Ariston

Ariston von Chios

Der Stoiker Ariston ist ein Schüler des Zenon von Kition.

Ariston von Chios lehnte die Beschäftigung mit Physik und Logik ab und verkündete in seinem bis in Einzelheiten ausgearbeiteten Moralsystem das Ideal des tätigen Lebens, des Handels und des praktischen Tuns.

Cicero berichtet, Ariston habe gelehrt, es gebe kein Gut außer der Tugend und kein Übel außer dem, was der Tugend entgegengesetzt sei. Ariston wendet sich damit gegen Zenon.

Für Ariston – so Cicero – bestehe die Lehre vom höchsten Gut darin, dass man von den außersittlichen Gütern oder Übeln weder in die eine noch in die andere Richtung gezogen wird. Ariston nennt diesen Zustand adiaphoria (Unterschiedslosigkeit).


Apollod

Apollodoros aus Athen (um 140 – 100 v. u. Z.)

Apollodoros aus Athen gehört zu den Epikureern und ist Lehrer des Zenon aus Sidon.

Aron

Raymond Aron (geb. 1905)

Raymond Aron ist ein Vertreter des Neukantianismus.

Er vertritt eine Konvergenztheorie der Gesellschaft.

Anniker

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Zu diesem Stichwort wurde folgender Inhalt gefunden:

Annikeris von Kyrene (4. Jh. v. u. Z.)

Der griechische Philosoph ist ein später Vertreter der kyrenaischen Schule.

Er entschärfte deren Prinzipien und näherte sie den üblichen Lebensansichten an.

Annikeris vertrat wie die anderen Vertreter dieser Schule die Position, dass der Zweck jeder Handlung in der Lust liegt und ist damit ein Vertreter des Hedonismus.

Er fasste jedoch nicht nur den sinnlichen Genuß, sondern auch den Verkehr mit anderen Menschen, Freundschaft, Liebe zu Verwandten und zum Vaterland, selbst wenn sie nur wenig eigenen Genußgewinn ergäben.

Apoll T

Apollonius von Tyana (1. Jh. u. Z.)

Apollonius, ein pythagoreischer Asket, war als Zauberer und Magier bekannt und gründete eine religiöse Gemeinschaft, die nach strengen Regeln lebte und ide pythagoreischen Lehren tradierte.

Apollonius glaubte an die Unsterblichkeit der menschlichen Seele und an einen Schöpfergott, dem nicht geopfert werden darf.

Er entwickelte ethische Grundsätze, nach denen der Einzelne und die Gemeinschaft leben sollten.

Anitschk

Dmitri Sergejewitsch Anitschkow (1733 – 1783)

Der Philosoph und Mathematiker Dmitri Sergejewitsch Anitschkow, ein Vertreter der russischen Aufklärung wirkte als Professor für Logik an der Moskauer Universität.

Er knüpft an Wolff, Baumeister und Descartes an.

Aufgabe der Logik ist es nach Anitschkow, Regeln zum Erkennen von Irrtümern zu geben und Wege zur Beseitigung von Irrtümern zu erläutern.

Anitschkow kritisierte die Lehre von den angeborenen Ideen.

Er betrachtete die Empfindungen als Erkenntnisquelle. Die Empfindungen geben nur trübe Kenntnisse und können in die Irre führen. Wahres Wissen wird durch die Bearbeitung von Ergebnissen erreicht, die in der Empfindung und durch theoretisches Denken gewonnen werden. Auf dieser Stufe bilden sich Begriffe und Urteile, aus denen Schlussfolgerungen aufgebaut werden.

In seiner Lehre von der Modalität von Urteilen unterschied er vier Arten von Urteilen: notwendige, unmögliche, mögliche und nichtnotwendige.

Anitschkow ging von der Unsterblichkeit der Seele aus und vertrat deistische Thesen.

Apoll P

Apollonios von Perge

Apollonios war ein bedeutender hellinistischer Geometer und Astronom. Er studierte als Schüler des Eukleides in Alexandreia am Museion und wirkte hauptsächlich in Pergamon.

