Grignan

Françoise Marguerite Grignan de Sévigné (1646 – 1705)

Die französische Philosophin war die Tochter von Marie de Rabutin-Chantal (bekannt als Madame de Sévigné) und dem Marquis de Sévigné.

Ihre intellektuelle Bildung war stark von ihrer Mutter beeinflußt. Abbé de la Mousse, ein Freund Mutter, machte die Philosophin mit den Werken von René Descartes bekannt, dessen Schülerin sie wurde.

Durch ihre Heirat mit dem Comte de Grignan, der als Gouverneur in der Provence lebte, wurde sie von dem gelehrten Umfeld der Mutter getrennt, was sie sehr bedauerte.

Mit ihrer Mutter und wahrscheinlich auch mit anderen Gelehrten unterhielt sie einen regen Briefwechsel, in dem sie auch philosophische Probleme diskutierte.

Leider blieben nur die Briefe der Mutter erhalten, da ihre Briefe, wahrscheinlich aus religiösen Gründen, von ihrer Tochter Pauline vernichtet wurden.

Sie hatte mehrere Kinder, von denen nur zwei das Kindesalter überlebten.

Die Philosophin starb 1705, im Alter von 59 Jahren in der Nähe von Marseille an Pocken.

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Goethe

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Goethe ist der Hauptvertreter der Weimarer literarischen Klassik und ein bedeutender Vertreter der Weltliteratur. Neben seinem umfangreichen literarischen Schaffen in allen Genres leistete er auch wichtige Beiträge zum ästhetischen, kunsttheoretischen, philosophischen und naturwissenschaftlichen Denken seiner Zeit.

Goethe studierte 1765 – 1786 die Rechte in Leipzig und verfasste dort seione ersten dichterischen Versuche. Von 1770 – 1771 studierte er in Straßburg. und erwarb dort das Lizentiat der Rechte.

Goethe ist in seinen philosophischen und philosophiehistorischen Äußerungen u. a. von Spinoza, Bruno, Paracelsus, Leibniz, Lessing, Kant und Herder beeinflußt.

Goethes Position ist monistisch, hylozoistisch und pantheistisch. Geist und Materie sind an sich eins. Alles Körperliche ist beseelt, alles Seelische tritt in materieller Form auf.

Wir erkennen die Dinge durch gedanklich geleitete und synthetisch vereinigte Erfahrung (Rationeller Empirismus). Die höhere Erfahrung besteht aus mehreren anderen.

Die anschauende Urteilskraft geht auf das Urbildliche, Typische. Sie erfasst die Idee der Sache, gelangt aber in der Erfahrung niemals völlig zur Darstellung. Wir müssen in der Erkenntnis zu den Urphänomenen gelangen.

Das Gesetz eines jeden Wesens bedingt dessen Werden. Trotz aller äußeren Zufälligkeiten erhält sich der Typus und die Individualität bei aller Entfaltung.

Gott und Natur sind einander immanent. Wirksam ist die Gottheit nur im lebendigen. Die Gottheit ist im Werdenden und sich Verwandelnden, nicht im Gewordenen und Erstarrten. Gott ist die Allvernunft, der uns durchdringende Weltgeist, ist die Weltseele, die ewig in allem sich regt und in der doch auch alles Drängen, Ringen, Werden ewige Ruhe, ewiges Sein ist. Alle Dinge sind im Unendlichen, ohne Teile desselben zu sein.

Die Natur wirkt nach ewigen, notwendigen, göttlichen Gesetzen. Die Natur umfasst alles. Wir können nicht aus ihr heraus. Sie schafft ewig neue Gestalten. Sie scheint alles auf Individualität angelegt zu haben und macht sich nichts aus den Individuen. Sie verwandelt sich ewig.

Geist und Materie, Wille und Bewegung sind die notwendigen Doppelingredienzien des Universums (Identitätstheorie). Die Welt ist eine in Monaden oder Entelechien (Seelen) gegliederte Einheit. Diese Elemente sind alle unzerstörbar. Die Monaden scheiden nur aus den alten Verhältnissen, um auf der Stelle wieder neue einzugehen.


Groethuy

Bernhard Groethuysen (geb. 1880)

Bernhard Groethuysen ist ein Vertreter der philosophischen Anthropologie.

Gemina2

Gemina II (3. Jh.)

Gemina II war die Tochter von Gemina I.

Porphyros erwähnt beide in seinem Buch Plotinus und stellt fest, dass sie sich durch eine große Hingabe zur Philosophie auszeichneten.

Die Behauptung, dass sie mit Plotin in einem Haus lebte, kann man mit der Porphyros-Stelle nicht belegen, da unklar ist, ob sie im Haus ihrer Mutter lebte.

Es kann davon ausgegangen werden, dass Gemina II eine Schülerin Plotins war.

Die Stelle bei Porphyrios lautet:

"Auch Frauen gehörten zu seinen ergebenen Anhängerinnen, Gemina, in deren Hause er wohnte, und deren der Mutter gleichnamige Tochter Gemina; ferner Amphikleia, die Gattin des Ariston, des Sohnes des Iamblichos; sie waren leidenschaftlich der Philosophie ergeben." (Porphyrios: Das Leben Plotins, 9).

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Gentz

Friedrich von Gentz (1764 – 1832)

Friedrich von Gentz ist ein Philosoph der Romantik. Von ihm stammt eine Übersetzung und Kommentar von Burke’s Betrachtungen über die Französische Revolution.


Gentzen

Gerhard Gentzen (1909 – 1945)

Der Mathematiker und Logiker Gerhard Gentzen beschäftigte sich vor allem mit Problemen des logischen Schließens. Er entwickelte das allein auf Schlussregeln basierende natürliche Schließen und das Sequenzschließen.

Von Gentzen stammt auch ein Beweis für die Widerspruchsfreiheit der formalisierten Arithmetik der natürlichen Zahlen.


Gerber

Gustav Gerber

Von Gustav Gerber erschien 1871 das Buch Die Sprache als Kunst. Gerber zeigt sich in diesem Buch als von Max Müller, Herder und Humboldt beeinflußt.

Das Denken ist für Gerber an die Sprache gebunden. Das begriffliche Denken knüpft Gerber an die Schrift. Die Schriftsprache erzeugt die Illusion einer festen Bedeutung bzw. eigentlicher, d. h. buchstäblicher Beudeutung (die man im Wörterbuch auffinden kann).

Gergonne

Joseph D. Gergonne (1771 – 1859)

Der französische Astronom, Mathematiker und Logiker Joseph D. Gergonne untersuchte die fünf grundegenden Relationen zwischen Klassen. Er stellte sie graphisch mit Hilfe von Kreisen dar, die den Eulerschen Kreisen in der Syllogistik entsprechen.

Abaelard – Ayer| Baader – Burski| Cabanis – Czeżowski | Dacqué- Durkheim | Ebbinghaus- Ewald | Faber- Fritzsche | Galenos- Gunsun Lun | Häberlin- Hypatia | Iamblichos- Iulianus | Jacoby- Juschkewitsch | Kaila- Kurylowicz | LaMettrie – Lykon | Maass- Myia | Nalbandjan- Nyman | Ockham- Owen | Palágyi- Pythagoras | Queccius- Quine | Radischtschew- Ryle | Saarnio- Szumowski | Taine- Tyrsenis | Uphues| Valla- Vorländer | Wahl- Wwedenski | Xeniades- Xenophon | Zadeh- Zoilos

Galilei

Galileo Galilei (1564 – 1642)

Der italienische Mathematiker und Naturwissenschaftler wendete die modernen naturwissenschaftlichen Methoden auf das Studium der Astronomie und der Erdbewegung anwendete.

Bei Galilei ist Erfahrung identisch mit methodisch kontrolliertem Beobachten und Experimentieren, durch das wir unser Wissen über die Welt erweitern. Es wird damit auf die Bedeutung des experimentellen Forschens für unsere Erkenntnis verwiesen.

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Germain

Sophie Germain (1776 – 1831)

Sophie Germain wurde 1776 in Paris als mittlere von drei Töchtern geboren.

Sie war Autodidaktin. Mit Hilfe von Büchern, die sie als Dreizehnjährige in der Bibliothek des Vaters entdeckte, erwarb sie Grundkenntnisse der Analysis. Sie brachte sich selbst Latein bei, um die Werke von Newton und Euler lesen zu können.

Als ihr mathematisches Interesse offenkundig wurden, engagierte ihre Familie nicht etwa Privatlehrer zur Förderung der Begabung, sondern versuchte mit allen Mitteln ihre Neigung zu bekämpfen.

Außer für Mathematik interessierte sie sich besonders für philosophische und gesellschaftspolitische Fragen sowie für Literatur und Musik.

Ausgangspunkt ihres 1833 posthum veröffentlichten wissenschaftstheoretischen Essays Considérations générales sur l’état des sciences et des lettres ist ihre Überzeugung einer tiefen Verwandtschaft der Denkweisen in den Natur- und Geisteswissenschaften. Ihrer Ansicht nach liegen alle menschlichen Tätigkeiten bestimmte universale Grundformen des Denkens zugrunde.

Um ihre These zu belegen, weist sie anhand der historischen Wissenschaftsentwicklung nach, dass das menschliche Denken stets eine Strukturierung der Erscheinungen intendierte.

In der Wissenschaftsentwicklung unterscheidet Sophie Germain drei aufeinanderfolgende Stadien.

  1. Auf der ersten Stufe sucht der Mensch überall sein Ebenbild. Zunächst personifiziert er leblose Gegenstände, die ihm Urheber für alle Naturvorgänge sind (Fetichismus). Später erdichtet er unsichtbare Wesen, um sich die Naturerscheinungen zu erklären (Polytheismus). In der letzten Phase führt er die Regelmäßigkeit der Himmelsbewegungen und die Beständigkeit der irdischen Naturphänomene auf das Wirken eines einzigen Gottes zurück.
  2. Das zweite Niveau wird erreicht, wenn der Mensch sich mit einem beliebigen göttlichen Willen nicht mehr begnügt, sondern in allen Dingen das Gesetz der Notwendigkeit sucht und über die gegenseitige Abhängigkeit aller Ereignisse nachdenkt. Was seinen positiven Kenntnissen noch fehlt, versucht er durch seine Systeme zu ersetzen mit dem Ziel, bekannte Tatsachen zu einer Gesamtheit zu vereinen.
  3. Das dritte Stadium folgt auf die Systeme der philosophischen Spekulation als methodische sich an der Erfahrung wendende Forschung.

Die Übereinstimmung mit Comtes Dreistadiengesetz ist frappierend. Es ist unklar, wem die Priorität zukommt.

Im Gegensatz zu Comte räumt sie der Mathematik eine Sonderstellung unter den exakten Wissenschaften ein. Für ihre Idee einer Einheit der Wissenschaft ist der aus eigener Erfahrung in der Forschung gewonnene Begriff der Analogie von entscheidender Bedeutung.

Da die menschlichen Erkenntnisstrukturen auf Einheit ausgerichtet sind, ergeben sich auf allen Gebieten dieselben formalen Ordnungsbeziehungen, wenn auch jeweils zwischen verschiedenen Objekten.

Daher lassen sich Erkenntnisse aus einem Bereich analog stets auf andere Gebiete übertragen. Etliche Theoreme der Physik sind so auch in der Soziologie gültig.

1831 starb sie nach zweijähriger Krankheit an Brustkrebs.

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