Gergonne

Joseph D. Gergonne (1771 – 1859)

Der französische Astronom, Mathematiker und Logiker Joseph D. Gergonne untersuchte die fünf grundegenden Relationen zwischen Klassen. Er stellte sie graphisch mit Hilfe von Kreisen dar, die den Eulerschen Kreisen in der Syllogistik entsprechen.

Abaelard – Ayer| Baader – Burski| Cabanis – Czeżowski | Dacqué- Durkheim | Ebbinghaus- Ewald | Faber- Fritzsche | Galenos- Gunsun Lun | Häberlin- Hypatia | Iamblichos- Iulianus | Jacoby- Juschkewitsch | Kaila- Kurylowicz | LaMettrie – Lykon | Maass- Myia | Nalbandjan- Nyman | Ockham- Owen | Palágyi- Pythagoras | Queccius- Quine | Radischtschew- Ryle | Saarnio- Szumowski | Taine- Tyrsenis | Uphues| Valla- Vorländer | Wahl- Wwedenski | Xeniades- Xenophon | Zadeh- Zoilos

Galilei

Galileo Galilei (1564 – 1642)

Der italienische Mathematiker und Naturwissenschaftler wendete die modernen naturwissenschaftlichen Methoden auf das Studium der Astronomie und der Erdbewegung anwendete.

Bei Galilei ist Erfahrung identisch mit methodisch kontrolliertem Beobachten und Experimentieren, durch das wir unser Wissen über die Welt erweitern. Es wird damit auf die Bedeutung des experimentellen Forschens für unsere Erkenntnis verwiesen.

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Germain

Sophie Germain (1776 – 1831)

Sophie Germain wurde 1776 in Paris als mittlere von drei Töchtern geboren.

Sie war Autodidaktin. Mit Hilfe von Büchern, die sie als Dreizehnjährige in der Bibliothek des Vaters entdeckte, erwarb sie Grundkenntnisse der Analysis. Sie brachte sich selbst Latein bei, um die Werke von Newton und Euler lesen zu können.

Als ihr mathematisches Interesse offenkundig wurden, engagierte ihre Familie nicht etwa Privatlehrer zur Förderung der Begabung, sondern versuchte mit allen Mitteln ihre Neigung zu bekämpfen.

Außer für Mathematik interessierte sie sich besonders für philosophische und gesellschaftspolitische Fragen sowie für Literatur und Musik.

Ausgangspunkt ihres 1833 posthum veröffentlichten wissenschaftstheoretischen Essays Considérations générales sur l’état des sciences et des lettres ist ihre Überzeugung einer tiefen Verwandtschaft der Denkweisen in den Natur- und Geisteswissenschaften. Ihrer Ansicht nach liegen alle menschlichen Tätigkeiten bestimmte universale Grundformen des Denkens zugrunde.

Um ihre These zu belegen, weist sie anhand der historischen Wissenschaftsentwicklung nach, dass das menschliche Denken stets eine Strukturierung der Erscheinungen intendierte.

In der Wissenschaftsentwicklung unterscheidet Sophie Germain drei aufeinanderfolgende Stadien.

  1. Auf der ersten Stufe sucht der Mensch überall sein Ebenbild. Zunächst personifiziert er leblose Gegenstände, die ihm Urheber für alle Naturvorgänge sind (Fetichismus). Später erdichtet er unsichtbare Wesen, um sich die Naturerscheinungen zu erklären (Polytheismus). In der letzten Phase führt er die Regelmäßigkeit der Himmelsbewegungen und die Beständigkeit der irdischen Naturphänomene auf das Wirken eines einzigen Gottes zurück.
  2. Das zweite Niveau wird erreicht, wenn der Mensch sich mit einem beliebigen göttlichen Willen nicht mehr begnügt, sondern in allen Dingen das Gesetz der Notwendigkeit sucht und über die gegenseitige Abhängigkeit aller Ereignisse nachdenkt. Was seinen positiven Kenntnissen noch fehlt, versucht er durch seine Systeme zu ersetzen mit dem Ziel, bekannte Tatsachen zu einer Gesamtheit zu vereinen.
  3. Das dritte Stadium folgt auf die Systeme der philosophischen Spekulation als methodische sich an der Erfahrung wendende Forschung.

Die Übereinstimmung mit Comtes Dreistadiengesetz ist frappierend. Es ist unklar, wem die Priorität zukommt.

Im Gegensatz zu Comte räumt sie der Mathematik eine Sonderstellung unter den exakten Wissenschaften ein. Für ihre Idee einer Einheit der Wissenschaft ist der aus eigener Erfahrung in der Forschung gewonnene Begriff der Analogie von entscheidender Bedeutung.

Da die menschlichen Erkenntnisstrukturen auf Einheit ausgerichtet sind, ergeben sich auf allen Gebieten dieselben formalen Ordnungsbeziehungen, wenn auch jeweils zwischen verschiedenen Objekten.