In seinem 8 Bücher zählenden Hauptwerk Konnika fasste er die Ergebnisse der antiken Kegelschnittlehre zusammen und führte sie in eigenen Forschungen weiter. Buch I-IV sind griechisch, Buch V-VII (über irrationale Zahlen) sind arabisch erhalten. Buch VIII ist nur als Rekonstruktion bekannt.

  Als Astronom war Apollonios der Begründer der Epizykeltheorie, die Hipparch später in die Planetentheorie einbrachte und die bei Klaudios Ptolemaios dann eine große Rolle spielte.


Alkmaion

Alkmaion von Kroton

Alkmaion von Kroton (letztes Drittel des 6. Jh. v. u. Z.) – häufig zu den Pythagoreern gezählt – ist uns besser bekannt als Pythagoras selbst. Obwohl er häufig zu den Pythagoreern gezählt wird unterscheidet Aristoteles seine Seelenauffassung von der der Pythagoreer. Den engen Bezug zu den Pythagoreern sieht Capelle dadurch gesichert, dass auch Alkmaion die Unsterblichkeit der Seele und die göttliche Natur der Gestirne annimmt [vgl. Capelle, W. 1958a, 104]

Alkmaion machte eine bedeutende medizinische Erkenntnis: er hatte bei anatomischen Untersuchungen bemerkt, dass von unseren Sinnesorganen Nervenstränge – wir wir es heute sagen würden – ausgehen und ins Gehirn münden [vgl. Aristoteles, Von der Erzeugung der Tiere II 6. 744a 8ff.]

Er hat bereits eine tiefere Analyse der Sinnesphysiologie vorgelegt: Er fasste den Glaskörper des Auges als eine Art Spiegel auf, der die Außendinge widerstrahlt und dessen ‚Bild‘ die ‚lichtbringenden Wege‘ (d. h. die Sehnerven) dem Gehirn übermitteln. Seit Alkmaion verschwindet die Sinnesphysiologie nicht wieder aus der Problematik der griechischen Wissenschaft und wird ja auch von Aristoteles in der Seelenschrift relativ ausführlich diskutiert [vgl. Capelle, W. 1958a, 105f.]. Er stellt den fundamentalen Unterschied zwischen Mensch und Tier fest, wobei – nach Capelle – zum erstenmal Wahrnehmen und Denken grundsätzlich unterscheidet [vgl. Capelle, W. 1958a, 106].

Alkmaion meint die Seele ist unsterblich, weil sie den Unsterblichen gleicht [Aristoteles, De anima I 2. 405a 30ff.]

Bei Alkmaion nennt Aristoteles nur die Bewegungsseite, obwohl er ihn behandelt, wo die Seele als Körperliches zu diskutieren ist.

Alkmaion lehrte, "sämtliche Sinnesvermögen irgendwie mit dem Gehirn zusammenhängen. Daher litten sie auch Schaden, wenn dieses erschüttert wurde und seine Lage verändere. Denn er ziehe ‚die Poren‘ in Mitleidenschaft, durch die die Sinnesvermögen (vermittelt würden)" [Theophrast: Von den Sinneswahrnehmungen 26 = DK, 24 A 5]

Alkmaion hat gesagt, " sich der Mensch von den übrigen Wesen dadurch unterscheide, dass er allein denkt, während die anderen Wesen zwar Sinneswahrnehmungen haben, aber nicht denken." [Theophrast: Von den Sinneswahrnehungen 25 = fr. 1a].

Alkmaion sollte nicht mit griechischen Sagengestalt Alkmaion verwechselt werden.


Andronik

Andronikos von Rhodos (1. Jh. v. u. Z.)

Andronikos von Rhodos lehrte um 70 v. u. Z. in Rom. Bekannt ist er als Ordner und Kommentator der Schriften von Aristoteles.

Es wird vermutet, dass Andronikos von Rhodos in der Behandlung einiger philosophischer Kategorien von den Ansicht des Aristoteles abwich und dessen Theorie des logischen Schließens auszubauen versuchte.

Alexinos

Alexinos aus Milet (um 300 v. u. Z.)

Alexinos aus Milet ist ein Vertreter der megarischen Schule. Er ist Schüler von Eubulides.