Finalis

causa finalis

Die causa finalis (Zweckursache) ist eine äußere Ursache. Sie gibt den Zweck unseres Tuns an.

Die causa finalis war für Aristoteles und die Scholastiker ein naturwissenschaftliches Prinzip.

Florenz

Akademie in Florenz

Die Platonische Akademie von Florenz (Academia Platonica) ist ein nicht fest umrissener Kreis humanistisch gesinnter Bürger, die miteinander zusammenkamen, um Probleme zu diskutieren, die mit der Philosophie Platons zusammenhängen.

Der Mittelpunkt der 1459 gegründeten und bis 1522 bestehenden Akademie war M. Ficinos.

Cosimo de’Medici schenkte Ficino ein Haus in Careggi bei Florenz, das zur Wrikungsstätte von Ficino wurde. Ficino bezeichnete dieses Haus als Akademie.

In Hochachtung seines antiken Vorbildes stellte Ficino dort eine Platonbüste auf und feiert im Freundeskreis regelmäßig den Geburtstag Platons.

Es trafen sich dort verschiedenste Persönlichkeiten, so u. a. Cosimo uznd Lorenzo de’Medici, G. Pico della Mirandola, A. Poliziano, Christoforo Landino, L. B. Alberti, Francesco da Diacetto und Girolamo Benivieni.

In der Akademie von Florenz entstand eine Fassung des Platonismus, die auf Humanisten wie John Colet, Erasmus von Rotterdam, John Fischer und Thomas More große Anziehungskraft ausübte.

Folgbez

Theorie unscharfer Folgerungsbeziehungen

Die Theorie unscharfer Folgerungsbeziehungen geht auf Pavelka zurück [1] und hat als Vorläufer eine Arbeit von Goguen [2].

Die zentrale Idee dieser Theorie ist es, die Folgerungsbeziehung eines mehrwertigen logischen Systems S zu einer Beziehung zwischen unscharfen Mengen S von S-Ausdrücken zu verallgemeinern. Als Menge der verallgemeinerten Enthaltenseinswerte für die unscharfen Mengen von S-Ausdrücken dient die Menge der Quasiwahrheitswerte des mehrwertigen Systems S.

Einer der zentralen Punkte bei der Untersuchung der Folgerungsbeziehung eines logischen Problems ist das Problem der syntaktischen Darstellung der Folgerungsbeziehung als Ableitungsbeziehung eines geeigneten Kalküls. Man benötigt einen verallgemeinerten Ableitungsbegriff, um Ausdrücke mit einem gewissen Grad ableiten zu können.

Ableitungen bleiben endliche Folgen von Ausdrücken. Jedem Ausdruck einer solchen Ableitung wird eine Grad, d. h. ein Quasiwahrheitswert zugeordnet.


[1] Pavelka, J.: On fuzzy logic. I – III. Zeitschrift mathematische Logik Grundlagen Mathematik 25 (1979), 45 – 52, 119 – 134, 447 – 464
[2] Goguen, J. A.: The logic of inexact concepts. Synthese 19 (1968 – 69), 325 – 373

Folkpsy

Folk psychology

Als Folk psychology bezeichnet man den common sense, dass der Mensch andere Menschen und höhere tierische Wesen verstehen und ihr Verhalten erklären kann.

Formalis

causa formalis

Die causa formalis (auch: formale Ursache) gilt als die zweite innere Ursache. Sie besteht in der Form (griech. idea oder eidos), der Struktur oder dem Muster, das sich im Seienden findet.

Die Bronzestatue z. B. entsteht dadurch, dass die Bronze in der Form der Statue gestaltet ist.

Die scholastische Philosophie identifiziert die causa formalis häufig mit der causa exemplaris, die weitgehend identisch ist mit der platonischen Idee (griech. idea).

Die Unterscheidung zwischen causa materialis und causa formalis ist eine relative. So ist die Bronze selbst aus einem Stoff und einer besonderen Bronzeform zusammengesetzt, ebenso wie die Bronzestatue als Materie dienen kann, z. B. bei der Herstellung von Schmuck.

Foundher

Foundherentismus

Susan Haack meint, dass die meisten Erkenntnistheorien weder fundamentalistische Erkenntnistheorien noch kohärentistische Erkenntnistheorien sind und bezeichnet eine (ihre) Position, die Elemente beider Theorien vereint als Foundherentismus (foundherentism). [1]


[1] Haack, S.: Theories of Knowledge: An Analytic Framework. Proceedings of the Aristotelian Society. 83(1982/3)

Frankf M

Frankfurter Schule

Frankfurter Schule nennt man eine sozialphilosophische Richtung, die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno begründet wurde. Sie ist aus dem Institut für Sozialforschung in Frankfurt a. M. hervorgegangen und wurde nach 1933 in die USA verlegt.