Daher lassen sich Erkenntnisse aus einem Bereich analog stets auf andere Gebiete übertragen. Etliche Theoreme der Physik sind so auch in der Soziologie gültig.

1831 starb sie nach zweijähriger Krankheit an Brustkrebs.

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Galitsch

Alexandr Iwanowitsch Galitsch (1783 – 1848)

Der russische Philosoph und Logiker A. I. Galitsch studierte von 1808 bis 1813 in Deutschland. Er war Adjunkt-Professor am Petersburger Pädagogischen Institut.

Nach seiner Geschichte der philosophischen Systeme (1818 – 1819) wurde Galitsch der Gottlosigkeit und des Vergehens gegen die Grundlagen des Staates beschuldigt und verlor die Leitung des Lehrstuhles.

In seinen Vorlesungen untersuchte der neben der in der damaligen Logik üblichen Darlegung der Lehre von den Syllogismen auch Probleme der Induktion und der Analogie.


Gerson

Johannes Gerson (Johann Charlier) (1363 – 1420)

Der Mystiker Johannes Gerson (Johann Charlier aus Gerson bei Rheims) ist ein Schüler von Pierre d’Ailly. Er war Kanzler der Universität Paris.

Johannes Gerson wurde von den Grafen von St. Victor und von Bonaventura beeinflußt. Er neigt dem Nominalismus zu. Die mystische Theologie stützt sich auf die innere Erfahrung und Offenbarung. Über der Vernunft (ratio) steht die intelligentia, welche unmittelbar das Wesen der Dinge erfasst.


Ficino

Marsillio Ficino (1433 – 1499)

Der italienische Humanist und Philosoph Marsillio Ficino sollte Medizin studieren. Er wurde aber schon früh zu philosophischen Studien angeregt.

Mit der platonischen Philosophie wurde er zunächst durch Schriften von Cicero, Augustinus und Macrobius bekannt.

Auf Grundlage dieser Quellen schrieb eine Einleitung in die platonische Philosophie.

Er begann Griechisch zu lernen und legte 1462 erste Übersetzungen vor (Orphische Hymnen, Proklos, Hesiod).

Im Auftrag von Cosimos de’Medici, der durch Vorträge von Plethon für die platonische Philosophie Interesse gefunden hatte, nahm Ficino kurze Zeit später eine Übersetzung aller Dialoge Platons ins Lateinische in Angriff.

Cosimo de’Medici schenkte ihm ein Haus in Careggi bei Florenz, das Ficino in Anlehnung an die von Platon gegründete Schule als Akademie bezeichnete und in dem sich ein Kreis zusammenfand, der als Akademie von Florenz in die Geschichte der Philosophie eingegangen ist.

Ficinos eigene philosophische Arbeiten stehen in der Tradition des Neuplatonismus.

Beduetenden Einfluss erlangte sein Kommentar zu Platons Gastmahl, in dem Ficino erstmals die platonische Liebe popularisierte.

Finino arbeitete auch zur Astrologie, Medizin und Musiktheorie.

In seinem Werk Theologia Platonica (1482) bemüht sich Ficino unter Berufung auf Augustinus darum, eine Einheit zwischen gelehrter Religion (docta religio) und gottesfürchtiger Philosophie (pia philosophia) herzustellen. Diese Einheit hat Platon nach Ficinos Ansicht in seiner Philosophie realisiert.

Ficino legt seiner Philosophie den neuplatonischen Gedanken einer fünfgliedrigen Seinshierarchie (Gott, Engel, Seele, Körper, Qualität) zugrunde. Gott versteht er als Prinzip, als Quelle aller Seinsformen, als Lichtstrahl, der die gesamte Welt durchdringt und ihr dadurch Schönheit und Harmonie verleiht.

Durch die Schönheit der irdischen Dinge wirde im Menschen die Liebe zum Schönen erweckt, die ihn vermittels der Erkenntnis zu Got zurückführt.

Die Seele hat eine Mittlerposition, da sie einerseits Spiegelbild des Göttlichen ist, anderseits mit dem Körper verbunden ist, den sie formt und belebt.


Finch

Anne Finch Conway (1631 – 1679)

Die englische Philosophin (ab 1650 Lady Conway, aufgrund ihrer Ehe mit Viscount Edward Conway) wurde in London als Tochter des Kammerabgeordneten Heneage Finch und der Elizabeth Cradock Benet geboren.

Sie ist Autorin des Werkes The Principles of the Most Ancient and Modern Philosophy, das sie 1671-1679 verfasste.

Sie wurde vom platonistischen Zirkel des Henry More und Ralph Cudworth sowie vom Paracelsischen und kabbalistischen Theosophen Mercurius van Helmont beeinflußt.

