Spalding

Johann Joachim Spalding

Johann Joachim Spalding (* 1. November 1714 in Tribsees (Vorpommern), † 25. Mai 1804 in Berlin) ist ein Vertreter der Aufklärungstheologie. Er studierte in Rostock und Greifswald. Spalding geh&oulm;rt zur Wolffschen Schule, knüpft aber auch bei Joseph Butler und Hutcheson und Shaftesbury an.

Werke

  • Betrachtung über die Bestimmung des Menschen. 1748
  • Gedanken über den Wert der Gefühle in dem Christentum. Leipzig 1761
  • Über die Nutzbarkeit des Predigtamts. 1772
  • Religion, eine Angelegenheit des Menschen. 1797

Weblinks


Spann

Othmar Spann

Der Philosoph und Soziologe Othmar Spann (* 1. Oktober 1878 in Wien, † 8. Juli 1950 in Neustift (Burgenland)) ist ein Vertreter des Neuhegelianismus. Er wirkte an der Technischen Hochschule in Brünn (heute: Brno) und an der Universität in Wien.

Spann forderte den Ständestaat.

Werke

  • Zur Logik der sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung. 1905
  • Zur Kritik des Gesellschaftsbegriffes der modernen Soziologie. 1905
  • Wirtschaft und Gesellschaft. 1907
  • Der logische Aufbau der Nationalökonomie. Tübinger Zeitschr. für die ges. Staatswissensch. 1908
  • Die Haupttheorien in der Volkswirtschaftslehre. 1910
  • System der Gesellschaftslehre. 1914
  • Vom Geist der Volkswirtschaftslehre. 1919
  • Der wahre Staat. 1921
  • Kategorienlehre. 1924
  • Gesellschaftsphilosophie. 1928
  • Irrungen des Marxismus. 1929
  • Hauptpunkte der universalistischen Staatsauffassung. 1929
  • Geschichtsphilosophie. 1932
  • Ganzheitliche Logik, 1932
  • Naturphilosophie. 1937
  • Religionsphilosophie. 1947

Literatur

  • Eisler, R.: Philosophen-Lexikon, 688 f.

Weblinks


Speroni

Sperone Speroni

Der italienische Gelehrte und Jurist Sperone Speroni (* 12. April 1500 in Padua, † 3. Juni 1588 in Padua) wurde 1520 Professor für Logik und 1528 für Philosophie. Unter mehreren Dialogen gilt der Dialogo delle lingue als sein wichtigstes Werk.

Nicht alle Sprache eignen sich gleichermaßen für Poesie und Rhetorik. Für die Philosophie und die Wissenschaft ist die Sprache am geeignetsten, die den Gedanken klar auszudrücken vermag.

Werke

  • Dialogo della retorica. 1542
  • Dialogo delle dignità delle donne. 1542
  • Dialogo d’amore. 1542
  • Dialogo delle lingue. ca. 1530
  • Canace. 1546
  • Discorso su Dante
  • Discorso su l’Eneide
  • Discorso sul Orlando Furioso
  • Dialogo della istoria

Online-Texte

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 734

Weblinks


Speusipp

Speusippos

Der griechische Philosoph Speusippos (auch: Speusipp, lat.: Speusippus, * ca. 408 v. u. Z., † 339 v. u. Z.), Neffe und Schüler Platons, leitete nach Platons Tod von 347 bis 339 v.u.Z. die von Platon gegründete Akademie.

Speusippos versuchte Platons Philosophie mit Elementen der pythagoreischen Philosophie zu verbinden.

Vorländer schreibt:

"Die höchste Realität schreibt er nicht den Ideen, sondern den Zahlen zu. Das Gute erscheint ihm nicht als Urgrund und Anfang, sondern als Endzweck und dereinstiger Entwicklungsabschluß des Sinnlichen und Unvollkommenen. Im übrigen scheint er eifrig biologische Studien getrieben zu haben, deren Ergebnisse er in einem größeren Werke über die Ähnlichkeiten (Homoia) zusammenfaßte." [Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie 1902, § 26]

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 735

Weblinks


Schubert

Richard von Schubert-Soldern (1852 – 1935)

Richard von Schubert-Soldern, geboren in Prag, war außerordentlicher Professor in Leipzig und dann Gymnasialprofessor in Görz.

Er ist ein Vertreter der Immanenzphilosophie. Er formuliert sie als erkenntnistheoretischen Solipsismus.

