Lexika

Apoll T

Apollonius von Tyana (1. Jh. u. Z.)

Apollonius, ein pythagoreischer Asket, war als Zauberer und Magier bekannt und gründete eine religiöse Gemeinschaft, die nach strengen Regeln lebte und ide pythagoreischen Lehren tradierte.

Apollonius glaubte an die Unsterblichkeit der menschlichen Seele und an einen Schöpfergott, dem nicht geopfert werden darf.

Er entwickelte ethische Grundsätze, nach denen der Einzelne und die Gemeinschaft leben sollten.

Anscombe

Elisabeth Gertrude Margaret Anscombe (1919 – 2001)

Die englische Philosophin studierte klassische Philologie und Philosophie am St. Hugh’s College in Oxford, wo sie 1941 ihr Studium abschloß. Nach ihrer Heirat mit Peter T. Geach, mit dem sie sieben Kinder hatte, erhielt sie einen Forschungsauftrag in Oxford, später am Newnham College in Cambridge, wo sie Bekanntschaft mit Ludwig Wittgenstein machte. 1946-70 war sie Mitglied des Somverville College in Oxford, anschließend wurde sie Professorin für Philosophie in Cambridge.

1957 veröffentlichte sie mit Intention einen wichtigen Beitrag zur Handlungsphilosophie, vor allem mit der Analyse der Begriffe Absicht und Absichtlichkeit.

Anscombe nimmt den aristotelischen Vorschlag des praktischen Syllogismus zur teleologischen Erklärung in dritter Person des Agens der Handlung wieder auf.

Mit diesem Werk hat sie ein Feld zur Reflexion über das menschliche Handeln eröffnet, das von Philosophen wie von Wright, Donald Davidson und Georg Meggle fortgesetzt wurde.

Sie hat den Begriff der absichtlichen Handlung auch in ihrer Analyse der moralischen Probleme, wie zum Beispiel im Krieg oder in der Empfängnisverütung, die sie aus einer katholischen Perspektive betrachtet, verwendet.

In ihrer Einführung zu Wittgensteins Tractatus Logico-Philosophicus, An introduction to Wittgenstein’s Traktatus, analysiert sie vor allem den früen Wittgenstein im Kontext seiner logischen Grundlagen und weist vielen seiner Kritiker Fehlschlüsse in ihren Interpretationen nach.

Im Vordergrund ihrer Untersuchung steht Wittgensteins Sprachtheorie sowie seine Methode, die Bedeutung einzelner Satzteile, bzw. deren Fehlen, aufzuzeigen.

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Apoll P

Apollonios von Perge

Apollonios war ein bedeutender hellinistischer Geometer und Astronom. Er studierte als Schüler des Eukleides in Alexandreia am Museion und wirkte hauptsächlich in Pergamon.

In seinem 8 Bücher zählenden Hauptwerk Konnika fasste er die Ergebnisse der antiken Kegelschnittlehre zusammen und führte sie in eigenen Forschungen weiter. Buch I-IV sind griechisch, Buch V-VII (über irrationale Zahlen) sind arabisch erhalten. Buch VIII ist nur als Rekonstruktion bekannt.

  Als Astronom war Apollonios der Begründer der Epizykeltheorie, die Hipparch später in die Planetentheorie einbrachte und die bei Klaudios Ptolemaios dann eine große Rolle spielte.


Anniker

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Zu diesem Stichwort wurde folgender Inhalt gefunden:

Annikeris von Kyrene (4. Jh. v. u. Z.)

Der griechische Philosoph ist ein später Vertreter der kyrenaischen Schule.

Er entschärfte deren Prinzipien und näherte sie den üblichen Lebensansichten an.

Annikeris vertrat wie die anderen Vertreter dieser Schule die Position, dass der Zweck jeder Handlung in der Lust liegt und ist damit ein Vertreter des Hedonismus.

Er fasste jedoch nicht nur den sinnlichen Genuß, sondern auch den Verkehr mit anderen Menschen, Freundschaft, Liebe zu Verwandten und zum Vaterland, selbst wenn sie nur wenig eigenen Genußgewinn ergäben.

