C

C

In der polnischen Notation bezeichnet der Buchstabe C die Implikationsfunktion.

Cambridg

Cambridge Platonist School

Henry More brachte den Platonismus der Akademie von Florenz nach England.

Dort bildete sich von ca. 1560 bis 1700 eine platonistische Schule, die Cambridge Platonist School. Die wichtigsten Vertreter waren Ralph Cudworth, der Vater von Damaris Cudworth Masham, und Henry More.

Von diesem Zirkel wurde u.a. auch Anne Finch Conway beeinflußt.

Cantor

Cantor’s Antinomie

Cantor’s Antinomie (1899) ist eine logische Antinomie. Sie geht von dem Theorem aus, wonach jede Menge mehrere Teilmengen als Elemente hat. Wird dies auf die Menge aller Mengen angewendet, muss diese jedoch mehr Teilmengen haben, als es überhaupt Mengen gibt.

Cartes

Cartesianer, Cartesienne

Als Cartesianer bezeichnet man die Anhänger von René Descartes. Die Frauen nennt man auch Cartesienne. Zu den Cartesianern bzw. Cartesienne gehören:


Causa

Kausaltheorie

Als Kausaltheorie bezeichnet man diejenige philosophische Disziplin, die sich mit dem Kausalnexus, d. h. mit dem Zusammenhang von Ursache und Wirkung, sowie mit den Methoden der Untersuchung kausaler Zusammenhänge beschäftigt.

Wendet man in der Kausaltheorie logische Methoden an, spricht man von Kausallogik.


Causasui

causa sui

Als causa sui (Ursache seiner selbst) bezeichnet man ein Seiendes, das nicht von einem anderen, sondern nur durch sich selbst bestimmt ist.

Der Begriff wurde in der Geschichte der Philosophie in zweifacher Bedeutung verwendet:

  1. causa sui heißt dasjenige, das notwendigerweise existiert und dessen Nicht-Existenz unmöglich gedacht werden kann. Einen solchen causa sui-Begriff verwenden z. B. Plotin, Descartes, Spinoza und Hegel, während Thomas von Aquin ihn ablehnt.
  2. causa sui heißt dasjenige, das radikal frei ist, insofern es sich selber verursacht. Diese Bedeutung findet sich bei Aristoteles, Thomas von Aquin, Plotin, Descartes, Spinoza und Hegel.


Beduerf

Bedürfnis

Der Begriff Bedürfnis wird in der Philosophie nicht einheitlich verwendet.

Häufig wird Bedürfnis durch den Mangelzustand eines biologischen Organismus bestimmt.

Die Bedürfnisse werden häufig aus anthropologischen Annahmen abgeleitet.

Diese Annahmen variieren, so dass für die einen Hunger, Durst und Sexualität die Grundbedürfnisse des Menschen sind, für die anderen (z. B. Hobbes) Selbsterhaltungs- und Machtstreben.

Den Kynikern, dem Demokritos und den Stoiker galt im Anschluß an eine Lehre des Sokrates [Xenophon, Memor. I 6, 10] die Autarkie (Selbstgenügsamkeit, Bedürfnislosigkeit) als Ziel des Weisen.

Für Sokrates ist Autarkie die Bedingung der Verwirklichung von Freiheit.

Bei Platon ist Autarkie die Unabhängigkeit von äußeren Dingen und anderen Menschen.

Bei Aristoteles gründet das Gute in der Autarkie.

In der Theologie ist die Autarkie diejenige Eigenschaft Gottes, durch die er keines andern zu seiner Existenz bedarf.

Man nennt eine Volkswirtschaft autark, wenn sie die Selbstversorgung eines Landes garantiert, durch sie alles erzeugt wird, was die Bevölkerung braucht, so dass weder Einfuhr noch Ausfuhr nötig sind. Autarkie in diesem Sinne hat z. B. Fichte für seinen geschlossenen Handelsstaat gefordert.

Im ethischen Kontext wird er Unterschied von höheren und niederen Bedürfnissen thematisiert, wobei zumindest im Utilitarismus der Unterschied zumeist aus dem Gegensatz zwischen sinnlicher Lust und geistigem Interesse abgeleitet wird.

Die sinnlich-vitalen Bedürfnisse, die unmittelbar mit der Lebenserhaltung in Beziehung stehen, hat der Mensch mit den Tieren gemeinsam. Bereits hier gibt es jedoch beim Menschen einige Besonderheit, z. B. die Aufschiebbarkeit der Bedürfnisbefriedigung, die gesellschaftliche Überformung (Vorlieben für Speisen, Mode, Tischsitten, Sexualnormen) und die willentliche Beherrschung.

Mit Hegel [Rechtsphilosophie, &;&; 189-208] kommt eine sozialphilosophische Perspektive ins Spiel. Hegel weist darauf hin, dass der Mensch sich erst durch die Bearbeitung der Natur die Mittel zur Bedürfnisbefriedigung verschaffen muss. Die Bearbeitung der Natur geschieht in der Form der Arbeitsteilung. Spezifisch für die bürgerliche Gesellschaft ein System der Bedürfnisse und damit ein System gegenseitiger Abhängigkeit.

Da jeder über seine Bedürfnisse hinaus Güter produziert, arbeitet jeder für die Bedürfnisse des anderen. Hegel nennt die Bedürfnisse, die erst in der Gesellschaft über den Austausch der Produkte befriedigt werden können, als gesellschaftliche Bedürfnisse.

Da der Mensch den unmittelbaren Genuß der Natur in einem gesellschaftlich vermittelten Austausch überwindet – so Marx, hat der Mensch die tierische Ebene verlassen. Durch die Produktion von Gütern befriedigt er nicht nur seine Bedürfnisse, sondern produziert auch neue Bedürfnisse und damit seine zweite Natur. Da die Bedürfnisse immer gesellschaftlich produziert und in kulturellen Prozessen geformt sind, erweist sich die Annahme von rein biologischen Bedürfnissen als nicht haltbar.

Gehlen stellt den biologischen Bedürfnissen das sachliche Interesse an der Ausbildung von Handlungsmöglichkeiten gegenüber.

Bei Fromm finden sich neben den biologischen Bedürfnissen auch psychische Bedürfnisse der emotionalen Bezogenheit und Verbundenheit.

Marcuse verbindet die Emanzipation des Menschen mit der Unterscheidung zwischen wahren und falschen Bedürfnissen und dem Recht des Menschen zu entscheiden, welche Bedürfnisse entwickelt und befriedigt werden sollen.


Begleit

Methode der begleitenden Veränderungen

Die Methode der begleitenden Veränderungen ist eine der Methoden zur Untersuchung kausaler Zusammenhänge. Diese Methode geht davon aus, dass eine Erscheinung, die sich mit einer anderen Erscheinung auf bestimmte Weise ändert, entweder Ursache oder Folge dieser Erscheinung oder mit ihr durch irgend einen kausalen Zusammenhang verbunden ist.

Wie die anderen Methoden zur Untersuchung kausaler Zusammenhänge, handelt es sich auch bei dieser Methode um einen Wahrscheinlichkeitsschluß. Sie ist eine Variante der ausscheidenden Induktion.

Begrbest

Begriffsbestimmung

Im weitesten Sinne ist die Begriffsbestimmung eine logische Operation, durch die der Inhalt eines Begriffes erklärt wird.

Um einen Begriff zu definieren, ist die Grenze zu finden, die die von dem jeweiligen Begriff erfaßten Gegenstände von allen ihm ähnlichen Gegenständen trennt.

Einen Begriff zu definieren bedeutet, die (möglichst wesentlichen) Eigenschaften eines Gegenstandes festzustellen. Aus dieser Einsicht erhebt sich die Frage nach Definitionsverfahren, mit deren Kenntnis man schneller und exakter die wirklich wesentlichen Eigenschaften eines Gegenstandes finden kann.

Um einen Begriff richtig zu definieren, muss man die Regeln zur Begriffsbestimmung kennen. Das Hauptverfahren zur Definition ist die Definition über die nächste Gattung und den Artunterschied (definitio fit per genus proximum et differentiam).

Außerdem existiert noch das Verfahren der genetischen Begriffsbestimmung. Je nach dem, was zu definieren ist, ein Gegenstand oder die Bedeutung eines Terminus werden die Definitionen in Realdefinition und Nominaldefinition eingeteilt.

Bereits Demokrit begann in seinem Traktat "Über die Logik" und im "Kanon" die Such nach Verfahren der Begriffsbestimmung. Sokrates erarbeitete Definitionverfahren gestützt auf die Induktion. Die Richtigkeit einer Definition überprüfte er an der Analyse von Einzelfällen. Als Platon später die sokratische Induktion weiterentwickelte, gelangte er zu der Erkenntnis, dass der Begriff das Wesentliche in den Dingen ist, das Allgemeine, das auf die Zugehörigkeit zu einer Gattung hinweist. Eine Definition muss nach Platon auf die Zugehörigkeit zum Allgemeinen, die Gattung, und auf den spezifischen Unterschied hinweisen, der das jeweilige Ding von allen anderen Dingen der Gattung unterscheidet. Das war schon das Verfahren zur Begriffsbestimmung über die nächste Gattung und den Artunterschied.

Aristoteles gab nicht nur eine wissenschaftliche Formulierung für das Verfahren zur Begriffsbestimmung, über die nächste Gattung und den Artunterschied, sondern erarbeitete bereits Definitionsregeln, z. B.: Eine Definition muss angemessen sein, d. h. sie darf weder zu eng noch zu weit sein; eine Definition muss klar sein, eine Definition darf nicht negativ sein u. a.

Aristoteles sagt in seinem Traktat Über die Seele [Zweites Buch, Kap. 2]: "Denn nicht bloß das Dass muss die Definition dartun, wie das bei den meisten Definitionen der Fall ist, sondern es muss auch die Ursache darin enthalten sein und zutage treten."

Die Begriffsbestimmung war auch Gegenstand der Betrachtung der Stoiker in der Antike. Sie erklärten, dass eine Definition nur aus einer Aufzählung von Merkmalen bestehen solle, die einem Ding zukommen.

In der Neuzeit befaßte sich Hobbes mit der logischen Operation der Begriffsbestimmung. Nach ihm ist eine Definition ein Urteil, dessen Prädikat das Subjekt aufgliedert oder, wenn dies nicht möglich ist, es erläutert. Besondere Aufmerksamkeit schenkte er der Nominaldefinition. Eine Definition so erklärte er, kann nichts anderes sein als eine Erläuterung des Namens. Er selbst benutzte in seinen Forschungen nicht nur die Realdefinition und die Nominaldefinition, sondern auch die genetischen Definitionen.

Häufige Fehler in der Begriffsbestimmung sind die Inadäquatheit, die Zirkularität, die Definition des Unbekannten durch Unbekanntes, die Widersprüchlichkeit der Definition und die Unklarheit der Definition.

Begrgen

Genetische Begriffsbestimmung

Eine genetische Begriffsbestimmung ist eine Definition, in der auf die Herkunft des Gegenstandes verwiesen wird, dessen Begriff definiert wird, auf die Art und Weise, in der dieser Gegenstand geschaffen wird. In der Geometrie wird z. B. der Begriff Kreis genetisch definiert durch Ein Kreis ist eine Kurve, die durch die Bewegung eines Punktes in einer Ebene mit gleichem Abstand um ein Zentrum gebildet wird. Für die genetische Definition bleiben die Regeln der definitio fit per genus proximum et differentiam specificam gültig. Im genetisch erhaltenen Begriff ist der Hinweis auf die nächste Gattung und den Artunterschied zu anderen Gegenständen dieser Gattung enthalten. Aus der Geschichte der Logik ist bekannt, dass Eukleides von Alexandreia genetische Definitionen umfassend verwendete.

Die lateinische Bezeichnung für die genetische Definition ist: definitio genetica sive causalis.

Die genetischen Definitionen werden den substantiellen Definitionen gegenübergestellt.