Der Solipsismus ist theoretisch unwiderlegbar, da auch jedes fremdes Ich nur als mein Bewußtseinsinhalt gegeben ist. Das Ich ist der Zusammenhang aller Bewußtseinsinhalte, aus dessen Gesamtzusammhang wir nicht heraus können.

Die Objekte sind Teile des vorstellenden Ichs. Das Ding besteht nicht außerhalb aller Denkbeziehungen, sondern nur aus Wahrnehmungs- und Vorstellungsbeziehungen, die in einem empirischen Subjekt zur Einheit verbunden sind.

Nach Schubert-Soldern beruht die Evidenz der mathematischen Axiome auf der Undenkbarkeit des Gegenteils.

Das Allgemeine kann nicht nur durch Induktion gefunden werden.

Die formelle Logik ist eine Logik der Sprachformen.

Altruistisches Verhalten ist sittlich.


Schuppe

Wilhelm Schuppe (1836 – 1913)

Der Philosoph Wilhelm Schuppe ist Haupt der Immanenzschule sowie Anhänger der erkenntnistheoretischen Logik. In seinem Buch Erkenntnistheoretische Logik (1878) begründete Schuppe die Einheit von Logik und Erkenntnistheorie damit, dass beide sich mit der Bestimmung von wahr und falsch befassen.

Schuppe fordert, die reinen Gedankenelemente von der sprachlichen Einkleidung zu unterscheiden. Das Denken muss in seiner Arbeit belauscht werden. Die Logik lehrt keine subjektive Verfahrungsweise des bloßen Denkens (ohne Objekte), sondern gibt inhaltliche Erkenntnisse allgemeinster Art vom Seienden überhaupt und seinen obersten Arten. Die Logik ist die Wissenschaft von dem objektiv gültigen Denken.

Begriff und Schluss sind nach Schuppe Gesamtheiten von Urteilen.

Schuppe verhielt sich skeptisch zur Induktion. Er erkannte ihr keinen selbständigen Wert als Form des Schließens zu. Die Induktion ist formal ein Syllogismus mit disjunktivem Obersatz. Dabei wird der Begriff der Kausalität oder des Zusammengehörens vorausgesetzt.

Er sieht den Grund der Evidenz der mathematischen Axiome in deren Anschaulichkeit.

Schuppe schloß das Sein in das Bewußtsein als etwas dem Bewußsein innerlich Eigenes ein.


Schwarz

Hermann Schwarz (geb. 1864)

Hermann Schwarz wirkte in Greifswald.

Er vertritt einen kritischen Realismus und ist teilweise von Uphues beeinflußt.

Dinge können so sein, wie wir sie erkennen. Die Seele ist immateriell und steht mit dem Leib in Wechselwirkung.

Nach Schwarz ist die Logik "die Lehre von den Bedingungen, unter denen wir unsere Denkinhalte für wahr oder falsch halten, sowie von den Mitteln, zu wahren Denkinhalten zu gelangen".

Die Ethik von Schwarz beruht auf der Psychologie des Willens. Dabei unterscheidet Schweiz das Begehren und den eigentlichen Willen.

Dem voluntaristischen Apriorismus von Schwarz gemäß walten im Willensgebiet nicht die apriorischen Regeln der Vernunft, sondern eigene apriorische Normen, die Normen des analytischen und synthetischen Vorziehens.

Das Vorziehen (Lieberwollen, Wählen) ist ein Urphänomen mit eigener Gesetzlichkeit.

Analytisch ist das Vorziehen, wenn es sich nach dem Verhältnis von solchem Bessern und Schlechtem richtet, das schon vorher anderweitig geprägt ist. Synthetisch ist dasjenige Vorziehen, das erst durch einen eigenen Akt anzeigt, wo in einem gegebenen Falle das Bessere liegt.

Gefallen und Mißfallen sind von den Lust- und Unlustgefühlen verschiedene, ursprüngliche Willensregungen, welche Unterschiede der Sättigung zulassen.

Gefallen ist die Reaktion der wollenden Seele, wenn die Gegenstände, von denen sie bewegt wird, genossen, besessen bzw. verwirklicht sind.

Nach dem Zentrierungsgesetz wirken alle Regungen des ungesättigten Gefallens und des Mißfallens zentrierend auf das Vorstellen. Sie haben die Tendenz Vorstellungen um sich zu scharen, durch deren Inhalt das Gefallen mehr und mehr gesättigt wird.

