Ayer

Alfred Jules Ayer (1910 – 1989)

Der englische Philosoph und Logiker Alfred Jules Ayer war zunächst an der Herausbildung des logischen Positivismus beteiligt und arbeitete später über Probleme der linguistischen Analyse.

Ayer wird dem Nonkognitivismus zugerechnet.


Avenar

Richard Avenarius (1843 – 1896)

Avenarius, in Paris geboren, wurde 1876 Dozent in Leipzig. Ab 1877 war er Professor in Zürich. Er ist ein Vertreter des Empiriokritizismus.

Er hat den Empiriokritizismus ausführlich begründet. In seiner Kritik an anderen erkenntnistheoretischen Positionen will er alles eliminieren, was nicht reine Erfahrung ist, d. h. was nicht Aussageinhalt (E-Wert) ist, der durch die Umgebung selbst bedingt wird.

Avenarius gibt seiner Erkenntnislehre eine biologische Grundlage. Das vorfindende Individuum ist repräsentiert und zentralisiert im System C (im Großhirn), welches beständig einem Erhaltungsmaximum seiner Kräfte zustrebt.

Nach Avenarius ist die Philosophie "das wissenschaftlich gewordene Streben …, die Gesamtheit des in der Erfahrung Gegebenen mit dem geringsten Kraftaufwand zu denken".

Es gibt keine Dualität von Physischem und Psychischem. Psychisch ist ein Vorgang nur als Abhängige einer Änderung im System C.

Avenarius hat auch die Bedeutung des Ökonomieprinzips für das seelische Leben und das Erkennen analysiert.

Avenarius verbindet die Apperzeption mit dem Prinzip der Denkökonomie, indem er annimmt, dass die zum Zwecke einer Apperzeption auszuführenden Reproduktionen von Vorstellungen auf das relativ geringste Maß beschränkt seien. Beeinflußt von Avenarius sind z. B. Carstanjen, Petzoldt, Willy, C. Hauptmann, W. Heinrich, J. Kodis, M. Klein, R. Wähle, A. Nyman und H. Gomperz.


Babelyka

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Babelyka von Argos

Iamblichos erwähnt Babelyka in seiner Aufzählung der 17 Pythagoreerinnen.

Die Textstelle mit der Aufzählung lautet: " bedeutendsten Pythagoreerinnen: Timycha, die Frau des Myllias von Kroton, Philtys, die Tochter des Theophris von Kroton, Schwester des Byndakos, Okkelo und Ekkelo, die Schwestern der Lukaner Okkelos und Okkilos, Cheilonis, die Tochter des Lakedaimoniers Cheilon, die Lakonerin Kratesikleia, die Frau des Lakedaimoniers Kleanor, Theano, die Frau des Metapontiers Brotinos, Myia, die Frau des Milon von Kroton, Lasthenia aus Arkadien, Habroteleia, die Tochter des Habroteles von Tarent, Echekrateia von Phlius, Tyrsenis aus Sybaris, Peisirrhode aus Tarent, Theadusa aus Lakedaimon, Boio aus Argos, Babelyka aus Argos, Kleaichma, die Schwester des Lakedaimoniers Autocharidas. Insgesamt: 17." (Iamblichos: Pythagoras, 1963, 267)

Axiothea

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Axiothea von Phlius (ca. 350 v. u. Z.)

Wie Diogenes Laërtios schreibt, waren Platons Schüler "Speusippos aus Athen … und noch viele andere, unter ihnen auch zwei Frauen, Lasthenia aus Mantinea und Axiothea aus Phlius, die Männerkleidung anlegten, wie Dikaiarchos berichtet" (Leben und Meinungen berühmter Philosophen, III 46; IV 2).

Nach dem Tode Platons besuchten sie die Akademie weiter, und Speusippos wurde ihr Lehrer.

Weblinks


Autrecou

Nicolaus von Autrecourt (um 1300 – 1350)

Der französische Philosoph Nicolaus von Autrecourt wurde wegen seiner Kritik des Substanzbegriffs und der traditionellen Kausalitätslehre der Hume des Mittelalters genannt.

