Becker

Oskar Becker (1889 – 1964)

Der deutsche Mathematiker, Philosoph und Logiker wirkte ab 1927 als außerordentlicher Professor in Freiburg und ab 1931 als ordentlicher Professor in Bonn.

Becker befasste sich unter anderem mit Fragen der Modalitätenlogik, wobei er sich im Anschluß an Leibniz um eine statistische und eine normative Deutung der Modalitäten bemüht.

Er diskutiert, ob man den modallogischen Begriff notwendig als logische, physikalische oder ontologische Notwendigkeit auffassen muss.

Als Philosoph wird er der Phänomenologie zugerechnet.


Beccio

Giorgio Del Beccio (geb. 1878)

Giorgio Del Beccio wurde 1904 ordentlicher Professor in Ferrara, 1906 in Sassari, 1909 in Messina, 1911 in Bologna und 1929 in Rom.

Del Beccio wollte die Philosophie des Rechts auf kritischer Grundlage erneuern. Del Beccio arbeitete an der Lösung der Fragen des Verhältnisses zwischen Staat und Moral und zwischen Staat und Recht.


Belinski

Wissarion Grigorewitsch Belinskij (1811 – 1848)

Der russische Demokrat, Philosoph, Literaturkritiker und Publizist Wisarion Grigorewitsch Belinskij wurde als Sohn eines Militärarztes geboren. Er besuchte 1825 bis 1829 das Gymnasium in Pensa, studierte anschließend an der Moskauer Universität.

1832 wurde er als führender Kopf der studentischen Bewegung von der Universität verwiesen.

Anschließend arbeitete er für verschiedene Zeitschriften.

Tuberkulose, materielle Not und strenge Überwachung durch die zaristische Geheimpolizei und die Zensur überschatteten seine letzten Lebensjahre.

Die Quelle der Vorstellungen und Begriffe ist die Einwirkung der Außenwelt. Empfindungen, die durch die Einwirkung der Gegenstände auf die Sinnesorgane erhalten wurden, sind der Anfang der Erkenntnis.


Abaelard – Ayer| Baader – Burski| Cabanis – Czezowski |

Benth G

George Bentham (1800 – 1884)

Der englische Botaniker George Bentham beschäftigte sich im Zusammenhang mit Problemen des Aufbaus einer wissenschaftlichen Klassifikation der Pflanzen mit der Logik.

In seiner Arbeit Entwurf eines neuen Systems der Logik (1827) untersucht er die Arten der Identität zwischen Gegenständen und legt eine eigene Klassifizierung der Formen der einfachen Urteile dar.


Beneke

Friedrich Eduard Beneke (1798 – 1854)

Der deutsche Philosoph und Psychologe Friedrich Eduard Beneke interpretierte die Logik als angewandte Psychologie.

Erkennbar sind nach Beneke psychische Erscheinungen. Die Logik und alle übrigen Wissenschaften helfen, die Prozesse der inneren Erfahrungen zu verwirklichen.

Baumeist

Friedrich Christian Baumeister (1709 – 1785)

Friedrich Christian Baumeister ist ein Vertreter der Wolffschen Schule. Er knüpft auch an die Lehre der prästabilierten Harmonie von Leibniz an.

Sein Lehrbuch der Logik fand eine weite Verbreitung. Die Logik fasst Baumeister als Beschreibung der im praktischen Denken angewandten Regeln auf. Begriff, Urteil und Schluss bilden die drei Vergleichsoperationen. Baumeister ist besonders um deren praktische Anwendung bemüht, wobei es um die Wahrheit und deren Kriterien geht.

Baumeister hat D. S. Anitschkow stark beeinflußt.


Badsha

Abu Bekr Muhammed ibn Jachja (1070 – 1138/9)

Der arabische Philosoph Abu Bekr Muhammed ibn Jachja (auch Ibn Badsha oder As-Saiga, lat. Avempas bzw. Avennace) ist als Kommentator der aristotelischen Logik bekannt geworden. Er arbeitete auch zur Physik des Aristoteles.

Ibn Badsha knüpft an die Logik von al-Farabi an.

Er beeinflußte Albert von Bollstädt, Thomas von Aquin, Raimundus Lullus u. a.


Bacon R

Roger Bacon (1214 – 1292)

Der englische Philosoph und Logiker Roger Bacon ist sehr interessiert an Alchemie und Magie. Er verteidigt jedoch die mathematischen und experimentellen Methoden für die Überprüfung des menschlichen Wissens und führt die Scheidung von Theologie und Profanwissenschaften (d. h. Philosophie) konsequent durch.

