Skolem

Albert Thoralf Skolem

Der norwegische Mathematiker und Logiker Albert Thoralf Skolem (* 23. Mai 1887 in Sandsvaer, † 23. März 1963 in Oslo) hat zu vielen Gebieten der mathematischen Grundlagen gearbeitet. So z. B. zur Prädikatenlogik, Klassenlogik, Rekursionstheorie, Mengenlehre und zu den Grundlagen der Arithmetik.

Mit den nach ihn benannten prädikatenlogischen Normalformen (Skolemform) hat er einen Beweis für den Satz von Löwenheim gegeben, demzufolge jeder erfüllbare Ausdruck des Prädikatenkalküls schon in einem höchstens abzählbaren Bereich erfüllbar ist. Daher heißt der Satz heute auch Satz von Löwenheim und Skolem.

Werke

  • Untersuchungen über die Axiome des Klassenkalküls und über die Produktations- und Summationsprobleme, welche gewissen Klassen von Aussagen betreffen. 1919
  • Logisch-kombinatorische Untersuchungen über die Erfüllbarkeit und Beweisbarkeit mathematischer Sätze nebst einem Theorem über dichte Mengen. 1920
  • Einige Bemerkungen zur axiomatischen Begründung der Mengenlehre. 1922 – 1923
  • Begründung der elementaren Aritmetik durch die rekurrierende Denkweise ohne Anwendung scheinbarer Veränderlicher mit unendlichem Ausdehnungsbereich. 1923
  • Einige Sätze über ganzzahlige Lösungen gewisser Gleichungen und Ungleichungen. Oslo 1926
  • Über einige Grundlagenfragen der Mathematik. 1929
  • Über die Grundlagendiskussion in der Mathematik. 1929 – 1930
  • Über einige Satzfunktionen in der Arithmetik. 1930 – 1931
  • Über die Unmöglichkeit einer vollständigen Charakterisierung der Zahlenreihe mittels eines endlichen Axiomensystems. 1933
  • Über die Nicht-Charakterisierbarkeit der Zahlenreihe mittels eines endlich oder abzählbar unendlich vieler Aussagen mit ausschließlich Zahlenvariablen. 1934
  • Über die Erfüllbarkeit gewisser Zählausdrücke. 1935
  • Über die Zurückführbarkeit einiger durch Rekursionen definierten Relationen auf ‚arithmetische‘. 1936 – 1937
  • Sur la porteé de Löwenheim-Skolem, 1938
  • Einige Bemerkungen über die Induktionsschemata in der rekursiven Zahlentheorie. 1939
  • Some remarks on recursive arithmetic. 1944
  • Bemerkungen zum Komprehensionsaxiom. 1957

Weblinks


Spinoza

Baruch Spinoza

Baruch de Spinoza (latinisiert Benedictus de Spinoza, * 24. November 1632 in Amsterdam, †  21. Februar 1677 in Den Haag) war ein berühmter niederländischer Philosoph. Er war ein Rationalist. Außerdem war er einer der ersten neuzeitlichen Vertreter des Pantheismus und des nicht-normativen Denkens. Im Gegensatz zu Descartes vertrat er keine dualistische, sondern eine monistische Weltanschauung, indem er in allem ein einziges Ganzes sieht, das er Substanz nennt.

Leben

Spinoza hatte nach einer Schulausbildung als Kaufmann in der Firma seines Vaters gearbeitet. Er wurde im Alter von 24 Jahren unter anderem wegen seiner als häretisch aufgefassten, von den Gedanken Uriel Acostas inspirierten Anschauungen aus der jüdischen Gemeinde ausgestoßen. Er vertrat die Ansicht, dass Christentum und Judentum vorübergehende Phänomene seien. Er verließ seine Vaterstadt Amsterdam und ließ sich nach wechselnden Aufenthalten in Den Haag nieder. Seinen Lebensunterhalt bewältigte er u. a. durch das Schleifen optischer Gläser, Unterstützung von Freunden und vermutlich auch durch Unterricht. Nachdem seine Schriften bekannt wurden bot man ihm eine Professur an der Universität in Heidelberg an, die er aber aufgrund der Forderung, die etablierte Religion nicht in Frage zu stellen, ablehnte. Das Glasschleifen schadete seiner Gesundheit (Einatmen des feinen Glasstaubes) und trug sicher zu seinem frühen Tod bei. Eine ihm 1673 vom Kurfürsten Karl I. Ludwig von der Pfalz angebotene Professur in Heidelberg schlug er erneut aus. Er starb unverheiratet am 21. Februar 1677 in Scheveningen an der Lungenschwindsucht.