Nicolaus von Autrecourt wurde von der Kurie angeklagt und musste zahlreiche Thesen widerrufen. Er war der Auffassung, dass man sich nur der eigenen Gedanken und Sinneseindrücke sicher sein könne.

Dabei spielen Wahrscheinlichkeitsüberlegungen eine wichtige Rolle. So sei eine atomistische Auffassung von Raum und Zeit wahrscheinlicher als die aristotelische These von Raum und Zeit als unendlich teilbarer Kontinua.

Baader

Franz Xaver von Baader (1765 – 1841)

Der Philosoph und Mystiker Franz von Baader versuchte das Primat des Subjekts zu überwinden. All unser Wissen ist primär ein Gewußtwerden, unser Denken ist ein Nachdenken.

Der Gedanke ist vor den Subjekt, das den Gedanken entgegennimmt. Der Mensch denkt in, mit und durch Gott. Trinität und Inkarnation sind für Baader’s Philosophie zentrale Begriffe. Die Erkenntnis ist das Mitwirken des Menschen in der göttlichen Vernunft, unser Wissen ist eine Mitwissen des göttlichen Wissens.

Die Logik ist "Sprach- und Denklehre", "die Formierungslehre oder die Lehre vom Logos als Formator durch seinen Geist". Baader unterscheidet die theosophische Logik und die anthroposophische Logik.

Asklepia

Asklepiades aus Phlius (3. Jh. v. u. Z.)

Asklepiades aus aus Phlius war Anhänger Platons, des Stilpon und Mitglied der von Phaidon aus Elis begründeten elisch-eretischen Schule. Er wirkte in Eretria.


Babeuf

François Noël Babeuf (1760 – 1797)

Unter Führung von François Noël Babeuf, gennant Gracchus Babeuf, gründete sich 1796 die Verschwörung der Gleichen.

Babeuf knüpft an Rousseau und Helvétius an. Er geht von einer naturrechtlichen Konzeption der sozialen Verhältnisse aus.

Seiner Ansicht nach hat jeder Mensch von Natur aus das gleiche Recht, seine Bedürfnisse zu befriedigen und Nutznießer aller Güter der Gesellschaft zu sein. Er bekämpft das durch eine naturrechtliche Begründung nicht zu rechtfertigende Privateigentum.

Die Gesellschaft hat die Aufgabe, die Gleichheit der Bürger zu sichern. Jeder hat die Pflicht zu arbeiten, und das Recht, Nutznießer der Früchte seiner Arbeit zu sein.

Im Gegensatz zu Rousseau begnügt sich Babeuf nicht mit Maßnahmen zur Schaffung einer Ausgleichs in den Besitzverhältnissen, sondern verlangt, sowohl den Grund und Boden als auch die erarbeiteten Güter in Gemeineigentum zu überführen und die Verteilung der Güter nach dem Leistungsprinzip zu regeln.

Babeuf wurde wegen seiner politischen Aktivitäten hingerichtet.


Artemisi

Artemisia (ca. 3. Jh. v. u. Z.)

Tochter des Diodoros Chronos und Schwester von Argia, Theognis, Pantakleia sowie Menexene. Sie wird der dialektischen Schule zugerechnet.

Hieronymus schreibt: "Der Sokratiker Diodoros hat gesagt, dass er fünf Töchter von auffallender Tugendhaftigkeit habe, die Dialektikerinnen seien. Über diese hat Philo, der Lehrer des Karneades, eine vollständige Geschichte geschrieben."

Asklepig

Asklepigeneia (5. Jh.)

Asklepigeneia war die Tochter von Plutarchos dem Jüngeren von Athen. Von ihrem Großvater Nestorios und ihrem Vater Plutarchos wurde sie in die Theurgie eingeweiht, die ‚Wissenschaft‘ vom göttlichen Handeln und Wirken.

Sie selbst lehrte Philosophie und Theurgie an der Akademie ihres Vaters in Athen, wo auch Proklos zu ihren Schülern zählte.

Philosophisch stand Asklepigeneia in der Tradition der Interpretation und Erklärung aristotelischer und platonischer Werke mit synkretischem Ansatz, wie der Neuplatonismus von Plotin begründet und von Porphyrios, Plutarchos und Proklos vermittelt wurde.