Lipps Gf

Gottlob Friedrich Lipps (geb. 1865)

Gottlob Friedrich Lipps, geb. in Albersweiler, war Professor in Leipzig. Er ist ein Schüler von Wundt.

G. F. Lipps zeigt das Entstehen der kritischen Weltanschauung infolge des Gewahrwerdens der Widersprüche, die mit der Mythenbildung verknüpft sind.

Lipps T

Theodor Lipps (geb. 1851)

Theodor Lipps ist einer der Hauptvertreter des Psychologismus. Lipps ist u. a. von Kant, Hume, Herbart, Fechner und Wundt beeinflußt.

Die Philosophie ist nach Lipps Geisteswissenschaft oder Wissenschaft der inneren Erfahrung.

Logik, Ethik und Ästhetik basieren auf der Psychologie. Die Logik ist eine psychologische Disziplin. Nicht der unmittelbare Bewußtseinsinhalt ist der Gegenstand, sondern das damit Gemeinte, das, worauf ich in meiner Vorstellung ziele.

Es gibt Stufen der Apriorität. Rein a priori sind die Urteile über die Zeit, aber nicht die über den Raum.

Die Psychologie will Lipps nicht als physiologische, sondern zunächst als reine Psychologie behandeln, als Wissenschaft vom individuellen Bewußtsein, von der Seele und den seelischen Erscheinungen, vom Vorkommen von Bewußtseinserlebnissen in Individuen.

Die Assoziationen, d. h. die Beziehungen zwischen Vorstellungen, sind der Ausdruck und die unmittelbare Betätigung der Einheit des Geistes. Die Assoziationsgesetze (der Ähnlichkeit und Gleichzeitigkeit) sind Gesetze der Vervollständigung zur Einheit.

Jedes psychische Geschehen hat den Charakter des Strebens.

Eine besteht ein Perseverationstendenz.

Lipps formuliert das Gesetz der psychischen Stauung.

Das Wollen ist das Streben, dass etwas geschehe durch mich, durch mein Zutun.

Eine fundamentale Rolle spielt bei Lipps die Apperzeption.

Das Webersche Gesetz ist nach Lipps wie bei Wundt ein Apperzeptionsgesetz.

Bezüglich der Raumvorstellung vertritt Lipps eine Verschmelzungstheorie. Der Raum ist psychologisch, die Form, in welcher gleichzeitige Gesichts- und Tastinhalte geordnet erscheinen. Auch die Zeitvorstellung beruht auf einer extensiven Verschmelzung. Es besteht ein Fortgang des psychischen Geschehens und ein Sichverweben der Momentanerlebnisse zu einem einheitlichen Zusammenhang. Die Stadien dieser Assimilation sind Temporalzeichen.

Das Ich ist nicht der bloße aktuelle Bewußtseinszusammenhang, sondern das diesen Erzeugende. Die Gefühle sind Ich-Erlebnisse, Symptome der Weisen, wie sich psychische Vorgänge zum Zusammenhang des seelischen Lebens verhalten oder stellen, wie sie sich in ihn einfügen.

Das Ich ist (psychologisch) der Zusammenhang von Möglichkeiten eines Bewußtseinslebens. Die Momentan-Iche verdichten sich zur einheitlichen Gesamtpersönlichkeit.

Das reale Ich ist die Seele selbst, als An sich des Gehirns.

Die Ethik ist auf einer Werttheorie zu gründen, die als reine Wertlehre auszubauen ist. Das Werten ist das Bewußtsein von der Weise, wie ein Erlebnis zu meiner seelischen Natur der einem Zug innerhalb derselben sich verhält. Bedingung des Wertbewusstseins ist die Wertapperzeption. Ein Ding hat einen Wert, sofern es die Eignung hat, ein Wertgefühl zu erzeugen. Die Wertung ist objektiv, wenn sie durch den Gegenstand selbst gefordert ist und auch das Gesetz des reinen Ich sie fordert.