Philosophie

Prägnant ist die Einschätzung von Slavoj &;i&;ek (Die politische Suspension des Ethischen, Suhrkamp 2005:38): Für Spinoza gibt es kein Hobbessches „Selbst“, das der Wirklichkeit entzogen wäre und ihr gegenüberstünde. Spinozas Ontologie ist die Ontologie vollkommener Immanenz in der Welt – d. h. ich „bin“ nichts als das Netzwerk meiner Beziehungen zur Welt und in ihm vollkommen entäußert. Mein conatus, mein Streben, mich selbst zu behaupten, ist somit keine Selbstbehauptung auf Kosten der Welt, sondern mein uneingeschränktes Akzeptieren der Tatsache, daß ich Teil der Welt bin, mein Zur-Geltung-Bringen der umfassenderen Wirklichkeit, in der allein ich gedeihen kann. Der Gegensatz von Egoismus und Altruismus ist damit überwunden: Ganz bin ich nicht als isoliertes Selbst, sondern in der gedeihlichen Wirklichkeit, deren Teil ich bin.

Ein signifikantes Beispiel für Spinozas Argumentationsstruktur bildet sein Ausspruch Ignorantia non est argumentum.

Werk

  • Tractatus de intellectus emendatione (Abhandlung über die Verbesserung des Verstandes, 1661 entstanden, unvollendet, postum erschienen
  • Renati Descartes principiorum philosophiae mori geometrico domonstrata Descartes‘ (Prinzipien der Philosophie auf geometrische Weise begründet), 1663
  • Tractatus theologico-politicus (Theologisch-politischer Traktat), gedruckt 1670
  • Ethica, ordine geometrico demonstrata (Ethik, nach geometrischer Methode dargestellt), 1677
  • Tractatus politicus (Abhandlung vom Staate, 1675 begonnen, 1677 postum erschienen)

Online-Texte

Literatur

  • Theun de Vries: Baruch de Spinoza. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. 10. Aufl. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004
  • Wolfgang Röd: Benedictus de Spinoza. Eine Einführung. Stuttgart 2002
  • Helmut Seidel: Spinoza zur Einführung. Hamburg 1994
  • Steven Nadler: Spinoza. A life.
  • Yirmiyahu Yovel: Spinoza. Das Abenteuer der Immanenz. Göttingen 1994
  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 746 f.

Weblinks


Sloniews

Halina Sloniewska

Halina Sloniewska (* 1904, † 1982) ist Schülerin von Twardowski und eine Vertreterin der Lwow-Warschau-Schule.


Sponde

Jean de Sponde

Der französische Humanist und Dichter Jean de Sponde (lat.: Johannes Spondanus, * 1557 in Mauléon (heute: Basses-Pyrénées), † 1595 in Bordeaux) gab Homer, Hesiod und die aristotelischen Logik heraus.

Online-Texte

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 754 f.

Weblinks


Schwarz

Hermann Schwarz (geb. 1864)

Hermann Schwarz wirkte in Greifswald.

Er vertritt einen kritischen Realismus und ist teilweise von Uphues beeinflußt.

Dinge können so sein, wie wir sie erkennen. Die Seele ist immateriell und steht mit dem Leib in Wechselwirkung.

Nach Schwarz ist die Logik "die Lehre von den Bedingungen, unter denen wir unsere Denkinhalte für wahr oder falsch halten, sowie von den Mitteln, zu wahren Denkinhalten zu gelangen".

Die Ethik von Schwarz beruht auf der Psychologie des Willens. Dabei unterscheidet Schweiz das Begehren und den eigentlichen Willen.