Ab 1645, als John Finch in das Christ’s College eintrat, profitierte Anne Conway Finch von Henry More, dem Lehrer ihres Bruders. Dieser schenkte ihr ein Exemplar seiner philosophischen Gedichte und besuchte sie immer öfter in Kensington House, um sie in die Philosophie von Aristotles, Plotin, der Scholastik und in den englischen Humanismus einzuführen. Ferner vermittelte er ihr die Aufassungen der Cambridge Platonist School.

Ende 1670 reiste van Helmont nach England, um von der englischen Regierung eine lebenslange Pension für Eliasbeth von der Pfalz zu erlangen.

Er wollte bloß einen Monat bleiben, blieb jedoch nachdem er Anne Finch Conway kennengelernt hatte bis zu ihrem Tode, d. h. 9 Jahre, in England. Er leistete ihr ärztlichen Beistand und führte mit ihr philosophische Gespräche.

Leibniz übernahm von ihr den wichtigen Begriff der Monade.

A. Finch Conway starb kurz nach der Veröffentlichung ihres Werkes. Van Helmont ließ das Werk ins Lateinische übersetzen und gemeinsam mit eigenen Werken veröffentlichte. Das führte dazu dass ihm ihr Werk zugeschrieben wurde. In ihrem Werk versuchte die Philosophin verschiedene philosophische Ansichten miteinander in Einklang zu bringen: die Emanationslehre, den antiken Vitalismus (vor allem der Griechen, der Kabbalisten und des Philon von Alexandreia), die zeitgenössische mechanistische Weltanschauung und die christliche Theologie.

Am Anfang ihrer Abhandlung nimmt sie die Existenz Gottes als selbstverständlich (ohne Beweisversuch) an und betont Christus‘ Rolle als vermittelnd zwischen Gott und den Geschöpfen im emanativen Prozeß der Schöpfung.

Ihrer Meinung nach hatte Descartes wertvolle Beiträge zur Erklärung der natürlichen Bewegungen geleistet, jedoch außer acht gelassen, dass die Körper ihren eigenen Bewegungsgrund in sich selbst haben.

Ihrer Meinung nach verwechselten Hobbes und Spinoza aufgrund materialistischer Ansichten den Schöpfer mit den Geschöpfen. Nach Anne Finch Conway können sich alle Arten von Geschöpfen ineinander verwandeln, aber Gott und die Geschöpfe können kein einziges Wesen bilden. Demzufolge gibt es eine Kette von Lebewesen, deren Glieder zu allen möglichen Verwandlungen untereinander fähig sein können (vom Stein bis zum Menschen), aber niemals kann die Verwandlung zu Gott führen oder diesen selbst betreffen, da Gott unveränderlich, die Natur der Geschöpfe aber veränderlich ist.

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Fischer

Kuno Fischer (1824 – 1907)

Kuno Fischer gehört zu den Neukantianern, ist aber auch von Hegel beeinflußt.

Fischer ist vor allem als Philosophiehistoriker bekannt geworden.

Die Logik ist nach Fischer zugleich Erkenntnislehre und Metaphysik. Die dialektische Entwicklung geht vom Sein durch das Wesen zum Zweck.

Es gibt zwei Willensarten: die Willkür, die durch Erkenntnis geleitet ist, und das allem Erkennen und bewussten Handeln vorausgehende, unbewusste Wollen. Diese Affekte sind Willenszustände. Im Gehirn manifestiert sich das Erkennenwollen. Der Wille ist die Quelle der Lebenstätigkeiten. Er ist das Wesen des Menschen, der Geist ist seine Begabung.

Was in uns Wille ist, ist in der Natur Kraft.

Im Ästhetischen liegt ein spielendes Verhalten vor, eine Sammlung und Einheit aller unserer Fähigkeiten.


Forge

Louis de la Forge

Der Cartesianer Louis de la Forge arbeitete als Arzt in Saumur. Er vertritt einen Okkasionalismus, wonach die Bewegungen des Leibes nur Veranlassungen zur Hervorbringung der entsprechenden psychischen Vorgänge sind, die letzten Endes von Gott verursacht sind.


Fracast

Girolamo Fracastoro

Der italienische Arzt, Philosoph, Astronom und Dichter Girolamo Fracastoro arbeitete als Arzt zu Infektionskrankheiten und prägte die Krankheitsbezeichnung Syphilis.

In seiner Philosophie gint Fracastaro von der empedokleisch beeinflußten Anschauung aus, dass die gesamte Natur von Sympathie und Antipathie durchdrungen sei.

Fracastaro war kein Atomist. Er knüpfte aber an Demokrits gnoseologischer Eidola-Theorie an, um die Fernwirkung zwischen Körpern zu erklären. Von einem Körper lösen sich Sympathie- oder Antipathie-Partikelchen, die in Öffnungen des anderen Körpers eindringen und so eine Verbindung herstellen.

Bei Fracastoro findet sich die Theorie des subnotio.