Apelt

Ernst Friedrich Apelt (1815 – 1859)

Ernst Friedrich Apelt, geboren in Reichenau (Sachsen) war Professor in Jena.

Apelt ist ein Anhänger von Fries.

Die formale Apperzeption ist die Quelle des apriorischen. Die metaphysischen Grundsätze entspringen aus der Verbindung von Kategorie und Schema.

Nach Apelt ist die Induktion formell ein disjunktiver Vernunftschluß. Sie gründet sich auf einen angeborenen Hang der Vernunft nach Einheit und Zusammenhang ihrer Erkenntnisse. Die Allgemeingültigkeit der durch Induktion gewonnenen Gesetze beruht auf apriorischen Prinzipien.


Anitschk

Dmitri Sergejewitsch Anitschkow (1733 – 1783)

Der Philosoph und Mathematiker Dmitri Sergejewitsch Anitschkow, ein Vertreter der russischen Aufklärung wirkte als Professor für Logik an der Moskauer Universität.

Er knüpft an Wolff, Baumeister und Descartes an.

Aufgabe der Logik ist es nach Anitschkow, Regeln zum Erkennen von Irrtümern zu geben und Wege zur Beseitigung von Irrtümern zu erläutern.

Anitschkow kritisierte die Lehre von den angeborenen Ideen.

Er betrachtete die Empfindungen als Erkenntnisquelle. Die Empfindungen geben nur trübe Kenntnisse und können in die Irre führen. Wahres Wissen wird durch die Bearbeitung von Ergebnissen erreicht, die in der Empfindung und durch theoretisches Denken gewonnen werden. Auf dieser Stufe bilden sich Begriffe und Urteile, aus denen Schlussfolgerungen aufgebaut werden.

In seiner Lehre von der Modalität von Urteilen unterschied er vier Arten von Urteilen: notwendige, unmögliche, mögliche und nichtnotwendige.

Anitschkow ging von der Unsterblichkeit der Seele aus und vertrat deistische Thesen.

Alkmaion

Alkmaion von Kroton

Alkmaion von Kroton (letztes Drittel des 6. Jh. v. u. Z.) – häufig zu den Pythagoreern gezählt – ist uns besser bekannt als Pythagoras selbst. Obwohl er häufig zu den Pythagoreern gezählt wird unterscheidet Aristoteles seine Seelenauffassung von der der Pythagoreer. Den engen Bezug zu den Pythagoreern sieht Capelle dadurch gesichert, dass auch Alkmaion die Unsterblichkeit der Seele und die göttliche Natur der Gestirne annimmt [vgl. Capelle, W. 1958a, 104]

Alkmaion machte eine bedeutende medizinische Erkenntnis: er hatte bei anatomischen Untersuchungen bemerkt, dass von unseren Sinnesorganen Nervenstränge – wir wir es heute sagen würden – ausgehen und ins Gehirn münden [vgl. Aristoteles, Von der Erzeugung der Tiere II 6. 744a 8ff.]

Er hat bereits eine tiefere Analyse der Sinnesphysiologie vorgelegt: Er fasste den Glaskörper des Auges als eine Art Spiegel auf, der die Außendinge widerstrahlt und dessen ‚Bild‘ die ‚lichtbringenden Wege‘ (d. h. die Sehnerven) dem Gehirn übermitteln. Seit Alkmaion verschwindet die Sinnesphysiologie nicht wieder aus der Problematik der griechischen Wissenschaft und wird ja auch von Aristoteles in der Seelenschrift relativ ausführlich diskutiert [vgl. Capelle, W. 1958a, 105f.]. Er stellt den fundamentalen Unterschied zwischen Mensch und Tier fest, wobei – nach Capelle – zum erstenmal Wahrnehmen und Denken grundsätzlich unterscheidet [vgl. Capelle, W. 1958a, 106].

Alkmaion meint die Seele ist unsterblich, weil sie den Unsterblichen gleicht [Aristoteles, De anima I 2. 405a 30ff.]

Bei Alkmaion nennt Aristoteles nur die Bewegungsseite, obwohl er ihn behandelt, wo die Seele als Körperliches zu diskutieren ist.