Dem voluntaristischen Apriorismus von Schwarz gemäß walten im Willensgebiet nicht die apriorischen Regeln der Vernunft, sondern eigene apriorische Normen, die Normen des analytischen und synthetischen Vorziehens.

Das Vorziehen (Lieberwollen, Wählen) ist ein Urphänomen mit eigener Gesetzlichkeit.

Analytisch ist das Vorziehen, wenn es sich nach dem Verhältnis von solchem Bessern und Schlechtem richtet, das schon vorher anderweitig geprägt ist. Synthetisch ist dasjenige Vorziehen, das erst durch einen eigenen Akt anzeigt, wo in einem gegebenen Falle das Bessere liegt.

Gefallen und Mißfallen sind von den Lust- und Unlustgefühlen verschiedene, ursprüngliche Willensregungen, welche Unterschiede der Sättigung zulassen.

Gefallen ist die Reaktion der wollenden Seele, wenn die Gegenstände, von denen sie bewegt wird, genossen, besessen bzw. verwirklicht sind.

Nach dem Zentrierungsgesetz wirken alle Regungen des ungesättigten Gefallens und des Mißfallens zentrierend auf das Vorstellen. Sie haben die Tendenz Vorstellungen um sich zu scharen, durch deren Inhalt das Gefallen mehr und mehr gesättigt wird.

Gewissen und Pflichttrieb sind im Menschen ursprünglich angelegt, entwickeln sich aber psychologisch. Die sittlichen Gefühle sind Sympathie mit selbstlosen und Antipathie gegen egoistische Handlungen.

Scotus

Johannes Duns Scotus (1266 – 1308)

Der schottische Franziskaner, Philosoph, Logiker und Theologe John Duns Scotus ist ein Vertreter des Nominalismus und der Lehre von der doppelten Wahrheit.

Nach Duns Scotus existieren nur einzelne Dinge. Sie bestehen aus Form und Materie. Materiell sind sogar die Seele und die Engel, nur Gott ist als absolute Freiheit reine Form.

Dunc Scotus nimmt an, dass eine direkte Erkenntnis der Dinge in ihrer individuellen Existenz möglich ist und nicht nur eine abstraktive Erkenntnis.

Duns Scotus verfasste mehrere Kommentare zu den Werken von Aristoteles über die Logik.

Die Logik bezeichnet er als exakte Wissenschaftund teilte sie in zwei Abschnitte, den theoretischen und den angewandten.

Im Universalienstreit vertrat er folgende Position: Die Universalien existieren vor den Dingen, als Formen der göttlichen Vernunft, danach in den einzelnen Dingen, als Formen in der göttlichen Vernunft, danach in den einzelnen Dingen als ihr Wesen und dann als Begriffe im menschlichen Denken durch Abstrahieren.

Er antizipierte den Prädikatenkalkül. Außerdem entdeckte er das logische Gesetz p ⊃ (&;p ⊃ &;q).


Searle

John Rogers Searle (geb. 1932)

Der amerikanische Philosoph John R. Searle studierte in Oxford bei Austin und Strawson.

Searle arbeitet vor allem zur Sprachphilosophie und zur Philosophie des Geistes. Er arbeitete außerdem über Ethik, zur Handlungstheorie, Epistemologie und zur Philosophiegeschichte. Er ist neben J. L. Austin der bedeutendste Sprechakttheoretiker.

Searle baut Austins Sprechakttheorie zu einer allgemeinen Sinntheorie aus, entfernt sich dabei aber dabei von einer empirischen Erfüllbarkeit der Theorie und nährt sich einer normativen Sprechakttheorie. Daran ändert auch nicht, dass er seine Regeln als konstitutiv und nicht als regulativ betrachtet.

Searles verbindet Austins Grundbegriffe mit der Beschreibung des Sprachgebrauchs als einer Regeln unterworfenen Praxis, mit einer Kritik an der Analyse des Begriffs der Kommunikationsabsicht von Grice sowie mit der Bestimmung sprachlichen Verstehens (sprachlicher Kompetenz) als einer unbewussten Kenntnis eines komplizierten Systems rekursiver Regeln und Transformationsregeln.

