F Disj

Falsche Disjunktion

Als falsche Disjunktion bezeichnet man einen logischen Fehlschluß, der in einem disjunktiven Syllogismus besteht, der falsch ist, weil im Obersatz nicht alle Alternativen aufgeführt werden.

Beispiel: Jeder Winkel ist entweder ein rechter oder ein spitzer Winkel. Der gegebene Winkel ist nicht spitz. Daraus folgt: Der gegebene Winkel ist ein rechter Winkel.

Dieser Schluss ist falsch, denn aus der Angabe, dass der gegebene Winkel nicht spitz ist, kann man noch nicht schließen, dass er ein rechter Winkel ist, weil es noch die Möglichkeit gibt, dass der Winkel stumpf ist.

Eselsbr

Eselsbrücke

Eselsbrücke (lat. pons asinorum) nennt man eine Lernhilfe zum Behalten von Lehrsätzen.

Die Scholastiker bezeichneten als Eselsbrücke zunächst das Diagramm, das die aristotelische Lehre zur Auffindung des Mittelbegriffs zum Beweis der verschiedenen Schlusssätze im Syllogismus veranschaulichen sollte.

Diese logische Figur geht auf Petrus Tartaretus zurück und wird mitunter fälschlicherweise auf Buridian zurückgeführt.

Die Bezeichnung wurde verallgemeinert und bereits im Mittelalter auch auf Regeln angewendet, die so einfach waren, dass sie selbst ein Dummkopf lernen konnte.


Empfind

Empfindung

Als Empfindung (lat. sensation, sensio; engl. sensation) oder Sinnesempfindung werden entweder Sinnesdaten oder die Perzeption bezeichnet.

Unter Empfindungen stellt man sich in der Regel elementare Bestandteile oder Inhalte der Sinneswahrnehmung, des Bewußtseins oder des Erlebens vor, die in einem Subjekt durch (meistens äußere) Reize veranlaßt werden.

Zu den Bestimmungen von Empfindungen gehören vor allem die Qualität, die Intensität sowie die Dauer.

Empfindungen können nach den betroffenen Sinnen eingeteilt werden (Gesichts-, Gehör-, Tastempfinden …). Außerdem lassen sich Empfindungen nach dem einteilen, was empfunden wird bzw. welche Qualität die Empfindung hat (Farb-, Klang-, Temperaturempfindung …).

Descartes unterscheidet zwischen der Innenwelt der Empfindungen und der Außenwelt der realen Gegenstände. Die Empfindungen sind die Bewußtseinsinhalte, aus denen die Existenz der äußeren Realität erschlossen wird.

Kant unterscheidet zwischen den Empfindungen als subjektive Erscheinungen oder Anschauungen und den Verstandesbegriffen. Indem sich die Verstandesbegriffe auf die Anschauung beziehen, entsteht eine gegenständliche Auffassung.

Wie Wittgenstein zu zeigen versucht hat, sind Empfindungen in keinem Sinn privat, insbesondere nicht im Sinn eines bevorzugten Zugangs.


Entsch

Entscheidende Ursache

Entscheidende Ursache (auch: ausschlaggebende Ursache) nennt man jene mitwirkende Ursache, die der Wirkung unmittelbar vorausgeht.

So ist der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt, eine entscheidende Ursache.

Enumerat

Enumerative Induktion

Die enumerative Induktion ist eine Sonderform der Induktion durch einfache Aufzählung.

In ihr verläuft die logische Prozedur des Überganges von den Prämissen zur Konklusion nach folgendem Russelschen Prinzip:

  1. Es ist eine gewisse Anzahl von n Fällen einer Klasse a gegeben.
  2. Diese n Fälle erweisen sich alle als Glieder einer Klasse b.
  3. Es ist kein einziger Fall in a bekannt, der nicht zu b gehört.

Auf dieser Grundlage kann man zwei Behauptungen aufstellen:

  • bei spezieller Induktion: Es wird der auf die n Fälle folgende Fall aus a als ein Fall aus b angenommen;
  • bei allgemeiner Induktion: Es werden alle Fälle aus a als Fälle aus b betrachtet.

Beide Behauptungen haben eine gewisse Wahrscheinlichkeit, die bei Vergrößerung der Zahl n zunimmt.

Enzyklop

Enzyklopädisten

Enzyklopädisten nennt man die Begründer, Mitarbeiter und Herausgeber der unter Leitung von Diderot und d’Alembert 1751-1772 erschienenen Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers, die aus 28 Bänden besteht.

Mitarbeiter waren u. a. Rousseau, Voltaire, Montesquieu und d’Holbach.

Die Enzyklopädie gilt als der endgültige Durchbruch der französischen Aufklärung.

Episbess

epistemisch besser

Der Begriff epistemisch besser (epistemically preferable) ist ein zentraler Begriff in der Erkenntnistheorie von Chisholm. Er ist normativ gemeint.

p zu glauben ist für die Person s epistemisch besser als q zu glauben heißt, dass es in der gegebenen epistemischen Situation Person objektiv vernünftiger ist, p zu glauben als q.

Das epistemisch Bessere führt Chisholm auf das intrinsisch Bessere zurück, d. h. p zu glauben ist für eine Person epistemisch besser als q zu glauben, wenn das Hinzutreten des Glaubens, dass p, bei gegebener Evidenzbasis zu einem intrinisch besseren Bewußtseinszustand führt als das Hinzutreten des Glaubens, dass q.

Man kann meines Erachtens den Begriff des epistemisch besseren auf den Begriff der Kohärenz zurückführen: p ist epistemisch besser als q für ein Subjekt s, wenn die relationale Kohärenz von p bezüglich des Überzeugungssystems von s größer ist als die relationale Kohärenz von q. Der Begriff ist dann eng verwandt mit den kohärenztheoretischen Konkurrenzbegriffen von K. Lehrer u. a.

Episyl

Episyllogismus

Als Episyllogismus bezeichnet man einen Syllogismus, der Teil eines zusammengesetzten Syllogismus ist und dessen Prämisse Schlusssatz des vorangehenden Syllogismus ist.

Epizykl

Epizyklentheorie

Die Epizyklentheorie wurde durch Apollonios von Perge begründet. Später brachte sie Hipparchos von Nikaia in die Planetentheorie ein. Diese Theorie erlangte bei Klaudios Ptolemaios dann eine große Bedeutung.

Epizyklentheorie Der betrachtete Planet P bewegt sich im Kreis um den Punkt M. Dabei wird M auf den Deferenten um die Erde E herumgetragen, so dass sich die kräftig ausgezogene beobachtete Schleifenbahn des Planeten um die Erde ergibt, die als Epizykloide bezeichnet wird.

Erfolg

Erfolgsbedingungen von Sprechakten

E. Rolf hat den Erfüllungsbedingungen und den Gelingensbedingungen von Sprechakten die Erfolgsbedingung hinzugefügt, um die Frage nach dem Warum eines Tuns, nach der intendiert zu unterstellenden Wirkung des Tuns beantworten zu können [1].

Im Unterschied zur Erfüllungsbedingung einer Behauptung ist deren Erfolgsbedingung erfüllt, wenn die Behauptung vom Hörer für wahr gehalten wird.


[1] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 19 f.