Folkpsy

Folk psychology

Als Folk psychology bezeichnet man den common sense, dass der Mensch andere Menschen und höhere tierische Wesen verstehen und ihr Verhalten erklären kann.

Formalis

causa formalis

Die causa formalis (auch: formale Ursache) gilt als die zweite innere Ursache. Sie besteht in der Form (griech. idea oder eidos), der Struktur oder dem Muster, das sich im Seienden findet.

Die Bronzestatue z. B. entsteht dadurch, dass die Bronze in der Form der Statue gestaltet ist.

Die scholastische Philosophie identifiziert die causa formalis häufig mit der causa exemplaris, die weitgehend identisch ist mit der platonischen Idee (griech. idea).

Die Unterscheidung zwischen causa materialis und causa formalis ist eine relative. So ist die Bronze selbst aus einem Stoff und einer besonderen Bronzeform zusammengesetzt, ebenso wie die Bronzestatue als Materie dienen kann, z. B. bei der Herstellung von Schmuck.

Foundher

Foundherentismus

Susan Haack meint, dass die meisten Erkenntnistheorien weder fundamentalistische Erkenntnistheorien noch kohärentistische Erkenntnistheorien sind und bezeichnet eine (ihre) Position, die Elemente beider Theorien vereint als Foundherentismus (foundherentism). [1]


[1] Haack, S.: Theories of Knowledge: An Analytic Framework. Proceedings of the Aristotelian Society. 83(1982/3)

Frankf M

Frankfurter Schule

Frankfurter Schule nennt man eine sozialphilosophische Richtung, die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno begründet wurde. Sie ist aus dem Institut für Sozialforschung in Frankfurt a. M. hervorgegangen und wurde nach 1933 in die USA verlegt.

Die Vertreter dieser Schule versuchten die politische Ökonomie von Marx mit der Psychoanalyse von Freud zu einer kritischen Theorie über die kapitalistische Gesellschaft zu verbinden. In vielem stimmte ihre Position mit der von Marcuse überein, der deshalb manchmal dieser Schule zugerechnet wird.

Zur 1. Generation der Frankfurter Schule gehören weiterhin u. a. K. A. Wittfogel und F. Borkenau.

Vertreter der 2. Generation dieser Schule sind J. Habermas, A. Schmidt.

F Fundam

Formaler Fundamentalismus

Auf Michael Williams geht die Unterscheidung zwischen dem formalen Fundamentalismus und dem substantiellen Fundamentalismus zurück [1].

Der formale Fundamentalismus, die Grundlage einer jeden fundamentalistischen Erkenntnistheorie, macht nur Aussagen über die allgemeine Struktur der epistemischen Rechtfertigungen unserer Meinungen und behauptet die Existenz kontextunabhängiger basaler Meinungen.

Zentral für den formalen Fundamentalismus sind folgende Thesen:

  1. Es gibt basale Überzeugungen, die nicht inferentiell durch andere Überzeugungen gerechtfertigt werden müssen, sondern anderweitig gerechtfertigt sind.
  2. Alle nicht-basalen Überzeugungen werden inferentiell gerechtfertigt. Dabei wird direkt oder indirekt auf basale Überzeugungen zurückgegriffen.
  3. Die inhaltlich ausgezeichneten Typen von Überzeugungen sind für alle Rechtfertigungenskontexte (für alle Personen) dieselben.

Die letzte These unterscheidet den Fundamentalismus vom Kontexttualismus.


[1] Williams, M.: Unnatural Doubts. Epistemological Realism and the Basis of Scepticism. Princeton, N. J. 1996, 114ff.

Fstell

Feststellung

Das Festellen ist in der Sprechakttheorie Gegenstand der Analyse und wird dort zu den assertiven Äußerungen gezählt.

Eine Festellung kann sich – im Gegensatz zu einer Behauptung – auf jede Proposition beziehen [1].

Feststellungen werden gemacht, obwohl von seiten des Sprechers angenommen wird, dass der von ihm thematisierte Sachverhalt dem oder den Adressaten ebenso bekannt ist wie dem Sprecher selbst [2]. Dies unterscheidet Feststellungen vom Mitteilen und Informieren, bei denen dem Adressaten der durch die zum Ausdruck gebrachte Proposition bezeichnete Sachverhalt nicht bekannt ist [3].

Beispiele sind

  1. der Richter, der in einer Gerichtsverhandlung nach der Vernehmung eines Zeugen eine Feststellung macht, die noch einmal wiedergibt, was der Zeuge ausgesagt [4],
  2. der Kommissionsvorsitzende, der feststellt, dass die zusammengetretene Kommission beschlußfähig ist [5].

Feststellungen werden gemacht, weil auf Seiten des Sprechers in Rechnung gestellt wird, dass der Adressat oder die Adressaten die Geltung der ausgedrückten Proposition später in Abrede stellen könnten. Sollte einer der Adressaten bezüglich des durch die ausgedrückte Proposition repräsentierten Sachverhaltes anderer Meinung sein, müsste er es sofort sagen; sagt er nichts, kann der Sprecher davon ausgehen, dass die fragliche Proposition zu dem gerechnet wird, was alle für wahr halten [6]. Wenn die Feststellung falsch ist (so Searle), ist die Feststellung schuld (Wort-auf-Welt-Ausrichtung) [7].


