Gattbegr
Gattungsbegriff
Begriff, der die (möglichst wesentlichen) Merkmale einer Klasse von Gegenständen ausdrückt, die Gattung für irgendwelche Arten ist. Gattungsbegriffe werden auch Oberbegriffe genannt.Der Gattungsbegriff ist ein subordinierender Begriff, in den dem Umfang nach kleinere Begriffe eingehen. Mit Ausnahme der Individualbegriffe und der Kategorien kann ein und derselbe Begriff gleichzeitig sowohl Artbegriff als auch Gattungsbegriff sein, je nachdem, auf welchen anderen Begriff er bezogen wird. Ein Gattungsbegriff fehlt nur den Kategorien.
Um Gattungsbegriffe zu finden, wird man in der Regel nach Begriffen suchen, die dem zu definierenden Begriff verwandt sind. Anschließend wird man prüfen, ob es sich bei einigen der gefundenen Begriffe um Gattungsbegriffe handelt. Dabei kann man folgendes Prüfverfahren benutzen: Der gefundene Begriff (A) ist dann ein Gattungsbegriff des zu definierenden Begriffes (B), wenn die Aussage "Jedes B ist ein A" bzw. "Jedes B zählt zu den A" wahr ist.
Nach einer anderen Konstruktionsmethode findet man einen Gattungsbegriff, indem man von einem der Nebenmerkmale des zu definierenden Begriffs abstrahiert: Man trennt es gedanklich von den übrigen Merkmalen und sieht von ihm ab.
Gatthoeh
Nächsthöhere Gattung
Die unmittelbar umfassendere Klasse von Gegenständen (Gattung), zu der die betrachteten Gegenstände gehören, wird als nächsthöhere Gattung (genus proximum) bezeichnet. Für Alkalimetall z. B. ist Metall die nächsthöhere Gattung.Gattung
Gattung
Gattung heißt eine Klasse von Gegenständen, zu der andere Klassen von Gegenständen gehören, die die Arten dieser Gattung sind. Die Klasse des Dreiecks ist z. B. eine Gattung, die in die Arten spitzwinklige, rechtwinklige und stumpfwinklige Dreiecke zerfällt. Der logische Begriff Gattung ist nichts Starres, eine jeweilige Gruppe von Gegenständen einseitig Charakterisierendes. Er bedeutet nur, dass ein Begriff seinem Umfang nach weiter ist als ein mit ihm verglichener anderer Begriff.Gdzeich
Grundzeichen
Als Grundzeichen bezeichnen wir in der Logik Zeichen, die in einem logischen System nicht definiert sind. Abgeleitete Zeichen sind von Grundzeichen zu unterscheiden.
Gedanspr
Sprache der Gedanken
Als Sprache der Gedanken (language of thought) bezeichnet man eine Ansicht, die auf Fodor zurückgeht, wonach alle mentale Repräsentationen sprachliche Ausdrücke in einer internen Sprache sind, die signifikant der gesprochenen Sprache ähnelt.Weitere Informationen:
- Fodor, J.: The language of thought. New York 1975
- Fodor, J.: Psychosemantics. Cambridge, MA 1987
Gefangen
Gefangenendilemma
Als Gefangendilemma bezeichnet man das folgernde Paradoxon: Ein Gefängnisdirektor verspricht zwei Gefangenen, die man nur für ein geringfügiges Delikt bestrafen konnte, die aber ein nicht nachweisbares größeres Verbrechen begangen haben, dass derjenige Straferlaß erhält, der allein gesteht, während der andere um ein Mehrfaches sitzen muss. Gestehen sie beide, will der Direktor dagegen erwirken, dass ihre bisherige Strafe um das Doppelte verlängert wird. Es ist paradox, dass es zu dem denkbar schlechtesten Ergebnis für beide Gefangenen führt, wenn sie jeder für sich das scheinbar Rationale tun, nämlich zu gestehen, statt zu schweigen.
Gegenst
Gegenstand
In der Alltagssprache wird Gegenstand als Sammelbegriff verwendet, um das zu kennzeichnen, worauf sich das Interesse oder die Beobachtung richtet und worüber berichtet und diskutiert werden kann.Im Rahmen der Erkenntnistheorie wird Gegenstand meist in Relation zum erkennenden Bewußtsein als erkanntes Objekt gebraucht.
Dadurch entsteht die Frage, wie der Gegenstand durch das erkennende Subjekt konstituiert ist bzw. wird.
Locke unterscheidet zwischen dem sinnlichen Gegenstand, also den Objekten der sinnlichen Wahrnehmung (&;sensations&;), und dem Gegenstand des Denkens, einem durch Reflexion erzeugten mentalen Objekt.
Im Kantischen Begriff des Gegenstands ist die sinnlich-rezeptive Anschauung mit der verstandesmäßigen, begrifflichen Komponente vereinigt. [1]
Meinong hat eine Gegenstandstheorie als allgemeine Wissenschaft vom reinen Gegenstand, vom Gegenstand als solchen entwickelt.
Nach Cornelius ist der Gegenstand ist ein gesetzlicher Zusammenhang von Wahrnehmungen, die niemals gleichzeitig gegeben sind.
In der Phänomenologie Husserls ist der Gegenstand durch einen intentionalen Akt konstituiert.
In der Logik und Semantik wird all das als Gegenstand bezeichnet,
- wofür ein Eigenname eingesetzt werden kann, oder
- ein konkreter (singulärer) Gegenstand, d. i. ein Individuum oder abstrakter Gegenstand, d. i. Klassen oder Relationen von Gegenständen oder die Eigenschaften oder Beziehungen von Gegenständen, oder
- eine Aussage, über die eine Metaaussage getroffen wird.
[1] KrV B 137
Geling
Gelingensbedingungen von Sprechakten
Die Gelingensbedingungen (conditions of success) eines Sprechaktes bestehen in den für diesen Akt konstitutiven Bedingungen.Gelingensbedingungen (conditions of satisfaction) für ein Versprechen sind: [1]
- dass der Sprecher auf eine zukünfitge Bedingung Bezug nimmt (Bedingung des propositionalen Gehaltes),
- dass sich der Sprecher auf die Ausführung dieser zukünftigen Handlung festlegt (Durchsetzungsmodus des illokutionären Zweckes)
Gelingensbedingung für das Danken ist: [2]
- dass der Sprecher Freude oder Zufriedenheit im Hinblick auf etwas, was der Hörer für ihn getan hat, ausdrückt (Aufrichtigkeitsbedingung)
Von den Gelingensbedingungen eines Sprechaktes unterscheiden die Sprechakttheoretiker die Erfüllungsbedingungen. Eine Sprechakt kann gelingen, ohne erfüllt zu sein.
Mitunter wird diesen Bedingungen noch die Erfolgsbedingung hinzugestellt.
[1] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 15
[2] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 15
Formalis
causa formalis
Die causa formalis (auch: formale Ursache) gilt als die zweite innere Ursache. Sie besteht in der Form (griech. idea oder eidos), der Struktur oder dem Muster, das sich im Seienden findet.Die Bronzestatue z. B. entsteht dadurch, dass die Bronze in der Form der Statue gestaltet ist.
Die scholastische Philosophie identifiziert die causa formalis häufig mit der causa exemplaris, die weitgehend identisch ist mit der platonischen Idee (griech. idea).
Die Unterscheidung zwischen causa materialis und causa formalis ist eine relative. So ist die Bronze selbst aus einem Stoff und einer besonderen Bronzeform zusammengesetzt, ebenso wie die Bronzestatue als Materie dienen kann, z. B. bei der Herstellung von Schmuck.