

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Verworn

Max Verworn

Max Richard Constantin Verworn (* 4. November 1863 in Berlin, † 23. November 1921 in Bonn) besuchte das Friedrich Wilhelm-Gymnasium in Berlin. Ab 1884 studierte Zoologie, Botanik und Medizin.

Er war ab 1891 Universitätslehrer in Jena, aber 1901 in Göttingen und ab 1910 in Bonn.

Verworn vertritt einen Psychomonismus, nach welchem die Dinge nur als Inhalt der Psyche existieren. Die Körper bestehen aus Empfindungen. Erkennen ist nichts anderes als Erfahrungen bilden.

Die einfachste Erfahrung besteht in der sinnlichen Empfindung. Mittels der Empfindungen entstehen die Vorstellungen.

Die Vorstellungsassoziationen unterliegen einer Selektion. Das Gedächtnis beruht auf der Übung der Vorstellungsgänge. Es werden bestimmte Assoziationswege ausgeschliffen und so entsteht das logische Denken.

Werke

  • Psycho-physiologische Protistenstudien. 1889
  • Die polare Erregung der Protisten durch den galvanischen Strom. Archiv für die gesammte Physiologie des Menschen und der Thiere 45 (1889), 1-36
  • Die Bewegung der lebendigen Substanz. 1892
  • Die physiologische Bedeutung des Zellkerns. Archiv für die gesammte Physiologie des Menschen und der Thiere 51 (1892), 1-118
  • Allgemeinen Physiologie. 1895
  • Der körnige Zerfall: Ein Beitrag zur Physiologie des Todes. Archiv für die gesammte Physiologie des Menschen und der Thiere 63 (1896), 253-272
  • Die Biogenhypothese. 1903
  • Naturwissenschaft und Weltanschauung. 1904
  • Prinzipienfragen in d. Naturwissenschaft. 1905
  • Die Erforschung des Lebens. 1907
  • Die Mechanik des Geisteslebens. 1907
  • Zur Psychologie der primitiven Kunst. 1907
  • Die Frage nach den Grenzen der Erkenntnis. 1908

Literatur

  • Eisler, Rudolf: Verworn, Max. In: Philosophen-Lexikon. Leben, Werke und Lehren der Denker. Berlin 1912.

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