Zedler

Philosophen in Zedlers Universallexicon


Im Philosophenlexikon finden sich Informationen zu zahlreichen Philosophen, allerdings längst nicht zu allen. Zu einigen Philosophen gibt es online eine weitere interessante Quelle.

Zedlers Universallexicon enthält Informationen zu zahlreichen Philosophen, zu denen teilweise ansonsten nichts im Internet zu finden. Da die Seiten des Lexikons leider nur als Bilddateien vorliegen, können Suchmaschinen (und blinde Menschen) nicht an die Informationen heran. Diese Seite soll helfen, die Informationen über Philosophen zugänglicher zu machen. Blinde Menschen bleiben leider auch so draußen vor der Tür. Sorrry.


Woltmann

Ludwig Woltmann

Ludwig Woltmann (* 1871 in Solingen, †  Januar 1907 in der Riviera) verbindet den Neukantianismus mit Ansichten von Marx und Darwin. Kants kritische Methode ergänzt nach Woltmann die genetische Methode von Darwin und Marx. Nach seiner Auffassung ist in Marxens Theorie der Kritizismus im Keime enthalten.

Er war Herausgeber der 1902 gegründeten Monatsschrift Politisch-anthropologische Revue.

Später wandte sich Woltmann anthropologisch-sozialen Problemen zu. Die biologische Geschichte der Menschenrassen – so Woltmann – ist die Geschichte der Staaten. Die Soziologie muss biologisch-anthropologisch sein.

Die Gesellschaft ist ein überorganisches Gebilde. Es müssen in den sozialen Einrichtungen Bedingungen geschaffen werden, welche der Auslese der Besten förderlich sind, da sonst mangels Selektion beim Menschen eine Entartung der Rassen eintrete.

Werke

  • Krit. und genetische Begründung der Ethik (1896)
  • System des moralischen Bewußtseins (1898)
  • Die Darwinsche Theorie und der Sozialismus (1899)
  • Der historische Materialismus, Darstellung und Kritik der marxistischen Weltanschauung (1900)
  • Politische Anthropologie (1903)
  • Die Germanen u. d. Renaissance in Italien (1905)

Literatur

  • Eisler, Rudolf: Artikel: Woltmann, Ludwig. In: Philosophenlexikon, 828 f.


Zenon E

Zenon von Elea

Der griechische Philosoph und Mathematiker Zenon von Elea (Ζ&;νων ο Ελε&;τη&;, * ca. 490 v. u. Z. in Elea, †  ca. 430 v. u. Z.), der zu den Eleaten gehört, soll bei einem mißglückten Aufstand gegen einen Tyrannen den Tod gefunden haben.

Er war Freund und Schüler des Parmenides von Elea. Er sah seine Hauptaufgabe darin, die Lehre des Parmenides gegen kritische Einwände zu verteidigen. Dabei erlangte er eine überaus scharfsinnige und überzeugende Kunst der Beweisführung.

Logik

Zenon von Elea ist durch die nach ihm benannten Zenonschen Paradoxien bekannt geworden, von denen 10 indirekt überliefert sind. Proklos berichtet von ursprünglich 40 Paradoxien. Er bediente sich dabei der Methode des indirekten Beweises, indem er zeigte, dass der Versuch, Vielheit, Bewegtheit und Teilbarkeit begrifflich zu fassen, in unlösbare ideelle Widersprüche verstricke.

Zu den Zenonschen Paradoxien zählen das Dichotomieparadoxon, das Paradoxon von Achilleus und der Schildkröte, das Paradoxon vom fliegenden Pfeil und das Paradoxon von den Reihen in Bewegung.

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 2182

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Woman

Philosophinnen und Logikerinnen

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Zenon K

Zenon von Kition

Zenon von Kition (Ζ&;νων ο Κιτιε&;&;, lat. Zeno, * um 336 v. u. Z. in Kition (auf Zypern), †  264 v. u. Z.) war ein hellenistischer Philosoph. Um 300 v. u. Z. begründete er die stoische Schule und bemühte sich um die Entwicklung eines eigenen Systems, wobei er auch sokratische und kynische Auffassungen übernahm.

Er war Anhänger des Kynikers Krates von Theben und Schüler des Megarikers Stilpon von Megara.

Leben

Zenon war der Sohn eines Kaufmanns und ein Schüler des Kynikers Krates von Theben. Zenon selbst war als Kaufmann tätig. Zenon von Kition soll sich nach einem überlebten Schiffbruch der Philosphie zugewandt haben.

Nach Diogenes Laërtios war Zenon hager und asketisch mit einem etwas nachlässigen Äußeren. Dennoch hatte er auch Kontakt zu hochgestellten Persönlichkeiten, etwa zu König Antigonos I. von Makedonien. Diogenes Laërtios zufolge soll Zenon gestorben sein, nachdem er gestürzt war und sich dabei einen Finger brach. Man richtete ihm ein prächtiges Begräbnis aus; sein positiver moralischer Einfluss insbesondere auf die Jugend wurde geschätzt.

Quellenlage

Von seinen Werken haben sich keine erhalten, aus späteren Überlieferungen lässt sich aber seine Lehre gut rekonstruieren. Die wichtigste Quelle zu Zenon bildet Diogenes Laërtios, der eine Reihe von Anekdoten über den Stoiker überliefert hat.

Ethik

Zenon lehrte, dass es Ziel des Menschen sein müsse, tugendhaft zu leben und nicht seinen Begierden nachzugeben; den Wechselfällen des Lebens müsse man mit einer souverän-gelassenen, philosophischen, eben „stoischen“ Haltung ruhig begegnen. Der Mensch ist seiner Ansicht nach ein zur Vernunft fähiges Wesen, dem es prinzipiell möglich sei, herrschaftsfrei zu leben.

Logik

An die erste Stelle der Philosophie stellte Zenon von Kition die Logik, deren Ziel es ist, die Menschen zu lehren, richtig über die Dinge zu urteilen und sich von Irrtümern freizumachen.

Die Logik ist nach Zenon wie ein Zaun, der einen Garten schützt, in dem die Bäume der Physik und die Früchte der Ethik sind.

Er führte den Terminus "Logik" zur Bezeichnung einer selbständigen Wissenschaft anstelle des von Aristoteles verwendeten Terminus "Analytik" ein.

Erkenntnistheorie

Zenon hat die stoische Erkenntnistheorie deutlich geprägt.

In der Welt, so lehrte Zenon, existieren nur einzelne Dinge, die auf die Sinne des Menschen einwirken. Die durch die Einwirkung entstehenden Empfindungen und Vorstellungen sind Abdrücke der einzelnen Gegenstände in der Seele des Menschen, die ebenfalls körperlich ist. Sie sind dann wahr, wenn das Ding gleichsam zwangsläufig Einvernehmen erreicht. Solche Vorstellungen bezeichnete Zenon als kataleptisch (erfassend). Sie erfassen gleichsam den Menschen, vereinigen das gedankliche Bild mit dem realen Gegenstand.

Die Katalepsis betrachtete er als Wahrheitskriterium, als Maß der Wahrheit. Wenn jedoch die Seele allzu schnell der Einwirkung unterliegt, ist das Entstehen einer falschen Vorstellung unvermeidlich.

Von Zenon wird erzählt, jemand habe zu ihm gesagt, man dürfe kein Urteil fällen, bevor man nicht beide Seiten gehört habe. Zenon soll das mit folgendem Dilemma bestritten haben: Entweder hat die eine Seite ihre Sache bewiesen, oder sie hat sie nicht bewiesen. In keinem der beiden Fälle ist es notwendig, die andere Seite zu hören. Wenn sie ihre Sache bewiesen hat, ist die Angelegenheit abgeschlossen, und man braucht die andere Seite nicht zu hören. Hat sie es nicht, so ist die Sache nicht ernst zu nehmen, und es besteht keinen Grund, die andere Seite zu hören.

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 2180 – 2182

Weblinks


Wundh A

Aleksander Wundheiler

Aleksander Wundheiler (* 1902; †  1957) ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.

In den 1930er Jahren entwickelte er mit Pozna&;ski einen radikalen Anti-Realismus. Sie hielten die empirischen Wissenschaften für zyklisch und aus prinzipiellen Gründen für anti-fundamentalistisch. Man kann nach ihrer Auffassung keine Daten identifizieren, wenn man nicht auf Theorien referiert. Daher gibt es in der Wissenschaft keine Korrespondenz der Wahrheit mit Fakten.

Nach der Besetzung Polens durch die Nazis ging er wie Tarski und Stanis&;aw Bergman nach Cambridge. Später ging er nach New York.

Gemeinsam mit Luitgard Wundheiler lieferte er Grundlagen für eine Theorie der automatischen Übersetzung. Sie beschrieben ihren Ansatz wie folgt:

"If the verb of a sentence has the index n, the complements of the verb will have the indices n1, n2, n3,…, 1, 2, 3, … being role indices. The assignment of indices to roles is, of course, arbitrary, and must be codified in a dictionary.

"John11 gave1 a book13 to Mary12."
"Mary12 was given1 a book13 by John11."

Complements that denote the same participant with the same role in synonymous sentences are assigned the same role index." [Wundheiler/Wundheiler: Some logical concepts for syntax, 199].

Werke

  • Wundheiler, Luitgard/Wundheiler, Alex: Some logical concepts for syntax. In: Locke, Willam N./ Booth, A. Donald (eds): Machine Translation of Languages: Fourteenessays. M.I.T.Press, Cambridge 1955, 194 – 207

Literatur


Wundh L

Luitgard Wundheiler

Luitgard Wundheiler ist eine Vertreterin der Lwow-Warschau-Schule.

Sie ist eine Wegbereiterin der Theorie der automatischen Übersetzung. Sie suchte gemeinsam mit Aleksander Wunderheiler nach einer invarianten Sprachsyntax, um die Sprache so zu normalisieren, dass sie allein mit einem Wörterbuch übersetzt werden kann.

Sie beschrieben ihren Ansatz wie folgt:

"If the verb of a sentence has the index n, the complements of the verb will have the indices n1, n2, n3,…, 1, 2, 3, … being role indices. The assignment of indices to roles is, of course, arbitrary, and must be codified in a dictionary.

"John11 gave1 a book13 to Mary12."
"Mary12 was given1 a book13 by John11."

Complements that denote the same participant with the same role in synonymous sentences are assigned the same role index." [Wundheiler/Wundheiler: Some logical concepts for syntax, 199].

Werke

  • Wundheiler, Luitgard: Invariant syntax as a prerequisite of all translation (1953)
  • Wundheiler, Luitgard/Wundheiler, Alex: Some logical concepts for syntax. In: Locke, Willam N./ Booth, A. Donald (eds): Machine Translation of Languages: Fourteenessays. M.I.T.Press, Cambridge 1955, 194 – 207


Wiedemn

Paul Heinrich Widemann

"Widemann, ein geborener Chemnitzer (sein Vater Rechtsanwalt Widemann war der Begründer des manchen alten Chemnitzer noch bekannten ‚Widemanns Garten‘), der jahrelang in Chemnitz ein ziemlich unbekanntes Dasein geführt hat, war einer der bedeutendsten interessantesten Köpfe, denen man im Leben begegnen kann. Eine Stunde mit diesem Mann verbracht, bedeutete immer eine Bereicherung von Erkenntnissen, eine Erweiterung des Gesichts- und Gedankenkreises." [Mayerhoff, F. 1933a]

Widemann hatte "unter dem vollen grauen, zuletzt schneeweißen Haar ein paar lebhafte blaue Augen …" [Püschel, E. 1928a], er hatte einen "mittelgroßen, stets beweglichen Körper, der die Rührigkeit seines Geistes beredt verriet." [Püschel, E. 1928a]

Nietzsche schenkte den musikalischen Schöpfungen Widemanns "… freundschaftliche Aufmerksamkeit und kritisierte z. B. seine Liederhefte ‚Aus des Herzens Nacht‘ und ‚In Majas Zauber‘ (später bei Breitkopf und Härtel erschienen) sehr günstig. Ein großes Erlebnis war für Widemann die Teilnahme an den ersten Bayreuther Festspielen 1876; er war und blieb stets ein begeisterter Wagner-Verehrer, und als ein Heiligtum bewahrte er zeitlebens die große Meistersinger-Partitur, die Richard Wagner Nietzsche, und die dieser ihm mit einer herrlichen Widmung geschenkt hatte." [Püschel, E. 1928a]

"Daß auch ein ganz Großer wie Friedrich Nietzsche für ihn die größte Schätzung hegte, das beweisen manche Briefe des großen Philosophen an Widemann, in denen der Erkrankte sehnsüchtig seine Gesellschaft in Italien herbeiwünscht; das beweist eine begeisterte Widmung, in eine Partitur von Richard Wagners Meistersingern eingetragen, ein Weihnachtsgeschenk Wagners an Nietzsche aus den siebziger Jahren. Diese Partitur gibt Nietzsche weiter an den ‚trefflichen Freund‘ mit den ehrendsten Worten als einen Beweis ‚für die Hoffnung‘, die er, Nietzsche, ‚für die deutsche Kunst auf das große und starke Talent‘ Widemanns hegt. Widemann hat übrigens im Jahre 1885 selbst ein kühnes philosophisches Werk herausgebracht, das den Titel trug: ‚Erkennen und Sein, Lösung des Problems des Idealen und Realen, zugleich eine Erörterung des richtigen Ausgangspunktes und der Prinzipien der Philosophie‘." [Mayerhoff, F. 1933a].

"Am 28. Juli erhält Nietzsche – wahrscheinlich angeregt durch Köselitz – das Buch von Heinrich Widemann &;Erkennen und Sein&;. Als Gegengabe lässt ihm Nietzsche – durch Köselitz – seinen Zarathustra IV zukommen." [Janz C. P. 1978a, II, 400].

Am 31.07.1875 schreibt Nietzsche an Widemann:

"Sie haben … mir durch Ihren Brief und die Übersendung Ihres Werkes keine kleine Ehre erwiesen, – gar nicht zu reden von dessen letzter Seite, wo Sie meinem Sohn Zarathustra die erste öffentliche Zensur feierlich und festlich ausstellten: – Das soll Ihnen nie vergessen werden!".

Über Widemanns Buch schreibt Nietzsche an Köselitz am 01.08.1875:

"… persönlich betrachtet ist es vielleicht ein kleines Malheur für mich (von wegen des Dühring und des gepredigten Mengel-Mantsch an Physik und Bewußtseins-Tatsachen), aber es wird noch viele solche Quidproquis geben und bösere!".

"Widemann setzt sich mit Dühring auseinander, was Nietzsche wieder einmal auf Dührings &;Kursus der Philosophie&; bringt. In diesem Zusammenhang interessierte er sich auch für eine Textstelle in August Bebels 1883 erschienenem &;Die Frau in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft&;, die ihm Köselitz herausschreiben muss. Offenbar besitzt Köselitz das Buch, und wir dürfen vermuten, dass es im Mai in Venedig zur gemeinsamen Lektüre diente oder zumindest ausgiebig besprochen wurde, sonst könnte sich Nietzsche nicht so präzise an eine Textstelle erinnern und danach fragen." [Janz C. P. 1978a, II, 400].

Püschel schreibt über Widemanns Buch:

"Es würde hier zu weit führen, auf das, was Peter Gast sagt, ‚mit einer ganz abnormen Energie des Denkens geschriebene Buch‘ einzugehen, das die schwierigsten Probleme der Erkenntnistheorie behandelt. Der an Kant und Schopenhauer geschulte Denker und Wahrheitssucher kehrte nach allen Abstechern – die vielleicht sonderbarste war ein langjähriger Aufenthalt in Quinto bei Genua, wo er als Blumenzüchter lebte – zu seiner großen Liebe, der Philosophie, zurück." [Püschel, E. 1928a]

"Durch Widemann kam ich nun mit seinem besten Freund, Peter Gast, auch in anregende Beziehung, die mir manche Zeile Gasts eingetragen hat, unter anderem auch eine sehr freundliche Beglückwünschung zur Übernahme des Leipziger Riedelvereins, mit der Mitteilung, dass Nietzsche diesem Verein auch kurze Zeit angehört habe …" [Mayerhoff, F. 1933a].

Während der Amtszeit von M. Pohle wurde Widemann ab und an in Konzerten aufgeführt. Danach nicht mehr [vgl. Püschel, E. 1924a].

Werke

  • Widemann, Paul Heinrich: Bedingungen der Übereinstimmung des diskursiven Erkennens mit dem intuitven (1876)
  • Widemann, Paul Heinrich: Erkennen und Sein, Lösung des Problems des Idealen und Realen, zugleich eine Erörterung des richtigen Ausgangspunktes und der Prinzipien der Philosophie (1885)

Literatur

  • Janz, Curt Paul: Nietzsche. Biographie in 3 Bdn., München/Wien: Hanser 1978 ff.
  • Mayerhoff, Franz: Chemnitz und Nietzsche. Ein denkwürdiger Antrittsbesuch. In: Chemnitzer Tageblatt (11.02.1933) Nr. 42
  • Püschel, Eugen: Franz Mayerhoffs Schaffen. In: Chemnitzer Tageblatt (17.01.1924) Nr. 17, 5
  • Püschel, Eugen: Der letzte Idealist. Paul Heinrich Widemann zum Gedächtnis. In: Chemnitzer Tageblatt (29.01.1928) 29, 26

Weitere Informationen


Wiegner

Adam Wiegner

Der polnische Methodologe und Logiker Adam Wiegner (* 1889, †  1967) wirkte ab 1934 in Poznan.

Werke

  • Wiegner, Adam: Observation hypothesis introspection. 2005 (Selected papers)

Literatur

  • Nowakowa, Izabella: Adam Wiegner’s Nonstandard Empiricism. In: Polish Philosophers of Science and Nature in the 20th Century. (Ed. by Wladyslaw Krajewski) Amsterdam-Atlanta 2000


Wiener

Norbert Wiener

Der amerikanische Mathematiker und Logiker Norbert Wiener (* 26. November 1894 in Columbia, Missouri, †  18. März 1964 in Stockholm) wurde als Begründer der Kybernetik bekannt, ein Ausdruck, den er in seinem Werk Cybernetics or Control and Communication in the Animal and the Machine< (1948) prägte.

Leben

Wiener wurde in Columbia geboren. 1903 trat er in die Ayer High School ein und schloss dort 1906 ab. Im September 1906, im Alter von 11 Jahren, trat er in das Tufts College ein, um Mathematik zu studieren. Er schloss dort 1909 ab und trat in Harvard ein. Dort studierte er Zoologie, aber 1910 wechselte er zur Cornell University, um Philosophie zu studieren. Er kehrte dann wieder nach Harvard zurück und schloss dort 1912 seine Dissertation über mathematische Logik ab.

Von Harvard wechselte er nach Cambridge, England, um bei Bertrand Russell und Godfrey Harold Hardy weiterzustudieren. 1914 war er in Göttingen bei David Hilbert und Edmund Landau. Dann kehrte er nach Cambridge und dann in die Vereinigten Staaten zurück. Sehr beeindruckt haben Wiener in dieser Zeit auch die Gedanken von Max Born und Werner Heisenberg. 1915-16 unterrichtete er Philosophie in Harvard, arbeitete für General Electric und für die Encyclopedia Americana. Später arbeite er für das Militär (Ballistik) in Aberdeen Proving Ground, Maryland. Er blieb bis zum Kriegsende in Maryland. Dann begann er, Mathematik am MIT zu unterrichten.

Kybernetik

Seine Beschäftigung mit der Steuerung von Geschützen während des Zweiten Weltkriegs führte ihn über die Weiterentwicklung der Nachrichtentechnik zur Kybernetik. Deren Geburtsstunde lag im Jahr 1943. 1947 einigte er sich dann mit anderen Wissenschaftler auf den Begriff Cybernetics und eine einheitliche Terminologie. Es sollte eine Einheit von Problemen betrachtet werden aus dem Gebiet der Regelungen und der statistischen Mechanik, wie sie sowohl in technischen Systemen, als auch bei lebenden Organismen von Bedeutung war.

Philosophie

Wiener bemühte sich auch, wissenschaftliche Ideen, speziell der Kybernetik mit der Philosophiegeschichte zu verbinden, wobei ihn Spinoza und Leibniz besonders beeinflussten.

Werke

  • 1964: God & Golem, Inc.: A Comment on Certain Points Where Cybernetics Impinges on Religion
  • 1958: Nonlinear Problems in Random Theory
  • 1956: Ex-Prodigy (1953), I am a Mathematician
  • 1954: The Human Use of Human Beings – Cybernetics and Society (deutsche Ausgabe: Die menschliche Verwendung des Menschen – Kybernetik und Gesellschaft, 1958)
  • 1948: Cybernetics or Control and Communication in the Animal and the Machine. MIT Press (deutsche Ausgabe: Kybernetik. Regelung und Nachrichtenübertragung im Lebewesen und in der Maschine, 1948)

Literatur

  • Bluma, Lars: Norbert Wiener und die Entstehung der Kybernetik im Zweiten Weltkrieg, Münster 2005.
  • Galison, Peter: Die Ontologie des Feindes. Norbert Wiener und die Vision der Kybernetik, in: Rheinberger, Hans-Jörg et. alt. (Hg.): Räume des Wissens. Repräsentation, Codierung, Spur, Berlin 1997, S. 281 – 324.
  • Heims, Steve J.: John von Neumann and Norbert Wiener: From Mathematics to the Technologies of Life and Death, 3. Aufl., Cambridge 1980.
  • Heims, Steve J.: Constructing a Social Science for Postwar America. The Cybernetics Group, 1946-1953, Cambridge/London 1993.
  • Ilgauds, Hans Joachim: Norbert Wiener, Leipzig 1980.
  • Masani, P. Rustom: Norbert Wiener 1894-1964, Basel 1990.

Weblinks