Seine Hauptthese ist, dass der Gebrauch der Sprache regelgeleitetgeleitet ist und dass das Studium der Semantik einer Sprache identisch mit der Untersuchung der verschiedenen Typen von Sprechakten ist.

Searle untermauert diese These durch detaillierte Darstellungen von Regeln, die besonderen Sprechakten – Versprechen, Referenz und Prädikation – zugrunde liegen.

Online-Texte

Weblinks


Sellars

Wilfrid Sellars (1912 – 1989)

Der amerikanische Philosoph Wilfrid Sellars ist ein bedeutender Kritiker des Fundamentalismus in der Erkenntnistheorie. Darüber hinaus lieferte er wichtige Beitr6auml;ge zur Metaphysik, zur Philosophie des Geistes und zur Geschichte der Philosophie. Er entwickelte eine funktionalistische Beschreibung menschlichen Verhaltens.

Sellars bezeichnet die These des Fundamentalismus, dass uns die Sinneserfahrung unbezweifelbare Grundlagen der Erkenntnisse gibt als myth of given.

Sellars unterscheidet zwischen den Gegenständen der Sinneserfahrung und deren begrifflicher Fassung. Letztere kann Irrtümer enthalten. Damit kann sie keine Grundlage im Sinne des Fundamentalismus sein.

Sellars unterscheidet zwei Geist-Seele-Probleme:

  1. das sensorium-body-Problem: Wie können Sinnesqualitäten in das Gehirn gelangen?
  2. das mind-body-Problem: Wie können Gedanken im Gehirn sein?


Seneca

Lucius Annaeus Seneca (4 v. u. Z. – 65 u. Z.)

Der römische Staatsmann, Schriftsteller und Philosoph Lucius Annaeus Seneca d. J. war ein Stoiker. Allerdings hielt er seine Philosophie auch für nicht-stoische Einflüsse offen (Pythagoras, Epikur, Kynismus).

Seneca ist der Lehrer und Erzieher Neros. Er war 54 bis 62 in hohen politischen Ämtern. Er musste sich auf Neros Befehl das Leben nehmen.

Senecas Werk umfasst neun Tragödien und eine Vielzahl moralphilosophier Abhandlungen und Essays.

Seneca trug wesentlich zur Ausbildung stärker religiöser Akzente im Stoizismus bei (Betonung der Gottesidee, der Gottesverwandtschaft des menschlichen Geistes und der Weltvernunft, Vorsehungsglaube, Schicksalsidee).

Zu den Grundzügen seiner Ethik gehört die Frage der Todesbereitschaft, die Forderung nach Menschenfreundlichkeit, sozialem Verständnis und menschlicher Vervollkommnung und das Lob der Armut und Bedürfnislosigkeit.

Der Zorn gilt in Senecas Moralpsychologie als einer der Affekte, welche die Gemütsruhe stören. Zorn ist die Lust, eine erlittene Kränkung zu rächen. Doch wenn man von der Annahme ausgeht, dass ein Unrecht geschehen ist, ist man bereits nachdenklich geworden. Genau deshalb kann der Zorn auch beherrscht werden: indem man sich nicht kränken lässt. Handelte es sich beim Zorn um ein unabhängiges Gefühl, wäre er nicht zu zügeln. Aber der Mensch ist ein Vernunftwesen und nicht wie ein Tier der Gewalt seiner Instinkte und Impulse unterworfen. Daher besteht seine moralische Aufgabe in der Verwirklichung der menschlichen Natur und der Beherrschung seiner Affekte.


Serment

Louis-Anastasia Serment

Die Philosophin Louise-Anastasia Serment (* 1642 in Grenoble, † 1692 in Paris) verbrachte die meiste Zeit ihres Lebens in Paris.

Sie interessierte sich für die zeitgenössische Naturphilosophie, insbesondere für Descartes.

Sie wird daher wie Marie Dupré, Anne de Lavigne und Elisabeth von der Pfalz zu den Cartesienne gerechnet.

Weblinks