Lesniew

Stanislaw Lesniewski (1886 – 1939)


Stanislaw Lesniewski wurde am 28. März 1886 (nach dem alten Kalender am 16. März) in Sherpukhov, eine Stadt 100 km von Moskau entfernt, geboren. Er ist Sohn von Izydor, einem Ingenieur, und Helena Paczewski.

1896 beendete der die Realschule in einem Ort im Süden Sibiriens an der monglischen Grenze, wo sein Vater an der Transsibirischen Eisenbahn arbeitete.

1899 ging er in das Gymnasium von Irkutsk. 1903 verließ er die Schule. Er studierte mit Unterbrechungen 8 Jahre an deutschen Universitäten Philosophie und Mathematik.

Zunächst studierte vom 17. Oktober 1904 bis zum 30. April 1906 in Leipzig. Er wohnte in der Braustraße 4 (bei Pieper) und in der Albertstraße 16 (bei Stephan).

Er belegte im Wintersemester 1904/05 Kurse in anorganischer Chemie (bei Beckmann) und Anatomie (bei Fick) und Geschichte (bei Karl Lamprecht).

Im Sommersemester 1905 belegte er Kurse in Psychology (bei Wilhelm Wundt), Institutionen der Institutionen der Politischen Ökonomiie (bei Bücher). Im Wintersemester 1905/06 belegte er schließlich Erkenntnistheorie als eine Einführung in die Philosophie bei Volkelt.

Von Leipzig ging er nach Heidelberg und Zürich. In München belegte er die Kurse des Neukantianers Hans Cornelius. Im Sommersemester besuchte er die Einführung in die Logik von Cornelius und dessen Einführung in die Erkenntnistheorie. Außerdem besuchte er den Kurs Philosophie der Mathematik von Moritz Geiger. Im Wintersemester 1909/10 besuchte er Cornelius‘ Philosophiekurs und Logik und Erkenntnistheorie bei Pfänder.

Im Sommersemester 1910 ging Le&;niewski nach Lwow (heute Lviv, Ukraine), um bei Kazimierz Twardowski seine Doktorarbeit zu schreiben. Twardowski – wie Alexius Meinong, Edmund Husserl, Carl Stumpf, T. Masaryk, C. Ehrenfels, F. Hillebrand und Anton Marty – ein Schüler von Franz Brentano war 1895 von Wien nach Lwow gekommen, um den Philosophielehrstuhl zu übernehmen.

Zu Twardowski’s Doktoranden in Lwow gehörten neben Lesniewski auch Tadeusz Kotarbinski, Kazimierz Ajdukiewicz, Zygmunt Zawirski und Tadeusz Czezowski. Lesniewski gehört zur Lwow-Warschau-Schule.

Aus der Zeit in Lwow rürt wohl sein Interesse für mathematische Paradoxien, für Schröders Algebra der Logik, die Relationentheorie und die Wahrscheinlichkeitstheorie her.

1911 erschien Lesniewski’s erster Artikel "A Contribution to the Analysis of Existential Statements" in Przeglad filozoficzny. Im Juli 1912 bekam er den Doktortitel.

Zusammen mit Jan Lukasiewicz und seinem einzigen Doktorschüler Alfred Tarski wirkte er später an der Warschauer Universität.

Lesniewski entwickelte drei logische Systeme: die Protoethik, eine ‚Theorie der ersten Sätze‘, die Ontologie, eine ‚moderne traditionale Logik‘ bzw. ein Namesnkalkül der auf der Kopula ‚ist‘ beruht und die Mereologie, die ‚Theorie der Teile (mere) und des Ganzen‘, d. h. die Theorie kollektiver Klassen. Er erweiterte den zweiwertigen Aussagenkalkül durch Einführung von Quantoren für Aussagenvariablen.

Aufgrund der Kompliziertheit konnten sich seine Systeme in der Logik nicht durchsetzen.

