Lexika

Ameseder

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R. Ameseder

R. Ameseder ist Schüler Meinongs und ein Vertreter der Grazer Schule.


Anselm

Anselm von Canterbury (1033 – 1109)

Der Theologe, Philosoph und Logiker Anselm von Canterbury war wurde im Jahre 1093 Erzbischof von Canterbury.

Er ist Anhänger eines extremen Realismus und behauptete, dass die Begriffe (darunter auch die Universalien) den Einzeldingen vorausgehen, unabhängig von diesen existieren und ihr Wesen ausmachen.

Anselm von Canterbury kritisierte die Nominalisten und untersuchte Sätze die solche modalen Funktoren wir bekannt, zweifelhaft, möglich, notwendig enthalten, sowie Funktoren des Typs es ist verboten, es ist obligat. Er ist damit ein Vorläufer der deontischen Logik.

Im göttlichen Denken, sagt Anselm von Canterbury, sind Urbilder aller Dinge als ewige und unveränderliche göttliche Ideen gegeben. Er versuchte die Glaubensdogmen rational begründen. Berühmt ist sein Satz Credo, ut intelligam (ich glaube, um zu erkennen).

Die in sich selbst ruhende, eigentliche Wahrheit ist mit Gott identisch. Erkenntnis des Wahren ist Wirkung der Wahrheit.

Bekannt geworden ist Anselm von Canterbury durch seinen ontologischen Gottesbeweis.

Amalrich

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Amalrich von Bena (Amaury de Bennes) (gest. 1207)

Amalrich von Bena (Amaury de Bennes) lehrte in Paris. Seine Schüler heißen Amalricaner.

Amalrich von Bena lehrt unter dem Einflusse von Johannes Scotus Eriugena einen Pantheismus. Gott ist das Wesen aller Dinge und ihr einheitliches Sein. Die Ideen sind geschaffen und schaffen selbst.

Alle Dinge kehren schließlich zur göttlichen Einheit zurück und bleiben unveränderlich in ihm.

Nach Amalrich von Bena ist Gott Urheber unseres (guten oder schlechten) Willens.


Althaus

Johannes Althusius (1557 – 1638)

Der deutsche Staatstheoretiker Joachim Althusius (auch: Joachim Althaus) ist ein Vertreter des kalvinistischen Naturrechtes. Grundgedanke seiner Lehre ist der Begriff der Volkssouveränität.

Die Souveränität und Mejestät kommen allein dem Volk zu und ist untreenbar von diesem. Die Souveränität kann nicht veräußert werden. Nur die Verwaltung ist übertragbar.

Jedem Staat liegt ein stillschweigender oder ausdrücklicher Vertrag oder Sozialkontrakt zugrunde. Die Vollmacht, das Mandat durch das Volk, ist die einzige Legitimation, auf der die Herrschaft beruhen kann. Das Volk kann aber nur einen widerrufbaren Auftrag erteilen.

Höher als die Souveränität des Volkes steht jedoch die göttliche Gewalt. Die vertragliche Verpflichtung des Herrschers besteht in der Sorge um das Volkswohl, wozu auch die Förderung der Religion gehört. Kommt er seinen Verpflichtunge nicht nach, darf das Volk den Vertrag kündigen. In diesem Fall ist der Widerstand gegen den Herrscher rechtens.

Aufgabe der Politik ist es, unter Zugrundelegung von Philosophie und Theologie den sozialen Körper zweckmäßig zu gestalten.

Allain

Alanus ab insulis (Allain de Lille) (1120/8 – 1203)

Alanus ab insulis (Allain de Lille), ein Vertreter der Schule von Chartres, stand unter Einfluss von Aristoteles, Boëthius, Gilbertus Porretanus und Thierry von Chartres.

Die Schrift De arte fidei catholicae ähnelt methodisch der Ethik Spinozas (Definitionen, Postulate, Axiome). Er hat mit dieser Methode den Versuch unternommen, ein streng deduktives System für den christianisierten Aristotelismus zu erarbeiten.

Im Lehrgedicht Anti-Claudianus fasst er das zeitgenössische Wissen zusammen.

Die Schrift De planctu naturae enthält naturphilosophische Positionen. Gott ist die Ursache des Formalen und Materiellen der Dinge. Gott wirkt in den Dingen und ist eine Einheit (monas).


Apoll T

Apollonius von Tyana (1. Jh. u. Z.)

Apollonius, ein pythagoreischer Asket, war als Zauberer und Magier bekannt und gründete eine religiöse Gemeinschaft, die nach strengen Regeln lebte und ide pythagoreischen Lehren tradierte.