Die Vertreter dieser Schule versuchten die politische Ökonomie von Marx mit der Psychoanalyse von Freud zu einer kritischen Theorie über die kapitalistische Gesellschaft zu verbinden. In vielem stimmte ihre Position mit der von Marcuse überein, der deshalb manchmal dieser Schule zugerechnet wird.

Zur 1. Generation der Frankfurter Schule gehören weiterhin u. a. K. A. Wittfogel und F. Borkenau.

Vertreter der 2. Generation dieser Schule sind J. Habermas, A. Schmidt.

F Fundam

Formaler Fundamentalismus

Auf Michael Williams geht die Unterscheidung zwischen dem formalen Fundamentalismus und dem substantiellen Fundamentalismus zurück [1].

Der formale Fundamentalismus, die Grundlage einer jeden fundamentalistischen Erkenntnistheorie, macht nur Aussagen über die allgemeine Struktur der epistemischen Rechtfertigungen unserer Meinungen und behauptet die Existenz kontextunabhängiger basaler Meinungen.

Zentral für den formalen Fundamentalismus sind folgende Thesen:

  1. Es gibt basale Überzeugungen, die nicht inferentiell durch andere Überzeugungen gerechtfertigt werden müssen, sondern anderweitig gerechtfertigt sind.
  2. Alle nicht-basalen Überzeugungen werden inferentiell gerechtfertigt. Dabei wird direkt oder indirekt auf basale Überzeugungen zurückgegriffen.
  3. Die inhaltlich ausgezeichneten Typen von Überzeugungen sind für alle Rechtfertigungenskontexte (für alle Personen) dieselben.

Die letzte These unterscheidet den Fundamentalismus vom Kontexttualismus.


[1] Williams, M.: Unnatural Doubts. Epistemological Realism and the Basis of Scepticism. Princeton, N. J. 1996, 114ff.

Fstell

Feststellung

Das Festellen ist in der Sprechakttheorie Gegenstand der Analyse und wird dort zu den assertiven Äußerungen gezählt.

Eine Festellung kann sich – im Gegensatz zu einer Behauptung – auf jede Proposition beziehen [1].

Feststellungen werden gemacht, obwohl von seiten des Sprechers angenommen wird, dass der von ihm thematisierte Sachverhalt dem oder den Adressaten ebenso bekannt ist wie dem Sprecher selbst [2]. Dies unterscheidet Feststellungen vom Mitteilen und Informieren, bei denen dem Adressaten der durch die zum Ausdruck gebrachte Proposition bezeichnete Sachverhalt nicht bekannt ist [3].

Beispiele sind

  1. der Richter, der in einer Gerichtsverhandlung nach der Vernehmung eines Zeugen eine Feststellung macht, die noch einmal wiedergibt, was der Zeuge ausgesagt [4],
  2. der Kommissionsvorsitzende, der feststellt, dass die zusammengetretene Kommission beschlußfähig ist [5].

Feststellungen werden gemacht, weil auf Seiten des Sprechers in Rechnung gestellt wird, dass der Adressat oder die Adressaten die Geltung der ausgedrückten Proposition später in Abrede stellen könnten. Sollte einer der Adressaten bezüglich des durch die ausgedrückte Proposition repräsentierten Sachverhaltes anderer Meinung sein, müsste er es sofort sagen; sagt er nichts, kann der Sprecher davon ausgehen, dass die fragliche Proposition zu dem gerechnet wird, was alle für wahr halten [6]. Wenn die Feststellung falsch ist (so Searle), ist die Feststellung schuld (Wort-auf-Welt-Ausrichtung) [7].


[1] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 140
[2] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 140 f.
[3] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 141 Fußn. 14
[4] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 141
[5] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 141
[6] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 141
[7] Searle, J. R.: Intentionalität. Eine Abhandlung zur Philosophie des Geistes. Frankfurt a. M. 1987, 23

F Kohaer

Formale Kohärenztheorie

In Analogie zu der Unterscheidung des formalen Fundamentalismus vom substantiellen Fundamentalismus hat Thomas Bartelborth formale Kohärenztheorie und substantielle Kohärenztheorie eingeführt [1].

Die formale Kohärenztheorie, die Grundlage einer jeden kohärentistischen Erkenntnistheorie, macht nur Aussagen über die allgemeine Struktur der epistemischen Rechtfertigungen unserer Meinungen und verneint die Existenz basaler Meinungen.

Zentral für die formale Kohärenztheorie sind folgende Thesen:

  1. Alle Überzeugungen sind inferentiell zu rechtfertigen. Es gibt keine selbstrechtfertigenden oder anderweitig gerechtfertigten Überzeugungen.
  2. Inferentielle Beziehungen zwischen zwei Überzeugungen wirken immer in beide Richtigungen rechtfertigend.

Die formale Kohärenztheorie macht keine Aussagen darüber wie die inferentiellen Rechtfertigungen aussehen und worin Kohärenz besteht.


[1] Bartelborth, T.: Begründungsstrategien. Ein Weg durch die analytische Erkenntnistheorie. Berlin1996, 109