Gewissen und Pflichttrieb sind im Menschen ursprünglich angelegt, entwickeln sich aber psychologisch. Die sittlichen Gefühle sind Sympathie mit selbstlosen und Antipathie gegen egoistische Handlungen.

Scotus

Johannes Duns Scotus (1266 – 1308)

Der schottische Franziskaner, Philosoph, Logiker und Theologe John Duns Scotus ist ein Vertreter des Nominalismus und der Lehre von der doppelten Wahrheit.

Nach Duns Scotus existieren nur einzelne Dinge. Sie bestehen aus Form und Materie. Materiell sind sogar die Seele und die Engel, nur Gott ist als absolute Freiheit reine Form.

Dunc Scotus nimmt an, dass eine direkte Erkenntnis der Dinge in ihrer individuellen Existenz möglich ist und nicht nur eine abstraktive Erkenntnis.

Duns Scotus verfasste mehrere Kommentare zu den Werken von Aristoteles über die Logik.

Die Logik bezeichnet er als exakte Wissenschaftund teilte sie in zwei Abschnitte, den theoretischen und den angewandten.

Im Universalienstreit vertrat er folgende Position: Die Universalien existieren vor den Dingen, als Formen der göttlichen Vernunft, danach in den einzelnen Dingen, als Formen in der göttlichen Vernunft, danach in den einzelnen Dingen als ihr Wesen und dann als Begriffe im menschlichen Denken durch Abstrahieren.

Er antizipierte den Prädikatenkalkül. Außerdem entdeckte er das logische Gesetz p ⊃ (&;p ⊃ &;q).


Searle

John Rogers Searle (geb. 1932)

Der amerikanische Philosoph John R. Searle studierte in Oxford bei Austin und Strawson.

Searle arbeitet vor allem zur Sprachphilosophie und zur Philosophie des Geistes. Er arbeitete außerdem über Ethik, zur Handlungstheorie, Epistemologie und zur Philosophiegeschichte. Er ist neben J. L. Austin der bedeutendste Sprechakttheoretiker.

Searle baut Austins Sprechakttheorie zu einer allgemeinen Sinntheorie aus, entfernt sich dabei aber dabei von einer empirischen Erfüllbarkeit der Theorie und nährt sich einer normativen Sprechakttheorie. Daran ändert auch nicht, dass er seine Regeln als konstitutiv und nicht als regulativ betrachtet.

Searles verbindet Austins Grundbegriffe mit der Beschreibung des Sprachgebrauchs als einer Regeln unterworfenen Praxis, mit einer Kritik an der Analyse des Begriffs der Kommunikationsabsicht von Grice sowie mit der Bestimmung sprachlichen Verstehens (sprachlicher Kompetenz) als einer unbewussten Kenntnis eines komplizierten Systems rekursiver Regeln und Transformationsregeln.

Seine Hauptthese ist, dass der Gebrauch der Sprache regelgeleitetgeleitet ist und dass das Studium der Semantik einer Sprache identisch mit der Untersuchung der verschiedenen Typen von Sprechakten ist.

Searle untermauert diese These durch detaillierte Darstellungen von Regeln, die besonderen Sprechakten – Versprechen, Referenz und Prädikation – zugrunde liegen.

Online-Texte

Weblinks


Sellars

Wilfrid Sellars (1912 – 1989)

Der amerikanische Philosoph Wilfrid Sellars ist ein bedeutender Kritiker des Fundamentalismus in der Erkenntnistheorie. Darüber hinaus lieferte er wichtige Beitr6auml;ge zur Metaphysik, zur Philosophie des Geistes und zur Geschichte der Philosophie. Er entwickelte eine funktionalistische Beschreibung menschlichen Verhaltens.

Sellars bezeichnet die These des Fundamentalismus, dass uns die Sinneserfahrung unbezweifelbare Grundlagen der Erkenntnisse gibt als myth of given.

Sellars unterscheidet zwischen den Gegenständen der Sinneserfahrung und deren begrifflicher Fassung. Letztere kann Irrtümer enthalten. Damit kann sie keine Grundlage im Sinne des Fundamentalismus sein.

Sellars unterscheidet zwei Geist-Seele-Probleme:

  1. das sensorium-body-Problem: Wie können Sinnesqualitäten in das Gehirn gelangen?
  2. das mind-body-Problem: Wie können Gedanken im Gehirn sein?