Defattr

Definitio attributiva vel accidentalis

Definition eines Begriffes, zu der man greift, wenn wesentliche Eigenschaften eines Gegenstandes bzw. einer Erscheinung unbekannt sind. Es werden dabei willkürliche Eigenschaften abgebildet, z. B. der Mensch ist ein federloser Zweibeiner. Die definitio attributiva vel accendentalis wird auch zufällige Definition genannt und steht der definitio essentialis gegenüber.

Eine besondere Form der definitio attributiva vel accidentalis ist die Definition mit Pleonasmus.

Defaxiom

Axiomatische Definition

Axiomatische Definition nennt man die beim axiomatischen Aufbau einer Theorie aufgrund der vorausgesetzten Gültigkeit der Axiome implizit definierte Bedeutung der Grundbegriffe der Theorie. Dabei werden die Grundbegriffe also nicht auf andere Begriffe zurückgeführt, sondern nur durch in den Axiomen fixierte wechselseitige Beziehungen untereinander charakterisiert.

Z. B. werden beim Aufbau der Elementargeometrie nach Eukleides von Alexandreia die Begriffe Punkt, Gerade usw. zunächst als undefinierte Grundbegriffe verwendet und bestimmte zunächst undefinierte Beziehungen zwischen diese, wie liegt auf, liegt zwischen usw. betrachtet. Die Bedeutung dieser undefinierten Begriffe wird durch gewisse aus der Erfahrung abstrahierte Aussagen umrissen, die als unbewiesene Axiome an den Anfang eines deduktiven Aufbaus der Geometrie gesetzt werden, wie z. B. auf jeder Geraden liegen wenigstens zwei verschiedene Punkte oder zwischen zwei Punkten liegt stets ein weiterer dritter Punkt.

Da durch eine axiomatische Definition die Grundbegriffe des betrachteten Axiomensystems implizit beschrieben werden, ist für sie auch die Bezeichnung implizite Definition üblich. Man nennt sie auch indirekte Definition. Außerdem nennt man axiomatische Begriffe auch undefinierte Begriffe.

Defdum

Definiendum

Definiendum heißt das, was definiert wird (vgl. Begriffsbestimmung). In der Definition "Als paradox bezeichnet man eine eigenartige Ansicht, die von der allgemein üblichen stark abwicht und dem gesunden Menschenverstand, wenn auch manchmal nur scheinbar widerspricht" ist der Begriff "paradox" das Definiendum.

In korrelativen Definitionen gilt das Prinzip der äquivalenten Ersetzbarkeit von Definiendum und Definiens.

Defeng

Zu enge Definition

Verstoß gegen die Regel der Begriffsbestimmung: die Definition muss angemessen sein. Dieser Fehler besteht darin, dass sich der Umfang des definierten Begriffs als kleiner erweist als der Umfang des zu definierenden Begriffes.

Er liegt z. B. in folgender Definition des Begriffes "Geometrie" vor:

"Geometrie ist die Lehre von den räumlichen Beziehungen der Körper". Tatsächlich ist die Geometrie nicht nur die Lehre von den räumlichen Körpern, sondern auch von den Formen der Körper.

Die lateinische Bezeichnung für eine zu enge Definition ist: definitio angustior.

Defessen

Definitio essentialis

Begriffsbestimmung, die die grundlegenden, wesentlichen Eigenschaften eines Gegenstandes, einer Erscheinung darlegt, z. B. Ein Caisson ist eine wasserundurchlässige Kammer zur Ausführung von Unterwasserarbeiten. Die definitio essentialis wird auch wesentliche Definition genannt und steht der definitio attributiva vel accidentalis gegenüber.

Cornutus

Gehörnter

Als Gehörnter (lat.: cornutus) bezeichnet man einen antiken Sophismus, der auf Eubulides zurückgeht.

Was du nicht verloren hast, das hast du noch. Hörner hast du nicht verloren. Daraus folgt: Du hast Hörner.

Dieser Sophismus ist ein quaternio terminorum. Er basiert auf der Unbestimmtheit des Mittelbegriffes Verlust. Im Obersatz wird als Verlust das Verschwinden von etwas bezeichnet, das wir haben, im Untersatz wird unter Verlust der Nichtbesitz einer Sache verstanden.

Als syllogismus cornutus bezeichnet man nach dem Sophismus von Eubulides bisweilen das Dilemma.

Beide Glieder eines Dilemmas stellen gleichsam Hörner dar, die von beiden Seiten gegen den Opponenten gerichtet sind.

D Zuschr

Direkte Zuschreibung

Als direkte Zuschreibung (direct attrbution) bezeichnet man die Selbstzuschreibung von Eigenschaften (de-se-Glaube).

Nach Chisholm (seit First Person, 1981) ist die direkte Zuschreibung die primäre Form des Urteilens, auf die alle anderen Arten von Urteilen zurückzuführen.

Werner Stelzner, Peter Philipp und Wiedemann sprechen statt von direkter Zuschreibung von innerer Akzeptation.

Daimonio

Daimonion

Als Daimonion bezeichnet Sokrates – wie wir von Platon [Apologie 31 d, 41 d] und Xenophon [Memor. I, 1, 6, I, 4, 15, IV, 3, 12; siehe auch IV, 8, 6] wissen – seine innere göttliche Stimme, die ihn davon abhält, etwas Unrechtes zu tun.

Das Daimonion ist mit dem Gewissen verwandt.

Danken

Danken

Das Danken ist selten Gegenstand philosophischer Überlegungen gewesen. Die Sprechakttheorie hat dem Danken jedoch ein wenig Aufmerksamkeit geschenkt und sie zu den expressiven Akten gezählt.

Gelingensbedingung – so die Sprechakttheorie – für das Danken ist [1]:

  • dass der Sprecher Freude oder Zufriedenheit im Hinblick auf etwas, was der Hörer für ihn getan hat, ausdrückt (Aufrichtigkeitsbedingung)

Literatur

[1] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 15


Db Schl

Distributiver bedingter Schluss

Als distributiven bedingten Schluss bezeichnet man einen Schluss, in dem eine Prämisse ein disjunktives Urteil ist und dessen andere Prämissen bedingte Urteile sind.