Literatur

  • Clay, R.F., Introduction to Lesniewski’s logical systems, "Ann. dell’Ist. di Discipl. Filosof. dell’Univ. di Bologna", 1980-81, pp. 5-31.
  • Simons, P., Lesniewskian term logic, "Lingua e stile", 1992, pp. 25-46.
  • Vasyukov, V.L., A Lesniewskian guide to Husserl’s and Meinong’s Jungles, "Axiomathes", 1 (1993), pp. 59-74.

Weblinks


Lessewi

Wladimir Wiktorowitsch Lessewitsch (1837 – 1905)

Wladimir Wiktorowitsch Lessewitsch ist ein Vertreter des Positivismus. Lessewitsch hat in vielem ähnliche Positionen wie Carl Göring.

Die Begrenztheit des Positivismus von Comte sah Lessewitsch darin, dass in diesem die Erkenntnistheorie nicht genügend ausgearbeitet war.

Er hielt es für notwendig, den alten Positivismus auf der Grundlage der neukantianischen Erkenntnistheorie, insbesondere der des Empiriokritizismus zu reformieren.

Lessing2

Theodor Lessing (1872 – 1933)

Theodor Lessing wurde 1933 ermordet.

Er bekennt sich zum Aktivismus. Die Philosophie hat ihr Lebensrecht nur als Philosophie der Tat, als praktische Wissenschaft des Glückes und der Eugenese.


Leszczyn

Jan Leszczynski


Der polnische Philosoph Jan Leszczynski (* 1905, †  1990) arbeitete zur Ontologie, Erkenntnistheorie und zur Semiotik. Er wirkte in Kraków.

Landmann

Michael Landmann (geb. 1913)

Michael Landmann ist ein Vertreter der philosophischen Anthropologie. Landmann konstatiert: Wir besitzen heute keine tragfähige Konzeption vom Menschen mehr.


Leukipp

Leukippos (ca. 460 v. u. Z.)

Der Philosoph Leukippos (auch Leukipp) stammt aus Milet oder Abdera. Er ist Schüer des Zenon von Elea. Leukippos gründete nach 450 eine Philosophenschule in Abdera.

Er war Lehrer des Demokrit und Begründer der Atomistik.

Zur seiner philosophischen Position gelangte er durch die Auseinandersetzung mit der Theorie seines Lehrers Zenon von Elea von der Unmöglichkeit unendlich kleiner Stoffteilchen.

Von den Schhriften des Leukippos ist nichts überliefert. Schon im 4. Jahrhundert wurde seine Philosophie nicht mehr von der Demokrits unterschieden.


Lange Nn

Nikolai Nikolajewitsch Lange (1858 – 1921)

Der russische Psychologe N. N. Lange ist ein Vertreter der experimentellen Psychologie. Er ist durch ein von ihm formuliertes Perzeptionsgesetz bekannt geworden, das die Einheit von Sinnlichem und Logischem in der Erkenntnis ausdrückt.

N. N. Lange hat als erst die Erste Analytik von Aristoteles ins Russische übersetzt.

Levy Bru

Lucien Lévy-Bruhl (1857 – 1939)

Der französische Philosoph, Psychologe und Ethnograph Lucien Lévy-Bruhl trat der These der Schule der Evolutionisten entgegen, dass der Urmensch nach denselben logischen Gesetzen gedacht hat wie der heutige Mensch. Er stellte die Theorie von einem ursprünglichen prälogischen Denken auf.

Nach dieser Theorie war das Denken der Menschen der Urgemeinschaft prälogisch, da es nicht nach den Gesetzen der formalen Logik, z. B. nach dem Identitätssatz, dem Satz vom Widerspruch u. a. erfolgte, sondern nach dem Partizipationsgesetz wie Lévy-Bruhl es nennt.

Der Urmensch habe unter der Kontrolle und dem ausrichtenden Einfluss der Kollektivvorstellungen gedacht, die in Mythen, Bräuchen usw. fixiert waren.