Leontion

Leontion (ca. 300 – 250 v. u. Z.)

Leontion war Schülerin des Epikur und wahrscheinlich näher mit Epikur befreundet. Sie gilt als athenische Hetäre.

Berühmtheit erlangte sie, weil sie es wagte, sich in einer Streitschrift gegen Theophrast zu wenden. Sowohl Cicero als auch Plinius empörten sich über die ‚Dreistigkeit‘ einer Frau, obwohl Cicero immerhin ihren geistreichen attischen Sprachstil hervorhebt.

Epikur stand mit ihr in Briefwechsel, und der Dichter Hermesianax widmete ihr drei Bücher erzählender Elegien, die er Leontion nannte.

Die Maler Theoros und Aristeides von Theben sollen sie – wie Plinius überliefert – als Denkende, Meditierende dargestellt haben.

Weblinks


Lesniew

Stanislaw Lesniewski (1886 – 1939)


Stanislaw Lesniewski wurde am 28. März 1886 (nach dem alten Kalender am 16. März) in Sherpukhov, eine Stadt 100 km von Moskau entfernt, geboren. Er ist Sohn von Izydor, einem Ingenieur, und Helena Paczewski.

1896 beendete der die Realschule in einem Ort im Süden Sibiriens an der monglischen Grenze, wo sein Vater an der Transsibirischen Eisenbahn arbeitete.

1899 ging er in das Gymnasium von Irkutsk. 1903 verließ er die Schule. Er studierte mit Unterbrechungen 8 Jahre an deutschen Universitäten Philosophie und Mathematik.

Zunächst studierte vom 17. Oktober 1904 bis zum 30. April 1906 in Leipzig. Er wohnte in der Braustraße 4 (bei Pieper) und in der Albertstraße 16 (bei Stephan).

Er belegte im Wintersemester 1904/05 Kurse in anorganischer Chemie (bei Beckmann) und Anatomie (bei Fick) und Geschichte (bei Karl Lamprecht).

Im Sommersemester 1905 belegte er Kurse in Psychology (bei Wilhelm Wundt), Institutionen der Institutionen der Politischen Ökonomiie (bei Bücher). Im Wintersemester 1905/06 belegte er schließlich Erkenntnistheorie als eine Einführung in die Philosophie bei Volkelt.

Von Leipzig ging er nach Heidelberg und Zürich. In München belegte er die Kurse des Neukantianers Hans Cornelius. Im Sommersemester besuchte er die Einführung in die Logik von Cornelius und dessen Einführung in die Erkenntnistheorie. Außerdem besuchte er den Kurs Philosophie der Mathematik von Moritz Geiger. Im Wintersemester 1909/10 besuchte er Cornelius‘ Philosophiekurs und Logik und Erkenntnistheorie bei Pfänder.

Im Sommersemester 1910 ging Le&;niewski nach Lwow (heute Lviv, Ukraine), um bei Kazimierz Twardowski seine Doktorarbeit zu schreiben. Twardowski – wie Alexius Meinong, Edmund Husserl, Carl Stumpf, T. Masaryk, C. Ehrenfels, F. Hillebrand und Anton Marty – ein Schüler von Franz Brentano war 1895 von Wien nach Lwow gekommen, um den Philosophielehrstuhl zu übernehmen.

Zu Twardowski’s Doktoranden in Lwow gehörten neben Lesniewski auch Tadeusz Kotarbinski, Kazimierz Ajdukiewicz, Zygmunt Zawirski und Tadeusz Czezowski. Lesniewski gehört zur Lwow-Warschau-Schule.

Aus der Zeit in Lwow rürt wohl sein Interesse für mathematische Paradoxien, für Schröders Algebra der Logik, die Relationentheorie und die Wahrscheinlichkeitstheorie her.

1911 erschien Lesniewski’s erster Artikel "A Contribution to the Analysis of Existential Statements" in Przeglad filozoficzny. Im Juli 1912 bekam er den Doktortitel.

Zusammen mit Jan Lukasiewicz und seinem einzigen Doktorschüler Alfred Tarski wirkte er später an der Warschauer Universität.

Lesniewski entwickelte drei logische Systeme: die Protoethik, eine ‚Theorie der ersten Sätze‘, die Ontologie, eine ‚moderne traditionale Logik‘ bzw. ein Namesnkalkül der auf der Kopula ‚ist‘ beruht und die Mereologie, die ‚Theorie der Teile (mere) und des Ganzen‘, d. h. die Theorie kollektiver Klassen. Er erweiterte den zweiwertigen Aussagenkalkül durch Einführung von Quantoren für Aussagenvariablen.

Aufgrund der Kompliziertheit konnten sich seine Systeme in der Logik nicht durchsetzen.

Literatur

  • Clay, R.F., Introduction to Lesniewski’s logical systems, "Ann. dell’Ist. di Discipl. Filosof. dell’Univ. di Bologna", 1980-81, pp. 5-31.
  • Simons, P., Lesniewskian term logic, "Lingua e stile", 1992, pp. 25-46.
  • Vasyukov, V.L., A Lesniewskian guide to Husserl’s and Meinong’s Jungles, "Axiomathes", 1 (1993), pp. 59-74.