Alkmaion lehrte, "sämtliche Sinnesvermögen irgendwie mit dem Gehirn zusammenhängen. Daher litten sie auch Schaden, wenn dieses erschüttert wurde und seine Lage verändere. Denn er ziehe ‚die Poren‘ in Mitleidenschaft, durch die die Sinnesvermögen (vermittelt würden)" [Theophrast: Von den Sinneswahrnehmungen 26 = DK, 24 A 5]

Alkmaion hat gesagt, " sich der Mensch von den übrigen Wesen dadurch unterscheide, dass er allein denkt, während die anderen Wesen zwar Sinneswahrnehmungen haben, aber nicht denken." [Theophrast: Von den Sinneswahrnehungen 25 = fr. 1a].

Alkmaion sollte nicht mit griechischen Sagengestalt Alkmaion verwechselt werden.


Andronik

Andronikos von Rhodos (1. Jh. v. u. Z.)

Andronikos von Rhodos lehrte um 70 v. u. Z. in Rom. Bekannt ist er als Ordner und Kommentator der Schriften von Aristoteles.

Es wird vermutet, dass Andronikos von Rhodos in der Behandlung einiger philosophischer Kategorien von den Ansicht des Aristoteles abwich und dessen Theorie des logischen Schließens auszubauen versuchte.

Alexinos

Alexinos aus Milet (um 300 v. u. Z.)

Alexinos aus Milet ist ein Vertreter der megarischen Schule. Er ist Schüler von Eubulides.


Anaximen

Anaximenes aus Milet

Der griechische Philosoph Anaximenes ist ein Vertreter der ionischen Philosophie.

Der Urgrund aller Dinge ist nach Anaximenes von Milet (um 585 – 525 v. u. Z.) die Luft, also ein bestimmtes, sinnlich gegebenes Element.

"Anaximenes erklärte für den Urgrund der Dinge die Luft. Denn aus dieser entstände alles und in diese löse sich alles dereinst) wieder auf. Sagt er doch: ‚Wie unsere Seele, die Luft ist, uns regiert, so umfasst auch den ganzen Kosmos Hauch und Luft." [Aetius I 3, 4 = DK, 13 B 2].

Anaximenes bleibt im Zusammenhang mit der Seelenlehre von Aristoteles im Kapitel I 2 der Seelenschrift unberücksichtigt. Rohde denkt, dass Anaximenes die Unsterblichkeit der Seele ebenso meint, wie Thales [vgl. Rohde, E. 1921a, 144f.].

Ihm ist die Seele wesensgleich mit dem göttlichen, ewig bewegten, alles aus sich erzeugenden Urelement der Luft [vgl. Rohde, E. 1921a, 145].

Thales hatte gelehrt, dass alles aus dem Wasser entstehe, ohne die Frage nach dem Wie auch nur annähernd zu beantworten. Anaximandros erklärte das Entstehen und Vergehen der Dinge aus den Gegensätzen, in die sich das Apeiron spalte. Anaximenes erweist sich nun als würdiger Schüler des Anaximandros, wenn er fragt, wie denn aus dem Urgrund, dem Urelement, dem keine qualitative Veränderung zukommt, die qualitative Vielfalt der Dinge zu erklären sei.

"Auch Anaximenes erklärt die zugrunde liegende Substanz für eine einzige und für unendlich, wie jener (Anaximandros), lässt sie aber nicht unbestimmt wie jener, sondern bestimmt, indem er die Luft als Urgrund erklärt; sie unterscheide sich aber durch Dünne und Dichtigkeit." [Simplisius zu Aristoteles, Physik 24, 26ff. = DK, 3 A 5]

"Es entstände alles infolge einer gewissen Verdichtung der Luft und wieder infolge von Verdünnung." [Pseudoplutarch, Stromateis 3 = DK, 13 A 6]

Es sind die quantitativen Veränderungen des Urelements Luft, die die Qualität der einzelnen Dinge bestimmen. Der Grad der Verdünnung und Verdichtung der Luft entscheidet über die Qualität der Dinge.

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