[1] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 140
[2] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 140 f.
[3] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 141 Fußn. 14
[4] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 141
[5] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 141
[6] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 141
[7] Searle, J. R.: Intentionalität. Eine Abhandlung zur Philosophie des Geistes. Frankfurt a. M. 1987, 23

Essendi

causa essendi

Die Scholastik unterscheidet streng zwischen der causa essendi (Ursache des Seins) und der causa cognoscendi. Die causa essendi ist die Ursache dafür ist, dass ein Seiendes ist, wie es ist.

Ethik

Ethik

Die Ethik oder Moralphilosophie befasst sich mit Aussagen über moralische Werte und moralische Handlungsnormen.

Es lassen sich drei Richtungen innerhalb der Ethik unterscheiden:

  1. Die normative oder präskriptive Ethik untersucht die Richtigkeit und Korrektheit der Aussagen über moralischer Werte und Handlungsnormen.
  2. Die deskriptive Ethik untersucht die psychologischen, biologischen, sozialen und historischen Grundlagen derartiger Urteile.
  3. Die Metaethik befasst sich mit der normativen oder deskriptiven Ethik und fragt nach der Abgrenzung der moralischen von den nicht-moralischen Werten und Handlungsnormen sowie nach den erkenntnistheoretischen, sprachphilosophischen und ontologischen Grundlagen der Aussagen über Werte und Handlungsnormen.

Hare unterschied zwei Ebenen des moralischen Denkens: die intuitive und die kritische Ebene.

Wer theoretisch die möglichen Umstände betrachtet, unter denen man moralisch handelt und auch hypothetische Fälle betrachtet, befindet sich auf der kritischen Ebene.

Wer alltägliche Entscheidungen trifft, kann bei seinen moralischen Überlegungen nicht alle Alternativen und Folgen berücksichtigen. Das alltägliche moralische Denken muss daher vorwiegend intuitiv sein. Hare spricht von moralischem Denken auf intuititiver Ebene. Aus diesen Gründen schlägt Hare vor, wir sollten für unser alltägliches Moralleben einige weitgefaßte moralische Prinzipien übernehmen und nicht von ihnen abweichen. Zu solchen Prinzipien gehören etablierte Moralprinzipien (nicht lügen, Versprechen halten, nicht töten usw.). Es ist sinnvoll sich an solche Prinzipien zu halten, auch wenn man auf kritischer Ebene bisweilen bessere Lösungen finden wird.

Konsequentialisten sehen die Handlungsfolgen, Deontologen die befolgten Regeln als grundlegend für die Betrachtung moralischer Urteile an. Absichtstheoretiker zählen nur die Absichten.

Die angewandte oder praktische Ethik diskutiert die praktischen Fragen, die sich einzelnen Menschen oder Gruppen (Institutionen, Organisationen) in alltäglichen Entscheidungssituationen stellen, unter moralischem Aspekt.

Die Fragestellungen der angewandten Ethik betreffen bevorzugt solche Entscheidungen, in denen öffentliche und politische Handlungsoptionen eine Rolle spielen.

Zur angewandten Ethik gehören u. a. die Bioethik, Wirtschaftsethik, Wissenschaftsethik, Computerethik, Medienethik, Friedensethik, und Sportethik.

In der ethischen Diskussion sind moralische Einstellungen, wie Neid, Schadenfreude usw. weitgehend unberücksichtigt geblieben.

In den verschiedensten ethischen Gebieten (z. B. in der Tierethik, Genethik, und der Umweltethik) werden anthropozentrische, pathozentrische, biozentrische, physiozentrische und holistische Ansätze unterschieden.

Die Biozentrik (A. Schweitzer, G. M. Teutsch, T. Regan) fordert eine Gesinnung der Ehrfurcht vor dem Leben. Diese Position kommt allerdings selten als philosophische Theorie, sondern eher als Glaubensbekenntnis daher.

Physiozentrische Ethiken beziehen alle Entitäten ein.

Die Analyse pathozentrischer, biozentrischer, physiozentrischer und holistischer Ansätze ist sehr undifferenziert und sollte analog zu den anthropozentrischen Ansätzen ausdifferenziert werden.

Wichtige ethische Positionen sind die subjektive Wertethik, die Tugendethik, die deontologische Ethiken, die Mitleidsethik, der egoistische Subjektivismus, die Diskursethik, die Ethik des realen Vertrages, der Präferenzutilitarismus, die Interessenethik, die Kantische Ethik, die teleologische Ethik, die existentialistische Ethik, die Glücksethik, die Verantwortungsethik, die Liebesethik, die Wohlwollensethik, die Ethik des fiktionalen Vertrags, die kommunitaristische Ethik, der Intuitionismus und die Güterethik.

Weitere Informationen


Etymolog

Etymologie

Die Lehre von der Herkunft der Wörter.

Euklid

Wahrheitskriterium des Euklid

Wahrheitskriterium des Euklid nennt man ein Beweisverfahren, das man symbolisch mit Hilfe der aussagenlogischen Tautologie (&;A &;A) &;A) ausdrücken kann. D. h.: wenn unter der Annahme der Negation &;A einer Aussage A ableitbar ist, dass A wahr ist, so ist A tatsächlich wahr.