Weblinks


Lessewi

Wladimir Wiktorowitsch Lessewitsch (1837 – 1905)

Wladimir Wiktorowitsch Lessewitsch ist ein Vertreter des Positivismus. Lessewitsch hat in vielem ähnliche Positionen wie Carl Göring.

Die Begrenztheit des Positivismus von Comte sah Lessewitsch darin, dass in diesem die Erkenntnistheorie nicht genügend ausgearbeitet war.

Er hielt es für notwendig, den alten Positivismus auf der Grundlage der neukantianischen Erkenntnistheorie, insbesondere der des Empiriokritizismus zu reformieren.

Krings

Hermann Krings (geb. 1913)

Hermann Krings ist ein Vertreter des Katholischen Existentialismus.


Lamennai

Hugues Félicité Robert de Lamennais (1782 – 1854)

Hugues Félicité Robert de Lamennais wurde katholischer Geistlicher. Er trat für die Freiheit der Kirche und für ein demokratisches Papsttum ein. Nachdem seine Paroles d’un croyant (1834) den schon begonnenen Bruch mit der Kirche vollendet hatten, wandte sich de Lamennais einem Rationalismus zu und verkündete das Evangelium der Freiheit und Brüderlichkeit.

Er ist ein Vertreter des katholischen Traditionalismus, wurde jedoch von der Kirche verdammt.

Beeinflußt ist de Lamennais von Platon, Plotin und Leibniz.

Die allgemeine Menschenvernunft ist die Quelle von Wahrheiten, welche die Kirche uns aufzeigt. Gott muss, um zu sein, Kraft sein. Um etwas Bestimmtes zu sein, muss Gott eine Form (Geist) und außerdem Leben oder Liebe sein.

Alles Endliche besteht aus Materie und Geist. Die Körper haben sich aus dem Äther entfaltet.


Kritias

Kritias (ca. 460 – 403 v. u. Z.)

Kritias aus Athen betätigte sich als Dichter und Philosoph.Der Onkel des Platons, ist zwar selbst nicht alsSophist aufgetreten, aberseine Gedanken entsprechen den sophistischen Auffassungen.

411 und 404 beteiligte er sich als Oligarch am Verfassungsumsturz inAthen und war der Führer der Dreißig Tyrannen. Seinen gemäßtenParteigänger Theramenes beseitigte er, um ungehindert eine Willkürherrschafterrichten zu können.

Als Thrasybulos als Führer der Demokraten die oligarchische Ordnungstürzte, fiel Kritias in Munichia (einem der Häfen von Athen).

In Platons Dialogen tritt Kritias öfter als Gesprächslpartnerauf.

Ein Alterswerk Platons ist Kritias betitelt.

Lamettr

Julien Offray de La Mettrie (1709 – 1751)

Der französische Philosoph vertrat einen radikalen Materialismus und Atheismus. Er ist Vertreter des Merismus.

Nach seiner Entlassung als Militärarzt wurde er von Friedrich II. in Preußen aufgenommen.

La Mettrie übertrug die cartesianische Vorstellung von Tieren als Automaten auf den Menschen. Er vertrat eine hedonistische Ethik.


Kritol

Kritolaos (ca. 150 v. u. Z.)

Der griechische Philosoph Kritolaos leitete die ältere peripatetische Schule.

Das bekannteste Ereignis aus dem Leben des Kritolaos ist sein Auftritt im Jahr 155 in Rom. Athen hatte die attische Küstenstadt Oropos überfallen und geplündert. Die Bürger wandten sich an Rom mit der Bitte um Beistand, und das von Rom zum Schiedsrichter eingesetzte Sikyon (norwestlich von Korinth) verhängte 500 Talente Strafe über Athen. Daraufhin schickten die Athener die drei bekanntesten Philosophen, Karneades, den Stoiker Diogenes von Babylon und Kritolaos, nach Rom. Sie erreichten, dass die Strafe auf 100 Talente herabgesetzt wurde [1].

Kritolaos scheint vor allem die aristotelische Philosophie gegen Angriffe der Stoa und der Platoniker verteidigt zu haben.


[1] Pausanias VII 11, Ciceor, De orat. II 155


Kroneck

Leopold Kronecker (1823 – 1891)

Der Mathematiker Leopold Kronecker gilt als Vorläufer der intuitionistischen Richtung in der Mathematik und der Logik.

Kronecker erkannte nur dann die Existenz eines mathematischen Objektes an, wenn ein Konstruktionsverfahren für dieses angegeben werden kann. Er lehnt daher den Begriff des aktual Unendlichen ab.

Kronecker war ein entschiedener Gegner der von Cantor begründeten transfiniten Mengenlehre.

Kroner

Richard Kroner (geb. 1844)

Richard Kroner ist ein Vertreter der Südwestdeutsche Schule des Neukantianismus. Er knüpft aber auch an Hegel an.