Erfahrung, Experiment und Mathematik sind ihm die drei Hauptquellen der Wissenschaft.

Roger Bacon akzeptiert zwei Wege der Erkenntnis: durch Beweis und durch Empirie. Der Beweis gibt keine vollständige Lösung der Frage, solange die Wahrheit nicht durch das Experiment bestätigt worden ist.

Bekannt ist sein Ausspruch: Ein einfacher Versuch lehrt mehr als jeder Syllogismus.

Roger Bacon rief die Wissenschaft seiner Zeit von den Autoritäten zu den Sachen, von den Meinungen zu den Quellen, von der Dialektik zur Erfahrung, von den Büchern zur Natur.

Er erkannte u. a. die Gesetze der Reflexion und der Strahlenbrechung, die Erscheinungen der atmoshärischen Strahlenbrechung, verfertigte optische Instrumente. Auf ihn gehen konvexe Gläser und das Schießpulver zurück.

Die Aufgabe der Logik ist nach Bacon die Untersuchung der Regeln des Folgerns. Er betrachtet die Logik als Teil der Methodenlehre.

Bacon bereitet mit seiner Lehre von den Hemmnissen bei der Erkenntnis der Wahrheit, die Lehre von den Idolen bei Francis Bacon vor. Hemmnisse sind nach Roger Bacon: die Verneigung vor der falschen Autorität, die Gewöhnung an das Alte, die dummen Vorurteile und der Stolz auf die angebliche Weisheit.


Baumg Ag

Alexander Gottlieb Baumgarten (1714 – 1762)

Alexander Gottlieb Baumgarten war 1735 – 1740 Dozent in Halle. Danach war er Professor in Frankfurt/Oder.

Baumgarten ist ein Vertreter der Wolffschen Schule und insbesondere für die Ausbildung der philosophischen Terminologie und die Systematisierung der Philosophie von Bedeutung.

Die Philosophie definiert er als die Wissenschaft von den Eigenschaften, die durch bloße Vernunft erkennbar sind.

Oberstes Denkprinzip ist der Satz des Widerspruches. Aus diesem Satz folgt der Satz des Grundes.

Den Dingen liegen einfache Kräfte, Monaden zugrunde, die zueinander im Verhältnis der prästabilierten Harmonie stehen.

Das Dasein Gottes ergibt sich durch den ontologischen Beweis.

Die Gnoseologie (Erkenntnislehre) zerfällt in die Logik und in die Ästhetik.

Die Logik ist die Wissenschaft von der höheren Erkenntnis. Die Ästhetik, wird als Wissenschft von der niederen oder sinnlichen Erkenntnis bestimmt.

Der Zweck der Ästhetik ist die Vervollkommnung der sinnlichen Erkenntnis, und in dem vollkommenen Anschauen und Vorstellen besteht die Schönheit. Die Schönheit ist erscheinende Vollkommenheit.


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Bain

Alexander Bain (1818 – 1903)

Alexander Bain gehört zu den bedeutendsten Assoziationpsychologen. In der Logik ist er wesentlich von Mill beeinflußt.

Außen- und Innenwelt, Objekt und Subjekt sind Korrelate. Kein Objekt ohne Subjekt und umgekehrt. Die Dinge sind uns nur in Beziehung zu unserem Bewußtsein gegeben.

Für das Außenweltsbewusstsein ist der Muskelsinn, der zugleich Kraftsinn ist, von Bedeutung.

Psychisches und Physisches sind zwei Aspekte einer und derselben Wirklichkeit.

Das Gefühl der Lust beruht auf der Harmonie, das der Unlust auf einem Konflikt zwischen unseren Empfindungen.

Alles Geistesleben beruht auf Assoziation. Bain unterscheidet zwei Grundformen der Assoziation, die Assoziation durch Kontiguität und die Assoziation durch Similarität. Bain unterscheidet einfache und zusammengesetzte, sowie konstruktive Assoziationen. Das law of contiguity besagt nach Bain: Actions, sensations and states of feeling, occurring together or in close suggestion, tend to grow together, or cohere, in such a way that, when any one of them is afterward presented to the mind, the others are apt to be brought up in idea.

Die Raumvorstellung beruht auf einer Assoziation zwischen Sinnes- und Muskelempfindungen.