Bauer

Bruno Bauer (1809 – 1882)

Bruno Bauer wurde als Sohn eines Porzellanmalers geboren, studierte später in Berlin Theologie und wurde ein Schüler Hegels.

Im Jahre 1842 wurde ihm die Lehrerlaubnis entzogen, er musste seine Tätigkeit an der Universität Bonn aufgeben.

Die gesamte Geschichte ist für ihn eine Schöpfung des freien und unendlichen Selbstbewusstseins, d.h. des menschlichen, subjektiven Geistes, der sich zu immer größerer Vollkommenheit entfaltete.

Bauer bezeichnete die Religion als eine zu überwindende Stufe in der Entwicklung des Selbstbewusstseins.


Bad

Hersch Bad (1869 – 1942)

Hersch Bad ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.


Bauch

Bruno Bauch

Bruno Bauch ist ein Vertreter der Südwestdeutsche Schule des Neukantianismus.

Die Ethik ist die Wissenschaft, vom Wert des menschlichen Handelns. Der Wertmaßstab ist aus der Vernunft, dem Inbegriff des Geltens, zu entnehmen.

Das Sollen hat unmittelbare Gewißheit. Sittlich wertvoll ist allgemeingültiges Wollen, d. h. Handeln aus Pflichtbewusstsein des reinen Willens.


Bacon F

Francis Bacon (1561 – 1626)

Der Philosoph, Naturforscher,Historiker und Staatsmann kritisierte die mittelalterlicheLogik und nannte sie eine leere Beschäftigung.

Da vor der Wissenschaft die Aufgabe steht, Neues zu entdecken und zuerfinden, muss die Logik nach Bacon zu einer Logik der Erfindungen undEntdeckungen werden.

Die aristotelische Logik erfülle dieseAufgabe nicht.

Daher schrieb Bacon ein Novum organum, das 1620 erschien unddas aristotelische Organon ersetzen sollte.

Während Aristotelesgegen die Sophismen kämpfte,führte Franics Bacon den Kampf gegen die Idole (Trugbilder), diedie richtige Erkenntnis der Welt verhindern.

Bacon unterschied vier Idole: die Idole des Stammes, der Höhle,des Marktes und des Theaters.

Die Idole des Stammes (idola tribus) kommennach Bacon allen Menschen zu. Sie entstellen die Widerspiegelung der Dingeim Bewußtsein des Menschen, da der Mensch der Natur der Dinge einTeilchen seiner eigenen Natur hinzufügt.

Die Idole der Höhle (idola specus)bringen nach Bacon in die Widerspiegelung der Dinge individuelle Besonderheitenjedes Menschen hinein.

Die Idole des Marktes (idola fori) sind dasErgebnis der Fehlerhaften Verwendung der Wörter.

Die Idole des Theaters (idola theatri),die Phantasievorstellungen, sind falsche Lehren, die den Menschen vomrichtigen Weg abbringen.

Will man dem verderblichen Einfluss der Idole entgehen, muß mansich nach Francis Bacon der Empirie zuwenden.

Man muss dem Menschen Werkzeuge zur Unterstützung geben, die zurWahrheit führen.

Ein solche Methode ist die Induktion,die lehrt, wie man allmählich von einzelnen Fakten zu allgemeinenSätzen aufsteigt.

Während Aristoteles als einzige Formder Induktion durch einfacheAufzählung kannte, schlug Bacon eine Induktion durch Ausschließenvor, in deren Verlauf Hinweise auf Eigenschaften beseitigt werden, dienicht die Ursache deruntersuchten Tatsachen sein können, da diese Tatsachen existieren,nicht aber jene Eigenschaften. Um das zu erreichen, schlug Bacon vor,möglichst vollständige Tatsachentabellen zusammenzustellen unddabei insbesondere negative Beispiele auszusondern.

Bacon hat maßgeblich zur Entwicklung der Methodenzur Untersuchung kausaler Zusammenhänge beigetragen.

Da die Induktion durch Ausschließung sehrmühevoll ist, empfahl Bacon prärogative Instanzen zusuchen, d. h. Fakten, in denen die zu untersuchenden Erscheinungen inklarster und reinster Form auftreten.

In der Diskussion um das Verhältnis von Wissenschaft und Religionvertrat Francis Bacon die Lehrevon der doppelten Wahrheit.

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Bardili

Christoph Gottfried Bardili (1761 – 1808)

Christoph Gottfried Bardili vertritt einen rationaler Realismus.

Das Weltprinzip ist das objektive, in uns subjektiv werdende Denken. Bardili fasst das Denken als Rechnen auf.

Die Welt ist eine Manifestation des Denkens, dessen Prinzip die Identität, die unendliche Wiederholung des Einen im Vielen ist. Das Denken bedarf eines Stoffes. Was am Objekt nicht durch das Denken zu zernichten ist, ist dessen Form. Das Denken ist in jedem Gegenstand enthalten.

Barbapic

Giuseppa Eleonora Barbapiccola
(geb. ca. 1702)

Barbapiccola lebte wahrscheinlich in Neapel. Ihre genauen Daten sind nicht bekannt.

In ihrem philosophischen und wissenschaftlichen Denken war sie beeinflußt vom Gedankengut der ‚Accademia Arcadia‘, einem Kreis von Intellektuellen und Künstlern, der die Erneuerung des gesamten Wissens anstelle von verfestigten Lehrmeinungen beabsichtigte.

Babrapiccola verfasste die erste italienische Übersetzung der Principia philosophicae von René Descartes, die 1722 erschien.

Wie schon im Untertitel der Übersetzung, Tradotti dal Francese col confronto del Latino in cui l’Autore gli scrisse, angedeutet, legt sie besonderen Wert auf den Vergleich ihrer italienischen Übersetzung mit der lateinischen Originalausgabe.

An der französichen Übersetzung übt sie deutliche, wenn auch vorsichtige Kritik. Dass Descartes selbst sie den Lesern als seriöse Arbeit empfiehlt, kann sie sich nur mit seinem im Vordergrund stehenden Interesse an der Verbreitung seiner Philosophie erklären.

Obwohl Descartes, eingeschüchtert durch den Galilei-Prozeß 1633, schon im Vorfeld einige Passagen der Principia entschärft hatte, um einen offenen Konflikt mit der katholischen Kirche zu vermeiden, wurde das Werk 1663 in Italien verboten.

Barbapicolla fordert in einem einleitenden Epistel, den sie als Vorwort voranstellt, die katholische Kirche auf, die cartesianische Philosophie erst vorurteilslos zu studieren, bevor sie verkünde, sie stünde im Gegensatz zu ihren Lehren. Denn die beste Art der Bekämpfung einer Irrlehre sei deren argumentative Widerlegung und nicht deren Diskreditierung oder der Verbot.

Nachdem sie durch ihre Descartes-Übersetzung der Principia philosophicae bekannt geworden war, erhielt sie Zugang zum Hause des Geschichtsphilosophen Giambattista Vico, wo ihr Luisa Vico, Tochter des Philosophen, eine Freundin wurde.

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Baley

Stefan Baley

Der Psychologe Stefan Baley (* 1885, † 1952) ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.

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Bakunin

Michail Alexandowitsch Bakunin (1814 – 1876)

Bakunin entstammte einem alten russischen Adelsgeschlecht. Von 1828 bis 1833 besuchte er die Petersburger Artillerieschule. In Moskau schloß er sich dem literarisch-philosophischen Zirkel um Nikolai Stankewitsch (1813-1840) an. Er wurde zunächst von der Philosphie Kants und Fichtes beeinflußt.

Seine Übersetzung von Hegels Gymnasialreden ist der erste authentische Hegeltext in russischer Sprache. Belinskij machte er mit Hegel und Fichte bekannt. Er regte auch Herzen an, die Werke Hegels zu studieren.

1840 begab er sich nach Berlin und hörte Vorlesungen bei Werder, Hotho, Vatke und Schelling.

1842 ging Bakunin nach Dresden und Anfang 1843 gemeinsam mit Herwegh in die Schweiz. In Zürich lernte er Weitling kennen, arbeitete für den Bund der Gerechten.

Vor der in der Schweiz einsetzenden Kommunistenverfolgung floh Bakunin nach Paris, wo er u.a. Marx, Engels und Proudhon kennenlernte.

1847 rief Bakunin zur Verbrüderung der Russen und Polen mit dem Ziel auf, die zaristische Herrschaft zu beseitigen. Daraufhin wurde er auf Antrag der Russen aus Frankreich verwiesen.

Im Juni 1848 nahm er führend am Prager Slawenkongreß teil, floh nach der Unterdrückung der dortigen Unruhen nach Deutschland, forderte in seinem Aufruf an die Slawen von Köthen aus die Zerstörung Österrecihs und die Befreiung Rußlands von Nikolaus I.

Er war im Mai 1849 Mitglied der revolutionären Regierung in Dresden und wurde nach Niederschlagung des Aufstandes am 10. Mai in Chemnitz verhaftet.

Von den Sachsen und den Österreichern zum Tode verurteilt und später zu lebenslanger Haft begnadigt, wurde er im Oktober 1851 nach Rußland ausgeliefert und kam in die Kasematten der Peter-Pauls-Festung und Schlüsselburgs. 1857 wurde er nach Sibirien verbannt. Von dort floh er 1861 nach London.

1864 begab er sich nach Italien und gründete dort Bruderschaften, d.h. anarchistische Geheimbünde in Florenz und Neapel.

Im Juli 1868 trat er der I. Internationale bei, wurde aber 1872 ausgeschlossen.

Bakunin sah im dialektischen Prozeß Hegels "die höchste Spitze der Bildung". Er räumte dem Negativen den Vorrang vor dem Positiven ein und galngte so zu einer Philosophie der Vernichtung alles Bestehenden. Er ist daher einer der Väter des Anarchismus.

Sein Anarchismus Philosophie lehnt sich an den von Proudhon an. Bakunin gibt dem Anarchismus jedoch eine kollektivistische Richtung. Die Produktionsmittel müssen den Arbeitern, die sie benutzen, gemeinsam gehören. Diese sich selbst verwaltenden Arbeitskollektive bilden das Fundament einer föderativ organisierten Gesellschaft.


Barthes

Roland Barthes (geb. 1915)

Roland Barthes ist ein Vertreter des Strukturalismus.

Barth

Else Margarete Barth

Die Logikerin und Kulturphilosophin wurde 1928 in Bergen (Norwegen) geboren. Sie studierte Mathematik, Physik, Psychologie, Philosophie und Logik in Oslo, Trondheim und Amsterdam bei Arne Naess, Haakon Wergeland, Arend Heyting und Everett W. Beth. Zwischen 1971 und 1977 hatte sie den Lehrstuhl für Logik und der Reichsuniversität Utrecht inne.

Von 1977 bis 1993 war sie Professorin für Logik und analytische Philosophie an der Reichsuniversität Groningen.

Sie bekäpft den strikten Rationalismus in der Logik unter anderem indem sie für eine systematische Verbindung zwischen der empirischen Forschung und der logischen Forschung eintritt.

Die empirische Logik, die Barth vertritt, besteht aus folgenden Komponenten: der Pragmatisierung logischer Systeme und Modellstrukturen, der gewissenhaften Beschreibung einflußreicher konzeptueller Strukturen, dem Inventarisieren und Ordnen dialektischer Felder.

Ihre Dialoglogik kann als praxisorientierte Rekonstruktion axiomatischer Logik verstanden werden. Barth will Logik primär als Instrument für rationale Diskussion einsetzen.

Damit baut sie auf Arbeiten von Lorenzen, Lorenz und Beth auf.

Logik kann zu einer Ansammlung von Regeln umgestaltet werden, in der Rechte und Pflichten ausgedrückt werden, die für Teilnehmer einer kritischen Debatte verbindlich sind. Im Gegensatz zur deduktiven Logik, in der nur einzelne Denker aktiv sind, werden in der Dialoglogik zwei Rollen vorausgesetzt, und zwar die des Opponenten und die des Proponenten.

Barth unterscheidet bei der wissenschaftlichen Arbeit zwei Phasen. In der ersten Phase, der Vorbereitungsphase, geht es um eine Rolle, wobei der Unterschied wahr/unwahr wichtig ist. In der zweiten Phase, der Arenaphase, geht es um den Austausch verschiedener Intelligenzen, wobei die genannten Wahrheitswerte durch einverstanden/nicht einverstanden ersetzt werden.

Aus der Perspektive von Barth ist die Dialoglogik das Zentrum, um das sich Argumentationstheorien bilden sollten.

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