Fundam E

Fundamentalistischer Erkenntistheorie

Der fundamentalistischen Erkenntistheorie zufolge gibt es eine epistemisch ausgezeichnete Klasse von Überzeugungen, die selber keiner Rechtfertigung durch andere Überzeugungen bedürfen. Von diesen basalen Überzeugungen nimmt der Fundamentalist im allgemeinen an, dass sie auf eine andere Weise als inferentiell gerechtfertig sind, und sie deshalb in der Lage sind, als Basis zur Rechtfertigung anderer Überzeugungen zu dienen.

Die wichtigsten Typen fundamentalistischer Erkenntnistheorien sind die empiristischen und rationalistischen Erkenntnistheorien.

Michael Williams unterscheidet den formalen Fundamentalismus vom substantiellen Fundamentalismus [1].

Konkurrenztheorien zum erkenntnistheoretischen Fundamentalismus sind die erkenntnistheoretischen Kohärenztheorien, der Erkenntnisskeptizismus und der erkenntnistheoretische Kontextualismus. Eine Position, die fundamentalistische und kohärentistische Positionen vereint wird als Foundherentismus bezeichnet.


[1] Williams, M.: Unnatural Doubts. Epistemological Realism and the Basis of Scepticism. Princeton, N. J. 1996, 114ff.

Fundam

Fundamentalismus

Als Fundamentalismus bezeichnet man die Auffassung, nach der es kontextunabhängige basale Sätze und Normen gibt, von denen alle anderen Sätze und Normen abgeleitet sind und auf denen Sinn und ihre Geltung von Sätzen und Normen beruhen.

Wir unterscheiden nach seinem Anwendungsbereich den erkenntnistheoretischen Fundamentalismus und den ethischen Fundamentalismus.

Konkurrenzansätze sind der Kontextualismus, die Kohärenztheorien und der Skeptizismus.

Funddiv

fundamentum divisionis

Als fundamentum divisionis (lat., Scheidegrund) bezeichnet man ein Kennzeichen, mit dessen Hilfe ein Gattungsbegriff in Artbegriffe gegliedert wird.

Gabeghoe

Nächsthöherer Gattungsbegriff

Ein Begriff, der die (möglichst wesentlichen) Merkmale der nächsthöheren Gattung wiedergibt, heißt nächsthöherer Gattungsbegriff.

Gattbegr

Gattungsbegriff

Begriff, der die (möglichst wesentlichen) Merkmale einer Klasse von Gegenständen ausdrückt, die Gattung für irgendwelche Arten ist. Gattungsbegriffe werden auch Oberbegriffe genannt.

Der Gattungsbegriff ist ein subordinierender Begriff, in den dem Umfang nach kleinere Begriffe eingehen. Mit Ausnahme der Individualbegriffe und der Kategorien kann ein und derselbe Begriff gleichzeitig sowohl Artbegriff als auch Gattungsbegriff sein, je nachdem, auf welchen anderen Begriff er bezogen wird. Ein Gattungsbegriff fehlt nur den Kategorien.

Um Gattungsbegriffe zu finden, wird man in der Regel nach Begriffen suchen, die dem zu definierenden Begriff verwandt sind. Anschließend wird man prüfen, ob es sich bei einigen der gefundenen Begriffe um Gattungsbegriffe handelt. Dabei kann man folgendes Prüfverfahren benutzen: Der gefundene Begriff (A) ist dann ein Gattungsbegriff des zu definierenden Begriffes (B), wenn die Aussage "Jedes B ist ein A" bzw. "Jedes B zählt zu den A" wahr ist.

Nach einer anderen Konstruktionsmethode findet man einen Gattungsbegriff, indem man von einem der Nebenmerkmale des zu definierenden Begriffs abstrahiert: Man trennt es gedanklich von den übrigen Merkmalen und sieht von ihm ab.

Gatthoeh

Nächsthöhere Gattung

Die unmittelbar umfassendere Klasse von Gegenständen (Gattung), zu der die betrachteten Gegenstände gehören, wird als nächsthöhere Gattung (genus proximum) bezeichnet. Für Alkalimetall z. B. ist Metall die nächsthöhere Gattung.

Gattung

Gattung

Gattung heißt eine Klasse von Gegenständen, zu der andere Klassen von Gegenständen gehören, die die Arten dieser Gattung sind. Die Klasse des Dreiecks ist z. B. eine Gattung, die in die Arten spitzwinklige, rechtwinklige und stumpfwinklige Dreiecke zerfällt. Der logische Begriff Gattung ist nichts Starres, eine jeweilige Gruppe von Gegenständen einseitig Charakterisierendes. Er bedeutet nur, dass ein Begriff seinem Umfang nach weiter ist als ein mit ihm verglichener anderer Begriff.

Gdzeich

Grundzeichen

Als Grundzeichen bezeichnen wir in der Logik Zeichen, die in einem logischen System nicht definiert sind.

Abgeleitete Zeichen sind von Grundzeichen zu unterscheiden.

Gedanspr

Sprache der Gedanken

Als Sprache der Gedanken (language of thought) bezeichnet man eine Ansicht, die auf Fodor zurückgeht, wonach alle mentale Repräsentationen sprachliche Ausdrücke in einer internen Sprache sind, die signifikant der gesprochenen Sprache ähnelt.

Weitere Informationen:

  • Fodor, J.: The language of thought. New York 1975
  • Fodor, J.: Psychosemantics. Cambridge, MA 1987


Florenz

Akademie in Florenz

Die Platonische Akademie von Florenz (Academia Platonica) ist ein nicht fest umrissener Kreis humanistisch gesinnter Bürger, die miteinander zusammenkamen, um Probleme zu diskutieren, die mit der Philosophie Platons zusammenhängen.

Der Mittelpunkt der 1459 gegründeten und bis 1522 bestehenden Akademie war M. Ficinos.

Cosimo de’Medici schenkte Ficino ein Haus in Careggi bei Florenz, das zur Wrikungsstätte von Ficino wurde. Ficino bezeichnete dieses Haus als Akademie.

In Hochachtung seines antiken Vorbildes stellte Ficino dort eine Platonbüste auf und feiert im Freundeskreis regelmäßig den Geburtstag Platons.

Es trafen sich dort verschiedenste Persönlichkeiten, so u. a. Cosimo uznd Lorenzo de’Medici, G. Pico della Mirandola, A. Poliziano, Christoforo Landino, L. B. Alberti, Francesco da Diacetto und Girolamo Benivieni.

In der Akademie von Florenz entstand eine Fassung des Platonismus, die auf Humanisten wie John Colet, Erasmus von Rotterdam, John Fischer und Thomas More große Anziehungskraft ausübte.