Apollonius glaubte an die Unsterblichkeit der menschlichen Seele und an einen Schöpfergott, dem nicht geopfert werden darf.

Er entwickelte ethische Grundsätze, nach denen der Einzelne und die Gemeinschaft leben sollten.

Aischin

Aischines aus Neapel (ca. 200 v. u. Z.)

Aischines aus Neapel ist ein Vertreter der Athenischen Schule des Neuplatonismus.


Aisara

Aisara von Lukanien

Aisara lebte in Unteritalien. Ihr Name könnte sich von ihrem Geburtsort an dem Fluss Aisarus ableiten.

Das von Aisara erhaltene Fragment aus ihrem Werk Über die menschliche Natur wird gelegentlich auch dem Pythagoreer Aresas zugeschrieben.

Aisaras Schrift beinhaltet eine Naturgesetztheorie der dreigeteilten menschlichen Seele; der Maßstab für Gesetz und Gerechtigkeit ist in der menschlichen Natur gelegt. Nach rationalem göttlichen Plan verfügt der Mensch

  1. über den Seelenteil der herrschenden Vernunft, der Urteilsfähigkeit und Denken ermöglicht,
  2. über den Seelenteil des Mutes, der herrscht und von der Vernunft beherrscht wird und der Kraft/Tapferkeit sowie Geschicklichkeit gewährt, und
  3. über den Seelenteil des Begehrens/Verlangens, der durch Vernunft und Mut beherrscht wird und die Fähigkeit zu Liebe und Freundschaft gibt.

Die Seelenteile stehen in einem angemessenen Verhältnis zueinander, wie es den Anforderungen des Lebens entspricht. Sie sind zweckorientiert angelegt, und zwar sowohl zum Zwecke des guten persönlichen als auch des guten öffentlichen Lebens, die bei Aisara als gleichwertig betrachten werden.

Ein geordnetes harmonisches Zusammenspiel der inneren Kräfte befähigt zu einem ebensolchen Leben; durch Erziehung und Tugend wird der Mensch liebenswert.

Literatur

  • Nühlen, Maria: Aisara von Lukanien. In: Philosophinnen-Lexikon. (ed. Meyer, Ursula I.; Bennent-Vahle, Heidemarie. Leipzig: Reclam 1994, 16 f.

Weblinks


Ainesid

Ainesidemos aus Knossos (1. Jh. v. u. Z.)

Der Skeptiker Ainesidemos aus Knossos lehrte um 70 u. Z. in Alexandria. Ein sicheres Wissen ist – so Ainesidemos – weder durch Sinneswahrnehmung noch durch das Denken zu gewinnen.

Er formulierte 10 Tropen:

  1. Die Verschiedenheit der Lebewesen und ihres Werdens.
  2. Die Verschiedenheit der Lebewesen und ihre Besonderheiten.
  3. Die Verschiedenheit der Sinnesorgane.
  4. Die Verschiedenheit der Zustände
  5. Die Verschiedenheit der Lagen und Entfernungen.
  6. Das Vermischtsein des
  7. Die Verschiedenheit der Erscheinungen je nach der Art der Verbindung.
  8. Die Relativität überhaupt.
  9. Die durch die Anzahl der Erlebnisse
  10. Die durch Bildung, Sitten, Gesetze, usw. bedingte Verschiedenheit


Abbt

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Thomas Abbt (1738 – 1766)

Thomas Abbt ist ein Vertreter der Popularphilosophie. Er wirkte 1761 – 1762 in Berlin und hatte dort u. a. Verbindungen zu Mendelssohn, der ihm die Schrift Phaedon oder über die Unsterblichkeit der Seele widmete.

Abbt studierte ab 1756 in Halle Theologie, Philosophie und Mathematik. Nach dem Magisterexamen war er kurz Zeit Privatdozent, dann ab 1760 außerordentlicher Professor der Philosophie in Frankfurt/Oder und ab 1761 Professor der Mathematik an der Universität Rinteln. Bekannt wurde er mit der Arbeit Vom Tode fürs Vaterland (1760), in dem er das Verhältnis von Bürger und Staat diskutiert und den Begriff der politischen Tugend stark macht. Politische Tugend besteht für ihn im gefühlsmäßigen und geistigen Bekenntnis zu einer vernünftigen Staatsform.

Seine Position in diesem Werk ähnelt in vielem der Position von Georg Zimmermann. Abbts Hauptwerk Vom Verdienste erschien 1765 im Verlag von Nicolai.

Literatur: