Lexika

I Wwf

Innere und äußere Wahrheitswertfunktion

Bo&;var unterscheidet in der mehrwertigen Logik zwischen inneren und äußeren Wahrheitswertfunktionen.

Die inneren Wahrheitswertfunktionen bilden die von 0, 1 verschiedenen Quasiwahrheitswerte stets wieder auf solche Quasiwahrheitswerte ab.

Die äußeren Wahrheitswertfunktionen nehmen nur die Werte 0, 1 als Funktionswerte an.

Diese Klassifikation ist freilich nicht vollständig.

Ein Beispiel für eine innere Negation ist die Negation der mehrwertigen Logik von &;ukasiewicz und Tarski, deren dreiwertige Variante auch von Bo&;var in seinen Systemen benutzt wurde.

Ein Beispiel für die äußere Negation ist die Gödel-Negation.


I

i

Das Symbol i ist in der traditionellen Logik das Zeichen für ein partiulär verneinendes Urteil. So wird Einige S sind nicht P durch SiP abgekürzt. Das Symbol kommt von dem Wort affirmo = ich behaupte.

Ichheit

Ichheit

Als Ichheit bezeichnet Fichte den Charakter des Ich-Seins, das heißt das Für-sich-sein.

Idbegr

Identische Begriffe

Begriffe, die denselben Begriffsumfang haben, heißen identisch, äquipollent, umfangsgleich oder extensional gleich und werden bei logischen Untersuchungen häufig miteinander identifiziert (Extensionalitätsprinzip).

Die identischen Begriffe gehören zu den vereinbaren Begriffen.

Eine wichtige Teilklasse der identischen Begriffe sind die reziproken Begriffe.

Idealism

Idealismus

Als Idealismus bezeichnet man eine philosphische Grundhaltung, die dem Denken oder den Ideen den Vorrang gegenüber der materiellen Welt oder der sinnlichen Erfahrung einräumt.

Der Idealismus tritt erstmals in ausgeprägter Form bei Platon auf.

Maßgeblichen Einfluß auf die Entwicklung des Idealismus hatte Descartes. Nach Descartes ist die geistige Seinsweise leichter zu erkennen als die körperliche (cogito ergo sum).

Eine der bedeutendsten idealistischen Schulen ist die Schule des absoluten Idealismus. Diese Schule hat insbesondere auf die Herausbildung der Kohärenztheorien maßgeblichen Einfluß gehabt.

In The Refutation of Idealism (1903) kritisiert Moore den Idealismus der damaligen englischen Universitätsphilosophie. Moore untersucht die seiner Meinung nach entscheidende idealistische Annahme, dass das, was nicht von einem Bewußtsein aufgefaßt werden kann, auch nicht existiert. Bei näherer Betrachtung – so Moore – erweist sich die Frage nach der Existenz eines Gegenstands unabhängig von einem Bewußtsein als eine offene Frage, und damit bricht die Grundlage der idealistischen Philosophie zusammen.

Simmel verbindet die psychologisch-genetische, evolutionistische mit einer idealistischen, an Kant und Hegel orientierten, Auffassung.


Idemidem

Idem per idem

Lateinische Bezeichnung für die Tautologie in der Definition.

Idspr P

Philosophie der idealen Sprache

Die Untersuchungen der Philosophie der idealen Sprache zielen darauf, ein System der Sprache zu erstellen, in dem der semantische Begriff der Wahrheit präzise definiert werden kann.

Ein Satz der natürlichen Sprache gilt als Aussage, wenn er in eine interpretierte künstliche Sprache Sn übersetzbar ist.

Häufig wird daraus geschlossen, dass sich die Philosophie der idealen Sprache auf deskriptive Aussagen beschränkt. Dies ist nicht selbstverständlich, da sich auch für andere Sätze der natürlichen Sprache ideale künstliche Sprachen finden lassen. Beispiele sind die meisten deontischen Logiken. G. Meggle hat dies beispielsweise auch für zahlreiche Begriffe in seiner Kommunikationstheorie vorgeführt.

Der Zweck der Philosophie der idealen Sprache (in ihrer Beschrünkung auf deskriptive Aussagen) besteht darin, die Aussagen in eine Sprache zu transformieren, deren Aussagen und Aussageformen die Eigenschaft logisch wahr oder logisch falsch zugeschrieben werden kann.

Die wichtigsten Vertreter der Philosophie der idealen Sprache sind Russell, Wittgenstein, Frege, Schlick Carnap und Goodman.

Ignotum

Ignotum per ignotum

Lateinische Bezeichnung für die Definition des Unbekannten durch Unbekanntes.

Illkraft

Illokutionäre Kraft

Illokutionäre Kräfte bilden den Hauptgegenstand der Illokutionslogik. Bereits Austin bezeichnet die Lehre von den verschiedenen Funktionstypen der Sprache "as the doctrine of ‚illocutionary forces’".[1]

Von Kraft ist in ähnlichen Zusammenhängen bei Frege die Rede, den Austin ins Englische übersetzt hat. Frege spricht wiederholt von der behauptenden Kraft.

Äußerungen können unter dem Aspekt beabsichtigter bzw. mit ihnen erzielter Wirkungen betrachtet werden. Diese Art der Betrachtung ist eine Gemeinsamkeit der Sprechakttheorie mit der Kommunikationstheorie, die an die Griceschen Analysen anschließt, aber auch meiner Kommunikationstheorie.

Daß ihnen eine Kraft innewohnt oder innewohnen kann, ist die Erklärung der Sprechakttheorie, dass ihnen eine Absicht zugrunde liegt, die Antwort von Grice.

Die Sprechakttheorie hat nun solche illokutionären Kräfte vor allem anhand von Beispielen diskutiert, in denen der Sprecher den Zweck, den Sinn seiner kommunikativen Handlung auf den Begriff bringt, indem er performative Verben verwendet.

Eine der entscheidenden Annahmen der Illokutionslogik ist es, dass jede illokutionäre Kraft in Komponenten zerlegt werden kann. Die Komponenten, in die die illokutionären Kräfte zerlegt werden, dienen dazu, die Gelingensbedingungen und Erfüungsbedingungen der Sprechakte zu bestimmen.

Searle/Vanderveken unterschieden folgende Komponenten: [2]

  1. illokutionärer Zweck (point),
  2. Stärkegrad des illokutionären Zweckes,
  3. Durchsetzungsmodus (mode of achievement)
  4. Bedingung des propositionalen Gehaltes
  5. vorbereitende Bedingungen
  6. Aufrichtigkeitsbedingung und
  7. Stärkegrad der Aufrichtigkeitsbedingung.

In einer späteren Arbeit von Vanderveken fehlt die zweite Komponente. [3]

Der illokutionäre Zweck gilt als die wichtigste Komponente, wodurch die Absicht implizit eine zentrale Rolle bekommt. Hier ist denn auch der Anknüpfungspunkt an Analysen im Griceschen Stile.

Über eine Klassifizierung der illokutionären Zwecke wollen die Illokutionslogiker die illokutionären Kräfte klassifizieren.


[1] Austin, J. L.: How to do things with words. Oxford 1962, 100
[2] Searle, J. R./Vanderveken, D.: Foundations of Illocutionary Logic. Cambridge 1985, 13 ff.
[3] Vanderveken, D.: Meaning and Speech Acts. Vol. I: Principles of Language Use. Cambridge 1990, 104 ff.

Illokakt

Illokutionärer Akt

Illokutionäre Akte sind der Hauptgegenstand der Sprechakttheorie.

Beim illokutionären Akt (engl: illocutionary act; dt. auch: illokutionäre Handlung) wird das Gesagte in einer bestimmten Weise verwendet, z. B. als Warnung, Versprechen, Frage, Behauptung, Rat, Befehl, Empfehlung, Wette oder Taufe.

So führe ich etwa mit jeder Äußerung einer Proposition p den illokutionären Akt einer Behauptung, Feststellung oder Bestätigung aus. Der illokutionäre Akt kennzeichnet den eigentlichen Handlungscharakter der Äußerung.

Der Unterschied des illokutionären Aktes zum perlokutionären besteht in erster Linie darin, dass er durch eine Sprachkonvention nach Regeln vollzogen wird.